Samstag

Heute haben
Peter Altenberg * 1859
Vita Sackville-West * 1892
und
Marie Cardinal * 1929
Geburtstag
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Alle reden über’s Wetter.
Hier kommt es für den Raum Ulm.
Es sieht nicht nach tiefem Winter aus, wie angedroht.
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Es gibt neue Titel in der Insel Bücherei und wieder vier Sonderausgaben zu € 10,00.
Gleichzeitig noch ein Groß- und ein Miniformat.
Schauen Sie vorbei und blättern Sie in der schönen Bücherei.
Zusätzlich noch ein Taschenbuch der wisenschaftlichen Reihe des Suhrkamp Verlages mit einer Überraschung innen drin. Sie sehen es ganz rechts auf den Bildern.

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Am kommenden Dienstag liest Fee Katrin Kanzler bei uns in der Buchhandlung aus ihrem Buch: „Die Schüchernheit der Pflaume
Beginn ist 19 Uhr

.Kanzler

Teil 3 der Leseprobe aus dem Roman:

»Hallo?«
Mir atmet Stille entgegen. Hallo. Drei weitere Sekunden nichts. Der schon wieder, denke ich, mein persönlicher Telefonterrorist. Den kenne ich seit einigen Wochen, sofern man bei einem zurückhaltenden Telefonatmer von Kennenlernen sprechen kann. Es ist immer dasselbe, er hört sich meine zwei Hallos an und wartet. Ich habe mir angewöhnt, nicht aufzulegen, ihn eine Weile im Hörer zu behalten, seinem Schweigen aufmerksam zuzuhören, bis er selbst auflegt. Jeden vierten oder fünften Tag zweieinhalb Minuten, so viel Zeit habe ich für den unbekannten Schweiger. Er passt zu meinen gesammelten Sonderlingen, im Tierheim für einsame Wölfe ist noch Platz. Aus einer Laune heraus drücke ich erneut die Pausentaste. Der Chor lässt seinem Flehen wieder freien Lauf. Mein Telefonterrorist legt auf, als schließlich Sturm aufkommt. Dies irae. Ich frage mich, ob er mich jetzt für verrückter hält als sich selbst. Ich stelle das Telefon ab und werfe mich aufs Bett. Als Mozart verstummt, rauche ich einen kubanischen Zigarillo, nehme eine meiner Gitarren und spiele fünf Stunden am Stück. Indessen dreht die Welt sich weiter. Dinge passieren. In einer anderen Großstadt fliegt eine Bank in die Luft. Es ist unklar, wer dahintersteckt, die Nachrichtenticker erzählen unterschiedliche Geschichten, Terror, Überfall, drei Tote, achtzehn Verletzte, zwei Tote, elf Verletzte. Ich blättere um. Ich klicke weiter. Ich höre nicht zu.
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Unser Praktikantin Kyra (eine ausgewiesene Thriller-Fachfrau)
hat dieses Buch für den Blog beschrieben.
Vielen Dank dafür!
p.s. Liebe Kyra, Du kannst uns gerne noch mehr Besprechungen liefern.

Fitzek

Sebastian Fitzek: „Der Augensammler“
Knaur Taschenbuch € 9,99
eBook € 9,99
Hörbuch auf 4 CDs € 10,99

Der Augensammler versteckt Kinder, bringt die Mutter um und gibt dem Vater 45 Stunden Zeit, um die Kinder wiederzufinden.

Die Presse nennt ihn “Augensammler”, denn den Kindern wird nach Ablauf der Zeit das linke Auge entfernt.Der Redakteur und ehemalige Polizist Alexander Zorbach, der Ich- Erzähler der Geschichte, wird in den Fall hineingerissen, als eine Fremde zu ihm kommt. Die blinde Physiotherapeutin Alina behauptet, den Augensammler in ihrer Praxis behandelt zu haben. Zorbach und Alina werden immer mehr in die Sache hineingezogen und der Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

„Der Augensammler“ von dem deutschen Autor Sebastian Fitzek ist ein besonderer Psychothriller – allein schon deshalb, weil die Seiten wie auch die Kapitel rückwärts angeordnet sind. Nein, es wird nicht von hinten nach vorne gelesen, aber es beginnt mit der Seite 439, dem Epilog, und endet mit dem Prolog. Warum das so ist, erschließt sich dem Leser natürlich im Laufe des Buches.

Die Geschichte wird meist aus der Sicht von Zorbach erzählt, manche Kapitel sind aber auch aus der Ermittler- oder der Opferperspektive geschrieben. Dem Leser werden so verschiedene Sichtweisen auf die Geschehnisse geboten und die einzelnen Handlungsstränge können überblickt werden. Schön ist auch, dass uns bei diesem Buch keine Übersetzung von dem Originaltext trennt.

Das Buch ist absolut spannend geschrieben. Man beginnt mit den Protagonisten mitzufiebern und will es am liebsten nicht mehr aus den Händen legen. Wer Psychothriller mag, wird auch mit diesem Buch einen guten Fang machen.

In diesem Sinne: Viel Vergnügen beim Lesen!

Interview mit Sebastian Fitzek
Leseprobe
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