Freitag, 11.September

Heute haben
O.Henry * 1862
D.H.Lawrence * 1885
Theodor W.Adorno * 1903
Joachim Fernau * 1909
Geburtstag
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Ricarda Huch
September

September, geliebter, breitest bläuliche Schleier
Über Fluren und Berge leicht,
Und zärtlich darüber streicht
Zuweilen ein Perlenton deiner silbernen Leier.

Was singst du für Lieder? Süß verschwebende Laute,
Dem Ohr kaum vernehmbarer Hauch,
Wie wenn die Rose vom Strauch,
Die sterbende, Blatt für Blatt hernieder taute.
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Auf der Auswahlliste zum Deutschen Buchpreis 2020:



Valerie Fritsch: „Herzklappen von Johnson & Johnson“

Suhrkamp Verlag € 22,0

Das dritte Buch von Valerie Fritsch hat mich umgehauen. So ein genialer Umgang mit Sprache, das Fließen durch die Seiten, Formulierungen, die ich noch nie gelesen habe, haben die Lektüre zu einem ausgewöhnlichen Erlebnis gemacht.
Es könnte alles so banal sein.
Alma ist zu Beginn ein kleines Mädchen und ihre Eltern stehen im Mittelpunkt des ersten Teils. Darauf folgt der Groß- und danach die Großmutter. Als Alma sich in Friedrich verliebt und sie ihr Kind Emil bekommen, stehen natürlich diese beiden Männer im Mittelpunkt, bis sich der Kreis wieder zu den Großeltern schließt.
Valerie Fritsch versteht es gekonnt, die Sprachlosigkeit des Großvaters zu beschreiben, der im Krieg Opfer und Täter war und darüber nicht spricht, wenn er das überhaupt noch tut. Ganz im Gegenteil dazu seine Frau, die ketterauchend Alma immer und immer wieder Geschichten aus ihrem Leben erzählt und sich dabei öfters auf das Wohl der Verstorbenen einen genehmigt.
Der Schmerz der Sprachlosigkeit, der Schmerz des wiederholten Erzählenmüssens spiegelt sich in Almas Kind Emil, der schmerzunempfindlich ist und somit besonderer Fürsorge durch die Eltern bedarf. Nicht leicht für Alma, nach ihren langen Depression nach der Geburt.
Emil muss den Schmerz erlernen, sich aneignen, ein Etwas vortäuschen, das er nicht kennt. Er führt ein Leben zwischen Superman und oftmaligen Klinikbesuchen.
Valerie Fritsch verbindet, verknüpft, baut sich und uns ein Kammerspiel zusammen, schlägt einen großen weiten Bogen, bis sich der Kreis schließt.
Alma findet ihren Frieden. Weit weg, aber in Gemeinschaft mit ihrem Mann Friedrich und ihrem Sohn Emil.
Ein großartiges Buch. Bitte lassen Sie sich nicht von der langen Inhaltsangabe verwirren. Es ist ein schmales Buch, bei der die Sprache uns durch die Geschichten trägt, wie wenn sie „Zugvögel unter der Haut“ hätte.

Leseprobe
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Freitag, 11. September 2020, 17.30 h, Ulm, Münsterplatz

Eine längst fällige Agrar- und Ernährungswende:
Agrar- und Lebensmittelpolitik muss Klima und Arten schützen!

Aus den Erfahrungen der letzten Monate fordern BUND, GREENPEACE und GENFREI-BÜNDNIS eine radikale Erneuerung von Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.

Die Corona-Zeit hat uns nochmal verdeutlicht: Billigfleisch widerspricht der Achtung vor Tier, Mensch und Umwelt. Lange Transportwege mit Schlachtvieh oder gentechnisch- und pestizidverseuchten Futtermitteln aus zerstörten Regenwaldgebieten müssen dringend gestoppt werden. Landwirtschaftliche Überproduktion für den Export sowie Massentierhaltung führen zur Überdüngung und gefährdet unser Trinkwasser. Die Produktion von Billigfleisch und Milch zu Weltmarktpreisen drängt die Bauern wirtschaftlich und gesellschaftlich ins Aus.

All das kostet uns die Zukunft.

Diesen Herbst wird die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU neu aufgesetzt – gültig bis 2027! Wir brauchen im Zuge einer ökologischen Agrarwende eine Umlenkung der Agrarsubventionen zugunsten einer insgesamt nachhaltigen Landwirtschaft – mit fairen Erzeugerpreisen. Es geht jetzt um eine Konzentration auf regionale Kreisläufe und eine neue Preispolitik der Lebensmittel. Viele Bäuerinnen und Bauern sind längst bereit, klimaschonenden Ackerbau zu betreiben und ihre Tiere artgerecht zu halten. Ebenso sind viele Konsumenten längst bereit, qualitätsbewusst und zukunftsorientiert Bio-Lebensmittel zu kaufen. Die Politik muss handeln und unterstützen!

Organisation: BUND RV Donau Iller / GREENPEACE Ulm/Neu-Ulm / Bündnis für eine agrogentechnikfreie Region (um) Ulm
Unterstützer: BUND Ulm, Bündnis für eine agrogentechnikfreie Region (um) Ulm, Extinction Rebellion Ulm, Fridays For Future Ulm/Neu-Ulm, Gemeinwohl-Ökonomie Ulm, lokale agenda ulm 21, Parents4Future Ulm/Alb-Donau-Kreis, Solidarische Landwirtschaft Ulm/Neu-Ulm, Ulmer Netz für eine andere Welt e.V., Umweltgewerkschaft Gruppe Ulm/Neu-Ulm.
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Ein Gedanke zu „Freitag, 11.September

  1. „Herzklappen…“, ein ganz tolles Buch! Aber der Sebi aus „der Halbbart“ gehört mittlerweile auch zu meinen Favoriten für die shortlist…viele Grüsse, Elke Braig

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