Mittwoch

Am Montag gab es keinen Eintrag und am Dienstag erst verspätet. Dies habe ich gar nicht bemerkt, da ich die Besprechungen pünktlich morgens geschreiben und vermeintlich auch „publiziert“ habe. Bis am Dienstagmorgen eine Kundin in den Laden gestürmt kam und meinte, ob ich krank sei. Ihr erster Weg am Morgen sei doch unser Jastramblog und da ist nix. Seit Tagen. ????? Sogar ihr Sohn habe angerufen und gemeint, was ist denn hier los. Ein Blick auf den Blog hat dann ergeben, dass die Beitrage zwar geschrieben, auf Facebook umgeleitet worden sind, aber halt nicht veröffentlicht.
Sie merken, ich werde immer schusseliger. Falsche Tage in der Überschrift, Geburtstagseinträge, die erst einen Tag später fällig sind und nun gleich komplette Einträge. In Bayern sagen die sicherlich deppert dafür.
Also: Heute ist Mittwoch und los geht’s.
_____________________________

Heute hat Adalbert Stifter Geburtstag * 1805

Adalbert Stifter
Der Nachsommer

Kapitel 1
Die Häuslichkeit

Mein Vater war ein Kaufmann. Er bewohnte einen Teil des ersten Stockwerkes eines mäßig großen Hauses in der Stadt, in welchem er zur Miete war. In demselben Hause hatte er auch das Verkaufsgewölbe, die Schreibstube nebst den Warenbehältern und anderen Dingen, die er zu dem Betriebe seines Geschäftes bedurfte. In dem ersten Stockwerke wohnte außer uns nur noch eine Familie, die aus zwei alten Leuten bestand, einem Manne und seiner Frau, welche alle Jahre ein oder zwei Male bei uns speisten, und zu denen wir und die zu uns kamen, wenn ein Fest oder ein Tag einfiel, an dem man sich Besuche zu machen oder Glück zu wünschen pflegte. Mein Vater hatte zwei Kinder, mich, den erstgeborenen Sohn, und eine Tochter, welche zwei Jahre jünger war als ich. Wir hatten in der Wohnung jedes ein Zimmerchen, in welchem wir uns unseren Geschäften, die uns schon in der Kindheit regelmäßig aufgelegt wurden, widmen mußten, und in welchem wir schliefen. Die Mutter sah da nach und erlaubte uns zuweilen, daß wir in ihrem Wohnzimmer sein und uns mit Spielen ergötzen durften.
Der Vater war die meiste Zeit in dem Verkaufsgewölbe und in der Schreibstube. Um zwölf Uhr kam er herauf, und es wurde in dem Speisezimmer gespeiset. Die Diener des Vaters speisten an unserem Tische mit Vater und Mutter, die zwei Mägde und der Magazinsknecht hatten in dem Gesindezimmer einen Tisch für sich. Wir Kinder bekamen einfache Speisen, der Vater und die Mutter hatten zuweilen einen Braten und jedesmal ein Glas guten Weines. Die Handelsdiener bekamen auch von dem Braten und ein Glas desselben Weines. Anfangs hatte der Vater nur einen Buchführer und zwei Diener, später hatte er viere.

__________________________

Hilda

Luke Pearson: „Hilda und der Troll
Aus dem Englischen von Matthias Wieland
Handlettering von Michael Hau
Reprodukt Verlag € 18,00

Ich hatte vor ein paar Wochen den ersten Band, das erste Abenteuer von Hilda hier vorgestellt. „Hilde und der Mitternachtsriese„. Das war für mich ne Entdeckung. Ein wirklich anderer Comic, oder Graphic Novel. Eine Geschichte für Kinder, aber halt auch für Erwachsene. Versponnen, magisch. Jetzt ist Hilda wieder da. Das kleine Haus in einem nordischen Niemandsland. Mitten in der Natur und gegen später taucht auf einem Bild die zeichnende Mutter auf. Wie gesagt nur auf einem Bild. Den Rest bekommt dieses Mal Hilda für sich.
Hilda liebt es, die verwunschenen Täler ihrer nordischen Heimat zu durchstreifen und Freundschaft mit den skurrilsten Geschöpfe zu schließen. Die Suche nach einem Bergtroll aber erweist sich als gefährliches Abenteuer – die blauhaarige Entdeckerin wird inmitten der Wildnis von einem heftigen Schneesturm überrascht. Auf ihrer Suche nach dem Heimweg entgeht Hilda nur um Haaresbreite dem mächtigen Fuß eines ahnungslosen Riesen und schließlich hilft ihr das einsame Holzmännchen, das immer ungefragt in ihr Haus kommt (zwar Holz mitbringt) und sich vor dem warmen Ofen auf den Boden legt und schläft. Aber was hat es mit den Trollen auf sich? Tagsüber sind sie in Stein verwandelt. Aber nachts? Deshalb ist es sinnvoll an Steinhaufen, die etwas trolliges an sich haben, tagsüber schon ein Glöckchen zu hängen, damit es nachts klingelt, wenn die Trolle sich beginnen zu verwandeln und zu bewegen. Und wir haben hier auch so ein Exemplar, der mit seinem Glöckchen gar nicht glücklich ist.
Aber seien sie unbesorgt, es geht gut aus für unsere Hilda.
Als Zugabe bekommen wir eine Doppelseite mit Hildas Schreibtisch und all dem Sammelsurium, das sie für ihre Expeditionen braucht und einen „wissenschaftlichen“ Beitrag zum Troll-Glöckchen-Thema.

12345678

Weitere Arbeiten von Luke Pearson gibt es hier.