Dienstag, 3.Juli

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Heute haben
Franz Kafka * 1883
Elizabeth Taylor * 1912 (nicht die Schauspielerin)
Christine Lavant * 1915
Manfred Bieler * 1934
Tom Stoppard* 1937
Jana Hensel * 1976
Geburtstag
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Ein neuer Monat, ein neues Reclam Gedichtbüchlein:

978-3-15-019117-0

Juli
Gedichte herausgegeben (wie immer) von Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Reclam Verlag € 5,00

Der Sommer ist da. Auch wenn  wir über die Hitze stöhnen, die Trockernheit beklagen, genießen wir sie, denn die Tage sind gezählt, die Hälfte des Jahres ist ja schon vorbei.  Im Garten steht alles in voller Pracht, was wir auch an den vielen Blumenbilder auf diesem Blog sehen. Das Leben hat sich ins Freie verlagert. Die Cafés und Kneipen sind voll und die Sommerfeste können wir ohne dicke Wollsocken mit Freunden feiern. Die ersten Sommerferien haben schon begonnen und Urlaub ist angesagt. All dies spiegelt sich auch in den Gedichten wieder, die sich in dem Reclam-Bändchen versammelt haben. Wieder finden wir einen Querschnitt durch viele Jahrzehnte und Jahrhunderte mit einer Vielzahl von AutorInnen.
Ich veröffentliche hier ein paar, auf die keine Rechte mehr sind. Für die anderen bitte in die Leseprobe schauen, oder einfach ein Heftchen erwerben und bei einem kühlen caffè freddo durchblättern.

Der Sommer hat schon lang eröffnet
Sommergewitter
Sommernächte und Gartenfreuden
Endlich Ferien
Sommerfreuden
Hochsommer
heißen die Überschriften und zeigen uns, wo es hier lang geht.

Leseprobe

Theodor Storm
Sommermittag

Nun ist es still um Hof und Scheuer,
Und in der Mühle ruht der Stein;
Der Birnenbaum mit blanken Blättern
Steht regungslos im Sonnenschein.

Die Bienen summen so verschlafen;
Und in der offnen Bodenluk‘,
Benebelt von dem Duft des Heues,
Im grauen Röcklein nickt der Puk.

Der Müller schnarcht und das Gesinde,
Und nur die Tochter wacht im Haus;
Die lachet still und zieht sich heimlich
Fürsichtig die Pantoffeln aus.

Sie geht und weckt den Müllerburschen,
Der kaum den schweren Augen traut:
„Nun küsse mich, verliebter Junge;
Doch sauber, sauber! nicht zu laut.“

Christian Morgenstern
Sommermittag

Wiese, lass mich ganz in dein
Wohlgefühl versinken,
dein legionenfältig Sein
als mein eignes trinken.

Deine breite Sonnenbrust
lass die meine werden,
meine Lust die feine Lust
deiner Gräserherden.

Mächtig schwelle mein Gesang
dann aus solchem Grunde,
künde Glückesüberschwang
höchster Sommerstunde.

Kurt Tucholsky
Feldfrüchte

Sinnend geh ich durch den Garten,
still gedeiht er hinterm Haus;
Suppenkräuter, hundert Arten,
Bauernblumen, bunter Strauß.

Petersilie und Tomaten,
eine Bohnengalerie,
ganz besonders ist geraten
der beliebte Sellerie.

Ja, und hier –? Ein kleines Wieschen?
Da wächst in der Erde leis
das bescheidene Radieschen:
außen, rot und innen weiß.

Sinnend geh ich durch den Garten
unsrer deutschen Politik;
Suppenkohl in allen Arten
im Kompost der Republik.
Bonzen, Brillen, Gehberockte,
Parlamentsroutinendreh …
Ja, und hier –? Die ganz verbockte
liebe gute SPD.
Hermann Müller, Hilferlieschen
blühn so harmlos, doof und leis
wie bescheidene Radieschen:
außen rot und innen weiß.
_________________________

Heute abend ab 19 Uhr:
„Die erste Seite“
Clemens Grote liest aus vier neuen Büchern.

Mareike Krügel: Die Tochter meines Vaters
Jacqueline Woodson: Ein anderes Brooklyn
Marco d’Eramo: Die Welt im Selfie
Francesca Melandri: Alle, außer mir

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