Freitag

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Heute haben
O.Henry * 1862
D.H.Lawrence * 1885
Theodor W.Adorno * 1903
Joachim Fernau * 1909
Geburtstag
und „Kaiser Franz Beckenbauer wird heute 70 und Arvo Pärt 80 Jahre alt.


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Rasmus Schöll empfiehlt:

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Jonathan Franzen: „Unschuld“
Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell und Eike Schönfeld
Rowohlt Verlag € 26,95
als E-Book € 23,99
Harper Collins € 23,99

Jonathan Franzens neuer Roman „Unschuld“ wurde in allen wichtigen Feuilletons sehr gut besprochen. Doch lohnt sich das 800 Seite dicke Buch tatsächlich zu lesen?
Im Groben geht es um die großen Themen der Literatur: Liebe, Freiheit, Hass, Freundschaft und Mord. Das ist ja schon mal nicht nichts!
Im Zentrum des Romans steht eine junge Frau Namens Purity, so auch der Titel im Original. Im Buch selbst wird sie fast nur Pip genannt. Purity, von solchen Anspielungen und Wortspielen brummt es von Kapitel zu Kapitel und das macht Spass und ist zum Teil sehr witzig. Pips Mutter lebt zurückgezogen in einer Art Dorfgemeinschaft und leidet
an Hypochondrie. Pip liebt und verabscheut ihre Mutter gleichermaßen, da diese ihr unter keinen Umständen verraten möchte wer ihr Vater ist. Durch ihr Studium hat sich Pip hochverschuldet und fristet nun ein Dasein in der Telefondirektakquise einer abgehalfterten Firma, bis sie zum sagenumwobenen Sunlightprojekt kommt. Dies ist eine Enthüllungsplattform ganz im Stile von Wikileaks, nur eben besser. Im Mittelpunkt dieses Projektes steht der deutsche Andreas Wolf (schon wieder so ein Wortspiel), aufgewachsen in der DDR, unglaublich charismatisch, beinahe schon in das Magische abgleitend, eine Gurufigur, eine Sonne, der sich nur mit weiblichen Mitarbeitern umgibt, da er Männern nicht vertraut. Wir folgen den Figuren, in „franzenscher-Manier“ über Jahrzehnte, es geht um Freundschaft, Familie, Liebe und wie diese in Hass um schlägt. Das Hauptthema des Romans ist die Auseinandersetzung mit dem „Überwachungs“-Internet von heute, den Enthüllungsplattformen, Whistleblowern – Snowden und Assange werden mehrfach erwähnt- und dem traditionellen Journalismus, im Buch repräsentiert von einem Onlinepressedienst. Zu guter Letzt ist es auch ein DDR-Roman. Franzen vergleicht diese mit dem Internet und der Überwachung von heute. Die DDR als Blaupause oder eine Art Versuchsprojekt in klein, für die globale Überwachung.
Das Buch ist ein Mix aus Dave Eggers „The Circle“, Eschbachs „Billion Dollar“ und Franzens „Freiheit“. Teuflisch gut geschrieben. Zu Beginn ein wenig holprig, aber das gibt sich nach gut 100 Seiten. Die Figuren sind allesamt grandios erschaffen in psychologischer Tiefenschärfe.
Klarer Daumen nach oben, Lesenswert!

Der Rowohlt Verlag meldet:
Jonathan Franzen erhält den EuroNatur-Preis 2015
Wir gratulieren unserem Autor Jonathan Franzen, der mit dem EuroNatur-Preis 2015 ausgezeichnet wird. Der Preis würdigt herausragende Leistungen und Engagement im Naturschutz, Jonathan Franzen gilt als begeisterter Vogelbeobachter und engagiert sich intensiv für den Vogelschutz in Europa. Die Preisverleihung findet am
14. Oktober 2015 um 17 Uhr auf der Bodenseeinsel Mainau statt.

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