Mittwoch, 1.Juni


Heute haben
Ruth Rehmann * 1922
Colleen McCullough * 1937
Rudolf Bussmann * 1947
Geburtstag
und vorgestern ist ist F.C.Delius gestorben.
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Winfried Hermann Bauer
New Orleans

Vergiss niemals
Kassandra, Pandora oder Katrina
Singt der Soulman
Und weist auf den Halbmond
Über dem Dreieck
Zwischen dem Meer, dem See und dem Fluss
Frauen verheißen nicht immer nur Gutes

Er singt von Hurrikans und Sturmfluten
Von Leichen in öligem Schlamm
Vom Behördenwahn
Und der bangen Gereiztheit in jedem Jahr
Bevor es wieder losgeht mit den Stürmen
Aber auch von Hand in Hand
With a lot of help from my friends

Mit Genugtuung
In seiner kehligen Stimme
Erhebt er sein Glas
Und singt von der Wiederauferstehung
Unter Girlanden von
Louisiana-Moos und Mardi-Gras-Beads
Die in den Lebenseichen hängen

Es ist der Spirit
Vergangener Kulturen
Der durch die Legenden der Stadt führt
Der alte Mann schlürft Gumbo und Jambalaya
Und fühlt die Fiddle-Klänge
Wie Farbspritzer
Auf Zunge und Ohr

Seine Augen leuchten
In der fiebrigen Nacht
Und er flüstert
Wenn die ruhmreiche Lilie
Aus den Sümpfen steigt
Und über den Fluss tanzt
Als wäre sie ein Irrlicht im Strömen der Zeit
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Juni
Gedichte
Hrsg.: Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Reclam Verlag € 6,00

Und schon ist der Juni da, die kurzen Nächte kommen und in drei Wochen haben wir den längsten Tag des Jahres. Alles blüht, Grüns in allen Schattierungen.
Und doch ist die Welt aus den Fugen. Vielleicht helfen uns diese sommerlichen Gedichte über die vielen traurigen Nachrichten hinweg und geben uns Kraft zum Helfen.

Im bunten Wiesenstück
Blütenduft und erste Früchte
Düstere Junitage
Der Sommer ist da
Besondere Tage

So nennen die Herausgeberinnen die einzelnen Kapitel.
Herausgesucht habe ich drei Gedichte aus der bunten Auswahl in diesem Reclam Bändchen.

Christian Morgenstern
Butterblumengelbe Wiesen

Butterblumengelbe Wiesen,
sauerampferrot getönt –
o du überreiches Sprießen,
wie das Aug‘ dich nie gewöhnt!

Wohlgesangdurchschwellte Bäume,
wunderblütenschneebereift –
ja, fürwahr, ihr zeigt uns Träume,
wie die Brust sie kaum begreift.

Wilhelm Runge
Blumen flattern Sommer

Blumen flattern Sommer
Duften nimmt beide roten Backen voll
Falter wiegen Wald
Goldkäfer schreien
Mücken strampeln himmelauf und ab
heiß im Arm der Fische hängt das Bächlein
Unken patscht Libellenflügel wach

Zweige lachen
tuscheln
sonnen
strömen
Vögel wogen Wiesen
liegen flach
ziehn die Ahorndolden an den Händen
böse schelten Bienen in den Bart
Zwitschern streckt die sommerschweren Glieder
taumelnd tollt des Atems Flügelschlag
und der Augen wilde Rosen springen.

Das Denken träumt
Gelächter reimt die Straßen
zum Tanz des Blutes
schläfenaufundab
die Adern blinzeln Frühling durch die Knochen
und schlürfen tief den schweren Himmel ein
Wind spielt der Augen froh geschwellte Segel
der Stirne Knoten löst vom Tode sich
weiß über Wiesen schnattern Dörfer hin
die Städte fauchen
und zankend zerrn die Pulse ihre Zügel
nur deine Seele spielt im Sternjasmin
Lieb-Brüderchen Maßloslieb-Schwesterlein

Rosen nicken aus den Junistunden
trällern Sommerblau den Matten hin
mild aus tiefstem Herzen grünt die Heimat
ihre Lippen murmeln wälderschwer
überwelthin schwingt die Sterne Zeit
Kinderwangliebkinderwanggereiht
Krieg brüllt auf
die wilden Blumen schrein
Sonne leckt Gestöhn aus allen Poren
Frieden holt den tiefen Atem ein
und der Nächte durchgewühlte Locken

schmeicheln um der Seele zitternd Knie
Angst zerreißt der Sterne Himmelglanz
und der Abend drückt die Augen blind
einsam geigt
tief hinter Blut geduckt
ewger Kindheit wildumsehntes Glück
und der Sehnsucht über die Welt
hängende Herzen
schlagen

Klabund
Die Wirtschafterin

Drei Wochen hinter Pfingsten,
Da traf ich einen Mann,
Der nahm mich ohne den geringsten
Einwand als Wirtschafterin an.

Ich hab‘ ihm die Suppe versalzen
Und auch die Sommerzeit,
Er nannte mich süße Puppe
Und strich mir ums Unterkleid.

Ich hab‘ ihm silberne Löffel gestohlen
Und auch Bargeld nebenbei.
Ich heizte ihm statt mit Kohlen
Mit leeren Versprechungen ein.

Ich habe ihn angesch…
So kurz wie lang, so hoch wie breit.
Er hat mich hinausgeschmissen;
Es war eine wundervolle Zeit …
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Donau I Zeit I Reise“ – was uns der Fluss erzählt

Ein Film-Essay, der Zeit zum Schauen, zum Zuhören und zum Nachdenken lässt. In zehn Jahren bereiste der Autor die Donau von den Quellflüssen Brigach und Breg bis weit hinter das Eiserne Tor. Vom Ufer, aus der Luft aber vor allem vom Schiff aus ziehen Städte und Landschaften vorüber. Nicht im Eiltempo eines Hotelschiffes, sondern im gemächlichen Reise-Tempo eines Ulmer Traditionsschiffes, der „Ulmer Schachtel“. Genügend Zeit, um einige wichtige europäische Schriftsteller*innen kennenzulernen, mit Ihren Gedanken zu diesem großen europäischen Strom und über das nicht einfache Zusammenleben der Menschen an seinen Ufern.
Immer wieder blendet der Film für kurze Passagen in das Jahr 1928 zurück, als ein deutsches Filmteam die gesamte Donau bereiste und die Vielfalt der Länder und ihrer Menschen in schwarz-weiß Bildern festhielt. Aber was wäre die Donau ohne Musik? Erst durch das klingende Element, von Händel über Strauss bis zu Gypsy Swing und Weltmusik wird der Film zu einem besonderen, einmaligen Reiseerlebnis.

Kamera und Regie: Günter Merkle, Produktion 2022: http://www.protel-film.de

Premiere am 05. Juni 2022 im Ulmer Mephisto Kino, 11:00 Uhr
Weitere 11:00 Uhr Sonntags-Matinee Vorführungen am 12. / 19. und 26. Juni
im Ulmer Mephisto-Kino

Karten über: www.arthauskinos-ulm.de

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Hartmut Bögel radelt

Tag 5
145 – recht flache- Kilometer von Aachen über Maastricht, Hasselt und Aarschot nach Grimbergen bei Brüssel.
Geniale Fahrradbedingungen in Holland, super Radwege, klasse Überführungen und schnelle Wegführung. Das ist in der Tat eine ganz andere Liga, wie bei uns in Deutschland, wo man manchmal das Gefühl hat, der Radweg ist nur dazu da, um die Radelnden von der Straße weg zu haben. Auch in Belgien ist das Radnetz sehr klar, nur die Wege etwas holpriger wie in den Niederlanden. Aber auch für  Belgien ein klares Daumen hoch.

Mehr Bilder und Texte (z.B. 1. Platten) auf https://hardyontour.wordpress.com

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