Dienstag, 13.September

Vollmondnacht im September, Foto: Christa Lessner

Heute haben
Marie von Ebner-Eschenbach * 1830
Sherwood Anderson * 1876
J.B.Priestley * 1894
Roald Dahl * 1916
Miroslav Holub * 1923
Johannes Poethen * 1928
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Auf Messers Schneide

Schattenschwer
Lastet der Tag
Auf meinen Schultern
Dunkle Wolken tragen deine Worte vorüber
Ich kann dich nicht hören
Sturm droht
Hinter dem Vorhang
Bis ein fremdes Skalpel
aufblitzt
Und mit beherztem Schnitt
Den Himmel in mir
Öffnet
Gleißend das Licht
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Bei uns in der Buchhandlung und im Schaufenster:

Harald Koch: Floating Piers
Fotoausstellung
16 Tage übers Wasser gehen

Erst einmal war es die Vision eines herausragenden Künstlerehepaares.
In der Umsetzung bedeutete dies:
220 000 Schwimmkörper aus Polyethylen. Das Garn aus Wuppertal, 100 000 qm
dahliengelber Stoff gewebt in Greven, zugeschnitten und genäht in Lübeck mit
Nähmaschinen aus Möglingen. Unzählige Menschen aus den unterschiedlichsten Disziplinen, an Land, zu Wasser und in der Luft, waren an der Umsetzung beteiligt.
16 Tage, die 1.2 Millionen Besucher übers Wasser laufen lassen und ins Schwärmen bringen.

Aber von was reden wir?
Von „FLOATING PIERS“ – einem Kunstprojekt, das die Zeitungen mit dem Satz „Christo
verzaubert den Iseo-See“ betitelten.
Vom 18. Juni bis 3. Juli 2016 konnten wir Teil dieses Zaubers sein. Indem wir über das
Wasser gehen und uns auf die Farbe, die Bewegung des Sees, auf Christos Kunstevent und
die Landschaft einlassen.
Das Künstlerehepaar Christo & Jeanne-Claude hatten wohl 46 Jahre zuvor schon die Idee,
Menschen über das Wasser laufen zu lassen. So lange hat es gedauert, bis diese Phantasie
dann Realität wurde. An einem wunderbaren Ort – am Iseo-See in Norditalien.
Leider konnte Jeanne-Claude dies nicht mehr miterleben, weil sie 2009 starb.
Was alle Projekte von Christo & Jeanne-Claude immer auszeichnete war die Begrenzung der
Zeit. Ob verhüllter Bundestag oder „The Gates“ in New York, und all die Anderen – nur für
einen kurzen Zeitraum war ein direktes „Erleben“ möglich.
Ich kann nur sagen – jeder Kilometer Anfahrt, jeder Meter auf dem Stoff wandelnd, jeder
Blick auf dieses Projekt – sie waren es wert. Ein Eindruck, der mit Staunen, Ehrfurcht, Spaß
und Lebensfreude einhergeht.
Dieses Erleben in Bilder umzusetzen, das zu fotografieren, was in diesem Moment das Auge
erfasst – das kann nur ein Versuch sein, dieses Event in der Erinnerung zu halten und für
nicht Dagewesene sichtbar zu machen.
Genau dies sehe ich als Aufgabe für mich als Fotograf.

Harald Koch
h.koch.foto@web.de
Mobil: 0160 3331600
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Wir freuen uns, dass Steven Uhly den Weg zu uns gefunden hat. Mit im Gepäck sein neuester Roman, der mich von Beginn an fesselte.
„Die Summe des Ganzen“ von Steven Uhly liest sich wie ein Krimi, ist ein Kammerspiel mit zwei Männern in einem Beichtstuhl. Es geht um Schuld und Sühne, um eine etwaige Erlösung und die Macht des Herzens.
Padre Roque de Gurmán sitzt täglich in seinem Beichtstuhl in einer Kirche bei Madrid. Er hört immer die gleichen Geschichten, vergibt und hört sich dasselbe in einigen Wochen wieder an. Eines Tages taucht ein Fremder auf und möchte eine große Sünde, die er wohl demnächst begehen wird, beichten. Tag für Tag erfahren wir mehr über die Obsession des Fremden.
Ist dieses Treffen wirklich zufällig und ist es nicht sogar der Padre, der zuerst eine Beichte ablegt?
Eine packende, literarische Lektüre vom Autor u.a. von „Glückskind“ (2012), das von Michael Verhoeven für die ARD verfilmt worden ist. Und vergleichbarbar mit Sándor Márais: „Die Glut“ und Fred Uhlmans: „Der wiedergefundene Freund“.


Steven Uhly: „Die Summe des Ganzen
Secession Verlag   22,00

Lesung in der Buchhandlung am Freitag, 16.9. ab 19 Uhr
Eintritt € 8,00
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Und am darauffolgenden Dienstag kommt Gérard Scappini zu uns.
Dienstag, 20.9. ab 19 Uhr
Eintritt € 8,00


Gérard Scappini: „Ankunft in der Fremde
Von Toulon nach Freiburg
Pendragon Verlag € 17,00

Lange Jahre war Gérard Scappini u.a. in Baden-Württemberg als Buchvertreter unterwegs und schaute zweimal im Jahr bei uns vorbei. Schön, also hier mehr aus seinem Leben zu erfahren.
Eine besondere Biografie in einer eigenen Art, diese aufzuschreiben.

Pascal Napolitana aus Toulon in Südfrankreich kommt 1966 nach Freiburg im Breisgau, um seinen Militärdienst im besetzten Deutschland zu absolvieren. Er ist das erste Mal im Ausland und spricht kein Wort deutsch. Und auch sonst ist der junge Pascal noch nicht weit gekommen: er hat keinen Schulabschluss, keinen Beruf und nicht einmal den Führerschein. Doch so nach und nach lernt er die deutsche Sprache, findet Freunde, verliebt sich und kommt in der Fremde an.

„… Für diese Ankunft hat Scappini eine auffällige, jedoch passende Sprache gefunden. Die Setzung in freien Versen, die auch aus einzelnen Wörtern bestehen können, verleihen der angenehm schmucklosen Prosa einen eigenen Rhythmus, der vorantreibt und doch immer wieder in unerwarteten Momenten innezuhalten scheint. So lesen sich die Sätze mal atemlos, mal als vorsichtige Annäherung an Gefühl und Ausdruck. Sie bringen die unbeholfene Aneignung der fremden Sprache zum Ausdruck, einen Prozess der Formsuche und der Selbstfindung.“, schreibt die Badische Zeitung.

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