Dienstag, 27.März

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Heute haben Geburtstag:
Heinrich Mann * 1871
Golo Mann * 1909
Hansjörg Schneider * 1938
Harry Rowohlt * 1945
Patrick McCabe * 1955
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Selma Meerbaum-Eisinger
Frühling

Sonne. Und noch ein bißchen aufgetauter Schnee
und Wasser, das von allen Dächern tropft,
und dann ein bloßer Absatz, welcher klopft,
und Straßen, die in nasser Glattheit glänzen,
und Gräser, welche hinter hohen Fenzen
dastehen, wie ein halbverscheuchtes Reh …

Himmel. Und milder, warmer Regen, welcher fällt,
und dann ein Hund, der sinn- und grundlos bellt,
ein Mantel, welcher offen weht,
ein dünnes Kleid, das wie ein Lachen steht,
in einer Kinderhand ein bißchen nasser Schnee
und in den Augen Warten auf den ersten Klee …

Frühling. Die Bäume sind erst jetzt ganz kahl
und jeder Strauch ist wie ein weicher Schall
als erste Nachricht von dem neuen Glück.
Und morgen kehren Schwalben auch zurück.
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Ta-Nehisi Coates:Zwischen mir und der Welt
Fischer Taschenbuch € 12,00

Das Buch des us-amerikanischen, schwarzen Journalisten Ta-Nehisi Coates liegt bei mir schon einiger Zeit ungelesen im Regal. Mittlerweile gibt es das Buch als Taschenbuch und immer noch nicht fand ich einen Zugang. Jetzt sind seine gesammelte Essays über die acht Obama-Jahre erschienen und in allen Literaturbeilagen tauchten Besprechungen auf. Dann war er auf dem Titelblatt der ZEIT-Beilage und das Interview hat mich endlich dazugebracht, mit dem Text anzufangen. Ach, hätte ich das nur schon länger gemacht. Der Zugang zur Lektüre von James Baldwin und Jesmyn Ward wäre mir leichter gefallen. Coates schildert in einem Brief an seinen Sohn den us-amerikanischen Rassimus. Hier speziell das Verhältnis zwischen Weißen und Schwarzen. Oder das Missverhältnis. Er spricht in seinem Buch nicht über arm und reich, sondern von schwarz und weiß. Arme Weiße stehen immer noch über armen Schwarzen. Seine Analysen verbindet er mit persönlichen Erfahrungen am eigenen Leib und intensiven Recherchen. Rassistische Gewalt ist fest eingewoben in die amerikanische Identität – sie ist das, worauf das Land gebaut ist. Der Wert der schwarzen Sklaven betrug deutlich mehr als das, was die Amerikaner damals produzierten. Dieser Rassismus hat sich festgesetzt und deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass nach acht Jahren Obama ein wirklich Weisser zum Präsidenten wurde. Der Hass auf den schwarzen Präsidenten war zu groß. Es musste ein möglichst großes Gegengewicht her.
Es nützt den Schwarzen auch nichts, besser zu sein, angepasster. Im wirklichen Leben zählt dies dann doch wieder nichts. Ein schwarzer Toter ist keine große Anklage wert. Die mordenten Polizisten werden nicht verurteilt und treiben ihr Spiel weiter.
Coates sagt, dass Obama zum Flügel der Martin Luther King Anhänger gehört und auf einen guten Ausgang hofft. Coates gehört zu denen, die Malcolm X folgen, der meinte, dass die Schwarzen keine Chancen haben.
Solange es jetzt z.B. zwei Mietverträge gibt, solange es zwei Hypotheken-Unterlagen gibt, eine für Weisse und eine für Schwarze, ist an eine Gleichberechtugung nicht zu denken. Der Rassimus ist alltäglich und nicht wegzudenken. Toni Morrison schreibt, dass dieses Buch Pflichtlektüre ist. Mittlerweile wird er in Schulen gelesen. Gut so.
Für uns ist es sofern ein Muss, weil wir dadurch besser verstehen, warum das mit Trump kommen musste.

Leseprobe

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