Samstag, 17.Februar

Heute haben
Friedrich Maximilian von Klinger * 1792
Georg Weerth * 1822
Isabelle Eberhardt * 1877
Chaim Potok * 1929
Ruth Rendell / Barbara Vine * 1930
Frederik Hetman * 1934
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Im Februar

Es ist kalt! –
Nebel hängt zwischen den Bäumen
Und zerreißt meinen Blick auf die Welt
Frostbraune Blätter zittern
Neben Knospen, von Reif umhüllt
Sie lassen nicht los
Nur das Moos leuchtet grün
Zwischen den Eiszungen
Ein Schauer läuft mir über den Rücken –
Von den Zweigen tropft die Zeit…
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Unser Buchtipp:


Terhi Tokkonen: „Arctic Mirage
Aus dem Finnischen von Elina Kritzokat
Hanser Berlin Verlag € 23,00

Stichworte, wie Krimi, Ehedrama, Gaslightning finden sich in den ersten Besprechungen des finnischen Romans, der zum besten Debüt in Finnland gewählt worden ist.
Dass im Buch gleich zu Beginn erwähnt wird, dass sie ihn umgebracht hat und er mit offenem Blick im Schnee liegt, ist schon mal ein guter Start. Dass wir jedoch am Ende des Buches doch noch erstaunt sind, dass das passiert, ist schon sehr raffiniert von der Autorin eingefädelt. Sie nähert sich sehr geschickt der Tat, bringt ein paar wenige Personen mit ins Spiel, die alle nicht eindeutig zuzuordnen sind.
Mittelpunkt der Handlung ist das Luxus Hotel „Arctic Mirage“. Dort im Schnee, in Lappland, hat sich das Endvierziger-Pärchen für ein paar Tage einquartiert, nachdem sie eine Autounfall auf eisglatter Fahrbahn hatten. So richtig sympatisch sind fast alle Personen im Hotel nicht. Naja, der pensonierte Hausarzt vielleicht. Ansonsten zeigen sie eine große Portion Undurchsichtigkeit.
So langsam kommen wir dann auch zum Stichwort: Gaslightning. Also der Vorgang, wenn eine Person eine nahestehende Person so verunsichert, dass sie nicht mehr weiss, was die Wirklichkeit ist.
Ab diesem Moment nimmt die Geschichte noch mehr Fahrt auf.
Eine winterliches Leseabenteuer aus dem Hohen Norden. Kein Thriller, kein Krimi und doch hochdramatisch und spannend bis zum Ende.
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Am 19. Februar 2024 jährt sich zum 4. Mal der extrem rechte und rassistische Anschlag in Hanau, bei dem neun Menschen aus rassistischen Gründen getötet und unzählig weitere Menschen traumatisiert wurden. Die Angehörigen sind neben ihrer Trauer seit dem 19. Februar 2020 damit beschäftigt, die brutalen Morde und die „Kette des Versagens“ an ihren Liebsten aufzuklären, weil zu viele Fragen noch ungeklärt sind.

Die Initiative 19. Februar Hanau lädt dieses Jahr erneut zu bundesweiten Gedenkveranstaltungen ein.
Hiermit laden wir euch am Sonntag, 18.02.24 um 18 Uhr auf den Marktplatz Ulm ein, um gemeinsam an die Toten von Hanau und die unzählig weiteren Opfer extrem rechter Gewalttaten zu gedenken.

Wir freuen uns, wenn ihr uns in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt, indem ihr unseren Aufruf und das Sharepic teilt. Darüber hinaus freuen wir uns über Organisationen und Einzelpersonen, die uns bei der Kundgebung unterstützen wollen. Das könnt ihr z.B. tun, wenn ihr Plakate verteilt, auf der Kundgebung selbst Ordner*innen seid oder neben uns einen weiteren Redebeitrag haltet. Meldet euch dafür gerne bei uns. Bringt gerne Kerzen mit, wir werden auch welche zur Verfügung stellen. Parteiflaggen sind nicht willkommen. Im Anhang findet ihr das Sharepic und das Plakat. Falls ihr fertig gedruckte Plakte von uns haben wollt, meldet euch gerne bei uns. Hanau ist überall!

fclr Ulm
Festival contre le racisme Ulm
www.fclr-ulm.de
Facebook: Festival contre le racisme Ulm
Instagram: fclr.ulm

Donnerstag, 15.Februar

Heute haben
Johann Jakob Wilhelm Heinse * 1746
Elke Heidenreich * 1943
Miranda July * 1974
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Winter am See

Stumm
Liegt der See
Felsen frieren am Ufer
Eisschollen starren
Gen Himmel
Während die Sonne
Über den Horizont späht
Hineinhorcht
Und auf das Seufzen wartet
Im Eis
Auf mildes Wehen
Auf Bersten und Krachen
Auf tauende Kanten
Und der Welt
Erwachen
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Diane Broeckhoven: „Ein Tag mit Herrn Jules
Aus dem Niederländischen von Isabel Hessel
Unionsverlag € 12,00

„Ein ganz liebenswertes, kleines, schönes Buch darüber, wie Rituale uns helfen, große Verluste zu überwinden.“
Schreibt das heutige Geburtstagskind Elke Heidenreich.

Seit vielen Jahren wird Alice durch den Kaffeduft aus der Küche geweckt. Ihr Mann vollzieht dieses Ritual mit großer Liebe und Fürsorge.
So auch heute an diesem Wintertag. Der Duft zieht ins Schlafzimmer. Alice erinnert sich, dass der autistische Nachbarsjunge David gegen später zu einer Partie Schach mit Jules kommen wird.
Als sie die Küche betritt, ist der Kaffee aufgebrüht, der Tisch gedeckt, ihr Ehemann Jules sitzt jedoch tot auf dem Sofa. Nach dem Schock beschließt Alice noch einen Tag mit ihrem Ehemann zu vebringen. Einen letzten Tag, sie beiden zusammen. Auch David wundert sich nicht und sagt dann auch, dass das ja nur noch die Hülle von Herrn Jules sei.
Alice erinnert sich in dieser, nicht mal 100 Seiten starken Geschichte, an ihr gemeinsamen Leben mit Jules. Und: Alice hat noch das eine oder andere mit Jules zu klären, worüber sie nie gesprochen haben.

Vor einigen Tagen haben wir hier „Salzwasser“ von Charles Simmons vorgestellt. In diesem schmalen Roman geht es auch um den Tod und Erinnerungen. „Ein Tag mit Herrn Jules“ ist ein weiteres Buch aus dem C.H.Beck Verlag, das jetzt mal wieder als Taschenbuch veröffentlicht wurde.

Freitag, 9.Februar


Heute haben
Felix Dahn * 1834
Amy Lowell * 1874
Brendan Behan * 1923
Thomas Bernhard * 1931
John Maxwell Coetzee * 1940
Alice Walker * 1944
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Perlen

Rot
Glühen die Narben
Im Schmelzofen der Zeit
Der Druck steigt
Innen wie außen
Im Bann
Ewigen Wachstums
Auf der endlosen Suche
Nach dem verlorenen Schatz
Werden Zahlen geschwärzt
Und Einäugige geblendet
Doch zwischen tausend Steinen
Findet sich kein Gold
Im Rhein
Nur brauner Schlamm
Und krümmender Schmerz
Vielleicht noch
Muscheln …
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Wytsge Versteeg: „Die goldene Stunde
Aus dem Niederländischen von Christiane Burkhardt
Wagenbach Verlag € 26,00

Langsam tastet sich die niederländische Autorin an ihr Thema heran, obwohl gleich mitten in den verwobenen Geschichten sind.
Wie kann ich ein richtiges Leben im falschen führen? Wo sind meine Wurzeln, wo sind meine Grenzen? Gibt es ein wahres Leben jenseits dieser Grenzen? Wie geht ein Leben, das den jeweiligen Erwartungen widerspricht und wieviel Mut gehört dazu, um ein Mensch zu sein? Und wenn nicht, was dann?
Mari , Ahmad und Tarik sind auf der Suche nach Lösungen zu diesen Fragen.
Ahmad ist vor dem Krieg in seiner Heimat geflohen, stieß in den Niederlanden jedoch auf neue Hindernisse. Mari wollte ihn beschützen und lieben, aber es gelang ihr nicht. Und der ehemalige Soldat Tarik hat sich in ein abgelegenes Grenzgebiet zurückgezogen, doch sein Gewissen nagt an ihm. Dort trifft er nun auf Mari, die mittlerweile ihr Zuhause hinter sich gelassen hat, nachdem ihr idealistisches Projekt katastrophal gescheitert ist.
Voller Empathie erzählt Wytske Versteeg aus dem Leben dieser drei Menschen und schafft es mit eindrücklichen Bildern einen prallen, vielschichtigen, aktuellen Roman zu schreiben.
Eine literarische Entdeckung des Frühjahrs 2024.
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Auf tagesschau.de gefunden

Daten des EU-Klimadienstes
Erderwärmung erstmals durchschnittlich über 1,5 Grad

Erstmals lag laut Daten des EU-Klimadienstes Copernicus die Erderwärmung durchschnittlich zwölf Monate lang 1,5 Grad über dem Referenzzeitraum. Experten sprechen von einer „Warnung an die Menschheit“. Auch das Jahr 2024 fängt rekordverdächtig an.
Die globale Durchschnittstemperatur hat erstmals zwölf Monate lang über 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter gelegen. Das teilte der EU-Klimadienst Copernicus mit. Von Februar 2023 bis Januar 2024 war die Durchschnittstemperatur demnach so hoch wie nie zuvor und lag um 0,64 Grad über der des Referenzzeitraums von 1991 bis 2020 – und insgesamt 1,52 Grad über dem vorindustriellen Referenzwert.
Damit ist die im Pariser Klimaabkommen von 2015 vereinbarte Marke überschritten worden. Damals hatte sich die Staatengemeinschaft darauf geeinigt, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad Celsius zu beschränken. …

Hier geht es zum Artikel.

Donnerstag, 8.Februar


Heute haben
Jules Vernes * 1828
Theodor Lessing * 1872
Martin Buber * 1878
Heinrich Spoerl * 1887
Siegfried Kracauer * 1889
Ludwig Marcuse * 1894
Eva Strittmatter * 1930
Gert Jonke * 1946
John Grisham * 1955
Geburtstag.
Aber auch Paula Modersohn-Becker und James Dean.
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Winfried Hermann Bauer
Omen

Wieder
Steigt Rauch
Aus alten Kaminen
Wie Weihrauchschwaden
Weht er
Durch die Geistesschlingen der Zeit
Irrlichternd
Vor Einfältigen und Eiferern
Die sich über Brandopferaltäre
Beugen
Immer wieder
Oder sich wortvergessen
Einem lichtlosen Himmel
Zuwenden
Unter dem sie verglühen
Aufrecht
Wie Krieger
Die sich selbst Gewalt antun
Indem sie ihren Schmerz mit Feuer artikulieren
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Bastelspaß nicht nur für die Sommerferien.


Sabine Lohf: „Sommer, Sonne, Sand und mehr!
Kunterbunt + kinderleicht
Gerstenberg Verlag € 16,00

Gastern haben wir Kinder- und Jugendbücher des Gerstenberg Verlages ausgepackt und eingeräumt.
So ein Bastelspaß im Sommer mit Sonne und Sand springt mir gleich ins Auge, weil die Sehnsucht nach Frühling doch schon sehr groß ist.
Sabine Lohf folge ich auf Instagram und es tut immer gut, ihre kreativen, einfachen Bastelsachen anzuschauen. Auch hier brauchen wir nicht viel und müssen nicht unbedingt im Fachgeschäft Bastelmaterial einkaufen. Es sind die Schätze aus der Natur, oder einfache Dinge aus dem Haushalt, die für die hierzu notwendig sind.
Ein Clownfisch aus Pappteller, Filzsandalen, einen Sonnenhut, Mücken fangende Frösche als Spiel, Sonnen in den verschiedensten Varianten, ein richtigen Leuchtturm und eine Fee für das Mitsommernachtsfest werden hier vorgestellt. Aber auch ein Wiesenblumenkranz für ein Blütenfest, ein Rindenboot zum Schwimmenlassen.
Kinderleichte Anleitungen für Kunstwerke zum Verschenken, Dekorieren und Spielen.


Es lohnt sich ein Blick auf die Webseite von Sabine Lohf, denn auch hier ist der Kreativität keine Grenze gesetzt.

www.sabinelohf.de
https://www.instagram.com/sabinelohf/
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Unsere Veranstaltung mit Elena Fischer und ihrem Buch „Paradise Garden“ haben wir in den Felix Fabri Saal im Haus der Begegnung verlegt. Unsere Buchhandlung wurde einfach zu klein.

Elena Fischer: „Paradise Garden“
Haus der Begegnung, Grüner Hof 7, Ulm

Beginn 19 Uhr
Eintritt € 10,00


Vielen Dank für die tolle Kooperation.

Dienstag, 6.Februar


Heute Abend gibt es wiede eine „Erste Seite“ mit vier neuen Büchern und Clemens Grote.
Beginn ist 19 Uhr, der Eintritt ist kostenlos.
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Heute haben
Christopher Marlowe * 1564
Alfred Mombert * 1872
Irmgard Keun * 1905
und Emilia (wird 18)
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Hinter der Mauer

Putz blättert
Von der alten Mauer
An die sich der Sack lehnt
Gerissen
Ist er an mehreren Stellen
speit Klamotten aus
Nach dem warmen Regen
Rinnen Tränen
Über die Plastikfolie
In die Pampe
Für Afrika
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Nach „Meine ersten Tiere“, „Meine ersten Farben“ und „Meine ersten Sachen“ gibt es jetzt ein neues Bilderbuch für die Allerkleinsten von Anna Süßbauer.


Anna Süßbauer: „Meine ersten Fahrzeuge“
Oetinger Verlag € 14,00
Pappbilderbuch ab 2 Jahren


Ich glaube, ich muss gar nicht viel dazu schreiben. Die Beispielseiten sprechen für sich.
Vom Laufrad bis zum U-Boot ist alles dabei.
Mit ihren Farben und (manchmal) besonderen Formen laden die Illustrationen zum Blättern, Reden und zum Erlernen erster Wörter ein.

Hier geht es zur Website von Anna Süßbauer.
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Auf tagesschau.de gefunden.
Von Jakob Mayr, ARD Brüssel

Auf dem Weg zur Klimaneutralität
EU-Kommission verkündet Etappenziel für 2040

Die EU will bis 2050 klimaneutral werden. Nun präsentiert die Kommission ein Etappenziel für 2040. Doch vor der Europawahl scheuen sich Regierungen, ihre Bevölkerung auf Veränderung und Verzicht einzustellen.
Europas Kampf gegen den Klimawandel gleicht einem Marathon: Je weiter die EU-Staaten vorankommen, desto größer werden die Anstrengungen. Die erste Marke ist gesetzt – bis 2030 will die EU ihren Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase im Vergleich zu 1990 um 55 Prozent senken.
Die dafür nötigen Gesetze sind weitgehend beschlossen, umsetzen müssen sie die Mitgliedsstaaten. Bis zur Mitte des Jahrhunderts will die EU klimaneutral sein, also unter dem Strich nicht mehr Klimagase ausstoßen als durch Aufforstung oder CO2-Speicherung eingespart werden.
Für den Zeitraum dazwischen schlägt die EU-Kommission jetzt ein neues Etappenziel vor: Sie will Europas Emissionen bis 2040 um 90 Prozent gegenüber 1990 reduzieren.
Hier finden Sie den kompletten Artikel.

Montag, 5.Februar


Und wir haben den Kaffee im Buchladen.
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Heute haben
Annette Kolb * 1870
Gertrude Stein * 1874
Georg Trakl * 1887
Johannes Urzidil * 1896
Simone Weil * 1909
Richard Yates * 1926
Andrzej Szczypiorski * 1928
Paul Auster * 1947
Henning Mankell * 1948
Sarah Kane * 1971
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Zwischenbilanz

Hin fließen in Frieden
Und wieder her
Kein Geworfen mehr
Von Panzergras beschützt
Über den Ereignishorizont
Ins schwarze Loch

Denn mittlerweile laberwebts
Und weiserweißts
Strittig meist
Bei diesem oder jenem
Doch immer aktuell
Im Wir und Jetzt

Eben hier
Stolpern wir in Zweifelhaft
Und ganz verloren in
Schall und Rauch
Auch ins Netz
Selbstredend
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Unser Buchtipp:


Jane Campbell: „Kleine Kratzer
Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell
Kjona Verlag € 23,00
Cat Brushing € 14,90

13 Geschichten von 13 Frauen jenseits der 70.
Voller Humor, machmal auch schwarzem, erzählt die über 80jährige Jane Campbell in ihrem Debüt von Frauen, die wegen ihres Alters nicht auf dem Abstellgleis abgestellt werden wollen. Tabuisierte Themen wie Sexualität, Erinnerung, Verlust, Einsamkeit nimmt die Autorin in ihren Geschichten auf.
Während eine Dame ihre alte Katze bürstet, erinnert sie sich an ihre Liebhaber. In einer anderen Geschichte lässt eine Dame einen hochnäsigen alten Herrn und Ehemann der Nachbarin über die Klinge springen. In „Kleine Kratzer“ verschwimmen Gegenwart und Vergangenheit und handeln von einem Trauma, das sich durch ein ganzes Leben zieht.
Diese Geschichten reihen sich passend aneinander und wenn das Leben jenseits der 65 so aussieht, wie hier beschrieben, dann seht uns/mir noch einiges Interessantes bevor.
Vielen Dank Frau Campbell.
Elke Heidenreich lobt diese Erzählungen in den höchste Tönen und bringt jetzt im Frühjahr selbst ein Buch über das Altern heraus.

Leseprobe mit der kompletten ersten Geschichte.
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Auf tagesschau.de gefunden:

Bürgerbefragung
Paris stimmt für dreimal höhere SUV-Parkgebühren

In der französischen Hauptstadt hat eine knappe Mehrheit dafür gestimmt, die Parkgebühren für schwere Stadtgeländewagen zu verdreifachen. Darauf zielt auch die Pariser Verwaltung. Der Sondertarif soll nur für Besucher gelten.
Bei einer Bürgerbefragung in Paris hat sich eine Mehrheit für eine deutliche Erhöhung der Parkgebühren für schwere Stadtgeländewagen ausgesprochen. Damit setzte die Stadtverwaltung ihren Plan durch, nach dem für SUV und andere schwere Autos eine Stunde Parken im Zentrum 18 Euro statt üblicherweise 6 Euro kosten soll und in den Außenbezirken 12 Euro statt 4 Euro. Für sechs Stunden Parken im Zentrum werden gar 225 Euro statt bislang 75 Euro fällig. Die neue Regelung soll ab dem 1. September dieses Jahres greifen.
Rund 1,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner der französischen Hauptstadt waren zu der Abstimmung unter dem Motto „Mehr oder weniger SUV in Paris?“ aufgerufen. Rund 54,5 Prozent stimmten für die Erhöhung der Parkgebühren, rund 45,5 Prozent dagegen. Nur knapp sechs Prozent der Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich nach vorläufigem Endergebnis an der Abstimmung.

Den kompletten Artikel finden Sie hier.

Freitag, 15.Dezember


Heute haben
Ferdinand Hardekopf * 1876
Hans Carossa * 1878
Maxwell Anderson * 1888
Edna O`Brian * 1930
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Allein

Bin ich immer
Wenn die Nacht kommt
Und mir die Welt nimmt
Wenn in meinem Herzen wild
Die Blätter treiben
Die der Sturm noch am Abend
Aus meiner Krone riss
Was für ein Glück
Wenn Dein Licht am Morgen wieder
Auf mich wartet
Ich weiß
Ich bin nicht allein
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Zum 15. Dezember ziehen wir ein Kinder-Jugendbuch aus dem Regal, das uns vor Jahren sehr bewegt hat und das wir immer vorrätig haben.


Sara Pennypacker: „Mein Freund PAX
Fischer Taschenbuch € 10,00
ab 11 Jahren
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Gestern Abend las Frank Maier in der Kneipe „Stadt Heidenheim“ aus seinem biografischen Buch „Warum die Liebe den Idioten überlassen„. Spät angefangen, wenig Publikum, aber ein toller, frecher, witziger, informativer Abend über die Ulmer Musikszene, den Wiley Club, das 113, das Roxy, das Café Fortschritt und natürlich New York und die dortigen Jazz Clubs.
Wer also wissen will, wie wild es damals hier zuging, ist mit diesem Roman bestens bedient und unterhalten.

Dienstag, 21.November


Heute haben
Voltaire * 1694
Wilhelm Friedrich Waiblinger * 1804
Olav Duun * 1876
Marilyn French * 1929
Margriet de Moor * 1942
Andrew Sean Greeer * 1970
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Winfried Hermann Bauer
Letzte Ausfahrt

Zu schnell
Viel zu schnell
Ändert sich alles
So scheint es
Zu schnell
Viel zu schnell
Ändert sich alles
So scheint es
Dabei bleibt doch alles wie es war
In der Tiefe
Die wir verlieren
Im Trommelfeuer der Bytes and Pics
Im Neuronengewitter
Das uns über die Oberfläche schleudert
Aus uns heraus
Taumelnd
Bis wir über den ausgetrockneten Rand
Einer abgeflachten Erde
Ins Chaos
stürzen
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Bilder der Monate November / Dezember
Albert Cüppers: „Nächtliche Landschaft mit Styx (hüben und drüben) &
„Landschaft mit Albdorf“


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Schukrafts Wundertüte

Zum letzten Mal: „Das Weib ist ein Mann“
Zitate aus dem Gästebuch:
„Toller Text! Tolle Darstellung! Eine echte Überraschung! Das Spiel nimmt den Zuschauer ab dem ersten Satz mit! Einfach großartig!“ Maria und Norbert
„Außergewöhnlich gut!“ A.
Die Inszenierung wird vom deutsch/französischen Theater BAAL und voraussichtlich auch vom „Sandkorn-Theater“ in Karlsruhe übernommen
Letzte Aufführungen am Samstag, 25., und Sonntag 26.11., jeweils um 19 Uhr


Die Proben zu unserer Uraufführung von „Frau Einsteins Nobelpreis“ laufen auf Hochtouren. Sie sind durchaus anspruchsvoll, aber auch höchst vergnüglich.
Celia Endlicher und Andreas Laufer haben Freude an diesem Stück, das die Ehe von Mileva und Albert Einstein aus ganz verschiedenen Aspekten und mit ganz verschiedenen Mitteln spielerisch beschreibt und kommentiert. Es wird auch die Frage beantwortet, wie Mileva es geschafft hat – trotz der katastrophalen Scheidungstragödie – letztendlich für sich und ihre Kinder das gesamte Preisgeld von Einsteins Nobelpreis zu sichern.
Premierenwochenende ist am Freitag, 8., Sa.,9., und So.,10. Dez., um 19 Uhr im Schuhhaussaal, Knustverein, Ulm, Kramgasse 4. 

Mit freundlichem Gruß
Ihr Wolfgang Schukraft

Für die Premiere am Freitag, 8.12., gibt es nur noch Restkarten!

Mittwoch, 15.November


Heute haben
Johann Caspar Lavater * 1741
Gerhart Hauptmann * 1862
Giorgio Manganelli * 1922
Heinz Piontek * 1925
Chinua Achebe * 1930
J.G.Ballard * 1930
Wolf Biermann * 1936
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Herbstwald

Siehst du den Nebelatem im Gezweig
Den geisterhaften Tanz der Feen
Wenn Schleier durch die Kronen weh’n
Und Laub aufglüht in diesem Licht
Das kaum mehr steigt

Hörst du den Häher, der den Wald bewacht
Den Buntsprecht, wie er schafft
und baut
Als wäre ihm seit je vertraut
Was dir und mir verborgen bleibt

Spürst du den Tau auf deiner Haut
Den Blätterboden unter deinen Füßen
So federnd weich
Der Mutter Hauch, nimmst du ihn wahr
Den milden Duft nach Pilz und Moder

Spinnen weben über dein Gesicht
Das leise weint
Ein Netz aus Trost
Als trauten sie dem Gott nicht
Zu bewahren, was allein verloren scheint

Wenn Fülle weicht und Fäulnis wird
Verwelken alle Träume
Was treibt mich noch, was hält
Fragst du
Wenn schattenschwer der Tag zerfällt

Es ist ein Ringen überall
Ein Nehmen und ein Geben
Trotz Nacht und Kälte in der Welt
Sei dir gewiss, den tiefsten Grund uns noch erhellt
Die unverzagte Lust am Leben
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Eine Entdeckung:

Cal Flyn: „Verlassene Orte
Enden und Anfänge in einer menschenleeren Welt
Aus dem Englischen von Milena Adam
Matthes & Seitz Verlag / Naturkunden € 34,00

Da hat die Herausgeberin der Naturkunden-Reihe Judith Schalansky wieder einen höchst interessanten Schatz gehoben.
Die schottische Essayistin Cal Flyn erkundet in diesem außergewöhnlichen Buch Orte, an denen keine, oder kaum noch Menschen leben. Diese Orte sind Sperrgebiete oder Geisterstädte, Festungsinseln und Niemandsländer. In Tschernobyl trifft sie auf Menschen, die trotz der Katastrophe wieder zurück in ihre verseuchten Häuser gezogen sind. Sie wandert über unbewohnte Inseln und entdeckt Tiere und Pflanzen, die es sonst kaum zu sehen gibt. Aber auch mitten in Großstädten kommt es zu Veränderungen. So in der ehemals viertgrößten Stadt der USA, in Detroit, in der ganze Straßenzüge verfallen und verwaist sind, entdeckt sie, wie die Natur sich ihren Platz wiede zurückerobert. Sie sieht, wie Tiere und Pflanzen sich den neuen Gegebenheiten anpassen, Fische in vergiftetem Wasser weiterleben.
Sie stellt sich die Frage, was ist eigentlich ‚Natur‘? Was verstehen wir darunter?
Aber auch: Wie gehen wir mit ‚Natur‘ um? Was zerstören wir unwiederbringlich?
Cal Flyn ist ein besonderes Buch gelungen, das zwischen Recherchen, Beobachtungen, Philosophie und Essay wandelt.

Leseprobe
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Heute auf tagesschau.de

Neue Medizinstudie
Klimawandel macht Menschen krank

Extreme Hitze oder tropische Infektionskrankheiten auch in vormals gemäßigten Regionen. Der Klimawandel hat Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen. Forscher warnen, Nichtstun koste Menschenleben.
Selbst wenn der Anstieg der globale Durchschnittstemperatur bei knapp unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bliebe, würde die Zahl der globalen Hitzetoten bis zur Mitte des Jahrhunderts um 370 Prozent steigen. Das ist ein Ergebnis der neuen Studie „Lancet Countdown on health and climate change„, die 114 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht haben.
Demnach sind die Menschen weltweit an doppelt so vielen Tagen extremer Hitze ausgesetzt wie im Zeitraum 1986 bis 2005. Lebensbedrohlich ist dies insbesondere für Kleinkinder und ältere Menschen. Die Zahl der hitzebedingten Tode von Personen, die älter als 65 Jahre waren, stieg zuletzt im Vergleich zum Zeitraum 1991 bis 2000 um 85 Prozent. Marina Romanello vom University College London kommt zu dem Schluss: „Nichtstun wird uns teuer zu stehen kommen. Wir können es uns nicht leisten, so untätig zu sein – der Preis dafür sind Menschenleben.“ …
Hier können Sie weiterlesen.

UN-Analyse zu Klimaplänen
„Zeit für eine Supernova an Klimaanstrengungen“

Zu langsam, zu wenig, zu spät – eine UN-Analyse zeigt, dass die nationalen Klimaschutzpläne nicht ausreichen, um das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen. UN-Generalsekretär Guterres schlägt Alarm und fordert ehrgeizigere Ziele.
Eine Analyse der Vereinten Nationen zu den von den Staaten vorgelegten Klimaschutzplänen kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Die Welt ist weit davon entfernt, die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen. „Der Bericht zeigt, dass die Regierungen zusammengenommen Babyschritte gehen, um die Klimakrise abzuwenden“, erklärte der Chef des UN-Klimasekretariats, Simon Stiell.
Die Weltklimakonferenz im Dezember in Dubai müsse ein „Wendepunkt“ sein. „Die Regierungen müssen sich nicht nur auf stärkere Klimaschutzmaßnahmen einigen, sondern auch genau zeigen, wie sie diese umsetzen wollen“, so Stiell.
Die internationale Staatengemeinschaft hat das Ziel vereinbart, die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen, um die katastrophalsten Folgen wie etwa mehr Dürren, Unwetter, Überschwemmungen und Hitzewellen abzuwenden. …
Hier geht es weiter.

Samstag, 11.November

Heute haben
Fjodor Michailowitsch Dostojewski * 1821
Kurt Vonnegut * 1922
Luigi Malerba * 1927
Carlos Fuentes * 1928
Hans Magnus Enzensberger * 1929
Rainer Schedlinski * 1956
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Herbstlicht

Abendsonne
Strahlt durch die Wolkenlücke
Wie eine Offenbarung
Zeit
Tropft von den Zweigen
Verloren
Sitzt ein Marienkäfer
Auf einem rot glänzenden Blatt
Gelb mit schwarzen Punkten
Auch das noch
Nur kein Nebel jetzt …
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Unser Buchtipp:


Eva Illouz: „Undemokratische Emotionen

Des Beispiel Israel
Unter Mitarbeit von Avital Sicron
Aus dem Englischen von Michael Adrian
Edition Suhrkamp € 18,00

Die israelisch-französische Soziologin hat sich in ihren Bücher u.a. mit dem Thema „Liebe“ und „Emotionen“ befasst. „Warum Liebe weht tut“, „Warum Liebe endet“, „Gefühle in Zeiten des Kapitalismus“ sind drei ihrer bekannten Titel. 2015 erschien ihr Essayband „Israel“. Im Frühling dieses Jahres kam der oben erwähnte Titel heraus, bei dem der Untertitel extrem wichtig ist. Ich habe gestern das Buch zur Hand genommen und war überrascht, wie erhellend ihre Interviews und Analysen, ihre geschichtliche Betrachtungen zur aktuellen Lage in Israel und dem Gazastreifen sind. Angst spielt darin eine große Rolle. Angst auf beiden Seiten. Und die Situation der immer stärken werdenden rechtsradikalen, ultrakonservativen Regierung, die es geschafft hat, trotz der sehr schwierigen Lage, immer noch eine Mehrheit zu bekommen. Ein dauerndes Wiederholen der gleichen Parolen, macht es einer linken Opposition fast unmöglich an die Regierung zu kommen.
Es sind die vier große undemokratische Gefühle, die vom Populismus geschürt werden: Angst, Abscheu, Ressentiment und blinder Nationalstolz. Dagegen setzt Eva Illouz nicht die Liebe, sondern die Brüderlichkeit.
Ich freue mich auf die weitere Lektüre, die noch nichts vom jetzigen Krieg weiss, aber viel zur Klärung, wie es dazu kommen konnte, beiträgt.

Leseprobe
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Heute Nachmittag ist der Martinsmakt in der Waldorfschule am Illerblick geöffnet.
Wir sind mit unseren Büchern wieder in einem Klassenzimmer zu finden.