Mittwoch, 9.März

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Heute haben
Peter Altenberg * 1859
Agnes Miegel * 1879
Umberto Saba * 1883
Vita Sackville-West * 1892
(gerade sind ihre Reisebeschreibungen bei Wagenbach erschienen)
Marie Cardinal * 1929
Ota Filip * 1930
Keri Hulme * 1947
Geburtstag.
Aber auch Peter Scholl-Latour, Juri Gagarin, Juliette Binoche.
Es ist der Todestag von Charles Bukowski.

Ein Poster, so schön wie ein Gedicht

Wie heißt es doch: »It never rains in Southern California«. Wir treten den Gegenbeweis an: Im Herbst 1985 hat es in San Pedro sehr wohl geregnet!
Die zwei frisch vermählten Charles und Linda Bukowski stehen an diesem warmen Tag auf einer Straße in ihrem Stadtteil von Los Angeles. Ein schnittiger Straßenkreuzer kriecht langsam vorbei, ein Pferd geht mit klobigen Hufen gemächlich in die andere Richtung.
In diesem Moment beginnt Bukowski zu Tanzen. Er trägt seinen schicken weißen Anzug, lächelt verschmitzt und ist im Flow, wie man es nur bei einem Tanz im Regen sein kann.
Die Szene erinnert an den Film „Alexis Sorbas“, denn auch auf unserem neuen Bukowski-Poster wird auf den Trümmern der Erfahrung und der ungebrochenen Lebensfreude getanzt.
Ein besonderer Moment, den wir nun miterleben können. Er erinnert uns daran, dass es mal wieder höchste Zeit für einen eigenen Regentanz ist. Oder für Gedichte, denen die gleiche Magie innewohnt!

978-3-87512-996-0

Das Poster gibt es bei uns im Laden zu kaufen.
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„Schlimmstenfalls wird alles gut“
Gedichte der Gelassenheit
Herausgegeben von Clara Paul
Insel Bücherei € 8,00

Der Duden schreibt zu Gelassenheit:
mittelhochdeutsch gelāʒenheit = Gottergebenheit

Und schlägt folgende Varianten vor:
Abgeklärtheit, Ausgeglichenheit, Bedächtigkeit, Beherrschtheit, Beherrschung, Beschaulichkeit, Besinnlichkeit, Besonnenheit, Disziplin, Fassung, Frieden, Geduld, Gefasstheit, Gemächlichkeit, Gemessenheit, Gemütlichkeit, Geruhsamkeit, Gesetztheit, Gleichgewicht, Gleichmaß, Gleichmut, Langsamkeit, Mäßigung, [Seelen]ruhe, Selbstbeherrschung, Umsicht; (gehoben) Bedachtsamkeit, Langmut, Muße; (bildungssprachlich) Contenance, Stoizismus, Tranquillität; (salopp) Coolness.

Versuchen wir es heute morgen in aller Frühe doch mal mit Gemächlichkeit. Auch ein schönes Wort. Genauso viele Arten, Gelassenheit auszudrücken, gibt es zu ihr zu gelangen. Einer der schönsten Wege ist: Gedichte lesen – Gedichte, die zum inneren Gespräch mit sich ermuntern; Gedichte, die zum Innehalten und Sinnieren anregen; Gedichte, die trösten und Mut machen; Gedichte, deren Ruhe sich unmittelbar auf einen überträgt., schlägt die Herausgeberin vor.
In diesem Kleinformat in der Insel Bücherei finden wir u.a. folgende Autoren:
Anna Achmatowa, Rose Ausländer, Elisabeth Borchers, Thomas Brasch, Bertolt Brecht, Hans Magnus Enzensberger, Erich Fried, Peter Gan, Hermann Hesse, Angela Krauß, Czeslaw Milosz, Rainer Maria Rilke, Eva Strittmatter, Wislawa Szymborska, Hans-Ulrich Treichel, Robert Walser.
War die gestrige Erzählung im großen Format, damit die Illustrationen von Kat Menschik auch wirken können, so haben wir es hier mit einer kleinen Ausgabe zu tun, die reclamartig in jede Tasche passt. Immer bereit, zum eben mal kurz Reinschauen, wenn einem der Ärger im Nacken sitzt.

„Was ich tue? Nichts!
Ich lasse das leben auf mich regnen“
Rachel Varnhagen

Johann Wolfgang Goethe
Eigentum

Ich weiß, daß mir nichts angehört
Als der Gedanke, der ungestört
Aus meiner Seele will fließen,
Und jeder günstige Augenblick,
Den mich ein liebendes Geschick
Von Grund aus läßt genießen.

Robert Walser
Gelassenheit

Seit ich mich der Zeit ergeben,
fühl‘ ich etwas in mir leben,
warme, wundervolle Ruh‘.

Seit ich scherze unumwunden
mit den Tagen, mit den Stunden,
schließen meine Klagen zu.

Und ich bin der Bürd‘ entladen,
meiner Schulden, die mir schaden,
durch ein unverblümtes Wort:

Zeit ist Zeit, sie mag entschlafen,
immer findet sie als braven
Menschen mich am alten Ort.

Theodor Fontane
Die Ehre dieser Welt

Es kann die Ehre dieser Welt
Dir keine Ehre geben,
Was dich in Wahrheit hebt und hält,
Muss in dir selber leben.

Wenn’s deinem Innersten gebricht
An echten Stolzes Stütze,
Ob dann die Welt dir Beifall spricht,
Ist all dir wenig nütze.

Das flücht’ge Lob, des Tages Ruhm
Magst du dem Eitlen gönnen;
Das aber sei dein Heiligtum:
Vor dir bestehen können.

Und nochmals olle Goethe

Weißt du, worin der Spaß des Lebens liegt?
Sei lustig! – Geht es nicht, so sei vergnügt.

Wilhelm Busch
Seid mir nur nicht gar zu traurig

Seid mir nur nicht gar zu traurig,
Daß die schöne Zeit entflieht,
Daß die Welle kühl und schaurig
Uns in ihre Wirbel zieht;

Daß des Herzens süße Regung,
Daß der Liebe Hochgenuß,
Jene himmlische Bewegung,
Sich zur Ruh begeben muß.

Laßt uns lieben, singen, trinken,
Und wir pfeifen auf die Zeit;
Selbst ein leises Augenwinken
Zuckt durch alle Ewigkeit.

Leseprobe

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