Mittwoch, 7.August

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Heute haben
Nina Berberowa * 1901
Jostein Gaarder * 1952
und
Birgit Vanderbeke * 1956
Geburtstag
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Heute auf dem Gedichtekalender:

Paul Zech
Die Häuser haben Augen aufgetan…

Am Abend stehn die Dinge nicht mehr blind
und mauerhart in dem Vorüberspülen
gehetzter Stunden; Wind bringt von den Mühlen
gekühlten Tau und geisterhaftes Blau.

Die Häuser haben Augen aufgetan,
Stern unter Sternen ist die Erde wieder,
die Brücken tauchen in das Flußbett nieder
und schwimmen in der Tiefe Kahn an Kahn.

Gestalten wachsen groß aus jedem Strauch,
die Wipfel wehen fort wie träger Rauch
und Täler werfen Berge ab, die lange drückten.

Die Menschen aber staunen mit entrückten
Gesichtern in der Sterne Silberschwall
und sind wie Früchte reif und süß zum Fall.
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Unser Buchtipp:

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Gerhard Staguhn: „Und ewig lockt das Haar“
Was es bedeutet, wie es wächst und warum es uns so anzieht
zuKlampen Verlag € 18,00

Ein Haar ist fast nichts.“ So beginnt dieses unscheinbare Buch aus einem Verlag, aus dem wir sonst keine Bücher auf Lager haben. Ja, das stimmt, aber wie wichtig Haare für uns selbst sind, wissen wir sehr genau. Seit ein paar Jahren sind Männerfrisörsalons voll und das nicht zum Wochenende hin. Fussballspieler fallen meist mit sehr extravaganten Haartrachten auf und weniger durch fussballerisches Können. Wallendes Frauenhaar hat schon Kinobesucher in den 50er Jahren verrückt gemacht.
Aber was ist ein Haar? Woraus besteht es? Wieviele davon hat ein Mensch auf dem Kopf? Wie schnell wächst es? Und warum können Männer eine Glatze, aber einen Vollbart haben? Dies alles erklärt uns Gerhard Staguhn zu Beginn und zeigt uns in der Einleitung in wie vielen Bereichen Haare eine wichtige Rolle spielen.
Die Faszination Haar begegnet uns täglich. Wir sind fasziniert über dessen Schönheit und finden gleichzeitig ein einzelnes kleines Haar in der Dusche im Hotelzimmer als Grund, sich zu beschweren. Das Haar der Berenike hängt hoch am Himmel und in Märchen und in der Bibel taucht es bei Rapunzel und Samson auf. Gerade dem religiösen Aspekt widmet der Autor ein ganzes Kapitel.
Die Haartracht hat im Laufe der Geschichte, mit seinen Barockfrisuren und Männerbärten, bishin zu Kurzhaarschnitten, enorme Wandlungen durchgemacht und spiegelt sich auch in der Kunst, der Literatur, in der Malerei wieder. Die Venus mit ihrem überlangen Haar und Gustave Courbets „Entstehung der Welt“ sind nur zwei Beispiele, die im Buch näher ausgeführt werden.
Wobei wir dann natürlich auch zur Psychologie des Haares kommen.
Gerhard Staguhn hat ein hochinteressantes, vergnügliches Buch geschrieben, das sich weit von so vielen Verschenkbüchern absetzt. Mit einem anderen Umschlag und bei einem bekannten Verlag würde es sicher ein Kassenschlager. So liegt es bei uns an der Kasse und wartet auf’s Reingeschautwerden.

Leseprobe

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