Dienstag, 23.April


Heute haben
William Shakespeare * 1564
Richard Huelsenbeck * 1892
Vladimir Nabokov * 1899
Haldór Laxness * 1902
Dietrich Schwanitz * 1940
Andrej Kurkow * 1961
Geburtstag
und es ist der Welttag des Buches und des Bieres.
Todestag haben heute
Cervantes + 1850
W.Wordsworth + 1850
R.Huelsenbeck + 1892
R.D.Brinkmann + 1975
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„Reich ist man nicht durch das, was man besitzt, sondern vielmehr durch das, was man mit Würde zu entbehren weiß.“
Immanuel Kant
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Unser Lesetipp:


Elizabeth Strout: „Am Meer
Aus dem Amerikanischen von Sabine Roth
Luchterhand Verlag € 24,00

Zum vierten Mal erzähl die us-amerikanische Striftstellerin Elizabeth Strout aus dem Leben von Lucy Barton. Mehrfach wurde Lucy in ihrem Leben aus der Bahn geworfen. In großer Armut aufgewachsen, hat sie sich von ihrer Familie distanziert und ist nach New York gezogen. Mit William hat sie zwei Töchter bekommen, sich später scheiden lassen. Ihr zweiter Mann ist in „Am Meer“ gerade vor einem Jahr gestorben. Nun ereilt sie ein Anruf von William, dass sie ihre Koffer packen soll, er nimmt sie mit nach Main. Sie versteht nicht, warum und warum so schnell. Die Corona Epidemie und den drohenden Lockdown hat sie nicht wahrgenommen. Auf dem Land, in einem Haus am Meer, wird ihr erst die ernste Lage bewusst, als die ersten Todesmaldungen von Bekannten eintreffen.
In dieser Einsamkeit fühlt sie sich zuerst unwohl, bekommt aber Kontakt zu neuen Bekannten. Allerdings sind ihre Gedanken bei ihren erwachsenen Töchtern und deren Ehen. Vieles geht ihr auf ihren langen Spaziergängen im Kopf herum.
Elizabeth Strout ist zwei Jahre älter als ich und ich kann das, was sie aufschreibt nachvollziehen, obwohl sie als Frau und Mutter schreibt. Diese Zeit der Umbrüche im Privaten und auf der ganzen Welt waren mir sehr nah und haben mich länger beschäftigt.
Wer die Romane von Elizabeth Strout gelesen hat, kennt auch Olive Kitteridge. Sie lebt in einem Altersheim ganz in der Nähe von Lucys Haus am Meer, wie wir durch eine gemeinsame Bekannte der beiden, lesen können. So tauchen diese beiden literarischen Figuren in einem Buch auf, ohne, dass sie sich kennen. Aber wir. Wie schön.