Donnerstag, 8.September

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Matt Ruff * 1965
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Eduard Mörike
Auf einem Kirchturm

Ein Glockentonmeer wallet
Zu Füßen uns und hallet
Weit über Stadt und Land.
So laut die Wellen schlagen,
Wir fühlen mit Behagen
Uns hoch zu Schiff getragen
Und blicken schwindelnd von dem Rand.
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Jetzt als Taschenbuch:


Shida Bazyar: „Drei Kameradinnen
Kiepenheuer&Witsch Verlag € 13,00

Viel mag ich über diesen Roman gar nicht schreiben, denn die Autorin legt so viele Fallstricke aus, dass ich oft nicht mehr wusste, welches Spiel sie mit mir treibt. Gleich zu Beginn, nach einem Zeitungsartikel als Prolog, stellt sie klar, dass sie haargenau alles aufschreiben will, was bis zu dieser bestimmten Nacht, in der ein Haus gebrannt hat und Menschen darin gestorben sind, passiert ist. ein Satz später verwirft sie ihre Aussage wieder.
Den Titel hat sie dem Roman „Drei Kameraden“ von Remarque entliehen, nur dass sie einen Roman mit drei Freundinnen schreiben wollten. Diese drei jungen Frauen sind mit ihren Familien nach Deutschland gekommen, geflüchtet, eingewandert und leben ihr Leben viel viele andere jungen Menschen. Sie gehen auf Partys, sie trinken, verlieben sich, reden, diskutieren, gehen zum Arbeiten oder Studieren. Und doch leben sie auch ein ganz anderes Leben in mitten von Ausländerhass, Rassismus, Sexismus und Gewalt von Rechten und Rechtsradikalen.
Shida Bazyar lässt die Erzählerin mit viel Witz, bissigem Humor aufschreiben, wie diese drei Frauen sich durch den Alltag kämpfen. Drei verschiedene Charaktere, wobei eine, die Erzählerin uns immer wieder direkt anspricht, anklagt, verhöhnt und uns in die Irre führt.
Ich könnte noch so viel über dieses sehr aktuelle Buch schreiben, das mir außerordentlich gut gefallen hat und in dem ich in alle Fallengruben geflogen bin, die Shida Bazyar ausgelegt hat.
Eine starke Lektüre, die radikal offen legt, was hier in Deutschland falsch läuft und das sich, durch seine freche, ironische Schreibe extrem gut liest.
Ja: Lesen.

Leseprobe

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