Mittwoch, 7.Februar


Heute haben
Thomas Morus * 1477
Charles Dickens * 1812
Sinclair Lewis * 1885
Ernst Ginsberg * 1904
Paul Nizon * 1905
Herbert Eisenreich * 1925
Doris Gercke * 1937
Geburtstag
___________________________________

978-3-15-019112-5

“Februar”
Herusgegeben von Christine Schmidjell und Evelyne Polt-Heinzl
Reclam Verlag € 6,00

Wieder sind es fast 70 Gedichte, die hier in das Februar-Heftchen aufgenommen worden sind und wieder ist kein Goethe dabei. Die beiden Damen halten an ihrem Prinzip fest.

Dafür dichtet sich Ringelnatz schon in den Karneval:

Es braust ein Ruf wie Donnerhall,
Berta, wir gehn zum Faschingsball,
Zu Karnevallerie Krawall,
Pot-Pickles, Mixed-Pourri und Drall.
Denn mancherlei im Leben
vielerlei!
Das man nicht sagt, läßt tanzen sich und gröhlen
Und köstlich ist ein unverbindlich Küssen.

In der Anthologie hat es auch Überschriften wie “Das wilde Treiben”, “Ballgeflüster”, “Frühlingserwartung” und “Vorfrühling”. Wir bleiben jedoch noch bei den Rubriken “Immer noch Winter” und “Stille Februartage”. Wer weiß, was noch alles vom Himmel fällt.

Christian Friedrich Hebbel
Winter-Landschaft

Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche,
bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
die muntern Pulse stocken längst, die Bäche,
es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.

Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eise,
erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab,
und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
so gräbt er, glaub’ ich, sich hinein ins Grab.

Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend,
wirft einen letzten Blick auf’s öde Land,
doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend,
trotzt ihr der Tod im weißen Festgewand.

Joseph von Eichendorff
Winternacht

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
Ich hab nichts, was mich freuet,
Verlassen steht der Baum im Feld,
Hat längst sein Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht
Und rüttelt an dem Baume,
Da rührt er seinen Wipfel sacht
Und redet wie im Traume.

Er träumt von künft’ger Frühlingszeit,
Von Grün und Quellenrauschen,
Wo er im neuen Blütenkleid
Zu Gottes Lob wird rauschen.

Richard Dehmel
Winterwärme

Mit brennenden Lippen,
unter eisblauem Himmel,
durch den glitzernden Morgen hin,
in meinem Garten,
hauch ich, kalte Sonne, dir ein Lied.

Alle Bäume scheinen zu blühen;
von den reifrauhen Zweigen
streift dein Frühwind
schimmernde Flöckchen nieder,
gleichsam Frühlingsblendwerk;
habe Dank!

An meiner Dachkante hängt
Eiszapfen neben Zapfen,
starr,
die fangen zu schmelzen an,
Tropfen auf Tropfen blitzt,
jeder dem andern unvergleichlich,
mir ins Herz
_____________________________


Achtung, es gibt eine Änderung.
Die Veranstaltung mit Elena Fischer haben wir ins Haus der Begegnung verlegt.
Unsere Buchhandlung wurde einfach zu klein dafür.

Also: Donnerstag, 22.Februar um 19 Uhr
Elena Fischer. „Paradise Garden“
Haus der Begegnung
, Felix Fabri Saal
Grüner Hof 7, 89073 Ulm

Ich danke für die tolle Kooperation.

Samstag, 7.Oktober

Heute haben
Wilhelm Müller * 1794
Heinrich Federer * 1866
Georg Hermann * 1871
Juan Benet * 1927
Thomas Keneally * 1935
Jesús Díaz * 1941
Geburtstag
_______________________________

Wilhelm Müller

Dein Gesang, o Nachtigall,
ist ein Wunder dieser Welt,
weil ihn keiner kann verstehn,
und er jedem doch gefällt.
________________________________

Gestern ausgepackt und mich gleich in das Kapitel über Nina Simone festgelesen:


Peter Kemper: The Sound of Rebellion
Zur politischen Ästethik des Jazz
Reclam Verlag € 38,00

„Es ist ein Fehler zu glauben, dass nur Schwarze über Black Music schreiben können. Der Diskurs zu diesen Fragen sollte so vielfältig wie möglich sein.“
Archie Shepp

Rassismus und soziale Ausgrenzung sind schon immer mit dem Jazz verbunden, schreibt der Musikjournalist Peter Kemper. In diesem umfassenden Sachbuch zeigt er Schritt für Schritt die Geschichte des Jazz in Verbindung mit der Emanzipationsgeschichte der AfroamerikanerInnenn der letzten 100 Jahre auf. Das Leben und Werk wichtiger Jazzgrößen, wie z.B. Louis Armstrong, Charles Mingus, Miles Davis und auch die obengenannte Nina Simon, werden genauer ausgeleuchtet, genauso wie die verschiedensten Stilrichtungen des Jazz, bis hin zum Hip Hop und zu Black Music Matters.

Allein schon die Inhaltsangabe zeigt die ganze Bandbreite:

Einleitung: Soundtrack afroamerikanischer Emanzipation

I. ›Onkel Tom‹ zeigt Zähne: Wie Louis Armstrong die Welt überraschte

II. Stil und Eleganz: Duke Ellingtons emanzipatorische Maskerade

III. Billie Holiday: »Strange Fruit« als kulturelle Kriegserklärung

IV. Von Charlie Parker zu Art Blakey: Bebop und Hard Bob als Beispiele stilistischer Militanz

V. Abbey Lincoln und Max Roach: Wir feiern unsere Hautfarbe!
Exkurs: Randy Westons Uhuru Afrika
Exkurs: Das African Piano des Abdullah Ibrahim

VI. Charles Mingus oder: Die Kreativität des Zorns

VII. John Coltrane – »Alabama« oder: Ein Attentat schreibt Jazzgeschichte

VIII. Albert Ayler: Der stumme Schrei – Ansätze zu einer ›spirituellen Politik‹

IX. Idealismus vs. Egoismus: Aufstieg und Fall der Jazz Composers Guild

X. Saxophon als Megaphon oder: Zur Gebrauchslyrik von Archie Shepp

XI. Miles Davis – Das Herz eines Boxers
Exkurs: Zum ›Jazz-Krieg‹ mit Wynton Marsalis

XII. Weltraum-Phantasien – Der Afrofuturismus von Sun Ra und seinen Erben
Exkurs: The Comet Is Coming – Der Space-Jazz von Shabaka Hutchings

XIII. Great Black Music – Ancient to the Future!: Zur Symbolpolitik des Art Ensemble of Chicago

XIV. Demokratie der Klänge: Ornette Colemans Vision kollektiver Verständigung
Exkurs: Charlie Haden’s Liberation Music Orchestra

XV. Energie und Ekstase: Zur Sound-Strategie von Pharoah Sanders und Cecil Taylor

XVI. Black Music Matters – Kamasi Washington und seine Hip-Hop-Hood

XVII. The Future is Female – Zur Erinnerungspolitik von Matana Roberts, Moor Mother und Angel Bat Dawid
XVIII. Wie politisch kann die Sprache des Jazz sein? – Abschließende Überlegungen zur Semantik von Sounds

Wer spricht? – Ein Nachwort in eigener Sache

Leseprobe
________________________________________

Wir freuen uns über die Nobelpreise für Jon Fosse und Narges Mohammadi.
Die Bücher der beiden sind natürlich im Moment nicht mehr lieferbar.
Aber in 10 Tagen werden wir sicherlich eine große Auswahl in der Buchhandlung vorrätig haben.



Donnerstag, 7.September

www.stielecht.de

Heute haben
Catharina Regina von Greiffenberg * 1633
Edith Sitwell * 1887
Taylor Caldwell * 1900
Geburtstag
_______________________________

Hermann Hesse
Spätsommer

Noch einmal, ehe der Sommer verblüht,
wollen wir für den Garten sorgen,
die Blumen giessen, sie sind schon müd,
bald welken sie ab, vielleicht schon morgen.

Noch einmal, ehe wieder die Welt
irrsinning wird und von Kriegen gellt,
wollen wir an den paar schönen Dingen
uns freuen und ihnen Lieder singen.
____________________________

Für jeden Tag des Jahres 2024 ein Blatt.



„Tag für Tag“
Weltliteratur zum Abreißen
Reclam Verlag € 16,80

„Abreißen, loslassen“
Großartige Gedanken und Lebensweisheiten
Diogenes Verlag € 18,00

„Karicartoon 2024“
Espresso Verlag € 15,90

„365 Gute Tom-Tage!
Lappan Verlag € 16,00
_____________________________________

Unser Jahresplaner ist in kleiner Auflage wieder da.
Einfach vorbeikommen und abholen.


Mittwoch, 6.September

Heute haben
Julien Green * 1900
Andrea Camilleri * 1925
Jennifer Egan * 1962
Geburtstag
___________________________________

Gottfried Keller
Am fließenden Wasser

Ein Fischlein steht am kühlen Grund,
Durchsichtig fließen die Wogen,
Und senkrecht ob ihm hat sein Rund
Ein schwebender Falk gezogen.

Der ist so lerchenklein zu sehn
Zuhöchst im Himmelsdome;
Er sieht das Fischlein ruhig stehn,
Glänzend im tiefen Strome!

Und dieses hinwieder sieht
Ins Blaue durch seine Welle;
Ich glaube gar, das Sehnen zieht
Eins an des andern Stelle!
__________________________________

Noch mehr Gedichte:


September
Gedichte ausgewählt von Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Reclam Verlag € 6,00

Und schon ist wieder ein neuer Monat angebrochen. Es ist zwar tagsüber immer noch sehr warm und die Sonne strahlt, die Nächte sind jedoch kühl und frisch. Die Tage werden kürzer und wenn der Wecker klingelt, ist draußen noch finstere Nacht. Auf dem Markt gibt es frisches Gemüse und Obst, die Herbstblumen fangen an zu blühen.
Und wie jeden Monat stellen wir die kleinen Gedichtbändchen aus dem Reclam Verlag vor.
Passender wären vielleicht noch ein paar sommerliche Gedichte, aber eine Vorbereitung auf den Herbst kann nicht schaden.

Rainer Maria Rilke
Herbsttag

Herr: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten reif zu sein
gib Ihnen noch zwei südlichere Tage
dräng sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Friedrich Hebbel
Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

Theodor Fontane
Herbstmorgen

Die Wolken ziehn, wie Trauergäste,
Den Mond still – abwärts zu geleiten;
Der Wind durchfegt die starren Äste,
Und sucht ein Blatt aus bessren Zeiten.

Schon flattern in der Luft die Raben,
Des Winters unheilvolle Boten;
Bald wird er tief in Schnee begraben
Die Erde, seinen großen Toten.

Ein Bach läuft hastig mir zur Seite,
Es bangt ihn vor des Eises Ketten;
Drum stürzt er fort und sucht das Weite,
Als könnt‘ ihm Flucht das Leben retten.

Da mocht  ich länger nicht inmitten
So todesnaher Öde weilen;
Es trieb mich fort, mit hastgen Schritten
Dem flüchtgen Bache nachzueilen.
___________________________________

Samstag, 22.Juli


Heute haben
Karoline Pawlowa * 1807
Oskar Maria Graf * 1894
Tom Robbins * 1936
Arno Geiger * 1968
Geburtstag
________________________________________

Gottfried August Bürger
Gegenliebe

Wüßt ich, wüßt ich, daß du mich
Lieb und wert ein bißchen hieltest,
Und von dem, was ich für dich,
Nur ein Hundertteilchen fühltest;

Daß dein Dank hübsch meinem Gruß
Halben Wegs entgegen käme,
Und dein Mund den Wechselkuß
Gerne gäb und wiedernähme:

Dann, o Himmel, außer sich,
Würde ganz mein Herz zerlodern!
Leib und Leben könnt ich dich
Nicht vergebens lassen fodern! –

Gegengunst erhöhet Gunst,
Liebe nähret Gegenliebe,
Und entflammt zur Feuersbrunst,
Was ein Aschenfünkchen bliebe.
____________________________________

Der Klassiker unter den Taschenkalendern:


Berühmte Frauen
Kalender 2024
Herausgegeben von Luise F. Pusch
Reclam Verlag € 12,00

Wenn es 2024 wieder um das Leben und Wirken von zwölf Frauen geht, wird dabei nicht nur eine Reise durch verschiedene Epochen und Zeiten unternommen, sondern auch eine durch mehrere Nationen. Die Reise führt nach Frankreich zu der Philosophin Elisabeth Badinter, nach Italien zu der Schriftstellerin Francesca Melandri und in die Ukraine zur Eiskunstläuferin Aljona Savchenko. Aber auch in Amerika, England und Deutschland warten inspirierende Frauen darauf, porträtiert zu werden.
In einem Wochenkalendarium gibt es nicht nur Platz für persönliche Eintragungen, sondern viele weitere Jubilarinnen zu entdecken.
_______________________________________

Sonntag, 23.Juli, 10 Uhr
Literaturgottesdienst an der Pauluskirche:
„Erinnere mich, dass es dich gibt“ mit der Lyrikerin Eva Christina Zeller
„Verweisungskraft“ ist ein Wort, mit dem die Lyrikerin Eva Christina Zeller eine wichtige Dimension ihrer Gedichte umschreibt. Sie ist 1960 in Ulm geboren und in der Pauluskirche getauft. Zuletzt erschien ihr vielbesprochener Roman „Unterm Teppich“ mit Geschichten vom Aufwachsen in einer Pfarrerfamilie.
Lyrik: Eva Christina Zeller, Liturgie und Predigt: Pfarrerin Andrea Luiking
Im Anschluss an den Gottesdienst Gespräch mit Eva Christina Zeller.
Pauluskirche, Frauenstraße 110, 89073 Ulm
______________________________________

Dienstag, 25.Juli, 19 Uhr
Sarah Lobenhofer und Sophia Zach berichten von ihrem Engagement bei der „Letzten Generation
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
_______________________________________

Montag, 3.Juli

Foto: Julia
______________________________________

Heute haben
Franz Kafka * 1883
Elizabeth Taylor * 1912 (nicht die Schauspielerin)
Günter Bruno Fuchs * 1928
Manfred Bieler * 1934
Tom Stoppard* 1937
Jana Hensel * 1976
Geburtstag
_______________________________________

„Kaffee dehydriert den Körper nicht. Ich wäre sonst schon Staub.“
Franz Kafka
_______________________________________

Schon wieder hat ein neuer Monat angefangen.


Juli
Gedichte herausgegeben von Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Reclam Verlag € 6,00

Der heisse Juni ist vorbei und jetzt beginnt erst der richtige Sommer.
Mit dieser Gedichtesammlung kommen wir sicherlich gut durch die nächsten Wochen.

Der Sommer hat schon lang eröffnet
Sommergewitter
Sommernächte und Gartenfreuden
Endlich Ferien
Sommerfreuden
Hochsommer
heißen die Überschriften und zeigen uns, wo es hier lang geht.

Leseprobe

Theodor Storm
Sommermittag

Nun ist es still um Hof und Scheuer,
Und in der Mühle ruht der Stein;
Der Birnenbaum mit blanken Blättern
Steht regungslos im Sonnenschein.

Die Bienen summen so verschlafen;
Und in der offnen Bodenluk‘,
Benebelt von dem Duft des Heues,
Im grauen Röcklein nickt der Puk.

Der Müller schnarcht und das Gesinde,
Und nur die Tochter wacht im Haus;
Die lachet still und zieht sich heimlich
Fürsichtig die Pantoffeln aus.

Sie geht und weckt den Müllerburschen,
Der kaum den schweren Augen traut:
„Nun küsse mich, verliebter Junge;
Doch sauber, sauber! nicht zu laut.“

Christian Morgenstern
Sommermittag

Wiese, lass mich ganz in dein
Wohlgefühl versinken,
dein legionenfältig Sein
als mein eignes trinken.

Deine breite Sonnenbrust
lass die meine werden,
meine Lust die feine Lust
deiner Gräserherden.

Mächtig schwelle mein Gesang
dann aus solchem Grunde,
künde Glückesüberschwang
höchster Sommerstunde.

Kurt Tucholsky
Feldfrüchte

Sinnend geh ich durch den Garten,
still gedeiht er hinterm Haus;
Suppenkräuter, hundert Arten,
Bauernblumen, bunter Strauß.

Petersilie und Tomaten,
eine Bohnengalerie,
ganz besonders ist geraten
der beliebte Sellerie.

Ja, und hier –? Ein kleines Wieschen?
Da wächst in der Erde leis
das bescheidene Radieschen:
außen, rot und innen weiß.

Sinnend geh ich durch den Garten
unsrer deutschen Politik;
Suppenkohl in allen Arten
im Kompost der Republik.
Bonzen, Brillen, Gehberockte,
Parlamentsroutinendreh …
Ja, und hier –? Die ganz verbockte
liebe gute SPD.
Hermann Müller, Hilferlieschen
blühn so harmlos, doof und leis
wie bescheidene Radieschen:
außen rot und innen weiß.
____________________________________

„Die erste Seite“ bei uns in der Buchhandlung



Clemens Grote liest morgen Abend aus diesen vier Büchern.
Wir erzählen noch etwas dazu und freuen uns über Ihr/Euer Kommen.
Wir beginnen pünktlich um 19 Uhr.
Eintritt frei.
Für Getränke und Knabbereien ist gesorgt.

Donnerstag, 8.Juni

Heute haben
Marguerite Yourcenar * 1903
Sara Paretsky * 1947
Geburtstag
und es ist der Todestag von Gottfried August Bürger, Charles Dickens, Peter Rühmkorf.
__________________________________

Winfried Hermann Bauer
Am Feldrand

Neben Mohn und Natternkopf
Schraubt sich
Aus dem Brandmal
Eine tanzende Helix in den Himmel

Doch die Serenade enttäuscht
Nach operativer Entfernung
Der Zwischentöne
Im Licht der untergehenden Sonne
________________________________________

Die ersten Kalender für 2024 sind eingetroffen.

Tag für Tag. Weltliteratur zum Abreißen
366 klassische, witzige und überraschende Zitate führen durch die Weltliteratur und zugleich durchs Jahr. Tag für Tag ein kluger Gedanke.
Reclam Verlag € 16,80

Zitate von Novalis, Nietzsche, Jean Paul, Bettine von Arnim, Sappho, Karl Valentin, Wilhelm Busch, Kurt Tucholsky, Mozart, Jane Austen und und und finden Sie in diesem dicken Abreisskalender.

Freitag, 19.Mai

Heute haben
Rahel Varnhagen von Ense * 1771
Fritz Rudolf Fries * 1935
Otto Jägersberg 1942
David Glattauer * 1960
Jodi Picoult * 1966
Geburtstag
________________________________________

Heute ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit.
________________________________________

Friedrich Rückert
Himmelsschlüsselchen

Himmelschlüsselchen ist genannt ein goldnes
Feingebildetes Blümchen auf der Wiese,
Weil den Himmel auf Erden sieht die Unschuld
Aufgeschlossen im Frühling unter Blumen.
Himmelschlüsselchen nenn‘ ich, sprach ein Jüngling,
Dich mit eigenem Rechte, weil ein Himmel
Mir auf Erden, ein Herz, sich aufgeschlossen,
Ein geliebtes, im Frühling, als zum ersten
Kranz ich schüchtern dich wand mit andern Blumen.
Himmelschlüsselchen! den mir aufgeschloss’nen
Himmel schließe mir jeden Frühling neu auf,
Still verschließ’ ihn vor jedem Blick des Neides!
Jedem anderen aber sei ein andrer
Himmel offen, den ich nicht ihm beneide.

(aus dem unten besprochenen Buch)
______________________________________

Unser Buchtipp:

Es flüstern und sprechen die Blumen
Eine Blütenlese in Bild und Gedicht
Ausgewählt von von Karl-Heinz Göttert
Reclam Verlag € 14,00

Die Eisheiligen halten sich dieses Jahr sehr tapfer. Es ist immer noch kühl, windig und nass. Ja, wir brauchen dringend den Regen, aber unsere Seele braucht auch Sonne und etwas Wärme in die Knochen.
Diese Neuerscheinung im Reclam Verlag zeigt, was wir jetzt schon sehen und im Laufe des Frühjahrs und des Frühsommers wieder entdecken können. Die Natur wird bunt, überall im Garten, in den letzten Ecken, spitzelt etwas Buntes. Kein Wunder, dass sich auch Dichter und Künstler von Rose und Hyazinthe seit jeher beflügelt fühlten. Dieses Buch versammelt eine wunderbare Auswahl kunstvoller Naturmalerei von Maria Sibylla Merian, Albrecht Dürer, Pierre Joseph Redouté und anderen und Gedichte von Eduard Mörike, Clemens Brentano, Elisabeth Langgässer, Joachim Ringelnatz und vielen anderen.


Leseprobe

Samstag, 1.April



Heute haben
Nikolai Gogol * 1809
A.Kollontai * 1872
Edgar Wallace * 1875
Carl Sternheim * 1878
Milan Kundera * 1929
Rolf Hochhuth * 1931
Geburtstag
____________________________________

Eduard Mörike
Zitronenfalter im April

Grausame Frühlingssonne,
Du weckst mich vor der Zeit,
Dem nur in Maienwonne
Die zarte Kost gedeiht!
Ist nicht ein liebes Mädchen hier,
Das auf der Rosenlippe mir
Ein Tröpfchen Honig beut,
So muss ich jämmerlich vergehn
Und wird der Mai mich nimmer sehn
In meinem gelben Kleid.
__________________________________

Nach dem Zitronenfalter, jetzt Hummeln und Bienen:


Von Bienen, Hummeln und Menschen
Gedichte herausgegeben von Eberhard Scholing
Reclam Verlag € 7,00

Noch habe ich keine gesehen. Aber lange kann es nicht mehr dauern und die gestreiften Insekten sind wieder unterwegs. So hoffe ich doch zumindest. Hier bekommen Sie schon einen ganzen Schwung davon. Das kleine Bändchen versammelt eine große Auswahl an Poeten und Poetinnen aus Jahrhunderten, die Gedichte über die fleißigen Brummer verfasst haben. Lassen Sie sich überraschen.

Die Kapitel-Überschriften lauten:

Emsig unterwegs
Fabelbienen
Liebesgesumm
Stachelstiche
Poetischer Honig
Heile Bienenwelt
Ein Bienenjahr geht zu Ende

_________________________________________

Gotthold Ephraim Lessing
Die Biene

Als Amor in den goldnen Zeiten
Verliebt in Schäferlustbarkeiten
Auf bunten Blumenfeldern lief,
Da stach den kleinsten von den Göttern
Ein Bienchen, das in Rosenblättern,
Wo es sonst Honig holte, schlief.

Durch diesen Stich ward Amor klüger.
Der unerschöpfliche Betrüger
Sann einer neuen Kriegslist nach:
Er lauscht in Rosen und Violen;
Und kam ein Mädchen sie zu holen,
Flog er als Bien heraus, und stach.

Wilhelm Müller
Die Bienen

Biene, dich könnt‘ ich beneiden,
Könnte Neid im Frühling wachsen,
Wenn ich dich versunken sehe,
Immer leiser leiser summend,
In dem rosenroten Kelche
Einer jungen Apfelblüte.

Als die Knospe wollte springen
Und verschämt es noch nicht wagte,
In die helle Welt zu schauen,
Jetzo kamst du hergeflogen
Und ersahest dir die Knospe;
Und noch eh‘ ein Strahl der Sonne
Und ein Flatterhauch des Zephyrs
Ihren Kelch berühren konnte,
Hingest du daran und sogest.

Sauge, sauge! – Schwer und müde
Fliegst du heim nach deiner Zelle:
Hast dein Tagewerk vollendet,
Hast gesorgt auch für den Winter!

Leseprobe
________________________________________

Am kommenden Dienstag, den 4.April ist es wieder soweit.
Ab 19 Uhr liest Clemens Grote aus neuen Romanen und wir sagen noch ein paar Worte dazu.
Dieses Mal sind es sogar fünf Bücher.

Carolina Schutti: „Meeresbrise“
Markus Orths: „Mary & Claire“
Judith Hermann: „Wir hätten uns alles gesagt“
Tarjei Vesaas: „Der Keim“
Laurent Mauvignier: „Von Menschen“

Der Eintritt ist frei.


Dienstag, 7.Februar


Heute haben
Thomas Morus * 1477
Charles Dickens * 1812
Sinclair Lewis * 1885
Ernst Ginsberg * 1904
Paul Nizon * 1905
Herbert Eisenreich * 1925
Doris Gercke * 1937
Geburtstag
__________________________________________

Wilhelm Hey (1789-1854)
Kind und Buch

Komm her einmal, du liebes Buch;
Sie sagen immer, du bist so klug.
Mein Vater und Mutter, die wollen gerne,
Dass ich was Gutes von dir lerne;
Drum will ich dich halten an mein Ohr;
Nun sag mir all‘ deine Sachen vor.

Was ist denn das für ein Eigensinn,
Und siehst du nicht, dass ich eilig bin?
Möchte gern spielen und springen herum,
Und bleibst du immer so stumm und dumm?
Geh, garstiges Buch, du ärgerst mich,
Dort in die Ecke werf‘ ich dich.
_____________________________________________

Aus der Reihe „100 Seiten“ des Reclam Verlages:


Anna-Lisa Dieter: „Susan Sontag
Reclam Verlag € 10,00

Um Susan Sontag gibt es fast keinen Weg herum. Für Generationen von Studierenden ist die New Yorker Intellektuelle ein Vorbild, ihre Essays zu Politik und Popkultur, aber auch zu Philosophie, Fotografie, Literatur und Sexualität sind bewusstseins- und stilprägend. Sie wollte als Romanschriftstellerin berühmt werden (berühmt werden wollte sie auf jeden Fall und das schon in sehr jungen Jahren), ihre Essays sind es aber, die sie legendär gemacht haben. Ihr bewegtes Leben (und Liebesleben) an der Seite zahlreicher Berühmtheiten – von Andy Warhol bis Annie Leibovitz – hat ebenfalls zum Mythos Sontag beigetragen. Erhellend dazu sind ihre Tagebuchaufzeichnungen und biografischen Bücher von Bekannten und von ihrem Sohn. Wenn es auch zu kontroversen Ansichten zu einzelnen Themen kommt.
Susan Sontag ist eine Ikone des Denkens, die sich ganz bewusst gekonnt in Szene setzen konnte und damit provozierte und für Aufmerksamkeit sorgte.
Anna-Lisa Dieter hat hier auf 100 Seiten das Leben und Denken von Susan Sontag so gekonnt auf den Punkt gebracht und Lust auf mehr Originaltexte gemacht.
Da Susan Sontag ein Fan von Listen war, hat der Reclam Verlag eine Liste von Musikstücken mit einem QR-Code verknüpft. Hier können Sie gleich mal hören, welche Musik Susan Sontag wichtig war.
Playlist

Anna-Lisa Dieter ist Literaturwissenschaftlerin und Kuratorin am Naturkundemuseum BIOTOPIA in München. Sie schreibt als freie Autorin für das Feuilleton verschiedener Zeitungen und konzipiert und moderiert Gesprächsreihen am Deutschen Hygiene-Museum in Dresden.

_____________________________________________________

Heute, Dienstag, 7.Februar, 19 Uhr
Die Erste Seite

Wir stellen wieder neue Bücher vor.

Claire Keegan: „Das dritte Licht“
H. W. Richter: „Geschichten aus Bansin“
Milena Michiko Flasar: „Oben Erde, unten Himmel“
Adi Hübel & Dietmar Herzog präsentieren ihr Buch: „Bei Anruf Wort“

Es liest Clemens Grote