Freitag, 16.Juli

Heute haben
Anita Brookner * 1929
Jörg Fauser * 1944
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
AufBäumen

Ihr wundert Euch
Der Schwäche und Beschwerdung wegen
Des wachsenden Grautons
In der Palette menschlicher
BeRührung

Und seht nicht
Die blindlinke Verwüstung
Der Wilden Bleibe
Die dunkelnden Wälder
In Euch

Allein
Der Asphalt wird keimen
Aufbäumen wird sich das UnBandige
Und Auferstehung feiern
Mit oder gegen Euch…
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Unser Buchtipp:


Lena Gorelik: „Wer wir sind
Rowohlt Berlin Verlag € 22,00

Auch eines der tollen Bücher, die während der Corona-Zeit etwas untergegangen sind.
Umsobesser, dass Lena Gorelik am 13.Juli im Literaturhaus Stuttgart war und die Veranstaltung u.a. auch online angeschaut werden konnte.
Es war schön, Lena Gorelik wieder live zu erleben. Sie las und erzählte, beantwortete Fragen und den ZuhörerInnen im Saal, oder vor dem Bildschirm so richtig Lust, ihr Buch zu lesen.
Ich werde das mit meinem Buchtipp nicht schaffen. Aber glauben Sie mir, es ist wirklich stark.
Lena Gorelik erzählt wieder über ihre Familie, über den Wechsel von Russland nach Deutschland. Von der Millionenstadt St.Petersburg nach Ludwigsburg. Diese Situation hat sie schon mehrfach in Anektoden zu Papier gebracht. Jetzt aber sind es keine witzigen Ereignisse. Ihr geht es hier um das Innenleben ihrer Familie und sie beginnt auch sofort mit ihrem Vater, oder genauer mit der russischen Sprache und da mit dem Wort „ich“. Ja, darum geht es. Das ich ist Lena Gorelik und sie nimmt uns mit auf eine Reise durch die Geschichte ihrer Familie und ihr Leben. Was aus ihr geworden ist, seit sie mit 11 Jahren im Schwäbischen in die Schule kam.
Was ist Heimat, wo ist mein Zuhause? Wie gehen meine Eltern damit um und wie setzte ich mein Wissen, meine Erfahrung jetzt und heute um?
Lena Gorelik sprüht natürlich mit Geschichten, die ihr erzählt worden sind. Wobei jede Person sich anders erinnert. Erinnerung verändern sich, sagt sie. Auch je nach Gefühlslage und Alter und der Großwetterlage.
So haben wir ein intimes Familienbuch, das Lena Goreliks Eltern zuerst gelesen und dann auch zum Druck freigegeben haben, das zwischen den Ländern, den Zeiten und den verschiedenen Erinnerungen schwebt, aber nie den aktuellen, politischen Boden verliert und dabei großartig unterhält.

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