Donnerstag, 21.November

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Heute haben
George Eliot * 1819
André Gide * 1869
William Kotzwinkle * 1943
Viktor Pelewin * 1962
Geburtstag
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9783423281942

Andreas Wirthensohn und Michael Frey (Hrsg.): „Wieder alles weich und weiß“
Gedichte vom Schnee
dtv € 10,00

Noch ist kein Schnee gefallen. Zumindest in Ulm nicht. Schneechaos gab es schon Österreich und Italien. Darauf können wir gerne verzichten. Aber wie der Titel des Buches verspricht: Weich und weiß. Ja, darauf lasse ich mich ein.
Die beiden Herausgeber beginnen mit den ersten Flocken, dem ersten Schnee des Jahres, der oft schon im Spätherbst kommt und vielleicht einen harten Winter ankündigt und geht über zu einerweißen Weihnacht, bis zu den letzten weißen Flecken auf den grünen Wiesen im Frühjahr.
Rotraut Susanne Berner hat mit ihren Vignetten dem Buch noch eine besondere Note gegeben.
Achtung: Das Buch ist zwar bei Deutschen Taschenbuch Verlag erschienen, ist jedoch ein gebundenes Buch mit Schutzumschlag. Das hat es auch verdient.

Adelbert von Chamisso
Der erste Schnee

Der leise schleichend euch umsponnen
Mit argem Trug, eh‘ ihr’s gedacht,
Seht, seht den Unhold! über Nacht
Hat er sich andern Rat ersonnen.
Seht, seht den Schneenmantel wallen!
Das ist des Winters Herrscherkleid;
Die Larve läßt der Grimme fallen; –
Nun wißt ihr doch, woran ihr seid.

Er hat der Furcht euch überhoben,
Lebt auf zur Hoffnung und seid stark;
Schon zehrt der Lenz an seinem Mark.
Geduld! und mag der Wütrich toben
Geduld! schon ruft der Lenz die Sonne,
Bald weben sie ein Blumenkleid,
Die Erde träumet neue Wonne, –
Dann aber träum‘ ich neues Leid!

Gottfreid Keller
Im Schnee

Wie naht das finster türmende
Gewölk so schwarz und schwer!
Wie jagt der Wind, der stürmende,
Das Schneegestöber her!

Verschwunden ist die blühende
Und grüne Weltgestalt;
Es eilt der Fuß, der fliehende,
Im Schneefeld naß und kalt.

Wohl dem, der nun zufrieden ist
Und innerlich sich kennt!
Dem warm ein Herz beschieden ist,
Das heimlich loht und brennt!

Wo, traulich sich dran schmiegend, es
Die wache Seele schürt,
Ein perlend, nie versiegendes
Gedankenbrauwerk rührt!

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