Freitag, 8.Dezember

Es tut sich was vor der Wichtelwohnung. Dank an Susanne und Brigitte.
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Heute haben
Horaz * 65 v Chr.
Bjornstjerne Bjornson * 1832 (Nobelpreis 1903)
John Banville * 1945
Bill Bryson * 1951
Louis de Bernières * 1954
Geburtstag
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„Brennt die Wand des Nachbarn, so wird es für dich selbst gefährlich.“
Horaz
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Am 8.Dezember ziehen wir ein Buch über eine Kindheit und Jugend in Albanien aus dem Regal.

Lea Ypi: „Frei
Erwachsenwerden am Ende der Geschichte
Suhrkamp Taschenbuch € 14,00
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Gestern in der Südwestpresse Ulm

Loice Nyangari und Klaus Kopp: „Loice
Vom Schatten ins Licht
Eigenverlag, bei uns in der Buchhandlung € 35,00

Das ist die Geschichte über eine Reise, die wohl nie zu Ende geht, mit einer Begegnung, die mindestens drei Menschenleben verändert hat – das von Karin und Klaus Kopp aus Waiblingen und das ihrer Patentochter Loice aus Simbabwe.
Diese Geschichte ist nun als Buch erschienen.
Angefangen hat alles vor zwölf Jahren mit einer Reise der Kopps durch Afrika, die sie damals auch in die Missionsstation nach Bondolfi in Simbabwe führte. Hier trafen sie zum ersten Mal auf die damals achtjährige Loice. Der Start ins Leben von Loice als Waisenkind war nicht einfach.
„Das Buch erzählt die Geschichte von Loice, fast ohne Familie, und von unserer Familie – und nun ist es die Geschichte einer gemeinsamen Familie“, sagt Klaus Kopp, der die Seiten mit eindrucksvollen Fotografien hinterlegt hat.
Der Inhalt dieses Buches gibt tiefe Einblicke in eine uns größtenteils verborgende Welt.
Insgesamt 36 Gedichte sowie Geschichten und Briefe wurden in diesem Buch verarbeitet. Einfühlsam, traurig, offen und doch optimistisch: Ihr Blick als junges Mädchen auf ihr Leben, auf die Welt da draußen. Viele der Gedichte reflektieren ihr eigenes Leben und halfen ihr dabei, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten.
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Einladung zum ALLERWELTS-FORUM 2023 am 10.12.23 im Ulmer Roxy
Die Erde aus den Fugen: Kräfte bündeln – Gemeinsam handeln

Liebe Engagierte und Interessierte!

Am kommenden Sonntag findet im Ulmer Roxy das Allerwelts-Forum 2023 statt! Auf den Tag genau vor 25 Jahren startete dort das erste Allerweltsfest, aus dem nun ein Forum wird – am neuen Namen ist die inhaltliche Schärfung zu erkennen, die den Mitwirkenden sehr am Herzen liegt. Die inhaltliche Arbeit der Organisationen rund um Eine Welt, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Gerechtigkeit und Menschenrechte soll wieder mehr in den Vordergrund rücken, die gesellschaftliche und politische Bedeutung des Engagements im Mittelpunkt stehen. Wie in früheren Jahren findet die Veranstaltung nun wieder in der Adventszeit statt – dieses Jahr am 10.12., dem internationalen Tag der Menschenrechte!

Politische Impulse, Inspiration, Motivation, Austausch und Vernetzung – all das, wofür das Allerwelts-Forum stehen soll, wird so sichtbar und erlebbar, mit dabei sind ca. 20 Ulmer/Neu-Ulmer Organisationen. Der Eintritt ist frei, Interessierte sind herzlich eingeladen! Die Einladung darf gerne weiter gestreut werden!

Programm:

13:30 – 15:00 Uhr Musik, Infos und Begegnung auf dem Markt der Möglichkeiten mit Organisationen und Vereinen
15:00 – 16:30 Uhr Impulse von Kathrin Hartmann und Andreas Zumach mit anschließendem Austausch 
16:30 – 18:00 Uhr Begegnung und Infos auf dem Markt der Möglichkeiten
14:00 – 18:00 Uhr Kinderprogramm im Studio mit Theaterpädagogin Yvonne Brandes 

Näheres zu den Mitwirkenden, den Referierenden – beide bundesweit bekannte Journalist*innen – in der Anlage und unter https://ulmer-netz.org/aktivitaeten/#allerwelts-forum (hier sind auch die jeweiligen Anfangszeiten des Kinderprogramms zu finden).

Wir freuen uns auf einen inspirierenden und motivierenden Nachmittag in diesen herausfordernden Zeiten, ganz im Sinne des diesjährigen Mottos: Kräfte bündeln – gemeinsam handeln!

Herzliche Grüße,
Simone Schliemann 

Freitag, 3.November


Heute haben
Ludwig Derleth * 1870
Hanns Heinz Ewers * 1871
André Malraux * 1901
Dieter Wellershoff * 1925
Amartya Sen * 1933
F.K.Waechter * 1937
Martin Cruz Smith * 1942
Jan Faktor * 1951
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Friedrich Hebbel
Herbstbild


Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.
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Ein weiteres Kunstwerk von Britta Teckentrup:

Britta Teckentrup: „Ein Fest von Obst und Früchten
Jacoby & Stuart Verlag € 29,00

Ja, es ist ein wahres Fest, ein voller Korb voller Obst und Früchten, den uns Britta Teckentrup hier präsentiert. Nach ihrem letzten großen Buch über Krähen und Raben, wird es jetzt vegetarisch. In ihrer ganz speziellen, eigenen Art hat sie unglaublich viele, unterschiedliche Sorten gemalt. Fast kommen wir uns vor, als würden durch die Alte Pinakothek schlendern. Aber nicht nur ihre Bilder finden wir in diesem Prachtband, Britta Teckentrup hat sich wieder schlau gemacht und zeigt uns die Ergebnisse ihrer Mühen. Denn schon in der Antike entstanden Abbildungen von Obst und Früchten, die Stilleben von Caravaggio sind weltberühmt. Auch in der Literatur, natürlich im Märchen, in der Lyrik finden sich viele Beispiele. So ist dieses Buch nicht nur ein herrlicher Bildband, ein botanisches Nachschlagewerk, sondern eine Anthologie, in dem wir auch Tipps zu Romanen und Filmen bekommen.
Nicht zu vergessen sind die persönlichen Erlebnisse aus ihrer Kindheit.

Der Garten meiner Oma war voll von Obst und Früchten. Meine Schaukel stand im Schatten eines Quittenbaums und meine ersten Kletterübungen machte ich auf dem kleinen Kirschbaum hinter dem Haus. Damals kamen mir die Bäume und der Garten riesig vor.
Und es waren die Himbeeren, die ich so liebte – so wie auch heute noch. Aber handelt es sich dabei überhaupt um eine Beere? Heute weiß ich, dass die Himbeere eigentlich gar keine Beere ist, sondern eine Sammelsteinfrucht, so wie auch die Kirsche eine Steinfrucht ist.
In die Welt von Obst und Früchten einzutauchen ist unwahrscheinlich spannend, ein ästhetischer Genuss. Und meine Begeisterung dafür möchte ich in diesem Buch mit Ihnen teilen.

Britta Teckentrup

Schauen Sie in die Leseprobe und staunen Sie.
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Hier noch ein paar Veranstaltungtipps:

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„Das Weib ist ein Kerl“
Theaterstück von Wolfgang Schukraft

„Ein echter Kerl, der keiner ist. Ein Mensch zwischen den Geschlechtern: spannendes Theater … 
Djurovic präsentiert den Kerl mit verletzlichem Wesen mit unaufgeregter Präzision, ohne hochkochende Emotion geht es tief hinein in die Felsspalten der Seele.
Von Schukraft kompakt ohne Längen und Überzeichnungen in Szene gesetzt. … Viel Beifall im Saal.“
Uli Landthaler, Südwestpresse

Liebe Theater-Freunde!
Es wäre schade, wenn Sie diese Produktion verpassen würden. Es ist Theater jenseits jeglicher Gender-Klischees. Ich bemühe mich immer, dass unsere Aufführungen im besten Sinne unterhaltend sind. Und dies gelingt uns auch diesmal. Versprochen!
Ihr Wolfgang Schukraft

Im Schuhhaussaal im Kunstverein
Kramgasse 4, Ulm (hinter dem Münster)
Karten: Bücherstube Jastram Ulm, Judenhof, Tel. 0731/67137
oder per Mail: schukrafts@gmx.de
 
Beginn jeweils 19 Uhr 
Samstag, 04.11.23
Sonntag, 05.11.23
Samstag, 11.11.23
Sonntag, 12.11.23
Samstag, 18.11.23
Sonntag, 19.11.23
Samstag, 25.11.23
Sonntag, 26.11.23
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Am Sonntag, den 5.November gibt es im Ulmer Roxy ein Albumrelease Konzert.
Beginn: 20 Uhr, Eintritt: € 22,00
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Donnerstag, 5.Oktober


Heute haben
Paul Fleming * 1609
Denis Diderdot * 1713
Kasimir Edschmid * 1890
Bing Xin * 1900
Magda Szabó * 1917
José Donoso * 1924
Oswald Wiener * 1935
Václav Havel * 1926
Marie-Claire Blais * 1939
Alfred Komarek * 1945
Peter Ackroyd * 1949
Charlotte Link * 1963
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„Häng‘ an die große Glocke nicht, Was jemand im Vertrauen spricht.“
Matthias Claudius
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Heute gibt es einen Veranstaltungsblog:


Heute abend bei uns in der Buchhandlung.
Beginn: 19 Uhr
Eintritt: frei
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Foto: Nicole Müller

Am 22.September wurde das Album UNPERFECT BUILDINGS des OPENTHEBOX TRIO feat. KIT DOWNES bei DoubleMoon/Challenge international veröffentlicht. Bei uns in der Buchhandlung liegt sie aus.

Das Openthebox Trio besteht aus dem Ulmer Christian Krischkowsky (dr/comp), Andreas Dombert (g) und Axel Kühn (b). Als Gast der wunderbare Kit Downes (hammond).
www.krischkowsky.de

„Es ist eine besondere Art, Ideen verschmelzen, an der Oberfläche dezent, im Resulat weit und Bunt gefächert….Modern jazzige Leichtigkeit trifft auf den kompositorischen Ernst des Schlagzeugers Christian Krischkowsky…. Ein raffiniertes Dazwischen.“ (JAZZTHING 9/23 Ralf Dombrowski)

Am Sonntag, den 5.November gibt es im Ulmer Roxy ein Albumrelease Konzert.
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: € 22,00

Weitere Konzerte:
Freitag, 10.11. Jazzclub Biberach
Samstag, 11.11. Trans 4 Jazz Festival, Ravensburg




Montag, 15.Mai


Heute haben
Arthur Schnitzler * 1862
Emily Dickinson * 1886
K.A.Porter * 1890
Michail Bulgakow * 1891
Max Frisch * 1911
Raymond Federman * 1928
Geburtstag
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„Die Sehnsucht ist es, die uns’re Seele nährt und nicht die Erfüllung. Und der Sinn uns’res Lebens ist der Weg und nicht das Ziel. Denn jede Antwort ist trügerisch, jede Erfüllung zerfließt uns unter den Händen, und das Ziel ist keines mehr, sobald es erreicht wurde.“
Arthur Schnitzler
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Heute, Montag, 15.Mai, 19 Uhr
Dorthin gehen, wo die Parallelen sich schneiden
Hotel Kleber Post, Die Gruppe 47 in Saulgau
Texte & Resonanzen

Herausgeberin: Katrin Seglitz
osbert+spenza Verlag € 24,00

Die Geschichte der Ulmer Hochschule für Gestaltung und der Gruppe 47 ist anfangs eng, später locker miteinander verzahnt: Als die Schriftsteller im November 1947 in Herrlingen bei Ulm tagten, lud der damalige Ulmer Oberbürgermeister Robert Scholl die Autoren zu einem Empfang im Rathaus ein. Bei dieser Gelegenheit dürften sich der Gründer der Gruppe 47, Hans Werner Richter, und die HfG-Mitbegründerin Inge Scholl zum ersten Mal begegnet sein. Gemeinsam diskutierten sie in den kommenden Monaten die Idee zu einer neuen, ganz besonderen Hochschule, die in Ulm entstehen und deren Gründungsrektor Hans Werner Richter sein sollte. Zu dieser Zusammenarbeit kam es nicht, doch blieb die Verbindung zwischen der HfG und der Gruppe 47 auch in den folgenden Jahren bestehen.  

In dem Buch „Dorthin gehen, wo die Parallelen sich schneiden“ stellt die Herausgeberin Katrin Seglitz Texte von Mitgliedern der Gruppe 47 vor und lässt heutige SchriftstellerInnen darauf antworten: Nora Gomringer auf Günter Grass, Zsuzsanna Gahse auf Helmut Heißenbüttel, Thommie Bayer auf Otl Aicher und andere mehr. Die Lektüre ermöglicht die Wiederentdeckung von Texten der Gruppe 47, aber auch Einsichten in die unterschiedliche Art und Weise, zu ihnen in Resonanz zu gehen.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von HfG-Archiv Ulm und der Kulturbuchhandlung Jastram.

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Neu in der Walther Collection:

The Walther Collection setzt ihren Fokus auf zeitgenössische Fotografie aus Afrika fort und präsentiert auf ihrem Museums-Campus in Neu-Ulm die erste dialogische Ausstellung mit Werken von Santu Mofokeng (1956-2020) und David Goldblatt (1930-2018). Die von der Kunsthistorikerin Tamar Garb kuratierte Ausstellung, die ausschließlich aus den Beständen der Sammlung zusammengestellt wurde, eröffnet dynamische Räume für Neubewertung und Neudeutung, indem sie die Werke dieser außergewöhnlichen Fotografen miteinander verwebt. Die Ausstellung ist in drei thematische Abschnitte unterteilt, die Mofokengs und Goldblatts Werke vereinen: Erdlandschaften, Strukturen und Sozialität.


Mehr Informationen zur aktuellen Ausstellung, der kommenden Ende Mai, den Öffnungszeiten finden Sie auf der Website der Walther Collection.
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Bernd Stelter: „Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende!“ Tour 2023
Donnerstag, 18.Mai ab 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr) im Roxy Ulm

Ihr kennt das. Montagmorgen. Man steigt in den Wagen und schaltet das Radio an. Spätestens nach dem dritten Lied brüllt der Radiomann aus den Boxen: „Jaa Freunde, Montag, das ist natürlich nicht unser Tag! Aber macht euch keine Sorgen! Nur noch fünf Tage, dann haben wir wieder Wochenende.“ Hää?! Hat der nicht alle Tassen im Schrank? Wenn der keine Lust hat, Radiomoderator zu sein, dann kann er ja Frisör werden, die haben Montags frei.“
„Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende!“ heißt das neue Programm von Bernd Stelter. Ein Programm für alle, die über Montage mosern, über Dienstage diskutieren, die Mittwoche mies und Donnerstage doof finden. Warum soll man denn bitte sehr viereinhalb Tage pro Woche verschenken, damit endlich wieder Wochenende ist. „Und was machst du am Wochenende?“ – „Party!“ Es geht um Work-Life-Balance. Was für ein Wortungetüm. Und was für ein Blödsinn. Wenn Deine Arbeit nicht zu deinem Leben gehört, dann hast du wirklich verloren. Nein, wir müssen schon jeden Tag genießen. Und warum können das die Dänen besser als wir, und die Schweden und die Schweizer auch. Das müssen wir direkt ändern. Aber wie?
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Freitag, 20.Januar


Heute haben
Nazim Hikmet * 1902
Bernt Engelmann * 1921
Ernesto Cardenal * 1925
Eugen Gomringer * 1925
Nigel Williams * 1948
Ulrike Draesner * 1962
Ildikó von Kürthy * 1968
Geburtstag
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„Wir lernen durch Irren und Fehlen, und werden Meister durch Übung, ohne zu merken wie es zugegangen ist.“
Christoph Martin Wieland (+ 20.01.1813)
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Aktuell und hochinterresant:


Atlas der Globalisierung
Ungleiche Welt
Le Monde diplomatique /taz € 20,00

In Singapur, am hellsten Ort der Welt, verbraucht jeder Bürger im Schnitt 250-mal so viel Öl wie in Bangladesch. Frankreichs Bauern produzieren immer mehr Milch, gut leben können sie davon trotzdem nicht. Noch immer exportieren Lateinamerika und Afrika vor allem Rohstoffe – Verarbeitung und Wertschöpfung finden dagegen eher im Globalen Norden und in China statt. Wir leben in einer Welt voller Ungleichheiten. Das reichste 1 Prozent der Weltbevölkerung besitzt 45 Prozent des globalen Vermögens, während die ärmere Hälfte der Welt nur auf 1 Prozent kommt. Wir überschwemmen Südostasien mit unseren Plastikabfällen, anstatt den Verpackungswahn zu stoppen. Und noch immer haben zwei Drittel der Bevölkerung in Afrika keinen Zugang zu sicherem und sauberem Trinkwasser.

In sechs Kapiteln – über die Klimakrise, ungelöste Konflikte, Finanzen, Ressourcenverbrauch, Gesundheitspolitiken und Ernährung – schaut der neue Atlas der Globalisierung auf unsere ungleiche Welt.
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Heute abend, Freitag, 20.Januar 2023, 20.00 Uhr
Roxy Ulm, Schillerstraße
Eintritt € 23 / € 25,00
Sebastian Lehmann: „Ich hab’s dir doch gleich gesagt, Sebastian“

Ständig trifft Sebastian Lehmann die falschen Entscheidungen: Er geht nur mal kurz auf Youtube – das lenkt doch nicht von der Arbeit ab. Neun Stunden später wird es schon wieder hell. Er lernt mit 38 Jahren Blockflöte spielen und versucht seinem Vater zu erklären wie ein Smartphone funktioniert. Klappt beides nur so semigut. Er beschließt Kleingärtner zu werden, um in der Natur seine innere Ruhe zu finden, aber dann wächst ihm das Unkraut über den Kopf. Sowieso kommt immer jemand und weiß es besser: „Das wird ja eh nichts, hab ich dir ja gleich gesagt!“ Meistens ist das die eigene Mutter. Und es stimmt. Sie hat es gesagt. Also: Hört alle auf eure Mütter! 
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Morgen, Samstag, 21.1. ab 15 Uhr auf dem Münsterplatz

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Deutliche Erwärmung auf grönländischem Eisschild
Der grönländische Eisschild hat sich im Vergleich zum 20. Jahrhundert bereits um 1,5 Grad erwärmt. Das zeigen Untersuchungen von Eisbohrkernen. Auch eine Erwärmung in den Höhenlagen der Eismassen wurde nachgewiesen.
In den Höhenlagen des grönländischen Eisschilds war das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts das wärmste bislang analysierte seit rund 1000 Jahren. Von 2001 bis 2011 lag die Temperatur im Mittel um 1,5 Grad Celsius höher als im Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Das berichtet ein Team um Maria Hörhold vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI). Damit sei die globale Erwärmung nun auch in einer der abgelegensten Regionen der Welt nachweisbar, schreibt die Gruppe in der Fachzeitschrift „Nature„.

Der ganze Artikel findet sich auf tagesschau.de

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Donnerstag, 17.November


Heute haben
Isabelle Eberhardt * 1877
Curt Goetz * 1888
Roger Vitrac * 1899
Mario Soldati * 1906
Ellis Kaut * 1920
Geburtstag
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Heinrich Seidel
Es war einmal

Kehret wieder, goldne Tage,
Kehre wieder, schöne Zeit!
Ach, gleich einer holden Sage
Liegst du in Vergangenheit.

Und zu dir – ich kann’s nicht wehren –
Wendet sehnend sich mein Sinn,
Wirst du gleich nie wiederkehren,
Weil ich selbst ein Andrer bin! –
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Ein paar Tipps und Veranstaltungshinweise:

Dienstag, 22.November, 19 Uhr
Dr.Martin Mäntele stellt uns Otl Aicher vor.

100 Jahre Otl Aicher, 100 Plakate im Hfg-Archiv
Eintritt frei

Achtung!!
Alle, die zum Vortrag kommen, erhalten eine Freikarte für die Otl Aicher-Ausstellung oben in der Hfg.

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Das Haus der Nachhaltigkeit Ulm, Neu-Ulm und Region e.V.  plant das Reparaturangebot „repair4U“ für Wasch- und Spülmaschinen aufzubauen – damit werden Reparaturen wieder wirtschaftlich und wertvolle Rohstoffe landen nicht einfach auf dem Müll.
Für das notwendige Startkapital brauchen wir Deine Unterstützung in der Finalrunde des Berblinger Contests! Im Rahmen des Wettbewerbs findet noch bis Ende November ein Crowdfunding statt – jeder Euro hilft uns, unser Ziel zu erreichen. Hier kannst Du uns direkt unterstützen!
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Go plant a tree

Jeder einzelne Baum spendet Schatten, speichert Luftfeuchtigkeit, kühlt durch Verdunstung, filtert Feinstaub aus der Luft, reduziert die Lärmbelastung und bindet nicht zuletzt auch CO₂.
So viele Bäume wurden durch die Initiative bereits gepflanzt:
Ziel dieser Initiative ist es, möglichst viele Menschen zu animieren, Bäume zu pflanzen. Z.B. auf privaten bzw. privatwirtschaftlich genutzten Flächen, wie Parkplätzen, Firmengelände, Vereinsgelände, Gärten, … oder Schulen und Hochschulen.

https://goplantatree.org/
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Kleinstadthelden“ des Ulmers Ralf Grimminger auf der Frankfurter Buchmesse.

Der Zeitgeist in der Provinz Literatur Mit „Kleinstadthelden“ legt der Ulmer Journalist und Autor Ralf Grimminger sein vergnügliches Roman-Debüt vor.   . . . Einer, der sich sehr wohl an die frühen 80er erinnert, und das ziemlich amüsant. Frei nach dem Motto: So ist es damals zwar nicht gewesen, aber so hätte es durchaus sein können. Und diese Haltung ist es, die das Buch für jene, die sich erinnern wollen, so unterhaltsam macht.

Südwest Presse Ulm
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http://adk-ulm.de/spielplan-tickets/
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Der Jastramblog macht Urlaub

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Heute in der Nacht fährt mein Zug und nächste Woche bin ich wieder da.
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Nicht vergessen:

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Fotorechte: Urban Zintel

Montag, 21.Oktober, 20 Uhr, Roxy Ulm
Eintritt € 15,00
Einlass: 19 Uhr

Deniz Yücel: „Agentterrorist“

„Niemals“ werde man Deniz Yücel ausliefern erklärte der türkische Staatspräsident Erdoğan im Frühjahr 2017, jedenfalls nicht, solange er im Amt sei. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Journalist bereits im Hochsicherheitsgefängnis Silivri Nr. 9. Zehn Monate später erhielt er ein Angebot zu seiner Freilassung – und lehnte ab.

Die Inhaftierung des Korrespondenten der Welt führte in Deutschland zu einer beispiellosen Solidaritätsbewegung und sorgte für eine schwere diplomatische Krise. Yücel erzählt von seinem Jahr im Gefängnis, von Einzelhaft und Folter. Und davon, wie er durch die Liebe seiner Frau und dank der Unterstützung seiner Anwälte, seiner Zeitung und der »Free Deniz«-Kampagne noch unter widrigsten Umständen um Freiheit und Selbstbestimmung kämpfen konnte – und dabei die Bundesregierung, seine Vertrauten und schließlich sogar seine Geiselnehmer an den Rand der Verzweiflung trieb.

Deniz Yücel schreibt sehr persönlich, kämpferisch und humorvoll darüber, wie man ins Geschehen eingreifen kann, wenn man zum Spielball der internationalen Politik geworden ist. Eine hellsichtige Analyse über die jüngste Entwicklung der Türkei, die Funktionsweisen autoritärer Regimes und die Mechanismen der demokratischen Öffentlichkeit. Und eine Geschichte, die man auch dann noch mit Spannung bis zur letzten Seite liest, wenn man das Happy End mit Petersilienstrauß schon kennt.

Über den Autor:
Deniz Yücel wurde 1973 als Kind türkischer Einwanderer in Flörsheim am Main geboren und studierte an der Freien Universität Berlin Politikwissenschaften. Er arbeitete als Redakteur bei der Wochenzeitung Jungle World und der tageszeitung (taz). 2015 ging er als Korrespondent der Welt in die Türkei. Für seine Arbeit wurde Yücel mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Theodor-Wolff-Preis. »Agentterrorist« ist sein drittes Buch.

Veranstalter: ROXY gemeinnützige GmbH

Dienstag, 17.September

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Das Jastram-Lastenrad ist da!
Und gleich mal vier Bücherkisten an zwei Schulen ausgefahren.

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Heute haben
Kurt Wolfskehl * 1869
Hugo Hartung * 1902
Frank O’Connor * 1903
Horst Krüger * 1919
Karin Reschke * 1940
Geburtstag
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Heute auf dem Gedichte-Kalender:

Joseph von Eichendorff
Der Abend

Schweigt der Menschen laute Lust:
Rauscht die Erde wie in Träumen
Wunderbar mit allen Bäumen,
Was dem Herzen kaum bewußt,
Alte Zeiten, linde Trauer,
Und es schweifen leise Schauer
Wetterleuchtend durch die Brust.
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Anke Stelling kommt ins Ulmer Roxy.
Beginn ist 20 Uhr, Einlass um 19 Uhr. Eintritt: € 16,00

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(Fotorechte bei Nane Diehl)

Anke Stelling, 1971 in Ulm geboren, absolvierte ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2004 wurde ihr gemeinsam mit Robby Dannenberg verfasster Roman „Gisela“ verfilmt, 2010 die Erzählung „Glückliche Fügung“. Weitere Veröffentlichungen: „Nimm mich mit“ (2002, gemeinsam mit Robby Dannenberg), „Glückliche Fügung“ (2004) und „Horchen“ (2010).

Anke Stelling stand mit ihrem im Verbrecher Verlag erschienenen Roman „Bodentiefe Fenster“ (2015) auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2015. Zudem stand der Roman auf der Hotlist 2015 der unabhängigen Verlage und wurde mit dem Melusine-Huss-Preis 2015 ausgezeichnet. 2017 erschien ihr Roman „Fürsorge“ im Verbrecher Verlag. Ihr neuster Roman „Schäfchen im Trockenen“ (2018) wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2019 ausgezeichnet.

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Im Juni 2019 erhielt sie den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg.
Begründung der Jury: „Anke Stellings Prosa analysiert auf hoch sensible Weise die Mittelstandsgesellschaft der Gegenwart. Ihre jüngsten Romane ‚Bodentiefe Fenster‘, ‚Fürsorge‘ und ‚Schäfchen im Trockenen‘ bilden zusammengenommen eine Trilogie moderner Gemeinschaft. Mit soziologischer Präzision stellt Anke Stelling dar, wie und mit welchen Konsequenzen heutige Bürgerlichkeit von den antibürgerlichen Werten der 68er infiziert worden ist: von dem Wunsch nach Selbstverwirklichung, lustvollem Konsum und Kreativität. Doch wo bleibt in diesem Zusammenhang die Kunst? Kann sie fröhlich mittun und doch der feinste Seismograph ihrer Zeit bleiben? Und welchen Ton hat die Literatur für ihre Erkundungen zu wählen? Diesen Fragen widmet sich Anke Stellings Arbeit: ebenso neugierig wie mitunter zornig, vor allem aber mit den eigentlichen Erkenntnisformen des Poetischen: mit Genauigkeit, Feinfühligkeit und Witz.“

Zu ihrem neuen Roman „Schäfchen im Trockenen„:

Resi hätte wissen können, dass ein Untermietverhältnis unter Freunden nicht die sicherste Wohnform darstellt, denn: Was ist Freundschaft? Die hört bekanntlich beim Geld auf. Die ist im Fall von Resis alter Clique mit den Jahren so brüchig geworden, dass Frank Lust bekommen hat, auszusortieren, alte Mietverträge inklusive. Resi hätte wissen können, dass spätestens mit der Familiengründung der erbfähige Teil der Clique abbiegt Richtung Eigenheim und Abschottung und sie als Aufsteigerkind zusehen muss, wie sie da mithält. Aber Resi wusste’s nicht. Noch in den Achtzigern hieß es, alle Menschen wären gleich und würden durch Tüchtigkeit und Einsicht demnächst auch gerecht zusammenleben. Das Scheitern der Eltern in dieser Hinsicht musste verschleiert werden, also gab’s nur drei Geschichten aus dem Leben ihrer Mutter, steht nicht mehr als ein Satz in deren Tagebuch. Darüber ist Resi reichlich wütend. Und entschlossen, ihre Kinder aufzuklären, ob sie’s wollen oder nicht. Sie erzählt von sich, von früher, von der Verheißung eines alternativen Lebens und der Ankunft im ehelichen und elterlichen Alltag. Und auch davon, wie es ist, Erzählerin zu sein, gegen innere Scham und äußere Anklage zur Protagonistin der eigenen Geschichte zu werden.

www.ankestelling.de
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Wir gehen mit auf den Ulmer Marktplatz.
Unser Buchladen bleibt deshalb am Freitag, den 20.9. von 15 bis 17 Uhr geschlossen.

Donnerstag, 6.Juni

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Heute haben
Friedrich Theodor Fischer * 1807
Georges Duhamel * 1884
Czeslaw Milosz * 1911
Philippe Jacottet * 1925
Assia Djebar * 1936
José Emilio Pacheco * 1939
Juli Zeh * 1974
Geburtstag
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1163

„Juni“
Gedichte
Hrsg.: Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Reclam Verlag € 5,00

„Frühling lässt sein blaues Band ….“
Von wegen. Der Mai ist vorbei, die Kulturzelte sind aufgebaut, die Theater denken an ihre Sommerpause.
Wir können uns jedoch ganz entspannt zurücklehnen, da wir wissen, dass der Reclam Verlag für jeden Monat ein Gedichtbändchen für uns und unsere Hosentaschen hat. Das Wetter könnte nicht besser sein und so hoffen wir auf keine „Düsteren Junitage“, wie die Herausgeberinnen ein Kapitel überschrieben haben.

Im bunten Wiesenstück
Blütenduft und erste Früchte
Düstere Junitage
Der Sommer ist da
Besondere Tage

Christian Morgenstern
Butterblumengelbe Wiesen

Butterblumengelbe Wiesen,
sauerampferrot getönt –
o du überreiches Sprießen,
wie das Aug‘ dich nie gewöhnt!

Wohlgesangdurchschwellte Bäume,
wunderblütenschneebereift –
ja, fürwahr, ihr zeigt uns Träume,
wie die Brust sie kaum begreift.

Wilhelm Runge
Blumen flattern Sommer

Blumen flattern Sommer
Duften nimmt beide roten Backen voll
Falter wiegen Wald
Goldkäfer schreien
Mücken strampeln himmelauf und ab
heiß im Arm der Fische hängt das Bächlein
Unken patscht Libellenflügel wach

Zweige lachen
tuscheln
sonnen
strömen
Vögel wogen Wiesen
liegen flach
ziehn die Ahorndolden an den Händen
böse schelten Bienen in den Bart
Zwitschern streckt die sommerschweren Glieder
taumelnd tollt des Atems Flügelschlag
und der Augen wilde Rosen springen.

Das Denken träumt
Gelächter reimt die Straßen
zum Tanz des Blutes
schläfenaufundab
die Adern blinzeln Frühling durch die Knochen
und schlürfen tief den schweren Himmel ein
Wind spielt der Augen froh geschwellte Segel
der Stirne Knoten löst vom Tode sich
weiß über Wiesen schnattern Dörfer hin
die Städte fauchen
und zankend zerrn die Pulse ihre Zügel
nur deine Seele spielt im Sternjasmin
Lieb-Brüderchen Maßloslieb-Schwesterlein

Rosen nicken aus den Junistunden
trällern Sommerblau den Matten hin
mild aus tiefstem Herzen grünt die Heimat
ihre Lippen murmeln wälderschwer
überwelthin schwingt die Sterne Zeit
Kinderwangliebkinderwanggereiht
Krieg brüllt auf
die wilden Blumen schrein
Sonne leckt Gestöhn aus allen Poren
Frieden holt den tiefen Atem ein
und der Nächte durchgewühlte Locken

schmeicheln um der Seele zitternd Knie
Angst zerreißt der Sterne Himmelglanz
und der Abend drückt die Augen blind
einsam geigt
tief hinter Blut geduckt
ewger Kindheit wildumsehntes Glück
und der Sehnsucht über die Welt
hängende Herzen
schlagen

Klabund
Die Wirtschafterin

Drei Wochen hinter Pfingsten,
Da traf ich einen Mann,
Der nahm mich ohne den geringsten
Einwand als Wirtschafterin an.

Ich hab‘ ihm die Suppe versalzen
Und auch die Sommerzeit,
Er nannte mich süße Puppe
Und strich mir ums Unterkleid.

Ich hab‘ ihm silberne Löffel gestohlen
Und auch Bargeld nebenbei.
Ich heizte ihm statt mit Kohlen
Mit leeren Versprechungen ein.

Ich habe ihn angesch…
So kurz wie lang, so hoch wie breit.
Er hat mich hinausgeschmissen;
Es war eine wundervolle Zeit…
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Nochmals der Hinweis auf diese Veranstaltung:

04_Satanszwerge

Die Satanszwerge von Sylt
Die wortreichen Sieben

Die Frieseninsel Sylt hat ein schreckliches Geheimnis. Jahrhundertelang ruhte es unter dem Sand, wurde erst zur Legende und geriet dann in Vergessenheit. Doch der mysteriöse Tod eines Insulaners bringt den Syltern die Erkenntnis: Das Böse ist wieder da…und es hat einiges nachzuholen! Geisterjäger John Sinclair und sein Kollege Suko müssen alle Kräfte mobilisieren, um ihren Gegnern Einhalt zu gebieten – denn sie sind klein, heimtückisch und zahlreich: Die Satanszwerge von Sylt. Schnallen Sie sich an für eine Achterbahnfahrt durch die Untiefen des Trash: Spannend, komisch und zu 99% ernst gemeint. Ein Kultklassiker der Groschenromane als Livehörspiel für Augen, Ohren, Zwerchfell und die ultimative Gänsehaut.

Ensemble: „Die wortreichen Sieben“
Regie: Fabian Gröver
Musik: Benjamin Künzel
Mitwirkende: Christel Mayr, Tini Prüfert, Stefan Maaß, Gunther Nickles, Florian Stern, Benjamin Künzel, Fabian Gröver und Benedikt Paulun

Veranstalter: ROXY gemeinnützige GmbH
Termine:
Samstag, 8.Juni
Dienstag, 11.Juni
Dienstag, 18.Juni
Jeweils um 20 Uhr.
Eintritt: € 14,00

Mittwoch, 27.Februar

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Heute haben
Henry Longfellow * 1807
John Steinbeck * 1902
Lawrence Durrell * 1912
Elisabeth Borchers * 1926
Geburtstag.
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Max Dauthendey

Stille weht in das Haus,
Fühlst du den Atem des Mondes,
Löse dein Haar,
Lege dein Haupt in den Blauschein hinaus.
Hörst du, das Meer unten am Strand
Wirft dir Schätze ans Land;
Sonst wuchsen im Mond Wünsche, ein Heer,
Seit ich dein Auge gesehn, ist die Mondnacht wunschleer.
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Abbas Khider: „Deutsch für alle“
Hanser Verlag € 14,00

„Seit ich die deutsche Sprache kenne, träume ich nicht mehr davon die Welt zu verändern. Ich habe nur noch ein Ziel im Leben: Ich will diese Sprache erneuern.“
Abbas Khider

Gestern las Abbas Khider im Ulmer Roxy und unterhielt mit seiner sehr freundlichen Art das zahlreich erschienene Publikum. Deutsch zu lernen sei fast unmöglich. 30 Jahre bräuchte man dafür. Und was immer noch nicht geht sind ä,ü,ö und noch viel schlimmer äu, usw. Und doch stürzte er sich so gleich in sein Thema, gestikulierte heftig und lachte noch viel mehr dabei. Das Publikum war nicht minder launig aufgelegt und so wurde dies zu einem sehr heiteren Abend, obwohl sich das Thema ja eher wie ein Volkshochschulkurs anhört.
Beim Vorlesen umschiffte er schwierig auszusprechende Wörter, so wie er es auch im Buch schreibt. Niemand merkte, dass er statt Wüste Sahara sagte und satt wütende Bestien wilde Tiere. Schlau gemacht.
Neben dieser Revolutionierung der deutschen Sprache flocht er immer wieder eigene Erfahrungen mit ein. So zum Beispiel, wie er zu drei Abituren kam und wie der Beamtenapparat in Bayern funktioniert,
Auf die Frage, ob er mit seinem vierjährigen Sohn auch in dieser, seiner erfundenen Neudeutsch-Sprache reden würde, meinte er: „Niemals! Wir reden mit ihm in drei Sprachen: Deutsch, griechisch, arabisch.“
Ein herrlicher Abend, ein sehr sympatischer Autor, von dem im Januar 2020 ein neuer Roman erscheinen wird. Und wer sich für das Deutschbuch interessiert: Geduld. Alles ausverkauft. Ab Donnerstag haben wir wieder welche im Buchladen.

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Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. Mit 19 Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich als »illegaler« Flüchtling in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland und studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. 2008 erschien sein Debütroman Der falsche Inder, es folgten die Romane Die Orangen des Präsidenten (2011) und Brief in die Auberginenrepublik (2013). Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, zuletzt wurde er mit dem Nelly-Sachs-Preis, dem Hilde-Domin-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis geehrt. Außerdem war er im Jahre 2017 Mainzer Stadtschreiber. Abbas Khider lebt zurzeit in Berlin. Im Hanser Verlag erschienen von ihm Ohrfeige (Roman, 2016) und Deutsch für alle (Das endgültige Lehrbuch, 2019).
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Heute abend ist das Theater Ulm mit seiner Reihe „Wortreich“ bei uns in der Buchhandlung zu Gast. Es geht ab 19 Uhr um Hochstapler in der Literatur.
Ein, zwei Karten haben wir noch zu vergeben.