Über Samy

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Mittwoch, 20.März

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Heute haben
Ovid * 43 v.Chr.
Friedrich Hölderlich * 1770
Henrik Ibsen * 1828
Ralph Giordano * 1923
David Malouf * 1934
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Friedrich Hölderlin
An die Nachtigall

Dir flüsterts leise – Nachtigall! dir allein,
Dir, süße Tränenweckerin! sagt es nur
Die Saite. – Stellas wehmutsvoller
Seufzer – er raubte mein Herz – dein Kehlchen –

Es klagte – o! es klagte – wie Stella ists.
Starr sah ich hin beim Seufzer, wie, als dein Lied
Am liebevollsten schlug, am schönsten
Aus der melodischen Kehle strömte.

Dann sah ich auf, sah bebend, ob Stellas Blick
Mir lächle – ach! ich suche dich, Nachtigall!
Und du verbirgst dich. – Wem, o Stella!
Seufztest du? Sangest du mir, du süße?

Doch nein! doch nein! ich will es ja nicht, dein Lied,
Von ferne will ich lauschen – o! singe dann!
Die Seele schläft – und plötzlich schlägt die
Brust mir empor zum erhabnen Lorbeer.

O Stella! sag es! sag es! – ich bebe nicht! –
Es tötete die Wonne, geliebt zu sein,
Den Schwärmer. – Aber tränend will ich
Deinen beglückten Geliebten segnen.
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

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Ewald Arenz: „Alte Sorten“
DuMont Verlag € 20,00

Liss lebt alleine auf einem Hof zwischen Feldern und Weinbergen. Sally, kurz vor dem Abitur, kommt nicht mehr mit der Welt und sich zurecht und ist aus einer Klinik abgehauen. Erschöpft und müde läuft sie durch die Felder und trifft auf Liss, deren Traktor feststeckt und die sie prompt bittet mitzuhelfen. Gemeinsam lösen sie das Problem und Liss bietet Sally an, die Nacht bei ihr zu verbringen. Aus einer Nacht werden Tage und Wochen. Leicht haben es die beiden nicht miteinander. Sally mit ihren wütenden Ausbrüchen und Liss mit ihrer Vergangenheit über die sie nicht sprechen will. Aber jede lässt die andere so sein wie sie ist und Sally findet ganz vorsichtig wieder Anschluss an das Leben. Es werden Kartoffel geerntet, Bienen gefüttert, Schnaps gebrannt, Trauben gelesen, Dinge die Sally so fremd und für Liss Alltag sind. Und Sally wird natürlich gesucht ….
Eine berührende Geschichte zweier Frauen, (jedoch nicht so lieblich wie das Cover vermuten lässt) die sich gegenseitig mehr geben können, als sie erwartet haben.

Dienstag, 19.März

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Heute haben
Philip Roth * 1933
Kirsten Boie * 1950
Geburtstag.
Aber auch Max Reger, Hans Küng, und Glenn Close.
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Heute auf dem Gedichtekalender:

Richard von Schaukal
Tauwetter

Die Dächer spiegeln blank;
von allen Rinnen klopfen
die trommelnden Tropfen.
O heller Klang!

Was willst du, junger Wind,
mit deinem wilden Wehn?
Laß mich entgegengehn
dem Frühlingskind!
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John Lanchester: „Die Mauer“
Aus dem Englischen von Dorothee Merkel
Klett-Cotta Verlag € 24,00

„Es ist kalt auf der Mauer. Das ist das Erste, was einem jeder erzählt, und auch das Erste, was einem auffällt, wenn man dorthin versetzt wird. Das ist es, woran man die ganze Zeit denken muss, wenn man sich auf ihr befindet, und daran erinnert man sich, wenn man nicht mehr dort ist. Es ist kalt auf der Mauer. … Die Kälte hier ist mit keiner anderen Kälte vergleichbar. Sie durchdringt alles, als sei sie eine ständige materielle Eigenschaft dieses Ortes. Die Kälte ist eines seiner grundlegendsten Merkmale, sie wohnt ihm inne. Sie schlägt dir als gebündeltes Ganzes entgegen, wenn du das erste Mal zur Mauer kommst, am ersten Tag deines Einsatzes. Du weißt, dass du zwei Jahre dort sein wirst.“

So beginnt der neue Roman des 1962 geborenen Autors und Journalisten John Lanchester, der besonders durch sein Buch Kapital bei uns bekannt geworden ist.
Als den Roman zur Stunde sieht das deutsche Feuilleton „Die Mauer“. Themen wie der Brexit in Großbritannien, der geplante Mauerbau an der mexikanischen Grenze Donald Trumps, die Klimakatastrophe sowie die Flüchtlingswellen nach Europa drängen sich auf.
So könnte man das Buch durchaus lesen und kommt auch gar nicht umhin sich immer wieder diese Problematiken während der Lektüre zu vergegenwärtigen.
Gleichzeitig ist es aber eine düstere, in kühlem Ton erzählte Geschichte, die dem Leser vor allem die Vorstellung vermittelt, wie sich unsere zukünftige Welt anfühlen könnte, sollten wir so weitermachen wie bisher:  Auf dieser Seite der Mauer, erbaut nach dem sogenannten, nicht weiter erklärtem „Wandel“, geht es den Menschen zumindest materiell gut. Sie haben ausreichend Nahrung, eine Arbeit. Die sozialen Strukturen sind klar umrissen. Es gibt Eliten, tätige Bürger und Dienstlinge. Gleichwohl scheinen die Menschen gefühlskalt und mechanisch bis in die Familien hinein miteinander umzugehen. Jeder Bürger dieses von einer 10.000 km langen Mauer umschlossenen Großbritanniens muss dort zwei Jahre Dienst als Verteidiger leisten. Verteidigt wird gegen die „Anderen“. Die, verzweifelt genug, versuchen über das Meer in die Versorgung garantierende Welt zu gelangen. Mehr erfahren wir nicht über sie. Die Verteidiger sollen dies verhindern. Gelingt es Ihnen nicht, was hin und wieder vorkommt, werden sie selbst aufs offene Meer ausgesetzt.
Erzählt wird aus der Perspektive des jungen Joseph Kavanagh, der an der Mauer seinen Dienst abzuleisten hat. Er findet unter den Leidensgenossen eine Gefährtin und malt sich eine Zukunft in der Elite aus. Es kommt jedoch anders als eine größere Gruppe der Anderen die Mauer überfällt und Joseph die sichere Seite der Mauer verlassen muss.

Das Buch wird unter Wert verkauft, wenn man ihm zumutet, das Buch zum Brexit zu sein. Für Lanchester ist die Mauer ein Faktum, das die Seelen verwandelt, die zentrale Tatsache inmitten von Wind, Himmel, Meer und Kälte; und diesem starken Bild verschafft er Präsenz.

Leseprobe

Detlef Surreys Sonntagsskizzen

Dreiländereck – Berlin Treptow / Neukölln / Kreuzberg

Genau hier über den Lohmühlenplatz verlief die Berliner Mauer und trennte die verbliebenen Häuser links (Bezirk Treptow, Ost-Berlin, DDR) von den im Westteil der Stadt gelegenen Häusern in Neukölln (West-Berlin) und der durch die Mauer sinnlos gewordenen Lohmühlenbrücke über den Neuköllner Schiffahrtskanal.

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https://surrey-skizzenblog.blogspot.com/2019/03/dreilandereck-berlin-treptow-neukolln.html