Dienstag, 19.November

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Heute haben
Anna Seghers * 1900
Max Kruse * 1921
Jan Koneffke * 1960
Geburtstag
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Rainer Maria Rilke
Blaue Hortensie

So wie das letzte Grün in Farbentiegeln
sind diese Blätter, trocken, stumpf und rauh,
hinter den Blütendolden, die ein Blau
nicht auf sich tragen, nur von ferne spiegeln.

Sie spiegeln es verweint und ungenau,
als wollten sie es wiederum verlieren,
und wie in alten blauen Briefpapieren
ist Gelb in ihnen, Violett und Grau;

Verwaschenes wie an einer Kinderschürze,
Nichtmehrgetragenes, dem nichts mehr geschieht:
wie fühlt man eines kleinen Lebens Kürze.

Doch plötzlich scheint das Blau sich zu verneuen
in einer von den Dolden, und man sieht
ein rührend Blaues sich vor Grünem freuen.
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9783455006391

Kai Kupferschmidt: „Blau“
Hoffmann & Campe Verlag € 26,00

Die Farbe blau fasziniert uns Menschen seit je her. Blau gibt es doch überall, würden wir sagen. Der blaue Himmel, das blaue Meer. Aber dann wird es dünn. In der Tier- und Pflanzenwelt ist die Farbe Blau selten zu finden.
Woran liegt das? Der Wissenschaftsjournalist und Molekularphysiker Kai Kupferschmidt klärt uns zunächst einmal gründlich auf. Wie entsteht überhaupt Blau? Wie können wir diese Farbe sehen? Was ist das Besondere am menschlichen Auge? Aber auch eine Reise durch die Jahrtausende können wir mit ihm unternehmen. Vor 7000 Jahren gab es die Farbe am Hindukusch. Die alten Ägypter waren ganz wild auf blau. Wertvoll und schwer zu organsieren war sie und deshalb umso wertvoller.
Die Romantiker hatten die blaue Blume und in Japan wird seit Jahren versucht eine blaue Rose zu züchten.
Und so entdecken wir in diesem Buch Unglaubliches rund um den Globus. Von einem Vulkansee in Oregon und bis zu den Spix-Aras in Brandenburg. Sachen gibt es?! Nicht zu vergessen die wertvollen Edelsteine.
Aber alles hat mit Licht zu tun und unserem Sehen.
Eine sehr spannende, vergnügliche Lektüre, bei der man aus dem Staunen nicht herauskommt.

Kai Kupferschmidt, Jahrgang 1982, studierte molekulare Biomedizin und arbeitet als Wissenschaftsautor in Berlin. Er schreibt für das US-Journal Science sowie deutsche Zeitungen wie die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und Die Zeit.

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