Freitag, 17.Mai


17. Mai Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie
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Heute haben
Henri Barbusse * 1873
Lenka Reinerova * 1916
Lars Gustafsson * 1936
Peter Hoeg * 1957
und Udo Lindenberg * 1946
Geburtstag
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Best of Winfried Hermann Bauer
(Du und ich)

Demut

Wenn Bäume im späten Licht
Noch einmal aufflammen
Und mir die Kälte in die Knochen kriecht
Weiß ich
Du wartest
Nur ein beugsamer Wille
Steht
Zwischen dir und mir

Das bist Du

Die Sonne geht auf
Ein Hauch von Jasmin über
Den Wunden der Welt

Auf ewig jetzt

Ein Blutbad
In dem die Wolken
Schattenschwer
Den Horizont hinunterschwimmen
Es schwemmt mich durch die Gassen
Zwischen spitzen Dächern
Blitzt der Mond
Er spürt mir nach

Den Verräter im Genick
Verlier ich mich allein
Im blauen Dunst der Schenke
In meiner Gier nach dir
Kleb ich an meinem Glas
Mit dunkelrotem Wein
Heiß tobt die Schlacht
In mir

Kaum bist du hier
Bist du verletzt
Der Stich ist wohl gesetzt
Wohl bedacht und doch versehentlich
Ich weiß
Auch wenn du mich versetzt
Sag ich dir leis
Auf ewig jetzt: Ich liebe dich

Der Rausch ist wie ein wilder Fluss, der ins Vergessen mündet
Dein Mund ein kleiner Tod in dieser Nacht
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Noch n Bilderbuchtipp:


Doug Salati: „Ein Tag am Meer
Im Original „Hot Dog
Aus dem Amerikanischen von Bernadette Ott
Aladin Verlag € 15,00
Ein Bilderbuch wie eine kühle Brise, ab 4 Jahren

Zu gut kenne ich das Gefühl des kleinen Hundes. Die Stadt ist heiss und laut. Überall Hektik und Achtlosigkeit. Dann rattert auch noch ein Rollbrett knapp vorbei. Wo oft habe ich das an Sommertagen erlebt. Die Türen im Buchladen stehen offen, die Laster lärmern und die Baustellen geben keine Ruhe.
Der kleine Hund macht es richtig. Mitten auf dem Zebrastreifen legt er sich hin und rührt sich nicht mehr. Da hilft auch kein Zerren an der Leine. Die Dame reagiert beherzt, ruft ein Taxi, nimmt die U-Bahn. Gemeinsam fahren sie ans Meer und verbingen ein wunderschönen Tag dort. Der Hund tobt, die Dame ruht sich aus. Als es dämmert fahren sie zurück in die Stadt. Müde und zufrieden. Dann machen plötzlich Rollbretter keinen so großen Lärm mehr und der Hund wird liebevoll gestreichelt.
Ein gelungener Tag im Sommer.


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Heute, Freitag, 17.Mai, 19 Uhr
Uli Wittmann: „Wanderungen für Langschläfer auf der Schwäbischen Alb“

Ein Outdoor-Feuerwerk bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
Uli Wittmann ist Vater von vier Kindern. Viele Jahre leitete er Pfadfindergruppen und sammelte dabei Ideen fürs Outdoor-Basteln. Er ist studierter Betriebswirt und Journalist. Als freier Redakteur arbeitet er für verschiedene Zeitschriften und schrieb etliche Wanderführer, davon einige für Familien. Uli Wittmann betreibt die erfolgreiche Website www.Kinderoutdoor.de sowie den gleichnamigen YouTube Kanal und stellt dort regelmäßig Ideen für Aktionen im Freien vor.
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Stand heute: 3.649 Kilometer
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https://www.tagesschau.de/inland/bundesregierung-gericht-klimaschutz-100.html

Nach Klage der Umwelthilfe
Bundesregierung muss beim Klimaschutz nachschärfen

Nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe muss die Bundesregierung ihr Klimaschutzprogramm überarbeiten. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat entschieden: Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus.
Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg muss die Bundesregierung ihr eigenes Klimaschutzprogramm überarbeiten. Damit gaben die Richter der klagenden Deutschen Umwelthilfe (DUH) recht. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass die bisher aufgelisteten Maßnahmen nicht ausreichten, um die Klimaziele zu erreichen.
Das erst im vergangenen Oktober beschlossene Programm erfülle nicht vollständig die gesetzlichen Vorgaben. Basis für die verhandelten DUH-Klagen (Aktenzeichen OVG 11 A 22/21 und OVG 11 A 31/22) waren die Vorgaben des Klimaschutzgesetzes für verschiedene Sektoren zur Minderung des Ausstoßes an Treibhausgasen für die Jahre 2024 bis 2030. …

Donnerstag, 16.Mai


Heute haben
Friedrich Rückert * 1788
Jakob van Hoddis * 1887
Juan Rulfo * 1918
Adrienne Rich * 1929
Lothar Baier * 1942
Achim Bröger * 1944
Geburtstag
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Friedrich Rückert
Die Welt ist schön

Die Welt ist schön, die Welt ist gut, gesehn als Ganzes
Der Schöpfung Frühlingspracht, das Heer des Sternentanzes.

Die Welt ist schön, ist gut, gesehn im einzelst Kleinen
Ein jedes Tröpfchen Tau kann Gottes Spiegel scheinen.

Nur wo du Einzelnes auf Einzelnes beziehst
Oh, wie vor lauter Streit du nicht den Frieden siehst.

Der Frieden ist im Kreis, im Mittelpunkt ist er.
Drum ist er überall, doch ihn zu sehn ist schwer.

Es ist die Eintracht, die sich aus der Zwietracht baut,
Wo mancher, vom Gerüst verwirrt, den Plan nicht schaut.

Drum denke, was dich stört, daß dich ein Schein betört
Und was du nicht begreifst, gewiß zum Plan gehört.

Such erst in dir den Streit zum Frieden auszugleichen
Versöhnend dann soweit du kannst umherzureichen.

Und wo die Kraft nicht reicht, da halte dich ans Ganze;
Im ewgen Liebesbund steht mit dir Stern und Pflanze.
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Unser Bilderbuchtipp:

Jane Godwin: „Denk daran
Mit Illustrationen von Anna Walker
Aus dem australischen Englisch von Maike Harel
Carlsen Verlag € 14,00
Bilderbuch ab 5 Jahren

Zu Beginn des Bilderbuches steht das „Denk daran“ als Ermahnung.
Denk daran, dein Bett zu machen,
und an Socken, die dir passen.
Denk daran, die Zähne zu putzen
und denk an deine Hausaufgaben.

Aber wir merken schon an den Illustration zu diesen ersten Zeilen, dass es in diesem Buch gar nicht um die lästigen Erledigungen geht, sondern um Zusammenhalt. Um ein gemeinsames Leben, um Achtsamkeit, um unseren Umgang mit der Welt. Und darum, dass jedes einzelne Kind gebraucht wird. Denn nur zusammen und mit großer Zuneigung gelingt ein friedliches Leben auf unserem Planeten.
Vergiss nicht: Du bist nicht allein.
Du bist stark, wenn auch noch klein, wirst immer unter Freunden sein,
wir zusammen – das ist fein! 

„Denk daran“ ist ein luftig leicht illustriertes Buch, in dem Text und Bild wunderbar mit einander korrespondieren.

Leseprobe
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Heute Abend ab 19 Uhr
Stadthaus Ulm
Bund für Umwelt und Naturschutz
lädt ein:
Die kandidierenden Parteien und Wählergruppen zur Gemeinderatswahl am 9. Juni positionieren sich zu Umweltthemen und geben Antworten zu Fragen aus dem Publikum.

Freitag, 17.Mai, 19 Uhr
Uli Wittmann: „Wanderungen für Langschläfer auf der Schwäbischen Alb“

Ein Outdoor-Feuerwerk bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
Uli Wittmann ist Vater von vier Kindern. Viele Jahre leitete er Pfadfindergruppen und sammelte dabei Ideen fürs Outdoor-Basteln. Er ist studierter Betriebswirt und Journalist. Als freier Redakteur arbeitet er für verschiedene Zeitschriften und schrieb etliche Wanderführer, davon einige für Familien. Uli Wittmann betreibt die erfolgreiche Website www.Kinderoutdoor.de sowie den gleichnamigen YouTube Kanal und stellt dort regelmäßig Ideen für Aktionen im Freien vor.

Di., 21. Mai, ab 9 Uhr
11. Stolpersteinverlegung
Treffpunkt Am Roten Berg / Ecke Kellerhalde, Söflingen, Ulm

An diesem Tag werden durch den Kölner Künstler Gunter Demnig weitere 12 Stolpersteine in Ulm verlegt. Wir laden alle interessierten BürgerInnen zu den fünf Verlegungsorten ein. Da die Verlegungsorte weit auseinander liegen, steht für alle Strecken ein Bus zur Verfügung. Der Bus fährt von der Touristenbushaltestelle (Glöcklerstraße / Neue Straße) um 08:30 Uhr ab und fährt direkt zum ersten Verlegungsort:

09:00 Uhr Familie Eckstein: Am Roten Berg/Ecke Kellerhalde, Söflingen
09:40 Uhr Katharina Ruopp: Uhrenmachergasse 21, Söflingen
10:20 Uhr Maria Knoll: Hauptstraße 44, Wiblingen
11:00 Uhr Dr. Ernst Moos und Julius Salomon: Ensingerstraße 3
11:30 Uhr Friedrich Bürzele: Schwilmengasse 7 gegenüber

Sie können hier den Flyer herunterladen:
Download Flyer
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https://www.tagesschau.de/wissen/klima/klimawandel-duerre-ueberschwemmungen-100.html

https://www.tagesschau.de/ausland/ozeanien/kanada-waldbrand-alberta-100.html

Mittwoch, 15.Mai


Durch’s Land radeln für’s Stadtradeln
Stand heute: 3.217 km
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Heute haben
Arthur Schnitzler * 1862
Emily Dickinson * 1886
K.A.Porter * 1890
Michail Bulgakow * 1891
Max Frisch * 1911
Raymond Federman * 1928
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Die Welt unter deinen Füßen

Ein Heim
Ist ein Heim
Nur für wen, fragt sich
Wenn du nicht wirklich zu Hause bist
In dir
Mit dir
Wenn du den Teppich beleidigst
Über den du schleichst
Den du am Boden hältst
Obwohl er fliegen will
Wenn du dich zurückziehst
Auf dein Kanapee
Wo du dich mit einem wolkigen Display
Vor Augen
Der Welt verschließt

Warum nur
Ziehst du sie nicht aus, die Pantoffeln
Und spürst die Welt unter deinen Füßen
Geh in Kontakt
Mit den Haaren der Ziege
Mit dem Fell des Bären
Mit Gossyps Samenhaaren
Schmecke, sehe, höre, rieche
Zum Teufel mit den Allergenen
Verdammt
Es sei dir vergeben
Aller Gene Ziel bleibt doch
Weiß Gott
So glaube mir
Das Leben
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Es geht weiter. Mit voller Windstärke.


Caroline Wahl: „Windstärke 17
DuMont Verlag € 24,00

Einige Jahre sind vergangen seit Tilda die Kleinstadt verlassen hat, um zum Studieren zu gehen.
Zurück blieb ihre jüngere Schwester Ida und ihre alkoholkranke Mutter. Nach deren Tod beginnt für Ida ein neuer Lebensabschnitt. Zur Beerdigung hat sie es nicht geschafft. Abschiednehmen ist nicht ihre Sache. So findet sie sich auf Rügen wieder. Die längste Zugstrecke, die sie gefunden hat. Mit nicht mehr als dem alten verschrabbelten Hartschalenkoffer der Mutter, ein paar Klamotten und ihrem MacBook, um weiter an ihren Texten zu arbeiten. Ohne Plan und voller Trauer, Verzweiflung und großen Schulgefühlen wirft sie sich ins eiskalte Wasser und kämpft sich durch die hohen Wellen.
Mehr mag ich hier nicht verraten. Caroline Wahls zweiter Roman, einer Fortsetzung von „22 Bahnen“, ist trotz aller Trauer ein tröstliches Buch, ein Buch, das Hoffnung macht.
Ein intensives Leseerlebnis, das uns die Autorin in ihrer sehr eigenen Sprache, die wir aus dem ersten Roman kennen, hier präsentiert. Ein Muss für alle, die „22 Bahnen“ geliebt haben. Viel Vergnügen.
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Heute, Mi., 15.Mai, 19 Uhr
Hospiz Ulm

AnsprechBar: Best of Rundbriefe
Bei uns in der Buchhandlung

Do., 16.Mai, 19 Uhr
Stadthaus Ulm
Bund für Umwelt und Naturschutz
lädt ein:
Die kandidierenden Parteien und Wählergruppen zur Gemeinderatswahl am 9. Juni positionieren sich zu Umweltthemen und geben Antworten zu Fragen aus dem Publikum.

Freitag, 17.Mai, 19 Uhr
Uli Wittmann: „Wanderungen für Langschläfer auf der Schwäbischen Alb“

Ein Outdoor-Feuerwerk bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
Uli Wittmann ist Vater von vier Kindern. Viele Jahre leitete er Pfadfindergruppen und sammelte dabei Ideen fürs Outdoor-Basteln. Er ist studierter Betriebswirt und Journalist. Als freier Redakteur arbeitet er für verschiedene Zeitschriften und schrieb etliche Wanderführer, davon einige für Familien. Uli Wittmann betreibt die erfolgreiche Website www.Kinderoutdoor.de sowie den gleichnamigen YouTube Kanal und stellt dort regelmäßig Ideen für Aktionen im Freien vor.

Dienstag, 14.Mai


Heute haben
Graf von Keyserling * 1855
Walter E. Richartz * 1927
Jens Sparschuh * 1955
Karin Struck * 1947
Karl-Markus Gauß * 1954
Eoin Colfer * 1965
Geburtstag
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Georg Herwegh
Frühlingsnacht

So sel’ge Stille traf ich nie!
Kaum lispelt’s in den Zweigen,
Als hätten ein Geheimnis sie
Den Menschen zu verschweigen.

Kaum plätschert noch die Welle fort,
Kaum knospet’s in den Hecken,
Als gälte es, die Sterne dort
Am Himmel nicht zu wecken.

Die guten Geister senken sich
Auf ihren Strahlen nieder
Und bringen, die bei Tag entwich,
Die Ruh den Träumen wieder.

Mein Schifflein treibt im Sturm allein,
Und niemand will es retten;
So müd dies Haupt, es schläft nicht ein –
Ich muß ihm tiefer betten.
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Ondřej Buddeus (Text) / Jindřich Janíček (Illustrationen): „Fahr Rad
Aus dem Tschechischen von Lena Dorn
Karl Rauch Verlag € 25,00

Das Fahrrad ist seit mehr als 200 Jahren der bescheidene Begleiter des Menschen, es dient den Kleinen und den Großen auf ihren alltäglichen Wegen, aber auch für ungewöhnliche Reisen. Das Wichtigste aber ist: Es kann uns ein Gefühl völliger Freiheit geben. Vielleicht, weil der Mensch auf einem Fahrrad nur einen Pedaltritt vom Abheben entfernt ist.
Woher kommen die Faszination und Leidenschaft fürs Fahrrad? Was macht es mit unserem Körper und unseren Gefühlen, mit unseren Wegen durch Landschaften oder Städte? Wie ist die Idee des Fahrrads entstanden, wie hat es die Welt verändert und wie kann es sie immer noch verändern?
Humorvoll und voller Begeisterung erzählt und illustriert, ist es ein Buch für große und kleine Radenthusiasten.
Ein Bilderbuch, ein Sachbuch, eine Graphic Novel, ein Buch wie ein Lexikon.
Einfach wunderbar.


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Das Team Jastram hat 2.908 km erradelt.
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https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/verkehrswende-kosten-teurer-100.html

Studie von Agora Verkehrswende
„Politisches Zögern hat einen Preis“

Je länger die Verkehrswende dauert, desto teurer wird sie: Das geht aus einer Studie der Agora Verkehrswende hervor. Die Organisation hat drei Szenarien miteinander verglichen, die eine klare Handlungsempfehlung ergeben.
Wie kann Deutschland die Verkehrswende schaffen, und wie viel würde dies kosten? Die Organisation Agora Verkehrswende hat drei verschiedene Szenarien mit unterschiedlich weitreichenden Klimaschutzmaßnahmen im Verkehrssektor erstellt. Dabei verglichen die Autoren die aktuelle Verkehrspolitik mit zwei Alternativen, in denen schon früher und ambitionierter in Klimaschutz investiert wird.
Wenn schon 2025 mehr Geld für die Verkehrswende ausgegeben würde, ließe sich dadurch in Zukunft Geld sparen, argumentiert Agora Verkehrswende. Ab 2030 müsste die Regierung dann weniger Geld für die Verkehrswende ausgeben, als aktuell für die Zeit vorgesehen sei, so die Autoren der Studie.Das würde laut einer Untersuchung vom Agora Verkehrswende e. V. gleich viel kosten wie die aktuell bis 2045 geplanten Maßnahmen. ….
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Verteidigt die Demokratie – 75 Jahre Grundgesetz
Di, 14. Mai 2024 um 19:00 Uhr | Ort Haus der Begegnung
Podium mit Heinrich Bedford-Strohm und anderen Gästen. 

Das Grundgesetz – das Fundament unserer Demokratie – wird am 23. Mai 75 Jahre alt. Anlässlich dieses geschichtsträchtigen Jahrestages sprechen wir mit Heinrich Bedford-Strohm über die Zukunft unserer Demokratie und ihre Bedeutung für die Kirche. Ella Oswald vom Ring der politischen Jugend und Felix Steinbrenner von der Landeszentrale für politische Bildung geben ihre Statements ab und befragen die Perspektive von Theologie und Kirche. Hat Kirche zur Demokratie etwas Wesentliches beizutragen?
Eintritt 6,00  EUR/erm. 4,00 EUR
Veranstalter: EBAM in Kooperation mit HdB

Montag, 13.Mai


Heute haben
Alphonse Daudet * 1840
Daphne du Maurier * 1907
Gregor von Rezzori * 1914
Adolf Muschg * 1934
Bruce Chatwin * 1940
Arminstead Maupin * 1944
Christopher Reid * 1949
und Alma
Geburtstag
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Best von Winfried Hermann Bauer

Weberknechte

Da knüpfen sie
Und knüpfen
Knoten über Knoten
Zu Netzen, die sie über uns werfen
Narrennarrative
Unter denen wir zusammenkauern
Um weiter zu knüpfen
Immer weiter
Im Osten wie im Westen
Schwarmverloren
Was ist schon Recht
Kernkraft, Corona, Kalaschnikow
Wer killt das Klima
Wer das Volk
So knüpfen wir und knüpfen
Immer weiter
Und fragen uns
Was ist schlimmer
Ein Amok laufender Bär
Oder eine Reihe guter Jahre
Ein wenig Wehrmachtswahnwitz
Wär nicht schlecht
Seid ihr bereit
Mal wieder alles kurz und klein zu schlagen
Weit offen steht der Hölle Tor
Nur immer weiter so
Und ich garantiere euch
Wir kommen unserem Ende
Noch zuvor…

Eine Welt nur

Wie lange noch
Frag ich dich
Posten wir eine Welt nur
Und plündern den Planeten dabei
Tabu frei
In Nomine Patris
Als stünden wir drüber

Wie lange noch
Frag ich dich
Zeigen wir auf den Fremden
Der auf die Knie fällt
Um zu beten
Und feixen
Hämisch am Pranger

Als warteten wir nur darauf
Dass er mit hoch erhobenem Schwert
Aufsteht
Und den Wahnwitz
Wie ein Netz
Über die Welt wirft
Als wollte er fischen
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Im Rahmen einer Donau-Konferenz veranstaltet die Stiftung HfG Ulm ein Konzert im Ulmer Münster
Montag, 13.Mai, 20.30 Uhr, Ulmer Münster
»Klang und Architektur« Konzert für Moderne Musik

mit Jürgen Grözinger, Friedemann Johannes Wieland, Jochen Anger
Eingang „Brautportal“ auf Höhe der Valentinskapelle
Eintritt frei
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Mittwoch, 15.Mai, 19 Uhr
Das Hospiz bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
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Freitag, 17.Mai, 19 Uhr
Zu Gast: Uli Wittmann
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei

Uli Wittmann, Journalist, Wanderer, Paddler, Betreiber einer Outdoor-Internetseite und bayrisches Unikum ist bei uns zu Gast und berichtet über seine Arbeit und seine Aktivitäten.
Lassen Sie sich überraschen.

Uli Wittmann: „Wanderungen für Langschläfer auf der Schwäbischen Alb“
Erlebnisreiche Halbtagstouren, für Langschläfer – Touren für Ausgeschlafene

Die schönsten Erlebnistouren für Kids auf der Schwäbischen Alb

Das Outdoor-Bastelbuch
67 kinderleichte Bastelideen für draußen und unterwegs

https://kinderoutdoor.de

Samstag, 11.Mai


Heute haben
Gerhart Hauptmann * 1858
Rose Ausländer * 1901
Camilo José Cela * 1916
Ruben Fonseca * 1925
Henning Boetius * 1939
Geburtstag
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Rose Ausländer
So viel

Wer kann
so viel sagen
wie er will

Wer will so viel
wie er denkt

Wer denkt soviel
wie er lebt

Wer lebt so sicher
wie er stirbt
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Unser Spezialtipp:


„Lauch liebt Karotte“
Schnell und einfach geniale Gemüsebeete planen
40 Karten mit Gemüse, Obst & Kräutern
Mischkultur leicht gemacht!
Kosmos Verlag 18,00

Zocken mit Kohlrabi? Gemüsequartett – Wer hat die längsten Wurzeln? Hochbeet-Memory?
Nein, ganz anders.
Klein, praktisch, handlich. Dieses Kartenset ist ideal für Garteneinsteiger. Egal, ob zur Beetplanung oder einfach zur schnellen Info: Die 40 stabilen Karten zeigen je eine beliebte Gemüse-, Obst- oder Kräutersorte, listen passende und unpassende Pflanzpartner auf und liefern alles Wissenswerte rund um die jeweilige Pflanze. Wann und wie säe ich aus? Wie viel Wasser braucht die Pflanze, Licht oder Schatten?
Welche Krankheiten kann sie bekommen? Wann ernte ich und wie kann ich sie in der Küche verwenden?
Eine prima Idee, ohne dauernd Eselsohren in’s Gartenbuch zu machen und Lesezeichen zu suchen. Einfach Karte raus und los geht’s.
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Heute wieder auf dem Wochenmarkt.

Freitag, 10.Mai

Heute haben
Johann Peter Hebel * 1760
Friedrich Gerstäcker * 1816
Fritz von Unruh * 1885
Petra Hammesfahr * 19561
Ralf Rothmann * 1953
Geburtstag
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„Der Weg zu den Quellen geht gegen den Strom.“
Fritz von Unruh
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Das neue Heft ist da.


„Sinn und Form“
Drittes Heft 2024
Akademie der Künste € 11,00

Unglaublich, was sich wieder hinter diesem unscheinbaren Äußeren versteckt.
Es beginnt mit Elisabeth Plessens Bericht über die literarischen Zirkel im eingemauerten Berlin und den Memoiren von Erika Mann.
Günter de Bruyns „Bericht für die Polizei“, Stephan Wackwitz: „Heiner Müller in Tokio“, Kurt Dasow: „Berliner Landleben“ folgen. Dazu Gedichte von Eugenio Montale, Ulrike Draesner und Raoul Schrott. Texte zu Katja Petrowskaja, Lutz Seiler, Joseph Roths: „Hiob“ und und und.
Ein Heft zum Versinken. Überall gibt es Entdeckungen und Texte, die ich sonst nie finden würde.
Wieder einmal ein großes Lob an die Redaktion des Heftes.
Als Leseprobe gibt es auf der Seite von „Sinn und Form“ einen Ausschnitt aus Elisabeth Plessens Text.

„Der Mauerbau im August 1961 veränderte das Leben in der Viersektorenstadt Berlin radikal. Sie war nun in zwei Hälften zerschnitten. Westberlin war nicht Westdeutschland, war etwas Drittes, der Status blieb in der Schwebe – und die Stadt hing am Bonner Tropf.

Ab 1964 studierte ich an der Freien Universität Berlin Philosophie und Literaturwissenschaft, wechselte aber bald zu Walter Höllerer, der an der Technischen Universität den Lehrstuhl für Neuere Germanistik innehatte und ein renommiertes Doktorandenseminar leitete – ein quirliger, innovativer Geist, der unendlich viel für die Belebung und Erhaltung des literarischen Lebens tat. Er erfand das Literarische Colloquium, schuf wichtige Zeitschriften wie »Akzente« und »Sprache im technischen Zeitalter«, mit seinen vielfältigen Initiativen lockte er internationale Autoren in die eingemauerte Stadt und publizierte ihre Texte.

Ernst Schnabel, von 1951 bis 1955 Intendant des Nordwestdeutschen Rundfunks, danach freier Autor, anschließend mit Rolf Liebermann, den wiederum Hans Werner Henze ablöste, Leiter des Dritten NDR-Hörfunkprogramms, zog 1965 nach Berlin. Wie viele andere Autoren und Publizisten tat er das auch aus Solidarität mit der Inselstadt. Schnabel leitete im Dritten Fernsehprogramm des im Aufbau befindlichen Senders Freies Berlin die »Literarische Illustrierte«. Der Intendant Walter Steigner und Schnabel hatten dasselbe im Sinn: ein offenes, liberal-kritisches, überparteiliches Programm gemäß dem Bildungsauftrag einer öffentlich-rechtlichen Anstalt. Der Vierte im Bunde der damaligen »Macher« war Hans Werner Richter. Halbjährlich residierte er im Grunewald in der ehemaligen S.-Fischer-Villa in der Erdener Straße 8 und moderierte für Schnabels Redaktion den politisch-literarischen »Salon« – direkt nach der Tagesschau, Gespräche open end, buchstäblich bis in die Puppen.

Richter lud ein, wer sich aus Politik und Kultur für die diskutierlustige Runde eignete. Schnabel sendete auch Höllerers Veranstaltungen in der Akademie der Künste am Hanseatenweg – Mitschnitte aus der Reihe »Theater auf kleinen Bühnen« oder die Ost-West-Treffen deutscher Lyriker. Fritz J. Raddatz schreibt über die Zeit: »In diesen (…) Jahren waren die Schriftsteller Teil der Gesellschaft, und sei es qua Opposition; sie bildeten ein Netz (…) – bis Willy Brandt Bundeskanzler wurde.« (Tagebücher, 2010)

Vieles im damals noch jungen Dritten Fernsehprogramm war Pionierarbeit: die Themen flexibel, oft spontan, wie die ohne weiteres eingesetzte Kolumne von Sebastian Haffner. Es gab keine Zeitschriften, die das Programm abdruckten und auf Wochen hin festzurrten. Die Arbeit war vergleichsweise experimentell. Und alle machten gern mit. Gesendet wurde in Schwarzweiß. Schnabel sprach die Begrüßungsworte donnerstags um 20.15 Uhr meist selbst. Mit rauchig-warmer Stimme, freundlich zugewandter Miene und offenen Augen, ein sehr persönlicher Touch. Die Themen waren vielfältig. Höllerers und Richters Programme wurden live gesendet. Es gab viele Autorenlesungen, auch Wolfgang Neuss hatte seine letzte Plattform in Schnabels »Illustrierter«. Heute ist diese Freizügigkeit in der Programmgestaltung kaum mehr vorstellbar.

Ernst Schnabel experimentierte nicht nur in eigenen Hörfunktexten gern mit der Form, er erfand im Rahmen der »Literarischen Illustrierten« auch die »Literarische Lesebühne«. Da spielten und lasen die damals besten Schauspielerinnen und Schauspieler Texte der Weltliteratur. Nicht alle lebten in Berlin, ließen sich angesichts des Honorars für die Dauer der Aufzeichnung, nur drei Tage, aber gern einfliegen.

Schnabel suchte für das erste Stück der »Lesebühne«, Thomas Manns »Zauberberg«, jemanden, der oder die ihm den Roman als Serie von fünf oder sechs Sendungen einrichtete. Er erkundigte sich bei seinem Freund Höllerer, der die Doktoranden seines Colloquiums durchging und meinte: »Frag doch die Plessen. « Und Schnabel fragte die Plessen, aber nicht sofort. Er hatte sich nämlich auf Peter Wapnewskis house warming party in mein Gesicht verliebt. Mit zwei anderen Studentinnen hatte ich unserem sich in Berlin-Dahlem installierenden Professor aus Heidelberg geholfen, zuerst die Wohnung ein- und dann die Einweihungsparty auszurichten, zu der tout Berlin kam: Professorenkollegen wie Eberhard Lämmert oder Jacob Taubes, Hörfunkleute oder Kritiker wie Roland H. Wiegenstein, außerdem Alexandra Kluge, damals verliebt in Wapnewski, Hans Werner Richter und eben auch Ernst Schnabel. Er sprach mich an dem Abend nicht an – in einem meiner Romane habe ich die Szene später festgehalten. Ich kannte niemanden, stand nach getanem Dienst, zu scheu, jemanden anzusprechen, nur herum und war ständig auf dem Sprung zu gehen.

Erst einige Zeit später kam Schnabel auf mich zu, an einem Abend bei Richter in der Erdener Straße. Ich freute mich und sagte tollkühn ja, mache ich! Dabei hatte ich in meinem Leben noch niemals ferngesehen. Ich war aufgewachsen in einem Haus mit vielen Zimmern in Ostholstein, das in den Nachkriegsjahren voller Flüchtlinge war. Das Schloß gehörte meinem Vater. Im meinem ersten Roman »Mitteilung an den Adel« habe ich versucht, diese Zeit bis 1968 einzufangen. Die Kinderschwester, deren Familie aus Ostpreußen stammte – sie selber wuchs in einem Waisenhaus in Stettin auf –, war die einzige Erwachsene, die ich kannte, die Radio hörte. Hauptsächlich den Suchdienst vom Deutschen Roten Kreuz, übertragen Sonntagvormittag im NWDR. Und deutsche Schlager natürlich, sie dudelten unentwegt. Das war Unterhaltung. Doch Fernsehen!? Du lieber Gott. Zu Lebzeiten meines Vaters war das neue Medium im Elternhaus tabu, es galt als geistige Verflachung. Es unterbinde jede Diskussion, hieß es, obwohl es sowieso keine gab. Der einzige Apparat, auf dessen Schirm es meist auch nur schwarzweiß regnete, stand im Keller, dem ehemaligen Gutsgefängnis mit seinen zweieinhalb Meter tiefen Mauern auf einem großen Steinquader. Am Boden lagen noch die Fußketten mit den großen Eisenkugeln. Der Kasten war fürs Personal, die Köchin, die Haus- und Küchenmädchen, den Diener gedacht.

Ernst Schnabel zeigte mir, wie ich die Sache angehen könnte. Also kaufte ich mir eine große Rolle Papier, mehrere Tuben Uhu und zwei Taschenbücher des »Zauberbergs«, schnitt diese auseinander und klebte sie als Leporello auf die Rolle. Mit dem Filzstift strich ich den Roman auf Dialogszenen ein. Einen Sprecher des Erzählers ließ ich stehen und führte einen zweiten für meine szenischen Überleitungen ein. Stundenlang lag ich so auf dem Bauch, ein Kissen unter mir, und murmelte Thomas-Mann-Sätze, bis ich sie in langen Passagen auswendig konnte. Ein großes Vergnügen. Größte Erheiterung auch für andere. Die nächste Frage galt der Besetzung. Bald stand sie fest. Joana Maria Gorvin spielte die kirgisenäugige Madame Chauchat, Kurt Bois den asketischen Jesuitenschüler Naphta, Charles Regnier seinen Widerpart, den Humanisten und Mentor Settembrini; Folker Bohnet war Leutnant Ziemßen, der kranke Cousin, und Hans Castorp – am schwierigsten zu besetzen – der junge Michael Degen. Die Regie übernahm Ludwig Kremer.

Dieser »Zauberberg« brauchte einen Vorspann, der das Publikum neugierig machte. Das gelang mit Hilfe von Erika Mann. Ich interviewte sie am berühmten Schreibtisch ihres Vaters im Thomas-Mann-Archiv der ETH Zürich. Sie erzählte vom Zustandekommen des Romans und Katia Manns großem Anteil daran, denn die so lebendigen, kauzig-vertrackten Schilderungen ihres eignen Kuraufenthalts in Davos arbeitete der Autor weitgehend in den »Zauberberg« ein. Katia Manns Briefe gibt es leider nicht mehr. Das ist schade, sie hatte unermüdlich nach München geschrieben.

Bei meinem Zürcher Aufenthalt lernte ich sie in Kilchberg kennen. Seit Ernst Schnabel die inzwischen Betagte Anfang der fünfziger Jahre bei einem Empfang im Hamburger Rathaus getroffen hatte, war es sein Plan, mehr noch, sein großer Wunsch, daß sie ihr Leben aufzeichnen, wenigstens erzählen möge. Immer hatte sie sich geweigert, mit Inge Jens, der Herausgeberin der Briefe Thomas Manns an Ernst Bertram und später der Tagebücher, die es gern gemacht hätte, stimmte die Chemie nicht, und der Versuch mit einem Studenten der ETH ging nach kurzer Zeit schief.

Als wir uns gegenübersaßen und die Frage wieder aufkam, sagte sie mit ihrer leicht münchnerisch gefärbten Stimme: »Ja, mit der mach ich’s!« Also machten wir’s. Sie bat im voraus um die Fragen, und so schickte ich ihr eine lange Liste mit Dingen, über die ich von ihr etwas wissen wollte. Vieles davon strich sie gleich aus, alles etwa, das in Richtung Feminismus ging – dabei war ihre Großmutter Hedwig Dohm eine engagierte Frauenrechtlerin gewesen, die für das Frauenstimmrecht gekämpft hatte. Auch von Fragen zu ihrer Selbstbestimmtheit wollte sie nichts wissen. Katia Mann hatte als erste Frau in München das Abitur gemacht und studierte Physik und Mathematik, als Thomas Mann sich in ihren Lebensweg stellte. Und so trat sie mit 88 Jahren zum ersten Mal aus der vollkommenen Zurückhaltung der Öffentlichkeit gegenüber heraus. Aus Gründen der »Ziemlichkeit«, wie sie gleich eingangs betonte, habe sie sich diese Zurückhaltung zu Lebzeiten ihres Mannes und danach auferlegt. Außerdem müsse es in der Familie eine Person geben, die nicht schreibe. …“
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https://www.tagesschau.de/ausland/asien/hitzewelle-suedostasien-klima-100.html
Von Jennifer Johnston, ARD Singapur

Thailand, Kambodscha und Vietnam
Südostasien ächzt unter Hitzewelle

Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius mit verheerenden Auswirkungen auf Mensch und Natur: Südostasien leidet unter der längsten Hitzewelle seit Jahrzehnten – verursacht durch eine Mischung aus Klimawandel und El Niño.
In Vietnam treiben Hunderttausende tote Fische an der Wasseroberfläche eines Sees. In Kambodscha verkürzt die Regierung die Unterrichtszeiten in der Schule. In Thailand sind bereits mehr als 30 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Mehr als 40 Grad Celsius zeigt das Thermometer in Südostasien teilweise an. Die gefühlte Temperatur liegt weit höher – bei mehr als 50 Grad Celsius. Das ist lebensgefährlich für Tiere und Menschen. …
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Mittwoch, 8.Mai


Heute haben
Gertrud Fussenegger * 1912
Thomas Pynchon * 1937
Pat Barker * 1943
Roddy Doyle * 1958
Geburtstag und es ist der Todestag von Gustave Flaubert und Luigi Malerba.

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa durch die vollständige Kapitulation der deutschen Wehrmacht.
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Best of Winfried Hermann Bauer

Kriegslogik

Der Krieg hat seine eigene Logik
Weißt du
Ihr Ziel ist
Die Vernichtung der Alternative
Ihre Währung heißt Tapferkeit
Vor dem Feind
Im Zielfernrohr
Erkennst du am Ende
Vielleicht
Noch
Deinen Irrtum

Omen

Wieder
Steigt Rauch
Aus alten Kaminen
Wie Weihrauchschwaden
Weht er
Durch die Geistesschlingen der Zeit
Irrlichternd
Vor Einfältigen und Eiferern
Die sich über Brandopferaltäre
Beugen
Immer wieder
Oder sich wortvergessen
Einem lichtlosen Himmel
Zuwenden
Unter dem sie verglühen
Aufrecht
Wie Krieger
Die sich selbst Gewalt antun
Indem sie ihren Schmerz mit Feuer artikulieren
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Hanna Münch und Katrin Jantz: „Hoffentlich gibt’s da oben Currywurst und Kuchen
Unsere Begegnungen mit Senioren und Señoritas zwischen Lachfalten und Lebenslast
Bonifatius Verlag € 18,00

„Wenn ich euch sehe, brauche ich keine Medizin mehr“
Eine 91-jährige Heimbewohnerin

Gestern war Hanna Münch bei uns in der Buchhandlung und hat, im Rahmen der 1.Seite, kurz ihr Buch über ihre gemeinsame Arbeit mit Katrin Jantz, als Gesundheitsclowns Liesel und Lotti, vorgestellt.
Alleine schon eine der vielen Geschichten, Episoden, Begegnungen aus dem Buch reichte, um uns alle zum Lachen zu bringen. Hanna Münch erzählte, dass sie sich täglich mit alten Menschen treffen, mit ihnen reden und sie ein wenig aus dem Alltagstrott bringen möchten. Sie arbeiten mit demenzkranken Menschen, aber auch im Hospiz und was sie dabei erleben sei schon sehr erstaunlich. So dass eine Dame, die kurz danach gestorben ist, den Satz sagte, das dem Buch seinen Namen gab. Oder auch Hanna Münchs Lieblingsspruch. „Oh Mädle, du bisch n guter Bub.“
Mit ihrer Arbeit zaubern sie ein Lächeln auf die Gesichter, auch wenn Krankheit und Alter das oft schwierig macht. Manchmal reicht eine Berührung, ein IndenArmnehmen und ein kleines Lied aus alten Tagen.
Ein Buch voller freundlicher, erstaunlicher, nachdenklicher Geschichten über die Clownarbeit der beiden.
Hoffentlich können sie noch lange Menschen mit ihren Geschichten, mit ihren Liedern erfreuen.
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Hospiz bewegt – mit der AnsprechBar in der Buchhandlung Jastram
„Best of Rundbriefe“

Um auf das Hospiz und die Hospizerweiterung im Besonderen aufmerksam zu machen, geht das Hospiz Ulm zu den Menschen in Ulm und Neu-Ulm und ist „ansprechbar“.
Einige Mitglieder des Redaktionsteams für den jährlichen Rundbrief des Hospiz Ulm werden am 15. Mai 2024 ab 19 Uhr eine Auswahl der gelungensten Artikel der vergangenen Jahre in der Buchhandlung Jastram lesen. Wir freuen uns auf einen anregenden Abend und spannende Gespräche.

Dienstag, 7.Mai

Heute haben
Volker Braun * 1939
Gerhard Polt * 1942
Almunda Grandes * 1960
Geburtstag.
Und auch noch Peter Tschaikowsky und Johannes Brahms
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„Wenn es überhaupt eine gute Idee gibt, dann die Idee der Skepsis gegenüber allen guten Ideen.“
Gerhard Polt
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Heute Abend ab 19 Uhr
Die erste Seite
Wir stellen vier neue Bücher vor

Johanna Hedman: „Das Trio“
Elizabeth Strout: „Am Meer“
Anna Metcalfe: „Chrysalis“
Als Gast Hanna Münch, die ihr Buch „Hoffentlich gibt’s da oben Currywurst und Kuchen“ vorstellt, das sie gemeinsam mit Katrin Jantz geschrieben hat.

Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
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Unser heutiger Buchtipp:


Hank Zerbolesch: „Gorbach“
Steidl Verlag € 22,00

In Gorbach im „Kippchen“, in der Bierbutze um die Ecke, treffen sich Menschen, die sich am Rande der Gesellschaft bewegen. Menschen, denen wir nicht über den Weg laufen, oder von denen wir nichts über ihr Leben wissen. Menschen, die einiges auf dem Kerbholz haben, oder mit ihrem Leben nicht (mehr) klar kommen. Buchhalter, Lehrer, Musikerinnen, Schlachter, Junkies, Lkw-Fahrer und eine Polizistin. Alle kennen den irren Ele, der jetzt im Rollstuhl vor sich hinvegetiert, nachdem er der angesagteste Kleinkriminielle des Viertels war.
Hank Zerbolesch schreibt über diese Menschen mit aller Brutalität und auch mit aller Liebe und Zuneigung. Die einzelnen Episoden sind wie an einer Perlenkette aneinandergereiht. Hoffnung gibt es kaum, dafür Gewalt und Perspektivlosigkeit. Trotzdem findet Zerbolesch dafür zarte Zwischentöne und irrwitzige Wortkonstrukte.
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https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/brasilien-unwetter-102.html

Überschwemmungen in Brasilien
Zahl der Toten steigt auf 78

Der Süden Brasiliens erlebt die schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Hunderttausende Menschen sind ohne Strom, Tausende Gebäude zerstört. Mindestens 78 Menschen starben – und es werden noch viele weitere vermisst.
Bei den schweren Überschwemmungen im Süden Brasiliens ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. Mindestens 78 Menschen kamen nach Angaben der brasilianischen Zivilschutzbehörde bislang in den Fluten ums Leben. Und die Zahl könnte weiter steigen, denn mindestens 105 Menschen gelten noch als vermisst.
Im Bundesstaat Rio Grande do Sul mussten mehr als 115.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. In mehreren Kommunen wurde der Notstand ausgerufen. Rettungskräfte kämpften gegen die Zeit, um weitere Menschen vor Überschwemmungen und Schlammlawinen zu retten. …
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https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/werbung-klima-umwelt-schaedlich-warnhinweis-werbespots-fernsehen-youtube-100.html

Werbespots häufig für klimaschädliche Produkte

Einer Studie zufolge wirbt rund ein Drittel aller Werbespots im deutschen Fernsehen und bei YouTube für klimaschädliche Produkte. Liegt darin ein Verstoß gegen den Medienstaatsvertrag?
Im Fernsehen und auf YouTube wird laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Otto Brenner Stiftung und der Uni Leipzig in zu hohem Maße für klimaschädliche Waren und Dienstleistungen geworben. Das verstoße gegen den Medienstaatsvertrag, stellen die Studienautoren fest.
Ein Team von Forschern um den Kommunikationswissenschaftler Uwe Krüger von der Universität Leipzig hatte 9.779 Werbespots mit einer Gesamtdauer von knapp 52 Stunden analysiert und den CO2-Fußabdruck der beworbenen Güter berechnet. „Mit dieser enormen Datenbasis können wir die realistische Aussage treffen, dass der deutsche Werbemarkt im Fernsehen und auf YouTube dem Klima schadet“, sagte Studien-Co-Autorin Katharina Forstmair.
Danach appellieren 30,3 Prozent, also rund 3.000 Spots, an die Zuschauer, klimaschädliche Waren und Dienstleistungen zu erwerben beziehungsweise zu konsumieren. Der Studie zufolge machen dabei TV-Werbebeiträge im Schnitt deutlich häufiger für Klimasünder Werbung als ihre Pendants auf YouTube. In den ausgewerteten Werbeclips der aufrufstärksten Videos der größten deutschen YouTube-Kanäle würde lediglich in rund jedem siebten Beitrag ein „Klimakiller“ angepriesen, heißt es. …
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Am Mittwoch Stammtisch
20:30 Hemperium, Ulm

Am Samstag auf dem Wochenmarkt

Montag, 6.Mai


Heute haben
Luwig Börne * 1786
Rabindranath Tagore * 1861
Christian Morgenstern * 1871
Yasushi Inoue * 1907
Erich Fried * 1921
Franz Mon * 1926
Geburtstag
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Best of Winfried Hermann Bauer

In SeHNot

Save our Souls
Live tickt es von irgendwo
Ich kann jedoch nicht helfen
Torpedos haben meinen Bug zerfetzt
Das Ruder ist zerstört
Irrlichter tanzen durch die Nacht
Sie halten sich an kein Gebot
In diesem Sturm der Worte, Bilder, Zeichen
Bin ich nun selbst in Not
Und immer wach
Der Krieg tobt überall
Scylla und Charybdis tausendfach
Kein Haus, kein Dach, das sicher wär
Ist dir und mir gegeben
Wer trägt die Schuld an dieser Lage
Putin, ein gemeiner Keim, das Pentagon
Pardon
Das ist die falsche Frage

Ganz weit draußen

Müde
Hefte ich mein Auge an den Horizont über dem Meer

Aus meinem Rücken
Ragen Gesetzestexte
Wie stählerne Stützpfeiler
Während ich nach wilden Gerüchen giere
Und nach fremder Musik

Und ich frage mich
Trunken von Teer
Der von den Planken tropft
Worauf warten wir denn
nur

Bis wir die Anker lichten endlich…
Als wäre das Paradies irgendwo da draußen

Auf dem Narrenschiff

Mitschiffs bunte Fähnchen
Halbmond, Sterne hochgehalten
Kein Käpt‘n weit und breit
Überm Ruder hängt der Steuermann
Das Drachensegel knattert
Vom Krähennest ertönt ein schriller Schrei
Leichtmatrosen singen achtern
OM
Auftritt der Teufel
Mit der Sichel in der Hand
Er kappt die Taue, setzt das Deck in Flammen
Der Schiffsrumpf ächzt, neigt sich nach rechts
Es riecht nach Teer, nach Feuer, Rum
Da brüllt der Hein
Auf Moses, höchste Zeit, füttern wir das Bilgenschwein!
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Unser heutiger Buchtipp:

Marie Darrieussecq: „Das Meer von unten
(La Mer à l‘envers)
Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky
Secession-Verlag € 25,00

Rose befindet sich mit ihren beiden halbwüchsigen Kindern auf einer Mittelmeerkreuzfahrt. Ihre Mutter hat diese Reiese finanziert. Vollpension, ohne Alkohol. Es ist kurz vor Weihnachten. Zu dritt leben sie in einer Kabine im 5.Stock mit Bullauge. Die kleine Tochter wartet auf die Bescherung und hofft, dass all ihre Wünsche erfüllt werden. Ihr großer Bruder schaut nur auf sein Smartphone und betont, dass er darauf nur schreiben würde.
In dieser Nacht wacht Rose von ungewohnten Geräuschen auf, zieht sich an und verlässt ihre gemeinsame Kabine. Das Kreuzfahrtschiff nimmt Geflüchtete auf, die auf einem nicht mehr seetauglichen Schiff zu ertrinken drohen. Lange sind die Menschen nicht an Bord, da die italienische Künstenwache sie relativ schnell mitnimmt.
In dieser kurzen Zeit, in den wenigen Momenten, in denen sie mit diesen fremden Menschen in Kontakt kommt, versucht sie dem jungen Younès zu helfen, in dem sie ihm Kleider ihres Sohnes in die Hand drückt und auch noch dessen Handy. Dies hat natürlich Folgen, da der Sohn ohne dieses Teil verzweifelt. Mittels der Suchfunktion kann er sein Telefon an Board lokalisieren. Er findet es jedoch nicht.
Marie Darrieussecq erzählt aus der Sicht der Psychologin Rose über dieses Ereignis und, was deutlich mehr Platz einnimmt, über ihr Leben in Paris, ihre Arbeit, über ihre Familie, ihre Kinder und ihren Mann. Es ist der Alltag, der ihr Leben bestimmt. Ein Umzug steht an. Raus aus der hektischen Stadt nach Clèves, einer Kleinstadt in der Nähe der Pyrenäen.
Aber auch dort haben die Kinder die gleichen Sorgen in der Schule. Das Paradies ist es dort auch nicht. Im Kopf von Rose bleiben die Bilder dieser einen Nacht und als Younès sich auf ihrem Handy meldet, versucht sie sich um ihn zu kümmern und taucht kurzfristig ein in die Welt der Geflüchteten im Lager von Calais.
Dies alles schreibt sie in einem sehr freundlich Ton, in dem das Alltagsleben ihrer Familie im Mittelpunkt steht. Ein Buch voller Empathie und Menschenfreundlichkeit, in der die Probleme der Kinder und ihrer Ehe deutlich mehr Raum einnehmen, als die fremde Welt der Geflüchteten. Ein Buch über enttäuschte Träume und gescheiterte Hoffnungen auf beiden Seiten.