Mittwoch, 25.April

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Heute haben
Claude Mariac * 1914
Albert Uderzo * 1927
Elfriede Czurda * 1946
Geburtstag
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Auf dem Harenberg Gedichtekalender 2018:

Friedrich von Logau
Menschliches Elend

Alsbald ein neues Kind
die erste Luft empfindt,
so hebt es an zu weinen;
die Sonne muß ihm scheinen
den viermal zehnten Tag,
eh‘ als es lachen mag.
O Welt, bei deinen Sachen
ist Weinen mehr als Lachen.
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Siri Matthey:Bis nächste Woche dann …
Unterwegs zuhause
Ein Buch über das Pendeln
Verlag Hermann Schmidt € 20,00

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Wir haben wieder einen neuen Schwung der schönen Bücher aus dem Verlag Hermann Schmidt im Laden. Passend zum gestrigen Buch über den Tourismus, geht es hier ums Pendeln. Aber eigentlich ums Unterwegssein. Koffer packen und los. Wir kennen ja alle die Ansagen der Bahn, die nicht funktionierenden Automaten und die vollen Abteile.
Siri Matthey ist eine von den jungen Leuten, die ein Auslandssemester in Århus, ein Praktikum in Lissabon, ein Semesterprojekt in Prag, den Studienplatz in Leipzig, ein Freelancejob in Berlin und ein Coworking-Projekt in Barcelona haben. Nie zuvor waren Menschen so viel unterwegs. Und nie zuvor war Unterwegssein so selbstverständlich. Das Macbook immer griffbereit, wird Reise- zu Arbeitszeit. Das Urban Equipment besteht aus WLAN und Wasserflasche, Rucksack und Rollenkoffer, Ladekabel und Lektüre. Willkommen und Abschied begleiten den Alltag selbstverständlich. Bahncard und Bonusmeilen werden zu Möglichmachern eines Lebenskonzeptes.
Und jetzt haben wir das passende Buch zum Thema.
Schön gebunden im Stile eines Notizbuches. Mit dem Vorteil, dass unsere Bemerkungen schon drin stehen, besser gesagt hineingezeichnet worden sind.

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Das schreibt der Verlag dazu:
Ein Buch über das Unterwegssein muss robust sein und in Rollenkoffer oder Rucksack seinen Platz finden. Deshalb entschieden wir uns für ein handliches Format. Klein genug, um wenig Platz wegzunehmen, groß genug, um die subtilen Details der Illustrationen zur Geltung kommen zu lassen. Wir gönnten dem handschmeichelnden Büchlein einen lederartigen Überzug aus Fiscatech Agenda Winner, Fadenheftung und Folienprägung. Silber sollte sie werden, die Prägefolie aber hielt nicht. Inzwischen gefällt uns weiß fast besser.
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Dienstag, 24.April

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Heute haben
Karl Leberecht Immermann * 1796
Anthony Trollope * 1815
Sue Grafton * 1940
Geburtstag
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Karl Leberecht Immermann
Bei trübem Wetter

Sie sprach zu mir in dieser Tage Grauen,
Wo alle Wolkenschläuche niederregnen:
Wenn Sonne scheinet, will ich dir begegnen
An unsrem Haag, auf unsrere Blumen-Auen.

So laß, o schöne Sonne, laß dich schauen!
Blick‘ neubelebt aus deinem Leichentuche,
Und mach‘, entlastet von dem nassen Fluche,
Den Himmel reingewaschen wieder blauen.

Belohnt wird, ich versprech’s, dir deine Güte.
Willst du dich meinen Wünschen gnädig neigen,
Soll sich das Schönste deinen Augen zeigen.

Glaubst du etwa, es prahle mein Gemüte?
Das Liebchen kommt, wenn unsre Sonne strahlet;
Nun güldnes Tages-Aug‘, hab‘ ich geprahlet?
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Unser Tipp für alle Verreisende und die Daheimgebliebenen:

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Marco d’Eramo:Die Welt im Selfie
Eine Besichtigung des touristischen Zeitalters
Aus dem Italienischen von Martina Kempter
Suhrkamp Verlag € 26,00

Ostern ist vorbei, Pfingsten steht vor der Türe und die Sommerferien gibt es ja auch noch. Diese freien Tage und Wochen werden oft zum Verreisen, zum Urlaubmachen benutzt. Die Sehnsucht nach der Ferne, nach Neuem (Altem) steckt in uns. Marco d’Eramo schreibt in seinem Buch, dass die Tourismusindustrie, wenn wir alle Komponenten zusammenzählen, zur größten weltweit gehört. Die Touristenzahlen schnellen in die Höhe, die Welt wird immer kleiner. Letztes Jahr war es noch Myamar, dieses Jahr ist es Georgien. Städte, Landschaften, Inseln haben sich in den letzten Jahren komplett verändert.
Aber wie ist es dazu gekommen? Wie waren die Anfänge des Tourismus? Warum waren Bootsfahrten in den Pariser Kloaken so beliebt und was macht das Label Unesco Kulturerbe mit einem, Gebäude, mit einer Stadt?
Humorvoll und mit vielen Belegen startet d’Eramo sein Buch, zitiert, Enzensberger und Mark Twain, bis er bei Marx und Roland Barthes und Walter Benjamin landet.
Ein umfassendes Werk zu diesem Thema, das uns alle betrifft, das viele Dinge näher beleuchtet und bei dem wir uns immer wieder an die eigene Nase fassen.