Sonntag, 28.Februar

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Heute vor einem Jahr

Heute haben
Michel de Montaigne * 1533
Johann Beer * 1655
Marcel Pagnol * 1895
Erika Pluhar * 1939
Bodo Morshäuser * 1953
Colum McCann * 1965
Geburtstag
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Annette von Droste-Hülshoff
Mondesaufgang

 
An des Balkones Gitter lehnte ich
Und wartete, du mildes Licht, auf dich.
Hoch über mir, gleich trübem Eiskristalle,
Zerschmolzen schwamm des Firmamentes Halle;
Der See verschimmerte mit leisem Dehnen,
Zerfloßne Perlen oder Wolkentränen? –
Es rieselte, es dämmerte um mich,
Ich wartete, du mildes Licht, auf dich.
 
Hoch stand ich, neben mir der Linden Kamm,
Tief unter mir Gezweige, Ast und Stamm;
Im Laube summte der Phalänen Reigen,
Die Feuerfliege sah ich glimmend steigen,
Und Blüten taumelten wie halb entschlafen;
Mir war, als treibe hier ein Herz zum Hafen,
Ein Herz, das übervoll von Glück und Leid
Und Bildern seliger Vergangenheit.
 
Das Dunkel stieg, die Schatten drangen ein –
Wo weilst du, weilst du denn, mein milder Schein? –
Sie drangen ein wie sündige Gedanken,
Des Firmamentes Woge schien zu schwanken,
Verzittert war der Feuerfliege Funken,
Längst die Phaläne an den Grund gesunken,
Nur Bergeshäupter standen hart und nah,
Ein finstrer Richterkreis, im Düster da.
 
Und Zweige zischelten an meinem Fuß
Wie Warnungsflüstern oder Todesgruß;
Ein Summen stieg im weiten Wassertale
Wie Volksgemurmel vor dem Tribunale;
Mir war, als müsse etwas Rechnung geben,
Als stehe zagend ein verlornes Leben,
Als stehe ein verkümmert Herz allein,
Einsam mit seiner Schuld und seiner Pein.
 
Da auf die Wellen sank ein Silberflor,
Und langsam stiegst du, frommes Licht, empor;
Der Alpen finstre Stirnen strichst du leise,
Und aus den Richtern wurden sanfte Greise;
Der Wellen Zucken ward ein lächelnd Winken,
An jedem Zweige sah ich Tropfen blinken,
Und jeder Tropfen schien ein Kämmerlein,
Drin flimmerte der Heimatlampe Schein.
 
O, Mond, du bist mir wie ein später Freund,
Der seine Jugend dem Verarmten eint,
Um seine sterbenden Erinnerungen
Des Lebens zarten Widerschein geschlungen,
Bist keine Sonne, die entzückt und blendet
In Feuerströmen lebt, im Blute endet –
Bist, was dem kranken Sänger sein Gedicht,
Ein fremdes, aber o! ein mildes Licht.
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Dita Zipfel & Finn-Ole Heinrich: „Schlafen wie die Rüben
Illustrationen Tine Schulz

Huckepack Verlag im Mairisch Verlag € 15,00
Bilderbuch ab vier Jahren

Schlafbilderbücher haben wir doch genügend. Verse für die Gute Nacht, Ratgeber für gestresste Eltern füllen Regale. So, wie es bei Familie Rübe zugeht, fällt dabei aus dem Rahmen. Dita Zipfel und Finn-Ole Heinrich toben sich hier aus und haben mit Tine Schulz eine geniale Illustratorin gefunden, die deren Verse malerisch weiterführt.
Bei den Rüben hat das InsBettgehen feste Regeln. Da muss erst mal gehüpft werden, dann der Esel geschüttelt, der Himmel gestriegelt und die Betten verdaut werden. Aber halt, da stimmt doch was nicht. Also nochmal. Zweiter Versuch das Gedicht in Form zu bekommen. Aber auch hier finden wir jede Menge Quatsch und Unsinn. Die Kinder finden das natürlich herrlich und Eltern wohl auch.
Dritter Versuch. Und siehe: Die Reime passen, die Verse geben einen Sinn (manchmal). Genauso, wie wir uns unter der Bettdecke zurechtgeruckelt, endlich die passende Einschlafstelle gefunden und die kalten Füße in warme Wollsocken gesteckt haben. Aaah. Herrlich. Alle sind hundemüde. Mama, Papa, diverse Kinder, Hund und Katz und alle Kuscheltiere schlafen. Halt, da sehe ich noch zwei offene Augen. Egal, auch die werden bald zufallen.
Ein freches (sehr realistisches) Quatschbilderbuch für die knifflige Abendzeit zwischen Zähneputzen, Vorlesegeschichte und Licht aus.

Am Sonntag, 21.März ab 11 Uhr gibt es eine digitale Buchpräsentation aus dem Literaturhaus Berlin.
Den kostenlosen Videostream sehen Sie hier und auf dem YouTube-Kanal des Literaturhauses und anschließend in deren Mediathek.
Empfohlen ab 4 Jahren

Bitte unterstützen Sie diese kostenlose digitale Veranstaltung mit einer Spende. Vielen Dank!

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