Buchtipp: „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ von Lisa Ridzén

Von Christine Berenbeck

Der knapp 90-jährige Bo spürt, dass es sein letzer Sommer ist. Mit dem geliebten Hund Sixten verbringt er die Tage meist auf der Küchenbank in seinem Häuschen in Nordschweden. Seine Frau, die ihn nicht mehr erkennt, lebt in der Nähe in einem Heim für Demente. Einzig der fürsorgliche Pflegedienst und sein Sohn Hans kommen regelmäßig vorbei.

Der gelungene Debütroman von Lisa Ridzen ist aus Bos Perspektive erzählt- unterbrochen von kurzen Pflegediensteinträgen. Oftmals ist er in Gedanken in der Vergangenheit, seine Frau ist dabei häufig als Gegenüber präsent, oder er beschreibt seine aktuelle Situation, gepaart mit den begleitenden Gefühlen.

Nein, er ist nicht zu schwer dieser Stoff. Altern in Würde, der Kampf um Selbständigkeit, das und noch viel mehr, wird mit viel Wärme erzählt.