Dienstag, 26.November

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Heute haben
Georg Forster * 1754
Franz Jung * 1888
Eugène Ionesco * 1909
und Charles M.Schulz * 1922
Geburtstag
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Andreas Gryphius
Ebenbild unseres Lebens

Auf das gewöhnliche Königs-Spiel

Der Mensch das Spiel der Zeit / spielt weil er allhie lebt.
Im Schau-Platz diser Welt; er sitzt / und doch nicht feste.
Der steigt und jener fällt / der suchte der Paläste /
Vnd der ein schlechtes Dach / der herrscht und jener webt.

Was gestern war ist hin / was itzt das Glück erhebt;
Wird morgen untergehn / die vorhin grüne Aeste
Sind numehr dürr und todt / wir Armen sind nur Gäste
Ob den ein scharffes Schwerdt an zarter Seide schwebt.

Wir sind zwar gleich am Fleisch / doch nicht von gleichem Stande
Der trägt ein Purpur-Kleid / und jener grabt im Sande /
Biß nach entraubtem Schmuck / der Tod uns gleiche macht.

Spilt denn diß ernste Spil: weil es die Zeit noch leidet /
Vnd lernt: daß wenn man von Pancket des Lebens scheidet:
Kron / Weißheit / Stärck und Gut / bleib ein geborgter Pracht.
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Katharina Hacker: „Darf ich dir das Sie anbieten?“

Minutenessays
Berenberg Verlag € 19,00

Das ist ein Buch für Leute, die gerne lesen:
es geht um Sprache.
Das ist ein Buch für Leute, die nicht gerne lesen:
die Texte sind sehr kurz.
Das ist ein Buch für Leute, die gern schreiben:
da ist genug Platz.
Das ist ein Buch für Leute, die nicht gern schreiben:
steht schon was drin.

Katharina Hackers neues Buch ist ein Notizbuch in kleinem Format. Passend für die Manteltasche, damit man es überall mitnehmen kann. Es ist ein Notizbuch von ihr, aber es birgt auch viel freien Raum für eigene Gedanken. Katharina Hacker schreibt über Alltäglichkeiten, die plötzlich kippen und aus eventuell Banalem wird ein Gedankenstrom in unserem eigenen Hirn.
Sie zitiert ihre eigenen Heiligen, wie zB. Martin Buber und Thomas von Aquin, lässt aber weiten Raum für Betrachtungen über Familie, die Kuscheliere der eigenen Kinder, über Liebe und Tod. Und halt über das Leben. Ihr Leben. Unser Leben.

Leseprobe
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Mittwoch, 27. November 2019, 19 Uhr,
Kulturbuchhandlung Jastram
Eintritt € 8,00

Wortreich

Von Auslöschern und Geistesmenschen
Eine Exkursiuon in Thomas Bernhardts Welt

Einst erregten seine Werke die Gemüter so heftig wie kaum die eines anderen deutschsprachigen Dichters nach 1945. Ihre Auslieferung wurde gerichtlich untersagt, sie lösten Skandale aus, Politiker ergingen sich in Beschimpfungen und Verdammungen des Autors. Mittlerweile ist der einst Geschmähte so etwas wie ein österreichischer Nationalheiliger. Dieses posthume Schicksal teilt er mit vielen anderen zu Lebzeiten Miss- oder Unverstandenen. Und der Reiz seiner Werke wirkt unvermindert, sie sind mittlerweile in 27 Sprachen übersetzt, die Sekundärliteratur über den Autor füllt zig Regalmeter, und an den Theatern weltweit werden längst nicht mehr nur seine Stücke gespielt, sondern auch Romane und Erzählungen für die Bühne adaptiert. Anlässlich der Inszenierung von „Alte Meister“ im Museum Ulm und der kunsthalle weishaupt begeben sich Christel Mayr, Markus Hottgenroth und Christian Katzschmann auf eine Exkursion ins Bernhardsche literarische Universum.

Freitag, 22.November

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Heute haben
George Eliot * 1819
André Gide * 1869
William Kotzwinkle * 1943
Viktor Pelewin * 1962
Geburtstag.
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Johann Wolfgang von Goethe
Ein grauer, trüber Morgen

Ein grauer, trüber Morgen
Bedeckt mein liebes Feld,
Im Nebel tief verborgen
Liegt um mich her die Welt.
O liebliche Friedricke,
Dürft ich nach dir zurück!
In einem deiner Blicke
Liegt Sonnenschein und Glück.

Der Baum, in dessen Rinde
Mein Nam bei deinem steht,
Wird bleich vom rauhen Winde,
Der jede Lust verweht.
Der Wiesen grüner Schimmer
Wird trüb wie mein Gesicht,
Sie sehen die Sonne nimmer,
Und ich Friedricken nicht.

Bald geh ich in die Reben
Und herbste Trauben ein;
Umher ist alles Leben,
Es strudelt neuer Wein.
Doch in der öden Laube,
Ach, denk ich, wär sie hier!
Ich brächt ihr diese Traube,
Und sie – was gäb sie mir? 
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„Shoplifters – Familienbande“
Japan, 2018
Drama, 116 Min.
Regie: Hirokazu Kore-eda
Darsteller: Lily Franky, Sakura Ando, Kirin Kiki, Mayu Matsuoka, Jyo Kairi, Miyu Sasak
FSK ab 12 freigegeben

Goldenen Palme – Cannes 2018
Nominiert für den Oscar 2019 als bester ausländischer Film

Ein sehr fremde Welt tut sich da vor uns auf. Shoplifters, Ladendiebe, das sind die Mitglieder dieser Familie, die in sehr ärmlichen Verhältnissen wohnen. Glücklich mit ihrem Dasein und kleinen Betrügereien, leben sie von Tag zu Tag. Hintergründig witzig und frech erzählt uns der Film, wie die Familie zusammenhält, halten muss, um nicht noch tiefer zu rutschen. Als der Sohn der Familie, Shota, die kleine verwahrloste Yuri mit nach Hause bringt, wird die Familienstruktur auf die Probe gestellt. Alle arrangieren sich, bis es zu einem unerwarteten Zwischenfall kommt, der alles auf den Kopf stellt.
Ein anrührender Film mit viel Wärme, der beileibe kein Märchen ist, sondern die Realität von Menschen, die weniger als wenig haben und versuchen damit klarzukommen.
Was die Familie nicht stehlen muss, sind unsere Herzen, denn die haben sie sofort gewonnen.

„Noch nie hat ein Film das Konzept der Familie so klug reflektiert, aus den Angeln gehoben – und auf eine ganz eigene, unerwartete Weise gefeiert.“ (NDR)
„Der Film ist hinreißen“ (Die Zeit)