Donnerstag, 10.März

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Heute haben
Friedrich von Schlegel * 1772
Joseph von Eichendorff * 1788
Jakob Wassermann * 1873
Boris Vian * 1920
Ake Edwardson * 1953
Geburtstag.

Joseph von Eichendorff
Der Glückliche

Ich hab ein Liebchen lieb recht von Herzen,
Hellfrische Augen hat’s wie zwei Kerzen,
Und wo sie spielend streifen das Feld,
Ach, wie so lustig glänzet die Welt!

Wie in der Waldnacht zwischen den Schlüften
Plötzlich die Täler sonnig sich klüften,
Funkeln die Ströme, rauscht himmelwärts
Blühende Wildnis – so ist mein Herz!

Wie vom Gebirge ins Meer zu schauen,
Wie wenn der Seefalk, hangend im Blauen,
Zuruft der dämmernden Erd, wo sie blieb? –
So unermeßlich ist rechte Lieb!

Die Nacht

Wie schön, hier zu verträumen
Die Nacht im stillen Wald,
Wenn in den dunklen Bäumen
Das alte Märchen hallt.

Die Berg im Mondesschimmes
Wie in Gedanken stehn,
Und durch verworrne Trümmer
Die Quellen klagend gehn.

Denn müd ging auf den Matten
Die Schönheit nun zur Ruh,
Es deckt mit kühlen Schatten
Die Nacht das Liebchen zu.

Das ist das irre Klagen
In stiller Waldespracht,
Die Nachtigallen schlagen
Von ihr die ganze Nacht.

Die Stern gehn auf und nieder –
Wann kommst du, Morgenwind,
Und hebst die Schatten wieder
Von dem verträumten Kind?

Schon rührt sichs in den Bäumen,
Die Lerche weckt sie bald –
So will ich treu verträumen
Die Nacht im stillen Wald.

Glück

Wie jauchzt meine Seele
Und singet in sich!
Kaum, daß ichs verhehle,
So glücklich bin ich.

Rings Menschen sich drehen
Und sprechen gescheut,
Ich kann nichts verstehen,
So fröhlich zerstreut. –

Zu eng wird das Zimmer,
Wie glänzet das Feld,
Die Täler voll Schimmer,
Weit herrlich die Welt!

Gepreßt bricht die Freude
Durch Riegel und Schloß,
Fort über die Heide!
Ach, hätt ich ein Roß! –

Und frag ich und sinn ich,
Wie so mir geschehn?: –
Mein Liebchen herzinnig,
Das soll ich heut sehn!
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Volks-Lyrik

marco

Volks-Lyrik ist ein Projekt von Marco Kerler das vom 12.-20. März 2016 von 10 Uhr – 15 Uhr / 16 Uhr – 18 Uhr auf dem Kunstschimmer Ulm (Donauhalle) stattfindet.
Zusätzlich findet am 12. März von 18-20 Uhr die Vernissage des gesamten Kunstschimmers statt!
Ziel des Projekts ist es, den Menschen Lyrik nicht nur näher zu bringen, sondern sie gleich mit einzubinden. Dazu können sie mit Marco ins Gespräch kommen und ihm von ihren Wünschen, Ängsten und Erlebnissen erzählen. Er wird ihnen dabei aufmerksam zuhören und noch vor Ort ein Gedicht aus ihren Gedanken verfassen.
Die dabei entstehenden Gedichte werden auf dieser Seite ausgestellt.

Marco Kerler
1985 in Ulm geboren.
2007 erschien sein Debüt Damn Poetry.
2010 sein Chapbook NotGroschen und 2015 sein zweiter Gedichtband Schreibgekritzel.
Weitere Texte von ihm sind in diversen Anthologien und Magazinen veröffentlicht.
2011 erhielt er beim Förderpreis für junge Ulmer KünstlerInnen in der Sparte Literatur die Anerkennung der Stadt Ulm. Er ist Mitglied bei den Ulmer Autoren 81 e.V. und im Künstlernetzwerk der Ulmer Gestalten.
Bei Kunstwerk e.V. Ulm ist er Hauptverantwortlicher für Literatur.
Weiteres auf www.marcokerler.de

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