Montag, 8.August

Heute haben
Nina Berberowa * 1901
Jostein Gaarder * 1952
Birgit Vanderbeke * 1956
Ralf König * 1960
Geburtstag
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Johann Wolfgang von Goethe
Sommer

Der Sommer folgt. Es wachsen Tag und Hitze,
und von den Auen dränget uns die Glut;
doch dort am Wasserfall, am Felsensitze
erquickt ein Trunk, erfrischt ein Wort das Blut.

Der Donner rollt, schon kreuzen sich die Blitze,
die Höhle wölbt sich auf zur sichern Hut,
dem Tosen nach kracht schnell ein knatternd Schmettern;
doch Liebe lächelt unter Sturm und Wettern.
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Frisch ausgepackt:


Steffen Mensching: „Hausers Ausflug
Wallstein Verlag € 22,00

David Hauser hatte eine tolle Idee, mit der er viel Geld verdient: Seine Firma AIRDROP stellt sogenannte Rückführboxen her, in denen Asylbewerber, deren Aufenthaltsgenehmigung abgelehnt worden ist, mittels eigens hierfür entwickelter Flugzeuge in ihre Herkunftsregionen zurückbefördert werden.
Dass er nun selbst in so einer Box sitzt und irgendwo in einer wüstenähnlichen, unwirtlichen Gegend abgeworfen wird, versteht er nicht. Ist es ein Versehen? Will ihn jemand loswerden? Das ganze Programm hat ja viele Gegner, unter anderem auch sein Vater. Aber wer kommt auf so eine Idee? Er trägt eine ihm fremde Kleidung, er hat einen arabischen Pass in der Tasche. Klar wird ihm auf jeden Fall sehr bald, dass die Nahrung, die er in der Box vorfindet, nicht lange anhalten wird. Doch es kommt noch schlimmer. Kaum kann er sich aus der Box befreien, wird er angegriffen und gefesselt. Der Angreifen spricht nicht und nimmt ihn mit in eine Höhle. Steckt hinter allem eine großangelegte Entführung? Geht es um Lösegeld?
Ein spannender Roman, der u.a. ein brandaktuelles Thema aufgreift und unsere Abschiedepraktiken auf literarische Weise hinterleuchtet.

Aus einem Interview mit dem Steffen Mensching:

Wie ist überhaupt die Idee dazu entstanden? 

Steffen Mensching: Mich beschäftigt schon lange die weit verbreitete Illusion, unser Leben würde sich in sicheren Bahnen bewegen, alles wäre planbar, berechenbar, solange man nur über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt. Das Leben ist aber eher eine ständige Gefahrenkonstellation. Der Auslöser für die konkrete Story war ein zweistündiger Flug von Wien nach Tirana. Ich saß in der Maschine in der letzten Reihe neben einem Albaner, der während des Fluges keinen Blick mit mir wechselte, ganz zu schweigen von Worten. Als wir in Tirana landeten, blieb die Maschine auf dem Rollfeld stehen, ein Polizeiauto mit Blaulicht raste heran und ein Mann wurde in Handschellen aus dem Flugzeug begleitet: mein Sitznachbar. Er wurde abgeschoben und flog ins Gefängnis, ich hingegen in den Urlaub.

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