Dienstag, 10.April

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Heute haben
Charles Baudelaire * 1821
Ludwig Hohl * 1904
Lew Kopelew * 1912
Johannes Bobrowski * 1917
Carl Améry * 1922
Arnold Stadler * 1954
Geburtstag
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Aus dem Lyrik-Kalender vom vergangenen Montag:

Catharina Regina von Greiffenberg
Auf die blühenden Bäume

(1662)

Ach du schönes weisses Feld /
aller Jubel-Vögel Zelt /
Frülings-Flor und Chor der Sänger /
Himmel der spatzieren-Gänger!
ich kan unterlassen nicht
dir zu richten meine Pflicht.

O du schöner Perlen-Baum /
die halb aufgeschlossen kaum!
Zephir-Zucker / Schnee vom Biesen!
Gipffel-Lilgen / Stamm-Narcissen!
alle Gleichnus gleicht dir nicht:
deine Zier viel höher sticht.

Schlossen-weisse Hoffnungs-Heerd /
die berühret keine Erd!
Schwanen-Schaar / die nicht in Seen /
sondern auf den Aesten stehen /
du lobst / ohne Zung‘ und Mund /
unsern Gott aus innern Grund.

Kreiden-weisses Blüh-Papier!
auf dich wird / des Schöpffers Zier /
sich / durch schwarze Kirschen / schreiben /
und die Süssheit einverleiben.
Jedes Blätlein / ob schon stumm /
laut bekennet seinen Ruhm.

Meine Feder schwinget sich /
setzte dieses Lied in dich.
Gottes Ruhm soll / durch mein schreiben /
ewiglich in dir verbleiben /
in dir in die Frucht verkehrt:
daß der Höchste werd geehrt.

Lob sey hier der Blüte Stern;
Ruhm und Preiß / der Kirschen Kern:
daß daraus ein Stamm aufschiesset.
aus der Dankbarkeit entspriesset
alles Segens Safft und Krafft;
sie erweicht den Gnaden-Safft.

Weis‘ und weisse Kunst-gespunst /
klares Stern-Geweb‘ und Kunst!
Schleyer / dessen zarten Faden
spunnen Göttliche Genaden!
mich ergetz dein Blühgestalt /
biß dich Gott mit Früchten mahlt.
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Sophie Janjanin empfiehlt:

Steven Amsterdam:Einfach gehen
Aus dem Englischen von Marianne Bohn
Unionsverlag  € 22,00
Mal wieder packt Krankenpfleger Evan seine sieben Sachen und beginnt ein neues Leben. Nach dem Hilferuf der kranken Mutter zieht er in ihre Wohnung ein und sie ins Pflegeheim. Allein das ist schon keine Situation, in der man nur grinsend durch die Gegend läuft. Dazu kommen aber das unbewältigte Trauma vom Tod des Vaters und sein neuer Job: Sterbeassistent. Todkranken Menschen todbringendes „Nembutal“ verabreichen. Dort gerät Evan immer mehr in Schwierigkeiten, zu wenig distanziert sei er gegenüber den Patienten. Für ihn steht aber fest: „Ich will Teil des Ganzen sein.“ Doch geht es beim Sterben eigentlich überhaupt um ihn? Ist er Begleiter oder letzlich nur Dienstleister? Er erlebt jedenfalls alle Patientengeschichten eng verwoben mit seinem Alltag. Ihm fällt auf, wie sehr der Tod und besonders das Thema Sterbehilfe in unserer Gesellschaft zu Tabuthemen gemacht werden. Diese „Tabu“-Geschichte erzählt der Autor Steven Amsterdam (*1966) aber keineswegs mit der Ernsthaftigkeit, die man erwartet. Er ist selbst Palliativpfleger in Australien und wird nach eigener Aussage immer wieder von todkranken Patienten gefragt, ob es nicht einen schmerzfreien, einfachen Ausweg aus ihrem Leiden gebe. Diese Arbeit werde durch Humor einfacher, sagt er in einem Interview mit dem Unionsverlag. Auf fast schon flapsige Weise erfährt Protagonist Evan deshalb die moralische, wirtschaftliche und religiöse und noch mehr Seiten der Frage, ob Menschen ihr Leben selbst beenden sollten, wenn sie es wollen. Hinzu kommt das Leben selbst – das Ganze ist schließlich auch „nur“ ein Job. Evan lässt sich auf eine Dreiecksbeziehung mit Simon und Lon ein, die bald mehr als nur unverbindliche Treffen wollen. Außerdem ist da ja noch die kranke, durchaus resolute Mutter… Und das Chaos ist komplett. Ein Buch, das (nicht nur) zum Nachdenken anregt!

 

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