Donnerstag, 6.September

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Heute hat
Edith Sitwell * 1887
Geburtstag
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Heute auf dem Gedichtekalender:

Joseph Pape

Erst die Erinnerung muss uns offenbaren den Segen,
den uns das Geschick verlieh.
Wir wissen stets nur, dass wir glücklich waren;
doch dass wir glücklich sind, wir wissen’s nie.
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Jaroslav Rudiš: „Der Besuch von Herrn Horváth“
RanitzDruck Nr. 21
Edition Thanhäuser € 24,00
Mit zwölf Holzschnitten von Christian Thanhäuser und einem Original-Holzschnitt am Umschlag, 76 Seiten, Fadenheftung, Umschlag in Handsatz und Buchdruck.

Im Luchterhand Literaturverlag gibt es einige Bücher des tschechischen Autors. Diese Ausgabe versammelt kürzere, sehr freche, hintersinnige, witzige Texte. Ganz im Sinne des berühmten Tschechen Schwejk.
Treffpunkt ist meist die Kneipe „Zum ausgeschossenen Auge“, in dem viel geredet und getrunken wird. Sein Kumpel Max, immer etwas traurig und melancholisch, sieht die heutige Welt immer im grauen Licht. Das Bier löst die Zungen und es wird diskutiert, was das Zeug hält. Eine Zugfahrt durch die schweizer Berge wird dauernd durch Anrufe von Max torpediert und bringt Rudiš fast aus dem Konzept. Es sind die Auf- und Abbrüche im Leben, das Traumata der tschechischen gekidnappten Geschichte und die Träume und Hoffnungen auf eine bessere Zeit in der EU, die hier am Telefon, am Tresen und in der Sauna durchgekaut werden. Rudiš notiert Gespräche in der Straßenbahn und natürlich das Thema: Frauen. Unter ihnen leidet Max extrem. Eigentlich am Fehlen der Frauen in seinem Leben.
Alles sehr witzig und frech.
Ein prima Reinschnupperbuch in die Schreibweise des Autors.

Jaroslav Rudiš wurde 1972 in Turnov in Böhmen geboren, Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker.
2016/17 Ranitzstipendiat in Ottensheim,
2018 erhält er den Preis der Literaturhäuser.

Jaroslav Rudiš hat die Texte für dieses Buch in deutscher Sprache geschrieben.

Mittwoch, 5.September

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Heute haben
Christoph Martin Wieland * 1733
August Wilhelm Schlegel * 1767
Heimito von Doderer * 1896
Arthur Koestler * 1905
Geburtstag
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August Wilhelm Schlegel
Zum Andenken

Du nahtest nur, uns wieder zu verlaßen,
Dein rascher Weg hat dich vorbeigetragen!
Von deiner Gegenwart beglückten Tagen
Sah ich zu bald den heitern Strahl erblaßen.

Dieß kleine Blatt, das du zurückgelaßen,
Es soll dir meine Wünsche, meine Klagen,
Dein Bild in mir, dein Angedenken sagen:
Wie könnt‘ es so viel große Dinge faßen?

Drum dieß nur: wird’s in deiner Nähe wohnen,
Wird manchmal seinen Sinn dein Blick entsiegeln,
So neid‘ ich ihm sein glückliches Gelingen.

O möcht‘ ein Täubchen dir es überbringen,
Und nähmest du’s ihm schmeichelnd von den Flügeln,
Und möcht‘ ein Kuß die kleine Botin lohnen!
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Mischa Maisky & Lily Maisky:Adagietto
Mit Mischa Maisky, Lily Maisky, Sascha Maisky, Julian Rachlin, Janine Jansen
Deutsche Grammophon € 19,99

Mahler / Maisky: Adagietto für Cello & Harfe aus Symphonie Nr. 5
+Bach / Maisky: Adagio für Cello & Klavier aus Concerto BWV 974
+Bach / Franco: Largo für Cello & Klavier aus Cembalokonzert BWV 1056
+Mozart / Maisky: Arie für Cello & Klavier „Ach ich fühl’s“ aus Die Zauberflöte
+Saint-Saens / Trinkaus: Arie für Cello & Klavier „Mon coeur s’ouvre a ta voix“ aus Samson et Dalila
+Massenet / Marsick: Meditation aus Thais für Cello & Klavier
+Tschaikowsky / Stutschewsky: Oktober für Cello & Klavier aus Die Jahreszeiten op. 37a
+Tschaikowsky / Kubatsky: Valse sentimentale op. 51 Nr. 6 für Cello & Klavier
+Scriabin / Piatigorsky: Etüde op. 8 Nr. 11 für Cello & Klavier
+Scriabin / Isserlis: Romance für Cello & Klavier
+Grieg / Goltermann: Solveigs Lied für Cello & Klavier aus Peer Gynt op. 23
+Schubert: Notturno D. 897
+Schumann: Andante cantabile aus Klavierquartett op. 47
+Brahms: Andante aus Klavierquartett Nr. 3

Mischa Maisky macht sich hier selber ein Geschenk zu seinem Geburtstag. Viele Arrangements bekannter Stücke erklingen mit dem warmen Ton seines Cellos. Diese Adagietti schwirren ihm wahrscheinlich schon lange im Kopf herum, oder er verwendet sie als Zugaben in seinen Konzerten. Dass auf dieser CD auch noch seine Kinder mitspielen, macht diese Aufnahme noch persönlicher.

Als Sahnehäubchen enthält das Album drei Stücke bei denen er zusammen mit langjährigen musikalischen Wegbegleitern und engen Freunden wie Martha Argerich, Janine Jansen, Julian Rachlin und Sascha Maisky spielt.