Freitag

Ich versuche es mit allen Mittel, den Frühling an Land zuziehen.
Deshalb gibt es heute einen grünen Hintergrund.
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Was Farben anbelangt, haben wir unsere DVDs jetzt auch farblich sortiert.

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Der niederländische Autor Hugo Claus hat heute Geburtstag ( * 1929)
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Bevor die Pfingstferien beginnen, haben Sie jetzt noch Zeit, sich in die Geschichte, in Land und Leute Italiens einzulesen. Und das auf eine sehr angenehme Art.

Italien

Wenn Sie sich die Inhaltsangabe durchschauen, bekommen Sie einen guten Überblick, über den Aufbau des Buches. Dem Schotten David Gilmour liegen die einzelnen Regionen sehr am Herzen. Er spricht auch davon, dass die Gegenden an sich so viele Kunstschätze (in jeglicher Hinsicht) besitzen, dass sie sich mit einem geeinten Italien sehr schwer tun. Das hat sich auch bis heute nicht ändert. Gilmour hat das Land 35 Jahre lang bereist, gibt uns Einblicke in die Geschichte bis in die Ära Berlusconi. Er stellt Vergleiche auf vom korrupten alten Rom bis zu den bestbezahlten Politikern Europas, die z.B. zwar Sitze im Europaparlament haben, dort aber sehr sehr selten gesehen werden, da sie nebenher noch zwei politische Ämter in der Heimat besetzthalten.

David Gilmour:Auf der Suche nach Italien
Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart
Klett-Cotta Verlag € 27,95
als eBook € 21,99

1
Vielgestaltiges Italien
Uneinheitliche Geographie
Italien und seine Menschen
Italien und seine Sprachen
2
Imperiales Italien
Italien in der Römerzeit
Das barbarische und das byzantinische Italien
Italia germanica
3
Die Macht der Städte
Kommunale Träume
Kommunale Wirklichkeit
Republikanisches Italien
Das Italien der Fürsten
4
Venedig und der adriatische Raum
5
Umkämpftes Italien
Fremde Herrscher
Aufgeklärtes Italien
Das napoleonische Italien
Italien und die Restauration
6
Revolutionäres Italien
Romantisches Italien
Aufständisches Italien
Opernland Italien
7
Italien auf dem Weg zur Einheit
Piemont in den 1850er Jahren
Die Lombardei und die Herzogtümer 1859
Sizilien und Neapel 1860
Venedig (1866) und Rom (1870)
8
Legendenumwobenes Italien
Die Generation der Giganten
Der klügste Staatsmann
Der edelste Römer
Vater der Nation
Einige Generäle und ein Admiral
Risorgimento ohne Helden
9
Die Einigung der Italiener
Piemont und Neapel
Mit Sizilien geht es bergab
Rom und das Parlament
Schöne Legenden
Das Streben nach Ruhm
Der Bär von Busseto
10
Das nationalistische Italien
Italietta
Kriegslüsternes Italien
Das zerrissene Italien
11
Das faschistische Italien
Italia romana
Italia imperiale
12
Italien im Kalten Krieg
Die Christdemokraten
Die Kommunisten
Das wohlhabende Italien
13
Das moderne Italien
Zentrifugales Italien
Berlusconi
Unverwüstliches Italien

„Italien ist zu lang“. Mit diesem Zitat Napoleons steigt David Gilmour ein.
Nicht schlecht für ein Geschichtsbuch. Ist das nun gut oder schlecht. Auf jeden Fall birgt des Schwierigkeiten, was eine Einigung anbelangt. Als eines der längsten Länder Europas gibt es dort einen reichen Norden und einen armen Süden. Und wenn die Pizzabäckerin am Comer See mit ihrer Freundin am Telefon über den Süden redet, über die Gefahren, die dort lauern, dann meint sie aber nicht den richtigen Süden, sondern, sie spricht über Rom. Alles was dann kommt, kann nur noch gefährlicher werden.
Italien hat so wenig Nachwuchs, dass die Bevölkerung (statistisch gesehen) in vier Generationen ausgestorben sein wird.
Im Januar 2005 wurden weniger als 46.000 Kinder geboren, aber 212.000 Kraftfahrzeuge zugelassen.
Italiener schlagen sich wohl fast drei Wochen im Jahr mit bürokratischen Papieren herum.
Je nach Statistik besitzt Italien mahr als fünf- bis zehnmals soviel Gesetze wie Deutschland.
Und nur etwas über 15 % der Bevölkerung hat Vertrauen in die Politiker.
Das nur so ein paar Zahlen aus dem aktuellen Teil des 450 Seiten starken Buches.
Wie gesagt: Gilmour ist ein großer Freund der einzelnen Regionen. Dies ist auch ein Vorteil dieses flott geschriebenen Buches. Wir tauchen mit dem Autoren in die Geschichte der Gebiete an. Hören uns an, was dort prägend war, wer dort gelebt, geschrieben, gewirkt hat. So etwa auch die Tatsache, dass Papst Gregor XVI Eisenbahnen verboten hat, da sie ein Werk des Teufels sind. Auch dies dient natürlich nicht gerade dem Fortschritt und einer Einigung.
Gilmour geht mit Italien schwer ins Gericht, was Korruption und Vetternwirtschaft angeht, er hat jedoch auch große Hoffungen auf Änderung.
Für alle, die sich für die Kunst des Landes (ob Malerei, Architektur oder Küche) interssieren, ist es trotz der politischen Not ein sehr lobenswerter „Führer“ durch das Land wo die Zitronen blühnen.
Auch als eBook erhältlich und passt somit in jedes Reisegepäck.

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