Samstag, 23. Dezember


Heute haben
Martin Opitz * 1597
Mathilde Wesendonck * 1828
Alfred Ehrenstein * 1886
Friedrich Wolf * 1888
Giuseppe Tomasi di Lampedusa * 1896
Norman MacLean * 1902
Donna Tartt * 1963
Geburtstag
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Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all´!
zu Jastram her kommet von allüberall,
und seht, was in dieser belesenen Nacht
der Samy mit Büchern für Freude uns macht.

Thomas Dietrich
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„Worte in finsteren Zeiten“
Herausgegeben von: Oliver Vogel, Sophie von Heppe, Maren Baier, Michael Reinfarth
S.Fischer Verlag € 20,00

Viele Menschen haben seit dem Krieg in der Ukraine und dem Überfall der Hamas auf Israel das Gefühl, keine Worte mehr zu haben für die Welt – für die Gewalt, die Trauer, die Angst und die Ungewissheit.
Unglaublich viele Autorinnen, Autoren und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben nach solchen Worten gesucht – bei den Schreibenden und Denkenden aller Zeiten und Länder. Sie haben Texte, Sätze und Gedichte gefunden, die Mut machen und Halt geben. Und es in unseren Köpfen heller werden lassen, in finsteren Zeiten.
Das sehr schön gestaltete Buch, mit dem geprägten Deckblatt, entsandt innerhalb kürzester Zeit, damit wir darin, während der Weihnachtsfeiertage, blättern können und merken, wie gut uns Literatur helfen kann.

„Worte, von Schweigenden gefühlt, sind schön.“
Emily Dickinson

Leseprobe

Donnerstag, 21.Dezember


Heute haben
Jean Racine * 1639
Ludwig Christoph Heinrich Hölty * 1748
Isolde Kurz * 1853
Oda Schäfer * 1900
Anthony Powell * 1905
Heinrich Böll * 1917
Felix Huby * 1938
Thomas Hürlimann * 1950
Rolf Lappert * 1958
Geburtstag
und es ist der Todestag von Kurt Tucholsky, T.Scott Fitzgerald, Leon Feuchtwanger
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When the snow falls wunderbar,
and the children happy are,
when the Glatteis on the street,
and we all a Glühwein need,
then you know, es ist soweit.
she is here: the Bücherzeit.

Thomas Dietrich
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Wer hätte das gedacht? Janosch füllt bei uns ein ganzes Regalbrett.
Im traditionellen Reclamgelb strahlen seine Bücher schon von Weitem.
Gratulation an den alten Herrn und hoffentlich bringt ihm der Weihnachtsbär einen großen Sack voll feiner Sachen.

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Und wir ziehen zwei Kinder- und Jugendbücher aus dem Regal.
Rico und Oskar gehören in jedes Haus. Vielleicht gerade jetzt deren Weihnachtsgeschichte lesen.
„Bleib bei mir, Sam“ ist einfach eine prima gemachte Trauergeschichte.

Mittwoch, 20. Dezember


Heute haben
Aziz Nesin * 1915
Friederike Mayröcker * 1924
Gernot Wolfgruber * 1944
Abdularazak Gurnah * 1948
Kate Atkinson * 1951
Geburtstag
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Winterfrost und Sonnenschein,
Beides kann zusammensein.
Und dazu ein gutes Buch
Ich mir dann zum Schmökern such.

Thomas Dietrich
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Eine Auswahl meiner Lieblingsromane:


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Wir haben die beiden neuen Modelle Verse und Verse Pro im Laden.
Sie lösen die Pocketbook Touch Reader ab.
Genauere technische Daten können Sie auf einem Faltblatt bei uns im Laden einsehen.
Was mir aufgefallen ist, dass dasGerät eine sehr gute Bildqualität besitzt und schnell reagiert.
Handlich, schmal und klein, passt es in jede Tasche und sorgt auch bei Zugverspätungen für genügend Lesestoff.
Verse Pro hat mehr Speicher, eine noch bessere Bildqualität und die Möglichkeit Hörbücher/Musik zu hören und ist badewannenwasserdicht.
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Jetzt noch ne richtige Besprechung der neuen Kraan-CD von Ralf Grimminger auf Ulm News.

Die legendäre Band „Kraan“ hat ein neues Album veröffentlich. Das neue Werk mit dem Titel „Zoup“ wird von den Musikkritikern hoch gelobt. Das neue KRAAN album „zoup“ ist ab sofort in der Buchhandlung Jastram in Ulm erhältlich. Als Langspielplatte gibt es „Zoup“ ab 19. Januar 2024.  

Kraan sind mit ihrem neuen Album ZOUP nach etlichen Solo-Abenteuern wieder dort gelandet, wo die Kenner sie in der Regel musikalisch verorten: irgendwo zwischen Kraut Rock, Ethno und Jazz. Die Ulmer Combo wurde vor 52 Jahren von Bassist Hellmut Hattler, Gitarrist Peter Wolbrandt und Schlagzeuger Jan Fride ins Leben gerufen. Seit jeher lebt der Gruppen-Sound in erster Linie von Hattlers kernigem Bassspiel sowie dem Umstand, dass die Kompositionen zum größten Teil instrumental ausfallen. Hier wird also wieder Fusionrock de Luxe gespielt! Ein YouTube-Fan der Band hat neulich zurecht geschwärmt: „Kraan is: German precision meets German anarcho, that’s beautiful man.“ Oder, um es mit Hattler etwas weniger ekstatisch, aber nicht minder zufrieden, zu erklären: „Wir sind ja von jeher – und jetzt mal wieder ganz besonders – planlos glücklich mit unserem Tun!“ Keyboarder Ingo Bischof war bis zwischen 1975 – 2007 bei der Gruppe. Er verstarb 2019. Aus Respekt vor seinem Schaffen ist der Tasten-Meister noch auf einem Stück auf ZOUP zu hören: „Aus allen Wolken“. Und – Überraschung: Auf einem der drei CD-Bonustracks spielt sogar Kraans Ur-Saxofonist Johannes „Alto“ Pappert mit! Zur Erklärung des etwas kryptischen Albumtitels meint Hattler: „Eine „Zoup“ ist nicht nur eine falsch geschriebene „Suppe“. Es könnte auch ein Gebräu sein, in das eine Menge an Einflüssen hineingeschüttet wird. Insofern passt die Bezeichnung prima zum Kraan- Sound von heute. Wir wollten ja schon immer weg von den Definitionen Kraut- und Jazz-Rock. Aber man braucht ja wohl immer ein Etikett auf der Flasche.“ Letzten Sommer kamen Hellmut die ersten Ideen für das neue Werk. „Ich saß auf der Veranda in der Sonne und ließ mich von meiner eigenen musikalischen DNA inspirieren. Ziemlich schnell wurde mir klar, dass ich da grade anfange an einer neuen Kraan-Platte zu arbeiten.“

Auf seinem Soloprojekt HATTLER hatte er immer viel mit Programmieren und DJs zu tun: „Doch das war für mich ganz plötzlich totgelaufen. Also besann ich mich meiner musikalischen Wurzeln. Das bedeutet mehr Melodik, Harmonik, andere Beats. Nachdem ich die ersten Ideen in Form hatte, habe ich Peter und Jan kontaktiert und sie gefragt, ob sie mitmischen würden. Sie hatten Lust – und schnell war klar: Ab jetzt geht’s um Kraan.“ Auf dem hieraus entstandenen Album ZOUP sind neun Instrumentals und zwei Gesangsstücke zu hören, „weil wir ja immer noch nicht die begnadetsten Sängerknaben sind“, witzelt Hattler; „es gibt Midtempo-Stücke, Balladen, und diesmal auch wieder reichlich Knackig-Schnelles.“ Die „Kraaniche“ sehen sich laut Hellmut als Seelenverwandte und kreative Partner gleichermaßen. „Schon witzig, dass es uns nach über fünfzig Jahren On-Off-Beziehung immer wieder zusammentreibt um etwas zustande zu bringen, was mit anderen Konstellationen einfach nicht zu schaffen ist. Und das spüren unsere treuen Fans auch – und geben uns so viel an Zustimmung und Kraft zurück! Wir planten zwar nie, wie es mit Kraan weitergeht, auch nicht, ob ZOUP nicht mal wieder die letzte Produktion von uns sein könnte. Sollte dies aber unser ultimatives Album sein, muss es wie eine Ausnahme klingen, also so gut wie nur irgend möglich – und das könnte echt geklappt haben!“

Dienstag, 19. Dezember

Heute haben
Italo Svevo * 1861
Jean Genet * 1910
José Lezama Lima * 1910
Michel Tournier * 1924
Tankred Dorst * 1925
Paul Nizon * 1929
Jürgen Fuchs * 1950
Peter Stephan Jungk * 1952
Tim Parks * 1954
Thomas Brussig * 1965
Geburtstag
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Vom Himmel bis in tiefste Klüfte
ein milder Stern herniederlacht;
vom Tannenwalde steigen Düfte,
und Kerzen hell‘n die Büchernacht.

Thomas Dietrich
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Vier Bücher aus unserem Regalbrett mit englischsprachigen Büchern werden heute herausgezogen.


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Unser Kinderbuchtipp:


Marc-Uwe Kling (Text) und Astrid Henn (Illustrationen):
Das Klugscheisserchen

Clarlsen Verlag € 12,00
Kinderbuch 6 Jahren

Ein echtes Klugscheißerchen weiß immer am besten Bescheid! Tina und Theo Theufel sind geschlagen mit Eltern, die keinen Hund haben, aber ständig Rote Bete essen wollen. Außerdem wissen sie immer alles besser. Also die Eltern. Die Kinder auch. Der Apfel fällt schließlich nicht weit vom Stamm. Aber Theo und Tina geben wenigstens zu, dass sie Klugscheißer sind. Mama und Papa streiten es ab. Das ist natürlich absolut lächerlich. Vor Kurzem sind die Theufels umgezogen in ein altes Haus mit einem Dachboden voller Abenteuer. Obwohl Spielen auf dem Dachboden nicht gerne gesehen ist, machen Tina und Theo nichts lieber als das. Und außerdem machen die Kinder auf dem Dachboden eine seltsame Entdeckung: In einer Bücherkiste haust ein kleines Männchen mit großer Klappe. Ein waschechtes Klugscheißerchen, das behauptet, nur für seinesgleichen sichtbar zu sein! Und eines ist sicher: ‚Ein wirklich echter Klugscheißer zu sein, ist harte Arbeit! Man muss Bescheid wissen, man muss auf Zack sein, man muss sich unerbittlich der Korrektheit verpflichten.‘ Ob Mama und Papa das Klugscheißerchen auch sehen können?
Ein Vorlesebuch für aller Besserwisser und Klugscheißer ganz egal welchen Alters.
Mit genialen Bildern von Astrid Henn.

Montag, 18. Dezember

Foto: Uwe

Heute haben
Paul Klee * 1879
Thomas Strittmatter * 1961
Geburtstag
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Gute Bücher, alte, neue,
über jedes ich mich freue.
Dass ich nicht verlier‘ den Faden,
Lass ich raten mir im Laden.

Thomas Dietrich
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Heute ziehen wir zwei Sachbücher aus dem Regal:

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Juhu, es gibt eine neue Kraan-CD:


KRAAN | ZOUP (2024)

01 Zoup (7:15)
02 Rainy May (3:35)
03 Überstürzter Aufbruch (4:48)
04 Weit Und Breit (4:20)
05 Twisted (4:57)
06 Norwegen Dia (5:05)
07 A Skyful of Veils (4:28)
08 Plain Vanilla (4:40)
09 Bikinian Rhapsody (4:11)
10 Aus Allen Wolken (4:07)
11 Norwegen Dia (acoustic version) (5:07)

Peter Wolbrandt: Guitars
Jan Fride: Drums, congas
Hellmut Hattler: Basses, vocals

Martin Kasper: Keyboards, vocoder

Johannes Pappert: Saxophones on „Norwegen Dia (acoustic version)“
Ingo Bischof: Keys on „Aus allen Wolken“
Music and words by Hellmut Hattler
All tracks published by Copyright Control
Mixed, mastered and compiled by Juergen Schlachter at 36music studio
Front cover artwork: Jan Fride
Back cover artwork: Adam Machtelewski
Produced by KRAAN for Bassball Recordings
P&C 2024 Bassball Recordings. Licensed to 36music (LC 09437

Fast 50 Jahre ist es her, dass die Kraaniche abgehoben haben und uns mit ihrem eigenen Stil beflügelten . Wer sie dann noch Live erlebt hat, bekam noch mehr vom Drive und Groove dieser Musik mit.
Zur Erklärung des etwas kryptischen Albumtitels meint Hattler: „Eine Zoup ist nicht nur eine falsch geschriebene Suppe. Es könnte auch ein Gebräu sein, in das eine Menge an Einflüssen hineingeschüttet wird. Insofern passt die Bezeichnung prima zum Kraan-Sound von heute. Wir wollten ja schon immer weg von den Definitionen Kraut- und Jazzrock.“
Und genauso ist es auch zu hören. Mit dieser wunderbaren Mischung verschiedener Stilrichtung, bleiben sich Kraan trotzdem ihrem Sound treu.

Unter diesem Link können Sie sich die Musik anhören:
https://kraan.bandcamp.com

Weihnachten steht vor der Tür und wir haben die CD für € 15,00 im Laden.

Samstag, 16.Dezember


Heute haben
Jane Austen * 1775
Rafael Alberti * 1902
Arthur C.Clarke * 1917
Frank Göhre * 1943
Adriaan van Dis * 1946
Geburtstag
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Herbei, o ihr Lesenden, fröhlich triumphierend,
O kommet, o kommet nach Jastram hin!

Nur ein Buch, das will ich haben.
Und sonst keine andren Gaben!

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt,
dazu ein Buch am Wochenend.

Thomas Dietrich
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Zwei Lieblingsbilderbücher zum 4.Adventsamstag:

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Gestern ausgepackt:

Stefanie Sargnagel: „Iowa
Ein Ausflug nach Amerika
Rowohlt Verlag € 22,0

Stefanie Sargnagel verlässt ihr geliebt gehasstes Wien, ihr bequemes Sofa und macht sich auf nach Iowa, um an einem Collage Creative Writing zu unterrichten.
Die erste Frage wohl: Wo ist Iwoa?
Und: Wo liegt die 8.000 Seelen Gemeinde Grinnell?
Das klingt alles nach einem Film von Wes Anderson, aber ist für Stefanie Sargnagel die pure Realität.
Was es gibt, sind unendliche Maisfelder, Riesensupermärkte, viele freundliche übergewichtige Einheimische und unbekanntes Essen.
Stefanie Sargnagel ist nicht allein, sondern wird von Christiane Rösinger begleitet und gemeinsam versuchen sie dieses Abenteuer zu meistern.
Wer die Österreichische Autorin kennt, weiss, dass sie sehr viel Schräges über ein Land zu erzählen weiss, von dem wir eigentlich meinen, es zu kennen. Aber: Grinnell ist nicht New York.

Leseprobe

Dienstag, 12.Dezember

Anke Raum hat ein Weihnachtsküken mit einem riesigen Paket an die Wichteltür geschickt. _____________________________________

Heute haben
Gustave Flaubert * 1821
Manès Sperber * 1905
Hans Keilson * 1909
Tschingis Aitmatow * 1928
John Osborne * 1929
Susanna Tamaro * 1929
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Thomas Dietrich dichtet weiter:

Gute Bücher, alte, neue,
über jedes ich mich freue.
Dass ich nicht verlier‘ den Faden,
Lass ich raten mir im Laden.
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So etwas ist mir noch nie passiert.
Jetzt bin ich seit Jahrzehnten im Buchhandelsbetrieb und habe von der Lyrikerin Mary Oliver, die in den USA jede Menge Bücher veröffentlicht hat, hoch dekoriert, anerkannt und sehr bekannt ist, noch nie etwas gehört.
Der Diogenes Verlag hat einen, von der Autorin selbst zusammengestellten Band, übersetzt und herausgebracht.

Mary Oliver: „Sag mir, was hast du vor mit deinem wilden, kostbaren Leben
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Brocan, der auch ein sehr informatives Nachwort beigetragen hat.
Diogenes Verlag € 28,00
Das amerikanische Original „Devotions“ erschien 2017 bei Penguin Press € 20,00

Doris Dörrie schreibt in einem Vorwort, wie die Gedichte von Mary Oliver sie ein Leben lang begleiten und wie einzigartig diese Art der Lyrik ist. Vielleicht hat ja Doris Dörrie, als Diogenes Autorin, dem Verlag diese Veröffentlichung nahegebracht. In diesem Fall: Danke dafür.

„Die Lyrik und die Schönheit der Welt waren meine Rettung.“
Mary Oliver

Mary Oliver, 1935 in Ohio geboren, zählt zu den meistgelesenen zeitgenössischen US-amerikanischen Dichterinnen. Zu Lebzeiten veröffentlichte sie mehr als 20 Gedichtbände, mit denen sie auf der ›New York Times‹-Bestsellerliste stand und zahlreiche Preise gewann, unter anderem den Pulitzer-Preis für ›American Primitive‹ und einen National Book Award für ›New and Selected Poems‹. Sie starb 2019 in Florida.

Der Sommertag

Wer machte die Welt?
Wer machte den Schwan und die Schwarzbärin?
Wer machte die Heuschrecke?
Diese Heuschrecke hier meine ich –
die sich selbst aus dem Gras katapultiert hat,
die jetzt Zucker aus meiner Hand frisst,
die ihre Kiefer vor- und zurückschiebt statt auf- und abwärts –,
die ringsumher starrt mit ihren riesigen, komplexen Augen.
Jetzt hebt sie die Vorderbeine und wäscht ihr Gesicht.
Jetzt klappt sie die Fügel auf und gleitet davon.
Ich weiß nicht genau, wie ein Gebet aussieht.
Ich weiß, wie man Aufmerksamkeit schenkt, wie man
ins Gras fällt, wie man sich ins Gras kniet,
wie man müßig und gesegnet ist, wie man durch die Felder streunt,
denn das ist es, was ich den ganzen Tag machte.
Sag, was hätte ich sonst machen sollen?
Stirbt nicht alles am Ende und viel zu schnell?
Sag mir, was hast du vor
mit deinem wilden, kostbaren Leben?

(übersetzt von Jürgen Brocan)

Hier finden Sie eine Leseprobe, in der auch ein paar Gedichte abgedruckt sind.
Ein Blick lohnt sich und sie werden merken, wie besonders ihr Blick auf die Natur, unsere Umwelt und unser Leben ist.

Mary Oliver, 1935 in Ohio geboren, zählt zu den meistgelesenen zeitgenössischen US-amerikanischen Dichterinnen. Zu Lebzeiten veröffentlichte sie mehr als 20 Gedichtbände, mit denen sie auf der ›New York Times‹-Bestsellerliste stand und zahlreiche Preise gewann, unter anderem den Pulitzer-Preis für ›American Primitive‹ und einen National Book Award für ›New and Selected Poems‹. Sie starb 2019 in Florida.

Hier ist ihre Internetseite MaryOliver.com, auf der Sie ihre Veröffentlichungen finden.
Im September 2019 gab es ein Tribute for Mary Oliver, zum dem tausende Menschen strömten, der per Livestream übertragen wurde und bei dem Persönlichkeiten (u.a. Hillary Rodham Clinton) ihre Gedichte vorgetragen haben. Den Film können auf der Interseite anschauen.
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Heute Abend:


Sehr geehrte Damen und Herren,
vielleicht haben Sie trotz der geschäftigen Vorweihnachtszeit ein kleines Zeitfenster für unsere Buchvorstellung des Spiegel-Bestsellers Jenseits von Putin – Russlands toxische Gesellschaft mit den Autoren Dr. Gesine Dornblüth und Thomas Franke übrig, zu der das Donaubüro Ulm/Neu-Ulm und sein Europe Direct Zentrum Sie in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung herzlich einladen. Die Kulturbuchhandlung Jastram wird dabei mit einem Büchertisch vertreten sein.

Wann? 12.12.2023, 19:00-20:30 Uhr
Wo? Europe Direct Zentrum im Donaubüro Ulm/Neu-Ulm, Kronengasse 4/3, 89073 Ulm

Wie tickt die russische Gesellschaft? Als Russland am 24. Februar 2022 die Ukraine angriff, schien das großen Teilen der russischen Gesellschaft egal zu sein. Das ist nicht überraschend. In Russland hat es nie eine Friedensbewegung gegeben und die Gesellschaft hat sich nicht kritisch mit Russlands Rolle innerhalb der Sowjetunion auseinandergesetzt. Gewalt wird von vielen als Mittel der Politik akzeptiert. Die Überzeugung, politisch ohnehin nichts ausrichten zu können, sitzt tief. Dazu kommt die Angst, mit der Staatsmacht in Konflikt zu geraten.
Die Journalisten Dr. Gesine Dornblüth und Thomas Franke erklären, wie es dazu kommen konnte. Ihre Reportagen und Analysen führen uns durch drei Jahrzehnte, in denen nationalistische Kräfte über Verfechter demokratischer Werte die Oberhand gewannen. Dabei wird klar: Der zukünftige Frieden in Europa hängt davon ab, ob wir die russische Gesellschaft richtig verstehen und entsprechend handeln. Wie dies konkret aussehen kann, diskutieren wir im Rahmen unserer Veranstaltung mit den beiden Autoren – und gerne auch mit Ihnen!

Wir freuen uns, Sie bei der Veranstaltung zu begrüßen.
Herzliche Grüße
Katharina Lauhöfer
Leitung Europe Direct Zentrum
Donaubüro Ulm/Neu-Ulm
Kronengasse 4/3 | 89073 Ulm
0731 88 03 06 19

Montag, 11.Dezember


Heute haben
Christian Dietrich Grabbe * 1801
Alfred de Musset * 1810
Paul Kornfeld * 1889
Nagib Mahfus * 1911
Alexander Solschenizyn * 1918
Grace Paley * 1922
Geburtstag
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“Let us go forth with fear and courage and rage to save the world.”
Grace Paley
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Wir ziehen wieder ein besonderes Buch aus dem Regal:


Francois Cheng: „Fünf Meditationen über den Tod und über das Leben
C.H.Beck Verlag € 14,00
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Herbei, o ihr Lesenden, fröhlich triumphierend,
O kommet, o kommet nach Jastram hin!

Thomas Dietrich
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Gestern wurde der Friedensnobelpreis an die iranischen Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi verliehen.

Auf tagesschau.de gab es ein Interview:

Der iranischen Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi wurde in Abwesenheit der Friedensnobelpreis verliehen. Im Interview aus dem Gefängnis sprach sie zuvor über „Weiße Folter“ und ihren größten Schmerz. Sie befindet sich im Hungerstreik.

ARD: Sie können den Friedensnobelpreis nicht persönlich entgegennehmen. Was ist Ihre Botschaft zum Tag der Preisverleihung?

Narges Mohammadi: Ich fordere die Welt auf, die Verwirklichung der Menschenrechte im Iran, in Afghanistan und in allen Völkern der Region für einen dauerhaften Frieden zu unterstützen und Menschenrechte als absolut notwendig und als Voraussetzung für jegliche Verhandlungen, Verträge und Kontakte mit diesen Regierungen zu betrachten. Solange in den Ländern des Nahen Ostens keine Demokratie erreicht wird, wird ein dauerhafter Frieden nicht Wirklichkeit werden. Autoritäre Regierungen sind die Quelle extremistischer und terroristischer Bewegungen, die weltweit Unsicherheit, Gewalt und Instabilität verbreiten. Demokratie wird in den Ländern des Nahen Ostens nicht erreicht werden, solange in diesen Ländern Menschenrechte und Zivilgesellschaft nicht geschützt werden.

ARD: Der Friedensnobelpreis ehrt auch all jene iranischen Frauen, die seit dem Tod von Jina Mahsa Amini vor einem Jahr unter dem Slogan „Frau, Leben, Freiheit“ gegen das Regime auf die Straße gegangen sind. Wo steht diese Bewegung jetzt?

Mohammadi: Die religiös-autoritäre Regierung hat die Befreiungsbewegung „Frau, Leben, Freiheit“ mit aller Macht und mit allen Ressourcen unerbittlich unterdrückt; mit den gewalttätigsten Methoden. Die Regierung ist gezwungen, ihre Unterdrückung in alle gesellschaftlichen Milieus auszuweiten. Repression findet überall statt: In Schulen, sogar in Grundschulen, Universitäten, auf den Straßen, in Krankenhäusern, Konzerten, Stadien und Sporthallen, bei politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen. Die Menschen konfrontieren die Regierung immer mehr, indem sie sich auf kreative und vielfältige Weise in sozialen Bewegungen organisieren. Dass die Regierung ihre Unterdrückung derart ausweitet, zeigt, wie stark die Proteste sind und wie breit sie mittlerweile in der Gesellschaft verankert sind. Auch wenn der Protest nicht mehr auf der Straße ist, sein Geist ist noch da.

ARD: Sie haben in Isolationshaft die sogenannte Weiße Folter selbst vier Mal erleben müssen. Sie berichten, wie Sie und andere Insassen in zwei mal drei Meter kleine, permanent erleuchtete Zellen gesperrt werden, häufig ohne Tageslicht. Welche Wirkung hatte diese Einzelhaft auf Sie selbst?

Mohammadi: Als ich 2001 zum ersten Mal in Isolationshaft kam, war ich 29 Jahre alt. In der Zelle spürte ich nur Angst, Schrecken und Unsicherheit. Die Einzelzelle war für mich ein unbekanntes Phänomen, ich war völlig verwirrt und fassungslos. Die Verhöre bestanden nur aus Drohungen, es gab keine normalen Gespräche oder Worte. Die sich ausbreitende Stille war wie ein ständiger Schrei, der meine Gehirnzellen lahmlegte. Auch meine zweite Isolationshaft im Jahr 2010, als meine Kinder, die Zwillinge Ali und Kiana, drei Jahre und fünf Monate alt waren, war quasi tödlich. Es war ein Ort der Qual. Das Leiden dieser Zeit ist unbeschreiblich. Ich weiß nicht, wie ich es ertragen habe.
Diese Zeit ist ein endloser, schrecklicher Albtraum in meinem Inneren. Während dieser Zeit fiel ich in der Zelle mehrmals in Ohnmacht. Mein Körper war übersät mit Prellungen und Wunden. Trotz der Angst, diese Isolationshaft wieder erleben zu müssen, bin ich entschlossen, den Kampf fortzusetzen.

ARD: Sie haben andere Folteropfer interviewt, die der Film „Unbreakable“ nun erstmals im deutschen Fernsehen zeigt. Mit diesen Interviews haben sie zeigen können, wie politische Häftlinge psychisch gebrochen und zu falschen Geständnissen gezwungen wurden, aufgrund derer ihnen die Verurteilung und teilweise auch die Hinrichtung droht. Was hat Sie während Ihrer Interviews am meisten bewegt?

Mohammadi: Was mich schockierte und was für mich schwer zu fassen war, waren die Auswirkungen und Folgen der Einzelhaft. Selbst die Menschen, deren Isolationshaft schon Jahrzehnte her war, sprachen von den immer noch anhaltenden Auswirkungen auf ihren Geist, ihre Seele und sogar ihren Körper. Es ist eine erschreckende Wirklichkeit. Und trotzdem erhalten Menschen, die Einzelhaft durchleben mussten, weiterhin keine Behandlung für diese Traumata. Das liegt daran, dass so wenig über diese Art der Folter bekannt ist. Die Berichte von Menschen, die in Isolationshaft waren und Weißer Folter ausgesetzt waren, sind unerträglich. Ich musste die Gespräche mehrmals unterbrechen, weil Erzählungen wie jene über erzwungene Geständnisse so verstörend waren. Ich denke oft an diejenigen, die in Isolationshaft erzwungene Geständnisse abgelegt haben und hingerichtet wurden. Ihre Geschichten sind mit ihnen begraben.Trennung von den Kindern „wie Sterben“

ARD: Sie waren jahrelang im Gefängnis und kämpfen weiterhin. Gibt es Momente, in denen Sie schwach sind?

Mohammadi: Während die Jahre meines Lebens hinter den Mauern des Evin-Gefängnisses vergingen, war es immer mein Ziel, gegen die Ungerechtigkeit aufzustehen und zu kämpfen. Dreimal nahmen mich Regimekräfte fest, trennten mich von meinen Kindern und brachten mich ins Gefängnis. Da zweifelte ich jedes Mal an meiner Überlebensfähigkeit. Das Wort „schwierig“ ist definitiv nicht laut und deutlich genug.

Die Trennung von Kiana und Ali war fast wie Sterben. In den Momenten, in denen ich über das Fehlen einer Mutter während Alis und Kianas Kindheit und Jugend nachdenke, überkommt mich manchmal eine erdrückende Traurigkeit, die mich denken lässt, dass ich das nicht überlebe – auch wenn ich durch diese lange Trennung nicht besiegt werde. Für meinen Einsatz für Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie habe ich als Frau, Mutter und Mensch alles aufgegeben und das bereue ich nicht. Aber das gilt nicht für meine Kinder Ali und Kiana. Ich bedaure, dass ich nicht bei ihnen sein kann.

Das Gespräch führte Katja Deiß, HR

Über das Leben von Narges Mohammadi sendet das Erste um 23:35 Uhr die Dokumentation „Unbreakable – Mein Freiheitskampf im Iran“.


Rowohlt Verlag € 14,00

Sonntag, 10.Dezember


Heute haben
Emily Dickinson * 1830
Nelly Sachs * 1891
Gertrud Kolmar * 1894
Christine Brückner * 1921
Clarice Lispector * 1925
Cornelia Funke * 1958
Geburtstag
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Emily Dickinson

“Hope” is the thing with feathers –
That perches in the soul –
And sings the tune without the words –
And never stops – at all –

And sweetest – in the Gale – is heard –
And sore must be the storm –
That could abash the little Bird
That kept so many warm –

I’ve heard it in the chillest land –
And on the strangest Sea –
Yet – never – in Extremity,
It asked a crumb – of me.
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Vom Himmel hoch, da komm ich her,
ich bringe Bücher und noch mehr!

Thomas Dietrich
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Heute, am 10. Dezember ziehen wir wieder ein Lieblingsbuch aus dem Regal.


Carson McCullers: „Frankie“
Diogenes Taschenbuch € 11,00

Samstag, 9.Dezember


Heute haben
John Milton * 1608
Ödön von Horváth * 1901
Wolfgang Hildesheimer * 1916
Abraham Bar Jehoschua * 1936
Michael Krüger * 1943
Giaconda Belli * 1948
Anna Gavalda * 1970
Geburtstag
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Es blaut die Nacht, die Sternlein funkeln,
Bücher liest man gern im Dunkeln!

Thomas Dietrich
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Am 9.Dezember ziehen wir ein sehr humorvolles Erinnerungsbuch aus dem Regal.


Hans Werner Richter: „Geschichten aus Bansin“
Wagenbach Verlag € 12,00

Fast als Rektor an die HfG gekommen, später Gründer der Gruppe 47, erzählt er hier Geschichten über seinen Vater, der einen sehr eigenwilligen Kopf hatte.
Humorvolle Geschichten von der Insel Usedom.
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Mehr Bücher aus der Region:


„Der Alb-Donau-Kreis im Wandel“
Fotografien von Günther Bayerl
Landratsamt € 39,90

50 Jahre Alb-Donau-Kreis ist ein Grund für das Landratsamt einen opulenten Bildband über diese Region zu veröffentlichen. Neben den Texten besticht dieses Buch durch seine Fotografien von besonderen Orten.

Rudi Kübler, Oliver Schulz, Thomas Steibadler, Hans-Uli Thierer: „Wir“
Geschichten aus dem Alb-Donau-Kreis
Klemm & Oelschläger Verlag € 21,80

5 mal 5 Geschichten aus dem Alb-Donau-Kreis, der vor 50 Jahren auf dem Reißbrett entstanden und in diesen 5 Dekaden zu einer Einheit verschmolzen ist. Dennoch haben die 55 Städte und Gemeinden ihre Vielfalt bewahrt, eine Vielfalt, die sich widerspiegelt in beeindruckenden Porträts und großartigen Fotografien der Menschen, die zwischen Asselfingen im Osten und Emeringen im Westen sowie Amstetten im Norden und Balzheim im Süden leben und arbeiten. Deshalb heißt der Band „Wir. Geschichten aus dem Alb-Donau-Kreis“.