Dienstag, 8.August

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Heute haben
Nina Berberowa * 1901
Jostein Gaarder * 1952
und
Birgit Vanderbeke * 1956
Geburtstag
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Joachim Ringelnatz
Schwebende Zukunft

Habt ihr einen Kummer in der Brust
Anfang August,
Seht euch einmal bewusst
An, was wir als Kinder übersahn.

Da schickt der Löwenzahn
Seinen Samen fort in die Luft.
Der ist so leicht wie Duft
Und sinnreich rund umgeben
Von Faserstrahlen, zart wie Spinneweben.

Und er reist hoch über euer Dach,
Von Winden, schon vom Hauch gepustet.
Wenn einer von euch hustet,
Wirkt das auf ihn wie Krach,
Und er entweicht.

Luftglücklich leicht.
Wird sich sanft wo in Erde betten.
Und im Nächstjahr stehn
Dort die fetten, goldigen Rosetten,

Kuhblumen, die wir als Kind übersehn.
Zartheit und Freimut lenken
Wieder später deren Samen Fahrt.

Flöge doch unser aller Zukunftsdenken
So frei aus und so zart.
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Susanne Link empfiehlt:

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Sylvie Schenk:Eine gewöhnliche Familie
Hanser Verlag € 18,00
„Schnell,dein Leben“ war das erste Buch, das ich von Sylvie Schenk gelesen habe und
ich fand es absolut klasse mit welcher Intensität und Prägnanz sie schreibt. Nun im neuen Roman „Eine gewöhnliche Familie“ erkenne ich ihr Erzählmuster wieder und bin wieder total hingerissen. Vier Geschwister treffen sich zur Beerdigung ihres kinderlosen Onkels und seiner Frau. Jeder der vier hat/hatte ein anderes Verhältnis zu den beiden, die so ganz anders waren, als die eigenen Eltern. Und auch das Verhältnis der Geschwister untereinander wird beleuchtet.
In Rückblicken und nicht chronologisch erzählt Sylvie Schenk diese besondere Familiengeschichte aus Frankreich.

Leseprobe

Sylvie Schenk wurde 1944 in Chambéry, Frankreich, geboren, studierte in Lyon und lebt seit 1966 in Deutschland. Sylvie Schenk veröffentlichte Lyrik auf Französisch und schreibt seit 1992 auf Deutsch. Sie lebt bei Aachen und in La Roche-de-Rame, Hautes-Alpes.

Dienstag, 27.September

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Heute haben
Grazia Deledda * 1871 (Nobelpreis 1926)
Tanja Kinkel * 1969
Geburtstag.
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Barthold Hinrich Brockes
Die Welt ist allezeit schön

Im Frühling prangt die schöne Welt
In einem fast smaragdnen Schein.
Im Sommer glänzt das reife Feld
Und scheint dem Golde gleich zu sein.

Im Herbste sieht man als Opalen
Der Bäume bunte Blätter strahlen.

Im Winter schmückt ein Schein, wie Diamant
Und reines Silber, Flut und Land.

Ja kurz, wenn wir die Welt aufmerksam sehn,
Ist sie zu allen Zeiten schön.
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

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Steven Herrick: „Wir beide wussten, es war was passiert
Übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn
Thienemann Verlag € 14,99
ab 13 Jahren

Billy hält es mit seinem immer betrunkenen, gewalttätigen Vater nicht mehr aus und geht. Mit seinen 16 Jahren macht er sich mutig, ohne Geld und Perspektive auf den Weg. Nach ziellosem Umherfahren findet er eine Bleibe im Waggon eines verlassenen Güterzuges, wo er auf Old Bill trifft, der schon länger im Waggon nebenan lebt und seine traurige Vergangenheit mit Alkohol zu vergessen glaubt. Die beiden Heimatlosen finden zueinander und helfen sich gegenseitig das Leben zu bewältigen. Als Billy wieder einmal hungrig Essensreste bei McDonald’s von den Tischen klaut, lernt er Caitlin, die dort arbeitet, kennen. Caitlin wiederum stammt aus reichem Hause, möchte aber von Ihren Eltern unabhängig sein und neben der Schule selbst Geld verdienen. Erst ist sie irritert über sein Verhalten, verrachtet ihn aber nicht und, wir ahnen es schon , Billy verliebt sich in sie. Caitlin besucht unsere zwei Gestrandeten immer wieder, versorgt sie mit Essen und es entwickelt sich eine wunderschöne ungewöhnliche Freundschaft zwischen den Dreien.
Der Stil des Buches ist fremd für ein Jugendbuch. Die Geschichte wird in Strophen erzählt (gut für Lesemuffel, denen viel Text Mühe macht ). Anfangs gewöhnungs-bedürftig, löst sich aber nach den ersten Seiten in Wohlgefallen auf.
Für mich eines der schönsten Jugendbücher bei den Neuerscheinungen, ein modernes Märchen,von liebevollen ungewöhnlichen Menschen, die uns ans Herz wachsen und uns über etliche Vorurteile stolpern lässt.

Leseprobe

Auf der Empfehlungsliste „Die 7 besten Bücher für junge Leser“ im August 2016, Jugendbuch des Monats.
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Werner Färbers Ungereimtheit der Woche
Der Wiedehopf CXCIII

Der Wiedehopf, der Wiedehopf,
trägt seinen Schnabel vorn am Kopf.
Trüg er den Schnabel am Gesäße,
blieb ihm verborgen, was er fräße.
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Heute abend um 19 Uhr „Shortlistlesen„.
Das nur als kleine Erinnerung.

Freitag, 22.April

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Heute haben
Henry Fielding * 1707
Ludwig Renn * 1889
Guillermo Cabrera Infante * 1929
Geburtstag
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Unser Musiktipp:

Kopa

Peter Tschaikowsky:Violinkonzert op.35
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Igor Strawinsky: „Les Noces“
mit Patricia Kopatchinskaja: Geige
Nadine Koutcher: Sopran
Natalya Buklaga: Mezzosopran
Stanislav Leontieff: Tenor
Vasiliy Korostelev: Bass
MusicaAeterna Choir, MusicAeterna Orchestra unter der Leitung von Teodor Currentzis
Sony CD 19,99

Da sitzen die beiden Ausnahmetalente (Geigerin und Dirigent) wie Braut und Bräutigam bei einer russischen Bauernhochzeit. So soll es auch sein, da Stravinskys „Les Noces“ genau davon erzählt. Selten wird das Stück aufgeführt und wahrscheinlich noch nie so unter Volldampf, oder besser gesagt unter Einfluß von Wodka, der hier in Strömen zu fließen scheint.
Patricia Kopatchinskaja dürfte wohl die innovativste Geigerin sein. Sie steht schon mal barfuß auf der Bühne und stampft zum Rhythmus der Melodie. Auch hier hat sie die beiden russichen Klassiker entstaubt. Erdig und echt, nicht im Studio geglättet und für Klassikradio präpariert. In Zusammenarbeit mit dem jungen Dirigenten Teodor Currentzis gelingt den beiden ein bekanntes Musikstück zu entstauben, damit es wie eine Neuentdeckung wirkt.
br-klassik. de: „Und so huscht, wandert, stolpert, trottet und stolziert Patricia Kopatchinskaja durch Tschaikowskys Konzert, dass man an manchen Stellen wie neu hört, …“
Beiden haben sich an unterschiedlichste Komponisten gewagt. Von Beethoven bis Ligeti und Patricia Kopatchinskajas erste Aufnahme, eine Zusammenarbeit mit dem türkischen Pianisten Fazil Say, der selbst auf den verschiedensten Hochzeiten tanzt, ist immer noch mehr als hörenswert.
„Ich bitte dich um diesen Klang,“ schreibt Currentzis an Kopatchinskaja, „den ›bitteren‹ Klang von Darmsaiten. Nicht den gefälschten, polierten Klang, sondern den wahrhaftigen, demütigen.“
Und genauso klingt die Einspielung auch.


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22 / 04 / 2016 – Venet-Haus Galerie, Neu-Ulm – 19:30 Uhr
Sebastian Guggolz stellt seinen Guggolz-Verlag vor: “Dead & Alive!”
Musik: “KURZWEIL” – Julius Wunderle (Saxophon) und Jonathan Frey (Piano)
Eintritt: 6, 00 €

“Der Verleger der toten Autoren” titelte eine Berliner Zeitung über Sebastian Guggolz und seinen 2013 gegründeten Verlag. Quicklebendig sind da die Autoren, die ihre Werke im 19. und frühen 20. Jahrhundert schrieben. Wiederentdeckungen in grafisch exquisit aufgemachten Büchern sind Guggolz’ Bücher: beispielsweise Sillanpää, der finnische Literaturnobelpreisträger. Er schrieb den um 1919 entstandenen Roman „Frommes Elend“, eine harte und zugleich anrührende Schilderung harten bäuerlichen Lebens in Finnland vor über 100 Jahren. Oder Maxim Harezki, der während der russischen Kriegs- und Revolutionswirren von 1917/18 mit erstaunlicher Klarsicht über einen jungen Mann schrieb, der zerrissen ist zwischen Sympathie für den Umsturz und Ablehnung der Gewalt, die er mit sich bringt: „Zwei Seelen“ heißt der Roman, der 1919 erschien.
Ein Abend für Entdecker. Der 32jährige Verleger weiss lebendig und anregend von den Abenteuern des Bücherfindens und -machens zu berichten!

Alle weiteren Termine der Literaturwoche und unserer Buchhandlung finden Sie hier.

Dienstag, 2.Februar

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Heute haben
Johann Christoph Gottsched * 1700
Annette Kolb * 1875
James Joyce * 1882
Also Palazzeschi * 1885
Joanna Bator * 1968
Geburtstag
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Unser heutiger Buchtipp:

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Constanze Semidei (Text) und Volker Fredrich (Illustrationen):Ausflug mit Bär
Tulipan Verlag € 14,95
Bilderbuch ab 4 Jahren

IMG_7891Leonard stellt sich zu Beginn des Bilderbuches selber vor und meint, dass er „so groß“ schon sein.“Ziemlich groß, oder?“ Er geht zwar noch in den Kindergarten, fühlt sich jedoch schon für alle Abenteuer gerüstet.
Gestern war er mit seiner Gruppe und der Erzieherin Frau Kleine im Zoo. Da war mal was los. Die Eisbären hatten Junge bekommen und die Kinder staunten nicht schlecht, als ein Wärter mit einem Eimer voller Fische zum Füttern kam. Da gibt es ein Gejohle und Geschreische.

Der Zoo ist voller Menschen, die applaudieren und ihren Spaß dabei haben.
Leonard staunt nicht schlecht, als sich im Zoo eine riesige Tatze auf seine Schulter legt: „Gehst du ein Stück mit mir?“, fragt der Eisbär. „Klar“, sagt Leonard. Aber was unternimmt man mit einem Eisbären? Gemeinsam verlassen Leonard und der Eisbär den Zoo und machen sich auf den Weg. Mit einem Eisbären wird es garantiert nicht langweilig: Sie fahren zum Hafen, essen Currywurst und der Eisbär trinkt sein erstes Bier. Er kann die Flasche mit der bloßen Pfote öffnen. Zu Hause angekommen, spielen sie mit Leonards Holzeisenbahn. Dessen kleiner Bruder staunt nicht schlecht, wen Leonard da mitgebracht hat. Es werden Türme von Wurstbroten geschmiert. So ein Bär hat Hunger. Nach einem kleinen Nickerchen, verabschiedet sich der Eisbär, verschwindet im Taxi und winkt mit seinem großen, karierten Taschentuch.
Plötzlich legt sich eine Hand auf Leonards Schulter. Er erschrickt und bemerkt, dass er dieses Abenteuer wohl nur geträumt hat, denn es ist die Hand von Frau Kleine, die ihn fragt, ob er mitkommen wolle. Etwas betröppelt geht Leonard neben ihr her und kann es immer noch nicht fassen, was ihm gerade passiert ist.
Eine herrlich freche Geschichte mit eigenwilligen Illustrationen, die verschiedene Techniken benutzt und dem Bilderbuch eine ganz besondere Note gibt.

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Werner Färbers Ungereimtheiten der Woche

Känguru & Schaf

Ein Wollschaf und ein Känguru
vergötterten einander.
Deshalb blieben sie immerzu
ihr Leben lang bei’nander.

Die Kinderschar, die draus entstand,
als woll’ne Hüpfer wurd‘ bekannt.
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Heute abend ab 19 Uhr.
Die erste Seite“ mit Marion Weidenfeld und Clemens Grote.
Drei neue Romane, die unterschiedlicher nicht sein können und ein Text aus der Süddeutschen Zeitung, zur Neuveröffentlichung von Hitlers: „Mein Kampf“.
Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen.

Freitag, 22.Januar

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Nacht, Licht und Mond

Heute haben
John Donne * 1572
Gotthold Ephraim Lessing * 1729
Lord Byron * 1788
Agust Strindberg * 1849
Francia Picabia * 1879
Erika Runge * 1939
Wilhelm Genazino * 1943

John Donne

No man is an island,
Entire of itself,
Every man is a piece of the continent,
A part of the main.
If a clod be washed away by the sea,
Europe is the less.
As well as if a promontory were.
As well as if a manor of thy friend’s
Or of thine own were:
Any man’s death diminishes me,
Because I am involved in mankind,
And therefore never send to know for whom the bell tolls;
It tolls for thee.
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Dafür haben wir doch Bücher, damit wir mit ihnen zu den entlegendsten Orten der Welt reisen können.

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Alastair Bonnett: „Die seltsamsten Orte der Welt
Geheime Städte, Wilde Plätze, Verlorene Räume, Vergessene Inseln
C.H.Beck Verlag € 19,95

Der Fuchsbau 54°58’54“ nördlicher Breite; 1°35′ 21“westlicher Lage
Mit dieser genauen geographische Angabe ortet der Geograph Alastair Bennet einen Fuchsbau am zugewachsenen Westrand des Heaton Park in Newcastle. Zwischen Müllsäcken und einem verfaulenden Kinderbett macht er, nach hinlänglichem Tasten, eine feuchte, schlecht gebaute Höhle aus und ging damit dem Bedürfnis nach, einem ihm hin und wieder begegnenden kleinen Fuchs zu folgen.
Wer einmal einem Fuchs begegnete, wird dieses Bedürfnis sofort nachempfinden können.
Und so folgt die Leserin, der Leser dem Autoren mit wachsender Begeisterung in die Mongolei nach Kangbashi zu Museen ohne Besucher, Einkaufzentren ohne Kunden, erfährt dort etwas über die mutigen Bergleute eines der größten Kohlereviere Chinas und reist weiter……. bis nach Camp Zeist, einer niederländischen Militäreinrichtung auf schottischem Boden, verweilt auf einem Friedhof in Manila oder erobert sich das Vereinigte Königreich der Lunda Chokwe. Es liegt in der östlichen Hälfte Angolas.
Dieses unglaubliche Buch, unterteilt in Kapitel mit den Überschriften verlorengegangene Orte, versteckte Geographien, Niemandsländer, Geisterstädte, Ausnahmeräume, Enklaven und abtrünnige Nationen, schwimmende Inseln, vergängliche Orte, fügt am Ende des Buches ein Personen-, sowie Orts- und Sachregister an und bietet zudem noch Illustrationen der Künstlerin Lauren Nassef, die die seltsamsten Orte der Welt, fein und liebevoll darstellt.
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Gehen Sie hin, es lohnt sich:

Marlies Blume Foto 1 klein

Marlies Blume
Abendprogramm „all in one, elles isch ois“:

26.02.2016, 20h, theaterWerkstatt Ulm, Schillerstr. 1 (neben Roxy), 89077 Ulm

Vorbestellung unter 07348 / 982 180
Weitere Infos unter www.theaterwerkstatt-ulm-ev.de
Alle Infos zu Marlies Blume unter www.marliesblume.de
Münch & Sauer Foto
Münch & Sauer
Abendprogramm „Schöne Aussicht“:
30.01.2016
05./06./12./13.02.2016
jeweils 20h, theaterWerkstatt Ulm, Schillerstr. 1 (neben Roxy), 89077 Ulm
Vorbestellung unter 07348 / 982 180
Weitere Infos unter www.theaterwerkstatt-ulm-ev.de
Alle Infos zu Münch & Sauer unter www.muenchundsauer.de

Mittwoch, 20.Januar

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Heute haben
Nazim Hikmet * 1902
Eugen Gomringer * 1925
Ernesto Cardenal * 1925
Nigel Williams * 1948
Ulrike Drasener * 1962
Ildikó von Kürthy * 1968
Geburtstag.
Aber auch Federico Fellini und David Lynch.
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Ann Patchett:Aus Liebe zum Buch
Aus dem Amerikanischen von Marion Hertle
Atlantik Verlag € 5,00

„Sie haben gehört, dass der unabhängige Buchhandel tot ist, dass Bücher tot sind, dass vielleicht sogar das Lesen tot ist? – Holen Sie sich einen Stuhl, ich habe eine Geschichte zu erzählen.“
Als im März 2011 die letzte unabhängige Buchhandlung in Ann Patchetts Heimatstadt Nashville, Tennessee, schließt, nimmt die US-amerikanische Schriftstellerin das Schicksal der Stadt selbst in die Hand und beschließt, allen Warnungen zum Trotz, selbst eine Buchhandlung zu eröffnen: „The ParnassusBookshop“.
Ann Patchett ist bei uns mit ihrem Roman „Bel Canto“ berühmt geworden. Ein super Buch, das es (hoffentlich) immer noch als Piper Taschenbuch gibt.
Dieser Text passt sehr gut in die Stimmung des Deutschen Buchhandels. Es gibt eine klitzekleine Rückbesinnung zur kleinen Buchhandlung um die Ecke. Nicht, dass wir damit amazon in die Knie zwingen könnten. Nein, das sicher nicht. Aber damit werden die letzten unabhängigen, engagierten Läden erhalten und diese betreiben weiterhin unbemerkt Kulturarbeit und dies meist ohne Unterstützung durch die öffentlichen Hand.
Petra Hartlieb hat uns vor ein paar Jahren in ihrem Buch aufgezeigt, was es bedeutet, eine eigene Buchhandlung zu eröffnen. Sehr lustig ist dies zu lesen. Im Herbst erschien bei Diogenes eine Anthologie mit Buchhandelsgeschichten im kleinen Format. Wir haben darüber hier auf dem Blog geschrieben.
Gestern lag ein Stapel von Ann Patchetts Büchle „Aus Liebe zum Buch“ in einer Bücherkiste. In dieser kleinformatigen Ausgabe schreibt sie auf 64 Seiten, wie sie dazukam eine eigene Buchhandlung zu eröffnen. Nicht, dass sie täglich im Laden stehen möchte. Aber eine Stadt wie Nashville ohne Bchhandlung – das geht gar nicht. also sucht sie die passenden Partnerinnen, schlägt auf ihren Lesereisen die Werbetrommel und schafft es zur Eröffnung von Parnassus Books auf die Titelseite der New York Times.
Es tut gut, diesen Text zu lesen, der 2012 im Antlantic Monthly unter dem Titel „The Bookstore Strikes Back“ erschienen ist. Was für ein guter Titel. Und wenn Sie auf die Website der Buchhandlung klicken, finden Sie u.a. auch den Spruch: „Parnassus Books – The Indipendent bookstore For Indipendent People“. Passt.
Mein Vorschlag: Sie kaufen dieses Buch. Es liegt bei uns neben der Kasse. Legen € 5,00 auf den Tisch, lesen es mal eben neben einer Tasse Cappuccino und schenken es dann sofort weiter. Mit der Bitte, dass auch diese Person es weitergeben soll. Vielleicht …. naja amazon kratzt es nicht, wie gesagt, aber vielleicht finden ein paar LeserInnen mehr wieder den Weg in unabhängige Buchhandlungen.

Ann Patchett ist eine der bekanntesten amerikanischen Schriftstellerinnen. Sie schreibt Kurzgeschichten, Essays und Romane. Für ihren Roman Bel Canto erhielt sie den PEN/Faulkner Award und den Orange Prize. Das Time Magazine setzte sie 2012 auf die Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt.

Website von Parnassus Books

11.Türchen vom Besten das Beste

IMG_7040Heute haben
Christian Dietrich Grabbe * 1801
Alfred de Musset * 1810
Nagib Machfus * 1911
Alexander Soschenizyn * 1918
Grace Paley * 1922
Geburtstag.

p.s. Lest Grace Paley
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Im März stellten wir das Wildnis-Buch vor, das wir immer noch im Laden präsentieren. Jetzt neben einem kleinen Stapel über uralte Bäume. Auch aus der gleichen Buchreihe im Verlag Matthes & Seitz.

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Robert Macfarlane: “Karte der Wildnis
Herausgegeben von Judith Schalansky
Aus dem Englischen von Andreas Jandl und Frank Sievers
Matthes&Seitz Verlag € 34,00

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Wie es ist, in den Wald zu gehen und auf einen Lieblingsbaum zu klettern, den man schon in der Kindheit kannte? Wie es sich anfühlt, dort oben auf die anderen Bäume herunterzuschauen und zu sehen, wie die Äste sich im Wind, hier sogar Sturm, wiegen. Damit beginnt der Autor seinen Essay-Roman, der im Englischen 2007 herauskam und mit zahlreichen Preisen überschüttet worden ist. W.G.Sebald hätte an dieser Art von Literatur seine große Freude. Die Sprache fließt wie ein großes Gedicht und nimmt uns mit in die Wildnis. Aber wo ist heute noch Wildnis? Unberührte Natur in England vor ca. zehn Jahren? Gar nicht so einfach zu finden. Oder vielleicht doch? Sind es nicht einfach auch nur die Ecken um’s Haus. Der Hinterhof, oder das Tal ein paar Kilometer weit entfernt? Gestern erzählte mir mein Nachbar beim Geburtstagsbier, dass er beim erstmaligen Übertritt der Grenze von der DDR in die BRD vom Grenzer einen Autoatlas ins Auto geworfen bekommen habe. Jedes Auto. Und das war nicht das einzig Verwunderliche. Auf dem Autoatlas waren die BRD, Österreich und die Schweiz zu sehen und nicht nur weisses Niemandsland, wie bisher in seinem Leben. Statt Wildnis also aufgezeichnete Straßen und Städte, Bahnlinien und Küsten. McFarlane sucht diese weissen Flecken und beginnt seine Reise ganz in der Nähe, zieht weiter zu Freunden und Bekannte, die ihm im Norden von England, auf Inseln Unberührtes empfehlen, zeigen, ihn dort hinführen. Und umso mehr er dorthinreist, die Gegenden abwandert, wandelt sich dieses Buch zu einer Reise ins Innere, in die Zeit und aus einem kleinen Flecken wird eine Philosophie des Lebens. Wobei ich wieder bei Sebald bin, der in seinen Erzählungen Biografien aufgreift, aufschreibt und uns einen riesigen Kosmos präsentiert, der Ort und Zeit zu sprengen scheint.
Mcfarlane zitiert aus einem Brief eines US-amerikanischen Historikers, der 1960 an einen Beamten schrieb, wie wichtig die Wildnis ist. Eine wilde Gegend sei bei Weitem mehr wert, als sich in der Kosten-Nutzen-Rechnung ihre ökonomischen Erholungswertes oder ihre Reichtums an Bodenschätzen errechnen ließe. Wir brauchen die Wildnis, so der Historiker weiter, weil sie uns an eine Natur erinnert, die außerhalb des Menschen liegt. Wälder, Ebenen, Prärien, Wüsten, Berge: Diese Landschaften zu erleben kann dem Menschen eine Ahnung von Größe geben, die über ihn hinausgeht und die wir in gewisser Weise verloren haben.
Am Ende entsteht diese Karte der Wildnis, die im Englischen: “The Wild Places” heisst. Keine reale Karte, sondern eine Karte im Kopf von jedem von uns, auf der wir erkennen, wie nahe die Fremde und wie wild unsere Städte sind. Wir müssen es nur zulassen und die Wildnis nicht vergessen.
Vergessen sollten wir auch nicht, wie schön dieses Buch gestaltet ist. Die Naturkunden-Reihe, gestaltet von Judith Schalansky, zeigt sich hier wieder von seiner schönsten Seite und die „Karte der Wildnis“ sticht aus dem Einheitsbrei der schnell produzierten Bücher wie ein großer Baum hervor.

Robert Macfarlane, geboren 1976 in Nottinghamshire, studierte Literaturwissenschaft in Cambridge, und begann schon als Kind mit dem Bergsteigen. Sein erstes Buch Mountains of the Mind (2003) erhielt zahlreiche Preise, darunter den Somerset Maugham Award. Nach einer wissenschaftlichen Arbeit über Plagiate im 19. Jahrhundert veröffentlichte er 2007 Karte der Wildnis. Es wurde von Kritik und Publikum gefeiert und zur Grundlage einer BBC-Dokumentation. 2012 erschien die Fortsetzung Old Ways. 2011 wurde Macfarlane, der auch als Essayist und Kritiker für den Guardian tätig ist, zum Mitglied der Royal Society of Literature ernannt.

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Mittwoch

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Heute haben
Theodor Körner * 1791
Jaroslav Seifert * 1901 (Nobelpreis 1984)
Per Olov Enquist * 1934
Antonio Tabucchi * 1943
Geburtstag

Theodor Körner
Knospen
Sonnenaufgang auf der Riesenkoppe

Die Erde ruht in tiefer, ernster Stille,
Und alles schweigt; es dringt kein Laut zum Ohre.
Doch schnell auf finstrer Spur entflieht die Hore,
Daß sie das Wort der ew’gen Zeit erfülle.

Da bricht der Morgen durch des Dunkels Hülle;
Es tritt der Tag in lichtem Strahlenflore
Mit üpp’ger Kraft aus seinem goldnen Tore;
Der Himmel glüht in frischer Jugendfülle.

Und freudig auf des Lichtes zarten Spuren
Beginnt das Leben sich zu regen
Und keimt und blüht in tausendfacher Lust.

Unübersehbar schimmern Städt’ und Fluren
Aus weiter Ferne meinem Blick entgegen,
Und heil’ge Sehnsucht glüht in meiner Brust.
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Henry James „Die mittleren Jahre“
Erzählung
Übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Walter Kappacher
Jung und Jung Verlag  €12,00

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Dieser Text von Henry James über einen Schriftsteller im mittleren Alter hat es in sich. Philip Roth ließ sich von ihm inspirieren und Colm Toibin schreib eine romanhafte Biografie über Henry James mit dem Titel „Prträt des Meisters in mittleren Jahren“. Henry James war selbst in den fünzigern, als er 1893 diese sehr persönliche Erzählung schrieb und die Midlifekrise bei Männern ist ja auch nichts Neues. Hat nicht schon Goethe sich damit befasst.
Walter Kappacher, der ruhige, leise Schriftsteller, erhielt 2009 den Georg-Büchner-Preis und wer noch nichts von ihm gelesen hat, sollte sich schleunigst „Selina“ besorgen. Ein Traum von einem Buch. Kappacher erzählt im Nachwort zu dieser Erzählung, dass er von Erwin Chargaff im Jahr 2000 einen Band mit Erzählungen von Henry James für den Rückflug von New York mitbekommen hat. Er kannte James überhaupt nicht und war fasziniert von der Sprache dieses Autors. Wieder daheim, setzte er sich hin und übersetzte „Die mittleren Jahre“. Doch die Übersetzung ging verloren, tauchte nicht mehr auf seinem Rechner auf. Bis er er sich 2015 wieder daran erinnerte und sein Lektor meinte, dass Kappacher ihm den Text vor Jahren schon zugeschickt hätte. Gerne würde er mit ihm daraus ein kleines Büchlein machen. Also setzte sich Kappacher nochmals hin und übersetzte James‘ Text ein weiteres Mal.
Letzte Woche traf dieses knallrote, kleine, schmale Büchle in unserer Buchhandlung ein. So ein Format, das man gerne in die Hand nimmt, wenn neben dran die 1.000-Seiten-Schinken liegen. Auf den großzügig gesetzten 60 Seiten schreibt James über den alternden Schriftsteller Dencombe, der sich in einem Badeort in Südengland von einer langen Krankheit erholt. Er sitzt auf einer Parkbank und öffnet mit Herzklopfen ein Paket, das sein neuestes Werk enthält, das der Verlag ihm zugeschickt hat. Den Inhalt hat er schon vergessen, so nahm ihn seine Krankheit mit. Im Park sieht er einen jungen Mann, der in die Lektüre eines Buches vertieft ist und stellt fest, dass es das gleiche Buch ist. Die beiden Männer kommen ins Gespräch und der junge Mann meint, Dencombe müsse ein Literaturkritker sein. Wer hätte denn sonst schon das neue Buch seines verehrten Autoren in der Hand. Dencombe schweigt dazu und erst als er einen Schwächeanfall erleidet und von dem jungen Mann, der Arzt ist, ins Hotel gebracht wird, kommt die Wahrheit ans Tageslicht. Eine verwirrende Situation für beide Männer. Der Arzt ist voller Bewunderung und Dencombe offenbart seine Ängste und Selbstzweifel und hofft durch den Arzt eine zweite Chance, einen zweiten Anlauf zu bekommen.

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Die Homepage von Walter Kappacher

Montag

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Heute haben
Jean Rhys  *  1890
Jorge Luis Borges * 1899
A.S.Byatt * 1936
Paulo Coelho * 1047
Stephen Fry * 1947
Michael Kleeberg * 1959
Geburtstag
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Buchtipp am Montag:

1

William Grill: „Shackletons Reise“
Aus dem Englischen von Harald Stadler
NordSüd Verlag € 19,99
Ein Sach-Bilder-Vor-Lese-Buch ab 7 Jahren

Vor ca. 100 Jahren, am 8.8.1914, machte sich Ernest Shackleton und seine Mannschaft auf, um den Südpol zu Fuß zu durchqueren. Sein Schiff, die „Endurance“ = „Die Hoffnung“, wurde nach der Expedition noch berühmter, als der Forscher selbst, obwohl es das Abenteuer nicht überlebte. Shackleton und sein Leute jedoch alle. Denn am 30. August 1916 konnten auch die Letzten gerettet werden und wurden von 30.000 Menschen in Punta Arenas (Chile) jubelnd empfangen. Zwei Jahre im ewigen Eis, auf dem Südpol, im Packeis, auf langen Wanderungen und in kleinen Booten. Shackleton schaffte es, seine Leute immer bei Laune zu halten, hatte pfiffige Kollegen dabei, die nie aufgaben und immer wieder auf neue Ideen kamen, um der Kälte zu trotzen. Es gab damals noch keine großartige Kommunikation mit dem Festland und so war die Mannschaft auf sich alleine gestellt. Schön, dass es damals schon das Medium Film gab. William Grill malt den Kameramann, der sich vorne an den Klüwerbaum band und für uns festhielt, wie sich die Endurance durch das Eis pflügte. Im Anhang finden Sie Originalaufnahmen und wir merken, wie nahe der Illustrator dem Abenteuer mit seinen Holzstiften gekommen ist. Kein Wunder wurde das Buch mit vielen Preisen ausgezeichnet, u.a. der Kate Greenaway Medaille 2015. Recht so.

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(Die Abbildungen habe ich alle von der Website des Autors übernommen.
Alle Rechte sind bei William Grill)

Diese Art der Illustration erweckt sofort unsere Aufmerksamkeit und lässt uns das großformatige Bilderbuch ganz vorsichtig durchblättern. Grill erzählt uns alle Details über das Schiff und wie es für die Eisfahrt präpariert worden ist. Er stellt uns die komplette Mannschaft mit Namen und Position auf dem Schiff vor. Wir erfahren alle Namen der Hunde, von denen keiner die Reise überlebt hat. Ausrüstung, Karten, Reiserouten, alles packt Grill mit seinen Siften in dieses Abenteuerbuch. Wir sehen, wieviel Rettungsboote, wieviel Flinten und wieviele Schlitten an Bord waren. Sogar ein Fahrrad! Grill nimmt uns mit unter Deck, währen der langen Winternächte und zeigt, wie die Männer dort lebten. Er zeigt uns aber auch die winzig kleine Endurance ganz alleine im Eis, 500 Meilen von der Zivilisation entfent.
Die abenteuerliche Reise kennen Sie vielleicht aus anderen Sachbüchern und Romanen, von Verfilumgen und Berichten, so dass ich Ihnen die nicht mehr erzählen muss. Genießen Sie die Bilder, die Illustrationen, die die verschiedenen Situationen sehr gefühlvoll und manchmal auch witzig eingefangen haben. Grill zeigt kleine persönliche Episoden und große Schlechtwetterlagen und die große Rettungsaktionen am Ende der Expedition.
Ein ganz besonderes Buch. Vielen Dank an den NordSüd Verlag, der es in sein Programm aufgenommen hat.
Ein Blick auf seine Website lohnt sich.


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UNGEREIMTHEIT DER WOCHE für Erwachsene
LOVER UNDERCOVER – (Kurzkrimis in Reimform 90)

Es mimte neulich undercover
ein Kripomann den Latin Lover.
Die Zielperson fiel nicht drauf rein,
ging dennoch auf sein Spielchen ein.

Nachdem den Akt sie hatt‘ genossen,
wurde er von ihr erschossen.
So durfte er sie zwar verführen,
doch einer Tat nicht überführen.

UNGEREIMTHEIT DER WOCHE für Kinder
TRÜFFEL IM RÜFFEL CCXCV

Ein Elefant, der weiß was schmeckt,
schnüffelt tief im Wald nach Trüffel.
Als er einen Trüffel findet, fteckt
diefer plötflich tief im Rüffel.

Dienstag

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Heute haben
Elsa Morante * 1912
Alain Robbe-Grillet * 1922
Claudia Keller * 1944
Uklrich Woelk * 1960
Geburtstag

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Unsere Kinderbuchexpertin Anja Reiprich empfiehlt:

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Holly Goldberg Sloan: „Glück ist eine Gleichung mit 7“
Aus dem Englischen von Wieland Freund
Hanser Verlag € 16,90
Jugendbuch ab 13 Jahren
Gekürzte Lesung mit Jodie Ahlborn, Jörg Pohl
4 CDs 282 Minuten Laufzeit
HörbuchHamburg € 16,99

Als die 12 jährige hochbegabte, aber schüchterne Willow nach dem tödlichen Verkehrsunfall ihrer Eltern ins Kinderheim soll, wird sie kurzerhand von ihrer neugefundenen Indonesischen Freundin Mai „gerettet“. Willow wohnt ab sofort mit Mai, deren Bruder Quang-Ha und Mutter Pattie in einer umgebauten Garage. Alles ist eng und klein, aber Willow ist froh, dass sie nicht ins Heim musste und so passt sie sich den Gegebenheiten an. Sie verbringt viel Zeit beim Schulpsychologen Dell, der ihr so gut es geht, zurück ins Leben helfen will. Als dann aber doch das Jugendamt den Wohnsitz von Willow bei Pflegemutter Pattie überprüfen muss, beschliesst sie kurzerhand, dass die ganze Familie inkl. Willow bei Dell einziehen. Es wird die ganze Wohnung von Dell auf Vordermann gebracht, Kisten geschleppt und Betten aufgebaut. Innerhalb kurzer Zeit hat sich die kleine vollgestellte Wohnung in ein richtiges Zuhause für die vier entwickelt.Alles scheint sich zu normalisieren, Willow taut auf und auch Quang-Ha freundet sich mit Willow an. Doch dann kommt eine Nachricht vom Jugendamt, dass eine „richtige“ Pflegefamilie für Willow gefunden wurde…
Ein Buch, dass man so schnell nicht vergisst. Die Protagonisten sind so liebenswert, dass sie einem während des ganzen Buches immer mehr ans Herz wachsen und nachdem ich es fertig gelesen hatte, musste ich immer an den
liebenswerten, verrückten Haufen denken. Willow macht sehr viele Fortschritte und man freut sich jedes mal.

Einfach toll!

„Ein Wunder, wie Willow mit ihrer Art zu denken un ihrem ungebrochenen Charme ihre Welt zusammenhält. – Die außergewöhnliche Heldin lässt uns in diesem Roman die Bedeutung von Familie und wahrer Freundschaft spüren.“
Hajo Steinert/Ute Wegmann, Deutschlandfunk Büchermarkt, 01.08.15

Hier geht es zur Leseprobe mit 27 Seiten.
Hörprobe

https://www.youtube.com/watch?v=Fg4MmKi8s_E
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