Samstag, 25.Juni

Der Jastramblog nimmt sich ein freies Wochenende und lässt Hartmut Bögel weiterradeln.

Hardy on Tour

Tag 29

130 km von John o Groats über Wick nach Dornoch

Da hatte ich noch mit mir gerungen, ob ich zum Sonnenaufgang um 4:03 Uhr aufstehen soll, um selbigen zu fotografieren. Aber das hat sich dann von selbst erübrigt, da es schon gegen Mitternacht sich stark bewölkte und dann auch zu regnen begann und ich am Morgen im grauen Nebel erwachte und der sollte sich auch bis zum Mittag hartnäckig halten. Kniffelig gestaltete sich auch im böigen Wind der Abbau vom recht feuchten Zelt und zudem stellte ich mich wohl auch etwas schusselig dabei an, vor lauter Sorge mir könnte was Richtung Meer davonfliegen.

So bin ich doch spät erst losgestrampelt. So wirklich hatte ich die Strecke nach John o Groats im Vorfeld gar nicht geplant und ich musste mich nicht nur neu orientieren sondern auch wieder neu motivieren, wie das halt so ist nachdem man sein gesetztes Ziel erreicht hat.
Recht hilfreich dabei war, dass just heut vollends die Eintrittskarten zu den Spielen unserer Fußballerinnen auf meiner Ticket App eingetroffen sind, denn das ist ja mein nächstes Ziel: 8.Juli Dänemark – Deutschland 20:00 Uhr in Brentford bei London und das liegt ca. 1400 km entfernt, wenn man -so wie ich- die Ostküste runterradeln möchte. Also dann mal los und die Pedale treten.

Bis Inverness radle ich nun die A 9 entlang. Der ausgeschilderte Radweg ginge wieder die gleiche Strecke entlang, die ich hergeradelt bin und das wollte ich dann doch nicht.
Auf der A 9 ist mäßig viel Verkehr, aber eben doch auch einige LKW’s und dann kann es auf der hügeligen Küstenstraße schon mal eng werden.

Der Nebel lichtete sich nur langsam. Die Sicht blieb bis zum Nachmittag dunstig. Die Landschaft weiter weg von der Küste ist reines Weideland und Schafe und Kühe wechselten sich grade so ab.
Richtig schön wurde es dann mit Erreichen der Küstenstädte Brora und Golspie. Zu gerne hätte ich im Schloßpark vom „Castle Dunrobin“ mein Zelt aufgeschlagen, das blieb mir dann zwar leider verwehrt, aber träumen darf man ja davon und das werd ich dann heut Nacht auf der frisch abgeernteten Wiese am Waldrand auch tun.