Dienstag, 19. März


Heute haben
Janina David * 1930
Philip Roth * 1933
Kirsten Boie * 1950
Thomas Lang * 1967
Geburtstag
______________________________

„Die Bäume fahren im Frühling aus der Haut“
Wilhelm Busch
______________________________

Unser Buchtipp:


Vigdis Hjorth: „Ein falsches Wort
Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
S.Fischer Verlag € 25,00

Dieser Roman erschien in Norwegen 2016, war kurzfristig schon in deutscher Übersetzung lieferbar und wurde jetzt wieder veröffentlicht. 2022 erschien ihr aktuelleres Buch „Die Wahrheit meiner Mutter“, in dem es darum geht, dass sich eine Frau von ihrer Mutter, ihrer Familie distanziert, losgelöst, distanziert hat. Der Fischer Verlag hat nun das frühere Werk wieder auf den Markt gebracht und das zurecht. Vielleicht gelingt es ihm jetzt, diese besondere Autorin auch hier in Deutschland bekanntzumachen.
Vordergründig geht es um einen Erbstreit in einer Familie. Die alten Eltern vermachen den beiden jüngeren Töchtern, ihre zwei Hütten am Meer, die jahrelang von allen benutzt worden sind. Kinder und Enkelkinder verbrachten dort oft die Sommerferien. Die Erzählerin und ihr Bruder, die beiden älteren Geschwister, gehen dabei leer aus. Diese beiden haben sich von dieser Familie, von ihren Eltern losgesagt. Es gibt zwei Sichtweisen in der Familie. Auf der einen Seite die Eltern und die beiden jüngerne Töchter und auf der anderen Seite die anderen beiden und die Fronten sind so verhärtet, dass eine Versöhnung kaum möglich ist. Warum die Erzählerin Bergljot seit 15 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern hat, hängt jedoch mit einem Vorfall zusammen, der weit in ihrer Kindheit zurückliegt und den die Eltern abstreiten und ihre beiden jüngeren Geschwister nicht glauben können. Bergljot ist zerissen in ihren Gefühlen und vieles bricht wieder auf, als der Vater tödlich verunglückt.
Ein intensives Buch, in dem die Autorin in den Zeiten springt, immer wieder auf die selben Themen zurückkehrt und noch einmal durchkaut. Es ist alles noch nicht verarbeitet, ausgesprochen, endlich zur Seite gelegt, sondern brodelt in Bergljot täglich weiter.
Der Roman gewann in Norwegen diverse Preise, löste einen Skandal aus und wurde danach international gefeiert.
______________________________


Annika Stahl ist morgen abend (Mi. 20.3.) ab 19 Uhr bei uns in der Buchhandlung und bringt sechs Ulmer Geheimnisse mit.
Wir sind gespannt und freuen uns auf ihr Kommen.

Der Eintritt ist kostenlos.

Donnerstag, 8.Februar


Heute haben
Jules Vernes * 1828
Theodor Lessing * 1872
Martin Buber * 1878
Heinrich Spoerl * 1887
Siegfried Kracauer * 1889
Ludwig Marcuse * 1894
Eva Strittmatter * 1930
Gert Jonke * 1946
John Grisham * 1955
Geburtstag.
Aber auch Paula Modersohn-Becker und James Dean.
_________________________________

Winfried Hermann Bauer
Omen

Wieder
Steigt Rauch
Aus alten Kaminen
Wie Weihrauchschwaden
Weht er
Durch die Geistesschlingen der Zeit
Irrlichternd
Vor Einfältigen und Eiferern
Die sich über Brandopferaltäre
Beugen
Immer wieder
Oder sich wortvergessen
Einem lichtlosen Himmel
Zuwenden
Unter dem sie verglühen
Aufrecht
Wie Krieger
Die sich selbst Gewalt antun
Indem sie ihren Schmerz mit Feuer artikulieren
________________________________

Bastelspaß nicht nur für die Sommerferien.


Sabine Lohf: „Sommer, Sonne, Sand und mehr!
Kunterbunt + kinderleicht
Gerstenberg Verlag € 16,00

Gastern haben wir Kinder- und Jugendbücher des Gerstenberg Verlages ausgepackt und eingeräumt.
So ein Bastelspaß im Sommer mit Sonne und Sand springt mir gleich ins Auge, weil die Sehnsucht nach Frühling doch schon sehr groß ist.
Sabine Lohf folge ich auf Instagram und es tut immer gut, ihre kreativen, einfachen Bastelsachen anzuschauen. Auch hier brauchen wir nicht viel und müssen nicht unbedingt im Fachgeschäft Bastelmaterial einkaufen. Es sind die Schätze aus der Natur, oder einfache Dinge aus dem Haushalt, die für die hierzu notwendig sind.
Ein Clownfisch aus Pappteller, Filzsandalen, einen Sonnenhut, Mücken fangende Frösche als Spiel, Sonnen in den verschiedensten Varianten, ein richtigen Leuchtturm und eine Fee für das Mitsommernachtsfest werden hier vorgestellt. Aber auch ein Wiesenblumenkranz für ein Blütenfest, ein Rindenboot zum Schwimmenlassen.
Kinderleichte Anleitungen für Kunstwerke zum Verschenken, Dekorieren und Spielen.


Es lohnt sich ein Blick auf die Webseite von Sabine Lohf, denn auch hier ist der Kreativität keine Grenze gesetzt.

www.sabinelohf.de
https://www.instagram.com/sabinelohf/
__________________________________



Unsere Veranstaltung mit Elena Fischer und ihrem Buch „Paradise Garden“ haben wir in den Felix Fabri Saal im Haus der Begegnung verlegt. Unsere Buchhandlung wurde einfach zu klein.

Elena Fischer: „Paradise Garden“
Haus der Begegnung, Grüner Hof 7, Ulm

Beginn 19 Uhr
Eintritt € 10,00


Vielen Dank für die tolle Kooperation.

Mittwoch, 7.Februar


Heute haben
Thomas Morus * 1477
Charles Dickens * 1812
Sinclair Lewis * 1885
Ernst Ginsberg * 1904
Paul Nizon * 1905
Herbert Eisenreich * 1925
Doris Gercke * 1937
Geburtstag
___________________________________

978-3-15-019112-5

“Februar”
Herusgegeben von Christine Schmidjell und Evelyne Polt-Heinzl
Reclam Verlag € 6,00

Wieder sind es fast 70 Gedichte, die hier in das Februar-Heftchen aufgenommen worden sind und wieder ist kein Goethe dabei. Die beiden Damen halten an ihrem Prinzip fest.

Dafür dichtet sich Ringelnatz schon in den Karneval:

Es braust ein Ruf wie Donnerhall,
Berta, wir gehn zum Faschingsball,
Zu Karnevallerie Krawall,
Pot-Pickles, Mixed-Pourri und Drall.
Denn mancherlei im Leben
vielerlei!
Das man nicht sagt, läßt tanzen sich und gröhlen
Und köstlich ist ein unverbindlich Küssen.

In der Anthologie hat es auch Überschriften wie “Das wilde Treiben”, “Ballgeflüster”, “Frühlingserwartung” und “Vorfrühling”. Wir bleiben jedoch noch bei den Rubriken “Immer noch Winter” und “Stille Februartage”. Wer weiß, was noch alles vom Himmel fällt.

Christian Friedrich Hebbel
Winter-Landschaft

Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche,
bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
die muntern Pulse stocken längst, die Bäche,
es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.

Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eise,
erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab,
und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
so gräbt er, glaub’ ich, sich hinein ins Grab.

Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend,
wirft einen letzten Blick auf’s öde Land,
doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend,
trotzt ihr der Tod im weißen Festgewand.

Joseph von Eichendorff
Winternacht

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
Ich hab nichts, was mich freuet,
Verlassen steht der Baum im Feld,
Hat längst sein Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht
Und rüttelt an dem Baume,
Da rührt er seinen Wipfel sacht
Und redet wie im Traume.

Er träumt von künft’ger Frühlingszeit,
Von Grün und Quellenrauschen,
Wo er im neuen Blütenkleid
Zu Gottes Lob wird rauschen.

Richard Dehmel
Winterwärme

Mit brennenden Lippen,
unter eisblauem Himmel,
durch den glitzernden Morgen hin,
in meinem Garten,
hauch ich, kalte Sonne, dir ein Lied.

Alle Bäume scheinen zu blühen;
von den reifrauhen Zweigen
streift dein Frühwind
schimmernde Flöckchen nieder,
gleichsam Frühlingsblendwerk;
habe Dank!

An meiner Dachkante hängt
Eiszapfen neben Zapfen,
starr,
die fangen zu schmelzen an,
Tropfen auf Tropfen blitzt,
jeder dem andern unvergleichlich,
mir ins Herz
_____________________________


Achtung, es gibt eine Änderung.
Die Veranstaltung mit Elena Fischer haben wir ins Haus der Begegnung verlegt.
Unsere Buchhandlung wurde einfach zu klein dafür.

Also: Donnerstag, 22.Februar um 19 Uhr
Elena Fischer. „Paradise Garden“
Haus der Begegnung
, Felix Fabri Saal
Grüner Hof 7, 89073 Ulm

Ich danke für die tolle Kooperation.

Samstag, 14.Oktober


Heute haben
Margarete Susman * 1872
Katherine Mansfield * 1888
E.E.Cumming * 1894
Péter Nádas * 1942
Geburtstag
_______________________________

Paul Heyse
Zwei Bübchen sah ich heut

Zwei Bübchen sah ich heut, in Lumpen beide,
Eins barfuß, eins mit Stiefeln ausgerüstet,
Danach wohl keine Seele sonst gelüstet –
Fast wie das Messer ohne Griff und Schneide.

Sein Spielgesell indessen sah’s voll Neide,
Wie sich der Freund mit seinem Schuhwerk brüstet;
Denn ob es auch der Zahn der Zeit verwüstet,
Strahlt der Besitzer doch in stolzer Freude.

Den Soldo, den er erst erbetteln müssen,
Gab er dem Stiefelputzer, mit Grimassen -!
Grinsend vom einen bis zum andern Ohre.

Und sein Triumphblick that der Welt zu wissen:
Wer Stiefel hat, kann sie auch putzen lassen,
Und wer sie putzen läßt, ist ein Signore.
_______________________________

Heute gibt es mal wieder einen Jastram-Info-Blog.

Die Veranstaltung mit Judith Hermann, am Mittwoch, den 25.10. in der vh ist ausverkauft.
_______________________________


“Es gibt viel zu tun. Packen wir’s an!”
Hochschulgottesdienst zum Thema Klimaschutz mit Vertreter*innen der Letzten Generation und Fridays for Future und Studierendenpfarrer Stephan Schwarz
am Sonntag, 15.10., 10.30 Uhr in der Lukaskirche

Denken und Handeln, Glauben und Tun gehören zusammen.
Verkürzt könnte man auch mit Wilhelm Busch sagen: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“
Dazu gehört auch, dass wir uns als Kirche für „Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung“ einsetzen. Wir tun dies im Kleinen in der Lukaskirche, indem wir uns als faire Gemeinde verstehen und versuchen, entsprechend zu handeln. Und über den Sommer haben wir in den Gottesdiensten der Gesamtkirchengemeinde darüber nachgedacht, wie uns die Vorstellung des „Paradieses“ helfen kann, für eine bessere Welt einzutreten. Wir bleiben dran, unter anderem mit einem Hochschulgottesdienst zum Thema Klimaschutz am 15. Oktober in der Lukaskirche.
Über den Kaffeestand an der Universität Ulm bin ich mit jungen Studierenden zusammengetroffen, die sich bei der „Letzen Generation“ und „Fridays for Future“ für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Mit ihnen gemeinsam wollen wir überlegen, wie der Klimawandel auf der Erde abgemildert werden kann, so dass auch die nächsten Generationen auf diesem Planeten gut leben können.
Von daher: „Es gibt viel zu tun. Packen wir’s an!

Stephan Schwarz, Pfarrer Stephan Schwarz,
Ulmer Studentengemeinden, Evangelische Studierendengemeinde
Evangelisches Hochschulpfarramt Ulm
Münchner Straße 1, 89073 Ulm
Tel. 0731  375 20 13
___________________________________


Montag, 16.10. von 18:30 – 20.00
Neue Romane des Jahres 2023

In Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte Ulm
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt € 6,00
__________________________________

_____________________________________

Dienstag, 7.November ab 19 Uhr
„Jastrams 1.Seite“

Clemens Grote liest aus vier neuen Romanen
Eintritt frei

Montag, 25.September


Heute haben
Lu Xun * 1878
Elsa Tiolet * 1896
William Faulkner * 1897
Ernst von Salomon * 1902
Maj Sjöwall * 1935
Andrzej Stasiuk * 1960
Carlos Ruiz Zafón * 1964
Rebecca Gablé * 1964
Tanja Dückers * 1968
_____________________________

Ludwig Fulda (1862-1939)

Sei, wills du unter Menschen gehn,
Mit geist´gem Kleingeld vorgesehn.
Gedanken tief und groß und stark
Laß lieber ganz zu Haus:
Auf einen Schein von tausend Mark
Gibt niemand gern heraus.
______________________________

Claudia Wiltschek empfieht:

Nikola Huppertz: „Fürs Leben zu lang
Tulipan Verlag € 16,00
Jugendbuch ab 13 Jahren

Magali Weill ist sehr groß für eine Dreizehnjährige. Viel zu groß findet sie und viel zu groß, um von irgend jemanden geküsst zu werden. Ihre Sorgen und Nöte schreibt sie in ihr Tagebuch. Von Freundinnen, die nur dann Freundinnen sind, wenn Magali nützlich ist, von der Schwester, die schön ist und die tollsten Freunde hat, von den Eltern, die alles gut und richtig machen wollen und es doch nicht tun.
Alles ist eben so, wie sie es nicht haben möchte. Aber wie geht eigentlich Leben, sowie sie es haben will?
Ausgerechnet der uralte Herr Krekerler, der Nachbar von unten, zeigt ihr worauf es ankommt. Der alte, immer korrekt gekleidete Herr, immer höflich und aufmerksam, von den meisten aber gar nicht wahrgenommen. Herr Kerkeler hat nicht nur bemerkenswerte Ansichten über das Leben und den Tod, er hat auch einen seltsamen Enkel.
Selten habe ich ein so gutes Jugendbuch über die Frage nach dem Sinn, dem Tod, der Liebe, dem Leben und den Sorgen einer Dreizehnjährigen gelesen und mich dabei so amüsiert.
Schenkt es euern Kindern und schnappt es euch dann!

Hier geht es zur Leseprobe.
_______________________________

Wir waren sechzehn. Jungs nur zwei. Thorsten und David. Heute bitte kein Gezicke, sagte die Betzler und klappte die Tafel auf. Wir säen und ernten für das sozialistische Wohl, stand dort in ordentlicher Schreibschrift. Die Betzler richtete ihre Dauerwelle und sagte, heute wollen wir uns mit der Aussaat von Weißkohl beschäftigen. Anna meldete sich, kann ich mal aufs Klo. Babsi sagte, die schon wieder. Die hat doch Geheimnisse auf dem Klo vergraben. Anna drehte sich, nee, meine Tage. Will keiner wissen, rief Kerstin, doch die Tür war schon zugefallen. Ruhe jetzt. Die Betzler klopfte mit Kreide gegen die Tafel. In welchen Gerichten verwendet man Weißkohl. Eintopf, Auflauf, Tote Oma, antwortete Marlene.
Würdest du dich bitte melden, fragte die Betzler. Marie schrieb in mein Heft: Wie nervig alle sind. Ich schrieb darunter: Du erst. Lass mein Heft in Ruhe. Draußen lief eine Katze über den aufgerissenen Beton. Marie malte einen Strich: Lass mein Heft in Ruhe. Dann beugte sie sich zu mir hinüber und flüsterte, wie läuft es mit Paul.

Das ist der Beginn des ersten Kapitels aus „Gittersee“ von Charlotte Gneuß, die morgen, Dienstag, 16.September, bei uns in der Buchhandlung liest.

Donnerstag, 21.September

Heute haben
HG Wells * 1866
Leonard Cohen * 1934
Klaus Kordon * 1934
Stephen King * 1947
Frédéric Beigbeder * 1965
Geburtstag
________________________________

„There is a crack, a crack in everything
That’s how the light gets in“
Leonard Cohen
________________________________


Clemency Burton-Hill: „Ein neues Jahr voller Wunder

Klassische Musik für jeden Tag / Band 2
Aus dem Englischen von Barbara Neeb, Ulrike Schimming und Katharina Schmidt
Diogenes Verlag € 29,00

Die preisgekrönte Violinistin und Moderatorin Clemency Burton-Hill hat einen zweiten Band ihres Musikkalenders veröffentlicht. Wieder hat sie 365 klassische Musikstücke herausgesucht und stellt sie uns in einem kurzen Text vor. (Was machen wir bloß im nächsten Jahr, in dem es 366 Tage gibt?) Unterschiedlichste Musikrichtungen sind vertreten, genauso wie beim ersten Band, den wir so oft verkauft haben. Für heute steht im neuen Band Choralmusik aus England auf dem Programm.
Es ist der Autorin wieder ein Anliegen, dass wir aus klassischer Musik Kraft für unseren Alltag finden, aber auch Ruhe und Inspiration. Vielleicht legen wir abends dann die passende Musik auf, oder hören uns die Playlist auf apple music an.
Und als immerwährender Buchkalender können wir Ein neues Jahr voller Wunder jederzeit in den kommenden Jahren benutzen.

Clemency Burton-Hill, geboren 1981 in London, ist Autorin, Radio- und Fernsehmoderatorin und preisgekrönte Violinistin. Sie moderiert Klassiksendungen auf BBC Radio 3 und ist Kreativchefin bei WQXR, dem New Yorker Klassikradio. Als Kulturjournalistin schreibt sie zudem auch für The Economist, The Financal Times, The Guardian und The Observer. Als Violinistin hat sie unter der Leitung von Dirigenten wie Daniel Barenboim in einigen der wichtigsten Musiksäle der Welt gespielt. Sie ist Mitbegründerin des mehrfach ausgezeichneten Aurora Orchestra und lebt mit ihrer Familie in London und New York.
____________________________________

Heute abend geht es u.a. mit einem Trawler ins ewige Eis und in die tiefsten Tiefen.
Lassen Sie sich überraschen, was die acht Tentakelen des Riesenkalamar zu erzählen haben und was Luca Kieser über sein Erstlingswerk berichtet.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Mittwoch, 2.August


Heute haben
Thomas Mofolo * 1875
Philippe Soupault * 1897
Joseph Hayes * 1918
James Baldwin * 1924
Isabel Allende * 1942
Bei Dao * 1949
Caleb Carr * 1955
Geburtstag
_____________________________________

Joachim Ringelnatz
Landregen


Der Regen rauscht. Der Regen
Rauscht schon seit Tagen immerzu.

Und Käferchen ertrinken
Im Schlammrinn an den Wegen. – –
Der Wald hat Ruh.
Gelabte Blätter blinken.

Im Regenrauschen schweigen
Alle Vögel und zeigen
Sich nicht.

Es rauscht urewige Musik.

Und dennoch sucht mein Blick
Ein Streifchen helles Licht.
Fast schäm ich mich, zu sagen:
Ich sehne mich nach etwas Staub.

Ich kann das schwere, kalte Laub
Nicht länger mehr ertragen.
_____________________________________

Und wieder beginnt ein neuer Monat.

august


August
Gedichte
Ausgewählt von Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
78 Seiten, Reclam Verlag € 6,00

Es dürften fast 70 Gedichte sein, die sich in diesem Büchlein befinden.
Von Hochsommer kann im Moment nicht die Rede sein und es ist keine große Veränderung in Sicht. Vielleicht haben sich die heissen Wochen in den Juni verschoben.
So lesen wir halt Gedichte über diesen Sommermonat und freuen uns, dass wir bei angehmen nächtlichen Temperaturen gut schlafen können.
U.a. finden wir Erich Kästner,Ernst Jandl, Gottfried Benn, Eugen Roth, Nicolas Born, Günter Grass, Joachim Ringelnatz, Novalis und natürlich die üblichen Verdächtigen, wie Erich Fried, Robert Gernhardt, Enzensberger und Eichendorff, Hesse, Jandl und kein Goethe.

Joseph Freiherr von Eichendorff
Treue

Wenn schon alle Vögel schweigen
In des Sommers schwülem Drang,
Sieht man, Lerche, dich noch steigen
Himmelwärts mit frischem Klang.

Wenn die Bäume all verzagen
Und die Farben rings verblühn,
Tannbaum, deine Kronen ragen
Aus der Öde ewiggrün.

Darum halt nur fest die Treue,
Wird die Welt auch alt und bang,
Brich den Frühling an aufs neue,
Wunder tut ein rechter Klang!

Christian Morgenstern
Hochsommernacht

Es ist schon etwas, so zu liegen,
im Aug der Allnacht bunten Plan,
so durch den Weltraum hinzufliegen
auf seiner Erde dunklem Kahn!

Die Grillen eifern mit den Quellen,
die murmelnd durch die Matten ziehn;
und droben wandern die Gesellen
in unerhörten Harmonien.

Und neben sich ein Kind zu spüren,
das sich an deine Schulter drängt,
und ihr im Kuß das Haar zu rühren,
das über hundert Sterne hängt …

Es ist schon etwas, so zu reisen
im Angesicht der Ewigkeit,
auf seinem Wandler hinzukreisen,
so unaussprechlich eins zu zweit …
____________________________________

Heute abend in der Stadtbibliothek.
Ich vermute mal nicht im Freien.


Kultur auf Stufen: Lesung mit Caroline Wahl aus „22 Bahnen“
Mittwoch, 2. August, 19:30 Uhr, Freilichtforum der Glaspyramide / Stadtbibliothek Ulm
Eintritt frei

Tildas Tage sind strikt durchgetaktet: studieren, Geld verdienen, sich um ihre kleine Schwester Ida kümmern – und manchmal auch um die Mutter. Ihre Freunde leben in Amsterdam oder Berlin, nur Tilda ist in der trostlosen Kleinstadt geblieben, einer muss ja Verantwortung für Ida übernehmen. Eines Tages aber geraten die Dinge in Bewegung: Es blitzt eine Zukunft auf, die Freiheit verspricht. Und Viktor taucht auf. Viktor, der genau wie sie immer 22 Bahnen schwimmt. Doch als Tilda glaubt, alles könnte gut werden, gerät die Situation außer Kontrolle.
Eines der besten Romane dieses Jahres.
Caroline Wahl, 1995 in Mainz geboren, wuchs in der Nähe von Heidelberg auf. Sie hat Germanistik und Deutsche Literatur studiert. „22 Bahnen“ ist ihr Debütroman.

Dienstag, 25.Juli

Heute haben
Max Dauthendey * 1867
Paul Raynal * 1885
Elias Canetti * 1905
Anders Cleve * 1937
Geburtstag
___________________________________

Max Dauthendey
Sommer, der so fröhlich war

Sommer der so fröhlich war,
Er entlässt der Vögel Schaar,
Tausend Stare weiter ziehn,
Tausend Lieder jetzt entfliehn.

Auf der Wiese, die verblüht,
Noch der Himmel einsam glüht,
Wie die Sehnsucht, die nie stirbt
Und um neue Lieder wirbt.

Sitzt das Herz am rechten Fleck,
Fällt’s nicht wie ein Herbstblatt weg.
Wechselt auch der Baum sein Kleid,
Lieb kennt keine Jahreszeit.
____________________________________

Unser Buchtipp:

Teresa Ciabatti: „Die schönen Jahre
Aus dem Italienischen von Christiane von Bechtolsheim
dtv € 25,00

„Mitreißend, eindringlich und verstörend.'“
L’Espresso

Teresa Ciabatti fordert uns LeserInnen einiges ab. Sie springt in ihrer Art des Erzählens in verschiedene Zeitebenen, lässt Gedankenfetzen stehen, wechselt von Erinnerungen in die Gegenwart des Romanes.
„Die schönen Jahre“ wurde in Italien für den Premio Strega nominiert und ist jetzt auf deutsch erschienen.
Die Ich-Erzählerin und ihre beste Freundin Federica haben sich seit ihrer Kindheit/Jugend nicht mehr gesehen. Es war das Rom der 80er Jahre. Federica wohlhabend, sie ein „dickes Landei“, wie sie selber sagt. Jetzt sind sie Ende 40, geschieden, die Kinder aus dem Haus, aber die Vergangenheit lässt die Ich-Erzählerin nicht los. Was ist mit Federicas schöner Schwester in dieser einen Nacht im Oktober 1988 passiert? Sie war das Idol der beiden Mädchen. Sie wollten so sein wie sie.
Teresa Ciabatti gräbt nun tief in den Erinnerungen der beiden Frauen, in dem Ungesagten, den Traumata, den Verlusten. Impulsiv, direkt, laut und intensiv, aber auch privat, intim nähern wir uns dieser einen Nacht und entdecken drei Frauenbiografien, bei denen auch am Ende des Romanes noch nicht alles geklärt ist.

Teresa Ciabatti, 1972 in Orbetello geboren und dort aufgewachsen, studierte Moderne Literatur in Rom. Heute ist sie eine der wichtigsten italienischen Autorinnen der Gegenwart. Als Drehbuchautorin ist sie unter anderem für den Kultfilm „Tre metri sopra il cielo“ bekannt, auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig wurde sie bereits für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Mit ihrem Roman „Die schönen Jahre“ war sie 2021 für den Premio Strega, den wichtigsten Literaturpreis in Italien, nominiert, nachdem sie bereits 2017 mit einem ihrer Romane den zweiten Platz erreichte. Teresa Ciabatti lebt in Rom.
__________________________________

Heute abend, Dienstag, 25.Juli ab 19 Uhr
Sarah Lobenhofer und Sophia Zach berichten von ihrem Engagement bei der „Letzten Generation“.
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei

Montag, 24.Juli (Schwörmontag)


Heute ist Schwörmontag und wir schließen unseren Buchladen um 13 Uhr.
______________________________________

Alexandre Dumas d.Ä. 1802
Frank Wedekind * 1864
Hermann Kasack * 1896
Zelda Fitzgerald * 1900
haben heute Geburtstag
________________________________

Frank Wedekind
An den Hypochonder

Du runzelst die Stirne,
Du wetterst und schreist,
Dieweil mit der Birne
Den Wurm du verspeist.

Was folgst du empfindlich
Der grausigen Spur?
Erfreu dich doch kindlich
Der reichen Natur.

Je herber dein Liebchen,
Um so süßer sein Kuß,
Und je kleiner sein Stübchen
Desto größer dein Genuß.
___________________________________________

Das neue Buch der Extremismusforscherin Julia Ebner:

Julia Ebner: „Massenradikalisierung
Wie die Mitte Extremisten zum Opfer fällt
Aus dem Englischen von Kirsten Riesselmann
Suhrkamp Verlag € 20,00

Die in Wien geborene Extremismusforscherin Julia Ebner erpart uns in ihrem neuen Buch nichts.
Gruppierungen, die vor Jahren noch am äußersten rand der Gesellschaft ihre Meinungen verbreitet haben, befinden sich nun mitten in unserer Gesellschaft. Und dies nicht nur in den USA, mit ihrem aktuellem Beispiel des Sturms auf das Kapitol, sondern auch in Europa und Deutschland. Die Corona-Pandemie und der Ukrainekrieg sind typische Beispiele für Verschwörungstheorien, wie wir sie von Demonstartionen in Deutschland kennen. Aber woran liegt es, dass Querdenker, Rassisten, QAnon-Anhänger, Klimawandelleugner, Antifeministen so eng miteinander verknüpft sind, dass sie mittlerweile ihre Fäden bis in höchste politische Ebenen spinnen?
Julia Ebner hat sich in den letzten fünf Jahren undercover in diesen Kreisen bewegt und erstaunliche Aussagen in diesem Buch veröffentlicht. Ihre Analysen sind ernüchternd und es wundert mich jetzt nicht mehr, warum die AfD im Moment so ein Hoch hat.

Leseprobe

__________________________________________

Morgen, Dienstag, 25.Juli, 19 Uhr
Sarah Lobenhofer und Sophia Zach berichten von ihrem Engagement bei derLetzten Generation
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei

Samstag, 13.Mai


Heute haben
Alphonse Daudet * 1840
Daphne du Maurier * 1907
Gregor von Rezzori * 1914
Adolf Muschg * 1934
Bruce Chatwin * 1940
Arminstead Maupin * 1944
Christopher Reid * 1949
Geburtstag.
_________________________________________

„Proust, more perspicaciously than any other writer, reminds us that the ‚walks‘ of childhood form the raw material of our intelligence.“
Bruce Chatwin aus „Songlines“
_________________________________________

Ditt iss ooch Berlin


Lorenz Maroldt, Ann-Kathrin Hipp, Nadine Voß: „Berliner Inseln
Lieblingsorte 23
Insel Taschenbuch € 18,00

Also falls die Bahn mal wieder fährt und Sie entspannt mit der richtigen Wagenreihung und ohne Lokschaden in Berlin ankommen, dann nehmen Sie sich vielleicht dieses Taschenbuch mit und entdecken damit viel Unbekanntes in der großen Stadt.
Mehr als 50 Inseln und fast 60 km² Wasserfläche besitzt Berlin, (grüne) Strände finden sich in allen Himmelsrichtungen und fast jedem Bezirk. Die Insel der Jugend, der Sandstrand von Valentinswerder, Inseln im Seddinsee und natürlich die Pfaueninsel.
Die Autor:innen dieses Buches stellen auch die unzugänglichen Inseln vor, denn die vielen unter Naturschutz stehenden Bereiche sind trotz Zutrittsverbot alles andere als unbewohnt: Wildschweine rotten sich zum Insel-Hopping zusammen, Vogelchöre veranstalten Gesangswettbewerbe, und Fledermäuse besetzen in Berliner Manier leerstehende Gemäuer.

Leseprobe
_________________________________________

Montag, 15.Mai, 19 Uhr
Dorthin gehen, wo die Parallelen sich schneiden
Hotel Kleber Post, Die Gruppe 47 in Saulgau
Texte & Resonanzen

Mit der Herausgeberin Katrin Seglitz
Bei uns in der Buchhandlung
__________________________________________


Danke an alle Mitradelnde im Jastram-Team.
Super viele Kilometer sind da schon zusammengekommen.
Ich hänge mächtig hinterher, da ich zwei Wochen ohne Rad im Urlaub war.
Aber: Ich strample ab jetzt hinterher.
Und für alle anderen: Sie können immer noch mitmachen.