Dienstag, 5.Mai

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Heute haben
Luwig Börne * 1786
Rabindranath Tagore * 1861
Christian Morgenstern * 1871
Yasushi Inoue * 1907
Erich Fried * 1921
Franz Mon * 1926
Geburtstag
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„Ruhe ist Glück, wenn sie ein Ausruhen ist“
Ludwig Börne
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Heute kommen die Gedanken 21 bis 30:

5970

Matt Aufderhorst: „Corona hat uns“
oder
Über das Leben und die Liebe in den Zeiten der Seuche
berlinerpresse € 10,00

21.
Wer nichts fühlen möchte, fühlt auch in den Zeiten der Seuche nichts.

22.
Expertinnen und Experten werden und wurden dafür bezahlt, dass sie unterschiedliche Meinungen haben. Erst im Nachhinein stellt sich zuverlässig heraus, dass niemand die Wahrheit gepachtet hat. Die Wahrheit ist Teil der Allmende. Wir sind, seien wir ehrlich, alle für das Gemeinwohl der Wahrheit verantwortlich. Das Partikulare der Wahrheit bleibt der Kunst vorbehalten.

23.
Wie es mit der Lüge steht? Um die müssen wir uns keine Sorgen machen. Die Lüge gedeiht in den Zeiten der Seuche prächtig. Wir können ganz allgemein sagen, dass sich die Lüge stets zuverlässig um sich selbst kümmert. Ihr Überlebensinstinkt funktioniert tadellos. Unsere Unterstützung ist ihr zwar willkommen, aber zum Fortbestehen braucht sie uns nicht. Kommt es darauf an, verzichtet die Lüge sogar, ohne mit der Wimper zu zucken, auf unsere Hilfe. Ja, sie verrät uns kaltblütig, sobald wir nicht mehr gemeinsam
an einem Strang ziehen.

24.
Wer sich mit der Lüge in den Zeiten der Seuche befreundet, muss sich auf eine Enttäuschung gefasst machen, eine unfassbare.

25.
In den Zeiten der Seuche geschlossene oder fester gebundene Freundschaften zeigen eine Robustheit, die vielen anderen Freundschaften, die sich nicht beweisen mussten, zeigen eine Persistenz, die vielen Gutwetterbündnissen abgeht. Wir wissen erst, was wir aneinander haben, wenn wir etwas voneinander brauchen. Jede Hilfe war, ist und bleibt wechselseitig.

26.
Auf wen wir uns in den Zeiten der Seuche verlassen können, zeigt sich per se augenblicklich. Leere Versprechen werden als solche unmittelbar erkannt. Kommt die Hilfe nicht sofort, ist es oftmals zu spät.

27.
Jede Falschheit potenziert sich in den Zeiten der Seuche. Was, leider, nicht für die
Wahrheit gilt. Warum das so ist? Die Wahrheit besitzt in aller Regel die Eigenschaft der
Konzentration. Fokussiert sie sich auf ein Problem, verbeißt sich in Details, kann es
passieren, dass ihr andere Aufgaben wie nebenbei durch die Lappen gehen. Was heißt,
dass wir in den Zeiten der Seuche mit der Wahrheit weniger hart ins Gericht gehen

sollten. Sie versucht ihr Bestes, während die Falschheit am Schlechtesten in den Zeiten der Seuche nicht nur festhält, sondern sich ihm sowohl mit Haut und Haaren als auch Facebook, Instagram, YouTube und Twitter verschreibt.

28.
Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, das eigene Gutsein und meine Fähigkeit zum edelmütigen, zupackenden Mitgefühl haben in den Zeiten der Seuche einen noch schwierigeren Stand als sonst. Wir wissen schließlich alle sehr genau, dass wir immer und immer wieder den Absprungpunkt verpasst, mit dem aktiven Leben unerklärlicherweise gezögert und uns dem Ungültigen bedenkenlos verschrieben haben. Plötzlich haargenau zu leisten, was nötig wäre und was andere und wir selbst von uns erwarten, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Mutlosigkeit sei dennoch unnötig. In den Zeiten der Seuche zählt jeder kleine Schritt, der zum Guten führt. Sollten andere
Riesensätze hinlegen, die zielführend sind (oder wenigstens gut klingen), sei ihnen das Auftrumpfen gestattet und ohne Vorbehalte gegönnt.

29.
Es gibt in den Zeiten der Seuche viele Wege zum Ziel. Und oftmals gibt es auch viele Ziele.

30.
Die meisten Urteile stellen sich in den Zeiten der Seuche als Vorurteile heraus – und damit als Nachteil für das Wohl der Gemeinschaft.
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Heute ist der erste Dienstag im Monat und Zeit für eine „1.Seite„.
Ich bin mit Clemens dran, schaffe es aber nicht bis heute Abend die Buchvorstellungen ins Netz zu stellen. Aber demnächst ist es so weit.

Ein Gedanke zu „Dienstag, 5.Mai

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