Dienstag, 12.Januar


Heute haben
Charles Perrault * 1628
Johann Heinrich Pestalozzi * 1746
Jakob Michael Reinhold Lenz * 1751
Jack London * 1876
Daniil Charms * 1905
Alice Miller * 1923
Haruki Murakami * 1949
David Mitchell * 1969
Geburtstag
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Jakob Michael Reinhold Lenz
Gute Laune

Gute Laune, Lieb und Lachen
Soll mich hier
Unaufhörlich glückich machen,
Und die ganze Welt mit mir.
Auf dem Sammt der Rosen wiegen
Sich die Weisen nur allein.
Liebe? ist sie nicht Vergnügen?
Nur die Treue macht die Pein.
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Was wäre, wenn du nicht nur mit Tieren sprechen, sondern dich auch in ein mächtiges Tier verwandeln könntest? Genau das passiert dem 12-jährigen Simon. Und als wäre dieser Umstand nicht schon aufregend genug, steckt Simon in seiner Gestalt als Animox plötzlich mitten im erbitterten Kampf der verschiedenen Tierreiche. Wie es aussieht verfügt er über eine besondere Gabe, mit der er die Welt der Animox vor ihrem Untergang retten kann. Ob ihn sein Onkel deshalb stets von Tieren ferngehalten hat?

Eine spannende Lektüre, die einen nicht mehr loslässt. So berichtet es zumindest Enkelin Emilia. Die Bücher gibt es auch zum Hören.
Teil 1 der Nachfolgeserie „Die Erben der Animox“ ist gerade erschienen.


Aimée Carter: „Die Beute des Fuchses“
Illustrationen Frauke Schneider
Übersetzt von Maren Illinger
Oetinger Verlag, Band 1 € 16,00
Jugendbuch ab 11 Jahren

Auf der Homepage des Oetinger Verlages habe ich dieses Interview gefunden: Aimée

1) Hättest du gerne die Fähigkeit, mit Tieren sprechen zu können? Was würdest du ihnen sagen oder sie fragen?

Ich würde wahnsinnig gerne mit Tieren sprechen können. Vermutlich würde ich vor allem über Themen mit ihnen reden, die sie interessieren: Nahrung, ihre Jungen, andere Tiere, das Wetter und ähnliche Dinge. Das wäre eine faszinierende Erfahrung!

2) Was fasziniert dich an Wölfen?

Ich liebe das Familiengefühl, das sie zu haben scheinen. Außerdem wirken sie wie sehr treue Geschöpfe, umgeben von vielen volkstümlichen Überlieferungen, wie zum Beispiel die Legende über Werwölfe. Auch wenn die Theorie der Alpha- und Beta-Tiere in wilden Rudeln nicht vorkommt, ist es doch interessante, diese Dynamik zu erkunden – vor allem im Animox-Reich der Säuger.

3) In welches der Tierkönigreiche würdest du gehören?

Ich glaube, es steckt von jedem ein kleines bisschen in mir. Wenn ich die Quizfragen beantworte, bewege ich mich meistens im Reich der Vögel. Aber es kommt auf meine Stimmung an. Manchmal bekomme ich auch das Reptilien-Reich als Ergebnis.

4) Hast du Haustiere?

Ich bin mit Haustieren aufgewachsen, von Hunden über Katzen bis hin zu Hamstern und Vögeln war alles dabei. Jetzt helfe ich zwar meinem Vater, für unsere beiden Hunde zu sorgen, aber sie leben bei ihm und nicht bei mir. Ich vermisse es, stets ein Tier um mich zu haben und denke dauernd darüber nach, ob ich nicht eine Katze oder einen Hund bei mir aufnehmen sollte. Oder vielleicht auch eine Schildkröte.

5) Wie alt warst du, als du mit dem Schreiben begonnen hast? Was liebst du daran am meisten?

Ich war elf Jahre alt, als ich mit dem Schreiben anfing und seither habe ich fast jeden Tag geschrieben. Ich liebe es, Geschichten mit unerwarteten Wendungen und mitreißenden Charakteren zu erfinden, denen die Leser gerne folgen. Das Schönste am Schreiben ist für mich, mir spannende Handlungen auszudenken.

6) Welche Tipps würdest du anderen geben, die Schriftsteller werden möchten?

Lies! Gute Bücher, schlechte Bücher – völlig egal! Du kannst genauso viel, wenn nicht gar mehr von Büchern lernen, die dir nicht gefallen, als von jenen, die dir gefallen. Und: Schreib so oft du kannst. Letztlich lernst du Schreiben nicht, indem du nur darüber nachdenkst, schreiben zu wollen. Selbst, wenn du dir nur eine Viertelstunde Zeit am Tag zum Schreiben nimmst – mach es! Diese 15 Minuten summieren sich. Zu guter Letzt: Gib nicht auf! Ausdauer ist die wichtigste Eigenschaft eines Autors. Manchmal erweisen sich deine Bemühungen vielleicht nicht als so fantastisch, wie du es dir vorgestellt hattest, aber es wird immer eine andere Geschichte geben, die von dir geschrieben werden möchte und eine neue Möglichkeit, die schon auf dich wartet.

Ihren Abschluss hat Aimée Carter an der Universität Michigan gemacht. Sie schreibt leidenschaftlich gern spannende Geschichten. Die fünfteilige Animox-Serie ist ihr erstes Werk für Kinder.

Montag, 21.Dezember

Michael Praetorius
Winterrose

Es ist ein Ros‘ entsprungen
aus einer Wurzel zart;
wie uns die Alten sungen,
von Jesse kam die Art.
Und hat ein Blümlein bracht
mitten im kalten Winter,
wohl zu der halben Nacht.

Das Röslein, das ich meine,
davon Jesaja sagt,
hat uns gebracht alleine
Marie, die reine Magd.
Aus Gottes ew’gem Rat
hat sie ein Kind geboren
und blieb doch reine Magd.

Das Blümelein so kleine,
das duftet uns so süß;
mit seinem hellen Scheine
vertreibt’s die Finsternis,
wahr Mensch und wahrer Gott,
hilft uns aus allem Leide,
rettet von Sünd und Tod.
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Andreas Steinhöfel: „Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch“
Teil 4
Mit Illustrationen von Peter Schössow
Carlsen Verlag € 16,00

So kurz vor Weihnachten muss ich dieses Buch von Rico und Oskar noch einmal vorstellen.
Ein so rührendes Ende gibt es selten in einem Buch.
Bei den Jungs im Haus geht es drunter und drüber. Die Vorbereitungen für das große Fest laufen auf vollen Touren. Aber nichts klappt so richtig. Ein großes Gewusel. Keiner weiß, wer mit wem feiert und irgendwie verschwindet immer wieder Essen. Gibt es es einen blinden Passagier im Haus? Ricos Mama ist hochschwanger und ein Schneesturm bricht über Berlin herein. Dass es dann gleich zu zwei Geburten kommt, konnte keiner ahnen.
Andreas Steinhöfel ist hier ein Weihnachtsklassiker gelungen, der unter jeden Baum gehört.
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Wo wir schon beim großen Durcheinander sind:

Vielen Dank für Ihre vielen Bestellungen. Auch heute Nacht sind wieder viele hereingerauscht.
Aber dieses Jahr ist es noch verzwickter, ob Sie ihre Bücher auch rechtzeitig bekommen.
Unsere Großhändler hatten sehr große Probleme und dementsprechend auch deutlich längere Lieferzeiten. Abholen können Sie Ihre Bestellungen nicht und vor den Laden stellen geht dieses Mal auch nicht. So bleibt uns nur das Ausfahren und die Post oder DPD.
Im Innenstadtbereich haben wir mit dem City Kurier eine extrem große Hilfe gefunden. Aber auch hier kommen Lieferungen zurück, wenn die AusfahrerInnen keinen Briefkasten, keine Klingel finden, oder wenn niemand zu Hause ist. Alles was etwas außerhalb liegt, versenden wir. Die Lieferdienste sind jedoch heillos überlastet.
Also wundern Sie sich nicht, wenn nach dem 24. noch Überraschungen bei Ihnen eintrudeln.
Wir alle zusammen geben unser Bestes, aber wie gesagt:
Dieses Jahr ist anders, bisher einzigartig.
Machen wir das Beste daraus.

Samstag, 19.Dezember

Aus dem Adventskalender von Enkelin Emilia.

Ja, lassen wir uns nicht unterkriegen. Seien wir frech, wild und wunderbar.
Das ist im Moment nicht ganz einfach. Aber freche Mädchen, wie Pippi Langstrumpf können wir sehr gut gebrauchen und von ihnen lernen.

Dita Zipfel: „Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte“
Mit Illustrationen von Rán Flygenring
Hanser Verlag € 15,00
Ab 12 Jahren

Dieses Buch wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2020 ausgezeichnet und auch die Illustrationen wurden mehrfach prämiert. Ein Buch, das viel mehr Beachtung finden sollte und jetzt bei geschlossenen Buchhandlungen hoffentlich im Frühling eine neue Chance bekommt.

Lucie Schmurrer braucht Geld. Und zwar sofort und jetzt. Sie will ausziehen und auch sonst so einiges. Lucie ist 12 Jahre und damit beginnt schon ihr Problem. Als sie die Anzeige sieht, € 20 für ein Hundchen Gassi führen, klingelt sie sofort bei der angegebenen Adresse.
Damit hat sie ein weiteres Problem. Denn Herr Klinge ist anders, vielleicht auch ein wenig verrückt. Auf jeden Fall sehr skuril. Und: Das Hundchen ist längst tot. Aber: Herr Klinge bezahlt gut und engagiert Lucie als Sekretärin für sein merkwürdiges Kochbuch.

Dita Zipfel und Rán Flygenring gelingt hier ein kleines Meisterwerk über ein Mädchen, das Mut hat, zugreift, seinen Weg geht. Wer ist eigentlich verrückt und anders in unserer Welt? Herr Klinge? Oder doch ganz andere Persönlichkeiten unseres alltäglichen Lebens?
Und dies wird mit viel Humor geschrieben und gezeichnet.

Auf der Hanserseite gefunden:

5 Fragen an Dita Zipfel

In Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte trifft die Protagonistin Lucie auf Herrn Klinge, der ihre Sicht auf die Welt stark verändert. Wie würdest du Lucie und Klinge beschreiben?
Lucie ist eine ganz normale Dreizehnjährige, die auf ihre Achselhaare wartet und sich die Zwischenzeit mit dem Lösen von klassischen Familienproblemen vertreibt. Sie ist manchmal sehr erwachsen und manchmal noch Kind und hat die Schwankungen, zu ihrem Unglück, nicht unter Kontrolle. Was ich sehr an ihr mag, ist, dass sie schon vieles kapiert hat und trotzdem bereit ist zu lernen, dass sie stark ist, ohne es zu wissen, und Außenseiterin mit erhobenem Haupt.
Klinge ist ein ganz normaler Hundertsechsundachtzigjähriger mit einer übernatürlichen Reaktionsfähigkeit und dem Hang zum Drama. Er kann siebenundzwanzig Salti nacheinander, Fliegen mit der Machete köpfen und Feen die klitzekleinen Zähne ausschlagen. Man könnte sagen, dass er in seiner eigenen Welt lebt – aber tun wir das nicht alle irgendwie? Klinge versteckt seinen weichen Kern hinter ruppigem Verhalten, man darf nicht zimperlich sein in seiner Gegenwart, das ist klar. Aber – ganz ehrlich – so wirklich Bescheid wissen über Klinge, ist echt schwer.

Was können wir von Klinge lernen? Werden die Leser die Welt nach der Lektüre ein wenig anders sehen?
Wenn ich sage, man könne einen fantastischen Blick auf die Welt lernen, beißt mir Klinge heute Nacht ins Knie. Abgucken kann man sich vielleicht, den eigenen Blick zu bewahren, egal was andere darüber denken. Ich glaube fast, von Lucie kann man mehr lernen.

Wen möchtest du mit deinem Roman erreichen?
Hm, das ist eine schwierige Frage. Eine Frage, die ich mir während des Schreibens nicht stelle, weil sie mich zu sehr verwirren würde. Jetzt, wo das Buch fertig ist, möchte ich natürlich möglichst viele erreichen. Diejenigen, die wie Lucie gerade erwachsen werden, die, die noch nie vom Toxic Shock Syndrome gehört haben, diejenigen, die normalerweise niemals ein Buch lesen würden, die, die an Einhörner glauben und die, die es nicht tun.

Was hat dich auf die Idee gebracht, Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte zu schreiben?
Eine vierjährige Freundin erzählte mir von merkwürdigen Vorkommnissen im Gemüseregal. Da war von knackigen Feenbeinen und würziger Werwolfspucke die Rede. Von ihr habe ich gelernt, wie viel Blut für ein Blech Ofengemüse fließen muss.

Welcher Satz ist dein Lieblingssatz im Buch?
“Warum ist es eigentlich nicht wahnsinnig, daran zu glauben, dass ein Geist, der aussieht wie ein dünner, bekiffter Opa im Nachthemd, die ganze Welt gemacht hat?”

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