Dienstag, 10.August

Heute haben
Alfred Döblin * 1878
Milena Jesenská * 1896
Jorge Amado * 1912
Geburtstag
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Statt eines Gedichtes, gibt es heute ein schönes Video:

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Unser Jugendbuchtipp:


Ingeborg Gleichauf: „Wir wollen verstehen
Geschichte der Philosophinnen
Mit Bildern Peter Schössow
dtv Reihe Hanser € 16,95

Von der Lust am Denken – die Geschichte der philosophierenden Frauen

Das schreibt der Verlag:
Schlägt man eine ganz normale Philosophiegeschichte auf, so könnte man meinen, das Denken sei ein Privileg der Männer. Und man muss schon härtnäckig suchen, um denkende Frauen zu entdecken. Denn es gab sie, und das nicht erst seit dem letzten Jahrhundert, als es Frauen gestattet wurde, professionell, das heißt akademisch anerkannt, zu denken, sondern schon seit der Antike. Und sie haben auch gelehrt, auch schon in der Antike, aber bis heute ist die Zahl der weiblichen Lehrstuhlinhaber Philosophischer Fakultäten verschwindend gering.

Woran liegt das? Können Frauen doch besser Wäsche falten, als über das Sein an sich nachzudenken? Nein, sicher nicht, aber sie hatten andere Voraussetzungen, mussten anders vorgehen als Männer, um ihre Gedanken zu äußern. Und wahrscheinlich haben sie aufgrund der Rollenverteilung von Mann und Frau auch eine etwas andere Sicht auf die Welt und darauf, was diese im Innersten zusammenhält.

Ingeborg Gleichauf stellt 45 Denkerinnen vor. Sie beginnt mit der Pythagoreerin Theano von Kroton (ca. 550 v. Chr.) und endet mit der Ethikerin Martha Craven Nussbaum (geboren 1947). Dabei stehen jeweils deren Ideen im Zentrum der Betrachtung oder die Schulen, denen sie nahe standen. Auf diese Weise entsteht auch eine kleine kompakte Philosophiegeschichte, die zeigt, dass Frauen schon immer philosophierten. Die Verhältnisse waren nur nicht danach, es auch laut zu tun.

Und ich möchte noch die Frauenporträts des Illustrators Peter Schössow erwähnen, die das Buch bunt fröhlich machen, genauso wie der farbige Blattschnitte, je nach Philosophieepoche.
Ein tolles Nachschlagewerk, das sich genauso von vorne nach hinten lesen lässt.
Kurzbiographien verbunden mit einer knappen Vorstellung des Werkes und eines farblich unterlegten Zitates. Ein Buch, das Lust auf mehr macht. Mehr zu lesen von Philosophinnen.

Leseprobe
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1. Welches Buch lesen Sie gerade?
2. Welches Buch empfehlen Sie unbedingt?
3. Welches Buch wollen Sie schon immer mal (wieder) lesen?

Jutta Wilke empfiehlt:

Ich lese gerade (wieder mal) „Alle meine Wünsche“ von Grégoire Delacourt.
Ich empfehle unbedingt und immer „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky
und natürlich unbedingt für Kinder mein neues Buch „Das Karlgeheimnis“ aus dem Coppenrath Verlag.
Schon immer mal (wieder) lesen will ich „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende.

Mein Beruf: Kinder- und Jugendbuchautorin.
Und in Teilzeit arbeite ich im Buchladen am Freiheitsplatz in Hanau und betreue dort die Kinderbuchabteilung.
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Neuer Weltklimabericht
Schnellere Erwärmung, extremere Wetter

tagesschau.de: 09.08.2021 12:56 Uhr

Der Klimawandel kommt noch schneller als befürchtet, und die Folgen sind schon deutlich sichtbar. Der neue Bericht des Weltklimarates lässt keinen Zweifel an dieser Erkenntnis – und wer dafür verantwortlich ist.
Hier geht es zum Bericht von Werner Eckert, SWR

Handeln wir jetzt

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Eilmeldung

Weltklimarat:
Erderwärmung um 1,5 Grad wird bereits 2030 erreicht

tagesschau.de: 09.08.2021 10:05 Uhr

Die Erde wird sich bei der derzeitigen Entwicklung bereits gegen 2030 um 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erwärmen – und damit zehn Jahre früher als 2018 prognostiziert. Dies geht aus dem Bericht des Weltklimarats IPCC hervor. Das Pariser Klimaschutzabkommen sieht vor, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad, mindestens aber deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen.

Mehr unter tagesschau.de

Hingehen, mitmachen, spenden.
https://augustriseup.de/spenden/

Montag, 9.August


Heute haben
John Dryden * 1631
Tommasio Landolfi * 1908
Michel * 1984
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Unter Bäumen

Im Schatten endlich
Danke ich den alten Säulenheiligen, die ihre Äste über mich breiten
Für ihren Schutz vor der gleißenden Sonne
Ich höre das Knacken im warmen Holz
Rieche Mulch und Moder
Ein kühler Hauch streift meine Haut

Ich atme tief
Noch hab ich Zeit
Der Wind spricht mit den Zweigen
Fenster öffnen sich im Blätterwald
Wunderkerzengleich entflammen junge Stämme
Bunte Falter leuchten auf
Sie tanzen federleicht

Bei Farbenspiel und Vogellaut
Spür ich Erhabenheit
Die Rinde unter meinen Fingern
Der Eichelhäher warnt
Ein leises Plätschern führt zum Bach
Zu Hahnenfuß und Mädesüß
Wie einst, jedoch

Die Vögel zwitschern anders als vor Tagen
Ducken tiefer ins Geäst
Als wüssten sie
Was ich nicht glauben will
Nichts bleibt!
Bis eine Bö die Birke vor mir biegt
Und mich zum Aufbruch treibt
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Renia Spiegel: „Tagebuch 1939-1942

Mit einem Vorwort, einem Nachwort und Anmerkungen von Elizabeth Bellak
(geborene Ariana Spiegel).
Aus dem Polnischen von Joanna Manc
Schöffling Verlag € 26,00

700 Seiten umfasst das Tagebuch der polnischen Jüdin Renia Spiegel.
Am 31. Januar 1939 schrieb die 15jährige ihren ersten Eintrag: „Warum beginne ich heute ein Tagebuch? Ich suche einen Freund, dem ich von meinen Sorgen und Freuden erzählen kann.“
Was mit harmlosen Einträgen beginnt, verändert sich bald zu einem Dokument des Holocaust.
Renia Spiegel wuchs mit ihrer Schwester auf einem großen Gut ihres Vaters auf, musste dann zu ihren Großeltern und kam ins Ghetto von Przemyśl.
„Heute, um acht Uhr, sind wir ins Ghetto eingeschlossen worden. Die Welt ist von mir getrennt und ich bin von der Welt getrennt.“ Der Alltag dort ist ein Kampf ums Überleben. „Wo ich auch hinsehe, überall ist Blutvergießen. Gott, wieder bitte ich dich, rette uns! Ich flehe dich an. Ich möchte leben.“
Am 18.Juni 1941, vier Stunden bevor die Deutschen Rußland überfallen, küsste Renia zum ersten Mal ihren Freund Zygmunt, für den sie schon lange im Tagebuch schwärmt. Liebe auf der einen Seite und der Schrecken im Ghetto auf der anderen, spiegeln sich in ihren Aufschrieben.
Kurz nach ihrem 18.Geburtstag wird sie verraten, ihr Versteck aufgedeckt und Renia wird auf offener Straße erschossen.
Zygmunt kann das Tagebuch retten, sucht nach dem Krieg Renias Mutter in New York auf, um ihr dieses Dokument zu übergeben. Viele Jahre später wird die Renia Spiegel-Stiftung gegründet und erst 2016, fast 75 Jahre nach Renias Tod, das Tagebuch veröffentlicht.
Der Mitherausgeber Tomasz Magierski schreibt: „Das Tagebuch ist ein bedeutendes literarisches Werk und ein einzigartiges Dokument aus der Vernichtungszeit.“
Ein sehr bewegendes Zeitzeugnis, das der Schöffling Verlag, mit vielen Dokumenten versehen, jetzt auf deutsch herausgebracht hat.

Leseprobe

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1. Welches Buch lesen Sie gerade?
2. Welches Buch empfehlen Sie unbedingt?
3. Welches Buch wollen Sie schon immer mal (wieder) lesen?

Sarah Käsmayr (Buchgestalterin, Maro Verlag) empfiehlt:

1. Gerade lese ich den Band »Mars« von Asja Bakić, aus dem Kroatischen von Alida Bremer (Verbrecher Verlag)
2. Ich empfehle »Vater und ich« von Dilek Güngör und gleich auch noch »Ich bin Özlem« von derselben Autorin 
3. Endlich weiter lesen möchte ich »Die Wohlgesinnten« von Jonathan Littell

Danke!!!
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Weltklimarat legt Bericht vor
„Allerletzte Zweifel ausgeräumt“

tagesschau.de: 09.08.2021 04:08 Uhr

2013 haben Forschende zuletzt den wissenschaftlichen Stand beim Klimawandel für den Weltklimarat zusammengefasst. Seitdem ist vieles noch klarer geworden: unter anderem die Rolle des Menschen. Heute legt der Weltklimarat einen neuen Bericht vor.

Den kompletten Bericht finden Sie hier.