Donnerstag, 5.September

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Heute haben
Christoph Martin Wieland * 1733
August Wilhelm Schlegel * 1767
Heimito von Doderer * 1896
Arthur Koestler * 1905
Geburtstag
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August Wilhelm Schlegel
Die Flucht der Stunden

O daß ihr stille stündet, sel’ge Stunden!
Weil ihr verdient zu weilen, müßt ihr eilen,
Was euch vervielfacht, scheint euch zu zertheilen:
Endlos Entzücken macht euch zu Sekunden.

„Was klagst du? Wie gefunden, so verschwunden.
„Befiedert trugen wir mit Amors Pfeilen
„Dir Lust herbei, und süße Gunst, zu heilen
„Die Wunden, die dein Herz kaum überwunden.“

So seid denn, Stunden, meiner Wonne Musen!
Lehrt mich, von eurem Flug nicht fortgerißen,
Ruhig die holde Gegenwart zu saugen.

„Lausch dem Sekundenschlag am schönsten Busen,
„Und zähle jeden Odemzug nach Küßen;
„Ein Augenblick blitzt manchen Blick der Augen.“
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„Die rote Linie“

Widerstand im Hambacher Forst
Regie: Karin De Miguel Wessendorf
D 2019 DVD € 19,95
115 Min

„Die rote Linie“ zeigt in einer Langzeitstudie ab 2105 Menschen, die sich gegen den Braunkohleabbau in Garzweiler wehren. Dörfer werden platt gemacht, eine Autobahn verlegt und ein Dom abgerissen. Warum? Damit Braunkohle abgebaut werden kann. Das Klimaabkommen von Paris fordert etwas anderes und Deutschland hat den Vertrag unterschrieben, aber Braunkohle soll trotzdem noch ausgebaggert werden. So kann Deutschland das Klimaziel nie erreichen. Egal. Die RWE hat das Sagen. Der Film bezieht Partei. Er zeigt einen Baumhausbewohner im Hambacher Forst, einen Mann, der seit Jahren Führungen durch den Wald macht, der einzigartig in Europa ist. Er zeigt Menschen, die sich mit die Widerständler solidarisch sind. Er zeigt die Staatsgewalt ohne Gewalt zu zeigen. Der Film ist einseitig. Ja. Genau. Das soll auch so sein, damit wir ein Gegengewicht sehen, zu dem, was wir in der Tagesschau zu sehen bekommen.
Ein Film für die ganze Familie.

Mittwoch, 4.September

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Heute haben
Francois Chateaubriand * 1768
Leonard Frank * 1882
Antonin Artaud * 1896
Richard Wright * 1908
Per Olof Sundman * 1922
Joan Aiken * 1924
Thorsten Becker * 1958
Geburtstag
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Heute auf dem Gedichtekalender:

Daniel Czepko von Reigersfeld
(* 23.09.1605, † 08.09.1660)
Angst und Hohn der Liebe Lohn

Nimm die Rose von den Dörnern,
zeige dann den Frühling an;
nimm die Ähren mit den Körnern,
sage, was der Sommer kann.
Nimm der Trauben süßen Preis,
sprich darauf, der Herbst wird kommen,
nimm das Schmelzglas von dem Eis,
auch der Winter wird genommen.
Nimm der Liebe Qual und Pein,
Liebe wird nicht Liebe sein.
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Margit Rittlinger empfiehlt:

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Jörg-Dieter Kogel: „Im Land der Träume“
Mit Sigmund Freud in Italien
Aufbau Verlag € 22,00

Optisch, haptisch, inhaltlich – da passt alles. Ein tolles Buch vom Reisen. Der Journalist Jörg-Dieter Kogel läßt uns Freuds zahlreiche Reisen nach Italien miterleben. Da das Reisetagebuch als verschollen gilt, schöpft Jörg-Dieter Kogel reich aus den zahlreichen Postkarten und Briefen, die Sigmund Freud an die Lieben zu Hause schrieb. Detailgenau zusammengestellt und trotzdem wunderbar zu lesen.
Die schöne Ausstattung des Buches – illustrierter Leinenband, zweifarbiger Druck auf feinem Papier, Lesebändchen und farbiges Vorsatzpapier – machen den Lesegenuß perfekt.
Es war mir eine Freude, Venedig, Verona, Mailand, Ravenna, Pisa, Umbrien, die Toskana, Sizilien und natürlich sein geliebtes Rom mit Sigmund Freud und seinen jeweiligen Reisegefährten zu besuchen.

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