Freitag, 12.November

Heute haben
Oskar Panizza
Hans Werner Richter
Michael Ende und Loriot
Geburtstag
_____________________________

Windfried Hermann Bauer
Herbstwald

Siehst du den Nebelatem im Gezweig
Den geisterhaften Tanz der Feen
Wenn Schleier durch die Kronen wehn
Und Laub aufglüht in diesem Licht
Das kaum mehr steigt

Hörst du den Häher, der den Wald bewacht
Das Hörnchen, wie es schafft im Laub
Als wäre ihm seit je vertraut
Was dir und mir verborgen bleibt

Spürst du den Tau auf deiner Haut
Den Blätterboden unter deinen Füßen
So federnd weich
Der Mutter Hauch, nimmst du ihn wahr
Den milden Duft nach Pilz und Moder

Spinnen weben über dein Gesicht
Das leise weint
Ein Netz aus Trost
Als trauten sie dem Gott nicht
Zu bewahren, was allein verloren scheint

Wenn Fülle weicht und Fäulnis wird
Verwelken alle Träume
Was treibt mich noch, was hält
Fragst du
Wenn schattenschwer der Tag zerfällt

Es ist ein Ringen überall
Ein Nehmen und ein Geben
Trotz Nacht und Kälte in der Welt
Sei dir gewiss, den tiefsten Grund uns noch erhellt
Die unverzagte Lust am Leben
________________________________

Unser Tipp:


Édouard Louis: „Die Freiheit einer Frau
Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel
S.Fischer Verlag € 17,00

„Meine Mutter hat ihr ganzes Leben mit Armut und männlicher Gewalt gekämpft.“

In seinem neuen Buch schreibt der französische Autor Louis schonungslos und liebevoll vom Leben seiner Mutter in der Provinz. Ihre beiden Männer soffen, haben sie gedemütigt und immer tiefer in die Armut sinken lassen. Fünf Kinder hat sie von beiden Männern, die ihren Söhnen kein gutes Vorbild waren.
Louis leidet darunter, wünscht sich eine andere Mutter, ein anderes Zuhause, ein anderes Umfeld. Zumal er schon in der Schule wegen seiner Homosexualität gehänselt wird.
Umsomehr freut er sich, dass seine Mutter es geschafft hat, aus dieser Enge zu fliehen und als glückliche, befreite Person in Paris zu leben.
Ein großartiges Buch, eine wunderbare Leseentdeckung.

Leseprobe
_________________________________

Sonntag, 14.11. ab 11 Uhr in der vh Ulm (Club Orange)

„Die 1.Seite“
Wir stellen neue Bücher vor
Es liest Clemens Grote

Dieses Mal mit
Julia Franck: Welten auseinander
Elizabeth Strout: Oh William!
Pascale Hugues: Mädchenschule
und viele tolle Kurztipps.

_________________________________

Renate Vetter + Reinhard Köhler: „Die Erde will freies Geleit ins All“
Die Methapher von Ingeborg Bachmann gibt das Assoziationsfeld vor, in dem die beiden Künstler*innen arbeiten.
Der Wechsel in eine andere Welt ist immer mit Risiken behaftet, führt er doch oft ins Unbekannte, das mit Befürchtungen, aber auch Hoffnungen verknüpft ist.
Renate Vetter greift mit ihren Dornen- und Stacheldrahtbooten den Topos der Bootsfahrt (ins Totenreich?) auf. In ihrer Erdfarbmalerei transformiert sie den archaischen Naturstoff zum Kunstmalmittel, lässt in ihren Bildern aber immer den Blick frei auf den alten Mythos.
Reinhard Köhler greift in seinen Objekten und Assemblagen ebenfalls Reisen, Weltenwechsel und Transformationsprozesse auf. Da kann es ums wirkliche Reisen gehen, aber auch um fiktive Reise in phantastische Welten. Genauso thematisiert er aber auch die Reise mit Charon ins Totenreich oder Reisen in die Gründe unserer Seele.

Ausstellung vom 12.11. bis zum 28.11.2021
Do + Fr 14 – 18 Uhr
Sa + So 11 – 16 Uhr
Künstlerhaus, Grüner Hof 5, 89073 Ulm

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s