Montag, 11.Juli


Heute haben
Léon Bloy * 1846
Richard Beer-Hofmann * 1866
Max Jacob * 1876
Claus Bremer * 1924
Klaus Wagenbach * 1930
Helmut Krausser * 1964
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Oh Mann

Wie lebendig du bist
Wenn du durch das Wildwasser wirbelst
Wenn du über den Gletscher jagst
Wenn du Wüsten durchquerst
Und den Erdball umrundest
Wenn du in der Wand hängst
Allein mit dir
Mit deinem Schmerz und deiner Lust

Es erregt dich
Wenn du auf die Gelegenheit lauerst
Wenn das Blut in deinen Ohren rauscht
Das Gewehr im Anschlag
Die Beute im Blick
Den Feind im Visier
Zum Sprung bereit
In der entscheidenden Konferenz

Entspannt bist du erst
Wenn die Oase erreicht ist
Wenn der Gipfel hinter dir liegt
Auf dem Plateau
Wenn man dir ein Orden an die Brust heftet
Wenn du feierst
Zusammen mit deinen Freunden
Vor der nächsten Challenge

Auf die du wartest
Bis du wieder in der Wand hängst
Allein mit dir
Und dein Dasein spürst
Im Sowieso und Überhaupt
Am Tropf der Vereinigten Blutbanken
Solange das Adrenalin sprudelt
Und der Dax steigt
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Unser Buchtipp:


Claudia Schumacher: „Liebe ist gewaltig
dtv € 22,00

Was für ein Debüt der 1986 in Tübingen geborenen Autorin, die in Hamburg lebt und u.a. für die ZEIT schreibt.
Mit einer direkten, heutigen Sprache verfolgen wir Juli über 30 Jahre hinweg. Ihre Familie ist angesehen, die Eltern Rechtsanwälte, sie hat Geschwister und sie ist Klassenbeste. Alles könnte gut sein, wenn nicht ihr Vater alle in der Familie tyrannisiert und prügelt. Ihr Brüder wird immer wieder von dessen Onkel, der Arzt ist, versorgt und krankgeschrieben. Ihre Mutter kauft sich ein ganzes Set an Rollkragen-T-Shirts, damit die blauen Flecken nicht zu sehen sind.
Die Sprache ist es jedoch, die zuerst in diesem Roman auffällt. Dadurch entseht ein Gegenpol zum Alltag in der Familie, von dem außerhalb niemand weiß.
Juli schafft es nicht die Gewalt ihres Vaters anzuzeigen, ihre Mutter verweigert sich der Realität, ihre Geschwister verschwinden aus dem Haus, sobald es die Schule zulässt. Als Juli selbst Gewalt anwendet, verstrickt sie sich noch mehr in dieses System.
30 Jahre später hat sich viel geändert und doch bleiben Erinnerungen, von denen Juli nicht weiß, was war Realität, was meint sie zu erinnern. Sie versucht immer noch über ihr jetziges Leben klar zu werden und es in geordnete Bahnen zu bringen.
Ein starker Roman über Familie, Verletzungen, Heilung und das erzählt in einem originellen, warmherzigen Ton.

Leseprobe
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Hardy in London

25 km Sonntagstour durch London

2 Kommentare zu „Montag, 11.Juli

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