Sonntag, 9.Oktober

Am kommenden Donnerstag, den 13.Oktober, haben wir ab 19 Uhr Rudi Deuble zu Gast, der seit Jahren das Werk von Peter Kurzeck betreut.


Peter Kurzeck: „Und wo mein Haus?

Band 8 von 12 aus : Das alte Jahrhundert
Schöffling Verlag € 24,00

Frankfurter Hauptbahnhof, Bahnsteige, Gleise, die Eisenbahn nach Gießen. Wie immer in Peter Kurzecks fließender Erinnerungsprosa lässt der Anblick der Züge innere Bilder aufsteigen. Hier nimmt er uns mit auf Bahnfahrten mit der Mutter in das zerstörte Gießen, noch vor der Währungsreform. Der Fünfjährige kommt vom Dorf und ist dort das Flüchtlingskind. Gießen, das heißt Trümmerlandschaften und Schwarzmarkt, beängstigend und aufregend zugleich. Zu Hause lernt die Schwester schreiben, liest der Vater Faust, näht die Mutter ununterbrochen. Die Familie immer nur geduldet, angewiesen auf das Wohlwollen der Hauswirte, böhmische Lieder im Ohr. Später geht der Erzähler bei der US Army zusammen mit Osteuropäern absurden Tätigkeiten nach, und so beginnt ein ganz anderes Leben.
In diesem von Rudi Deuble mit Originalnotizen aus dem Nachlass herausgegebenen, als Band 8 des »Alten Jahrhunderts« vorgesehenen Roman erzählt Peter Kurzeck aufregend und mit Witz aus dem Gießen der Nachkriegszeit und den Displaced Persons bei der US Army.

Rezensionen

»Eine Welt ohne Kurzeck ist, nachdem man ihn kennt, nicht mehr denkbar. Die Welt bekommt seinen Ton.«
Andreas Maier

»Was Kurzeck hier an Erinnerungsarbeit leistet, ist einmal mehr grandios, […] all das in seinem bekannt kurzatmigen Prosasound mit den vielen elliptischen Sätzen.«
Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel

»In den [ersten] hundert Seiten steckt alles, was Kurzecks Sonderstellung in der deutschen Literaturgeschichte ausmacht: sein unnachahmlicher Gedanken- und Assoziationsfluss […] und eine […] rücksichtslose […] Selbstanalyse.«
Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Auch in diesem Band [gibt es] jene sanfte Melancholie, die dem Erinnernden eigen ist. So wird Kurzeck zum Bewahrer des Schwindenden, zum Chronisten.«
Ulrich Rüdenauer, Deutschlandfunk Büchermarkt

»Von den Überlebenden, von der Heimatlosigkeit: Peter Kurzecks Romanfragment Und wo mein Haus? ist ergreifend und sehr aktuell.«
Claus-Jürgen Göpfert, Frankfurter Rundschau

»Der Band sollte zur Pflichtlektüre in Schulen werden, hier erfährt man mehr zur Lebenswelt von Vertriebenen und ›Displaced Persons‹, als es der Unterricht je vermitteln kann.«
Dagmar Klein, Gießener Allgemeine

Hier gibt es ein paar Links u.a. zu Besprechnungen zum Buch und einem Dossier zu Peter Kurzeck:

Dossier

Frankfurter Rundschau: Die Gespenster, die der Krieg hinterlässt

Die Zeit: Unter der Hand herausgewachsen

NDR: „Und wo mein Haus?“: Ein nuer Roman vom Meister der Erinnerung


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