Donnerstag, 9.Februar

Heute haben
Felix Dahn * 1834
Amy Lowell * 1874
Brendan Behan * 1923
Thomas Bernhard * 1931
John Maxwell Coetzee * 1940
Alice Walker * 1944
Geburtstag
________________________________________

Frank Wedekind ( 1864-1918)
Morgenstimmung

Leise schleich ich wie auf Eiern
Mich aus Liebchens Paradies,
Wo ich hinter dichten Schleiern,
Meine besten Kräfte ließ.

Traurig spiegelt sich der bleiche
Mond in meinem alten Frack;
Ach die Wirkung bleibt die gleiche,
Wie das Kind auch heißen mag.

Wilhelmine, Karoline,
’s ist gesprungen wie gehupft,
Nur daß hier die Unschuldsmiene,
Dort dich die Routine rupft.
___________________________________________

Zum 100.Geburtstag von Brendan Behan hat der Wagenbach einen Salto-Band mit Erzählungen herausgebracht.


Brendan Behan: „Frau ohne Rang und Namen
Herausgegeben sowie aus dem Englischen und Irischen übersetzt
und mit einem Nachwort von Hans-Christian Oeser
Wagenbach Verlag € 22,00

Oh, was hätte da noch alles erscheinen können, wenn Brendan Behan nicht schon mit knapp über 40 Jahren gestorben wäre. War er doch der literarische Star der damaligen Zeit und viele seiner Bücher sind auch ins Deutsche übersetzt worden. Jetzt also einen Leinenbändchen zum 100. mit Erzählungen, die nur so strotzen vom prallen Leben der Arbeiterklasse. Hier wir gestritten und gesoffen und die Texte sind gespickt mit Liedern und Redewendungen und voller Respektlosigkeit gegenüber der Obrigkeit. Und wenn die Großmutter wieder aus dem Altersheim abgeholt werden muss, weil sie dort schwer angetrunken abgeliefert worden ist, dann macht das auch nichts. Sie stirbt dann friedlich daheim.
Vielen Dank an den Wagenbach Verlag und allen Leser:innen viel Vergnügen bei der Lektüre.
Vielleicht sollten Sie sich doch vorher noch n Bierchen, oder besser noch, einen Whisky eingießen.

Das Nachwort des Übersetzers Hans-Christian Oeser ist so erhellend und erfrischend, dass ich es hier abdrucke, mit der freundlichen Genehmigung des Wagenbach Verlages.

Nachwort
Für Brendan Behan (1923–1964), den notorischen Sauf- und Raufbold mit der empfindsamen
Seele, ist >Erzähler< kein hinreichender Begriff. Er war ein begnadeter Raconteur, mündlich
wie schriftlich, in seinem Leben wie in seinem Werk. Seine Romane, Theaterstücke und
autobiographischen Schriften sind von Schnurren, Schoten, Zoten und Anekdoten ebenso
durchzogen wie von Liedern und Balladen. Eigentliche Kurzgeschichten verfasste er nur
wenige und veröffentlichte sie zu Lebzeiten nur in Zeitungen und Zeitschriften oder als Füllsel
in dem Band „Brendan Behan’s Island“. Dabei hätte die kleine epische Form mit ihrem
überschaubaren Personal und ihrem erzählerischen Fokus sein volatiles Temperament in
geordnetere Bahnen lenken können.
In dieser aus Anlass seines 100. Geburtstags am 9. Februar 2023 zusammengestellten
Ausgabe finden sich die Erzählungen, vollzählig versammelt, ergänzt um das Fragment des
Romans „Die Katakomben“, an dem Behan 1958 auf Ibiza arbeitete, ohne ihn jemals
abschließen zu können. Es handelt sich um Kindheitserinnerungen an exzen-trische
Charaktere, skurrile Milieus und groteske Situationen, um Berichte über seine Erfahrungen als
jugendlicher IRA-Kämpfer und Gefängnis-insasse (Behan wurde in Haftanstalten erwachsen:
Von sechzehn bis vierundzwanzig Jahren saß er in Großbritannien wegen eines geplanten
Bombenanschlags auf Kriegsschiffe und in Irland wegen Pistolenschüssen auf
Geheimpolizisten ein) und über eine eher säkulare »Pilgerreise« nach Rom, aber auch um
fiktionale Texte, in denen das erzählende Ich eine weibliche Identität oder die eines
Homosexuellen auf strategischem Verführungs- und Eroberungsfeldzug annimmt.
Behans literarisches Œuvre ist vergleichsweise schmal. Zu undiszipliniert war der Autor, zu
sehr dem Alkohol verfallen, zu sehr drängte seine vitale, anarchische Persönlichkeit ins
Rampenlicht, zu sehr stieg ihm der überwältigende internationale Erfolg zu Kopf, zu früh
verstarb er mit nur knapp zweiundvierzig Jahren an Diabetes. Da sind vor allem die beiden
bekannten Bühnenwerke „The Quare Fellow“ (1956, dt. „Der Mann von morgen früh“ bzw. „Der
Spaßvogel“) und „The Hostage“ (1958, dt. „Die Geisel“) sowie die von Alan Simpson vollendete
Politrevue „Richard’s Cork Leg“ (postum 1973, dt. „Richards Korkbein“), Stücke, die über
Jahrzehnte auch in Deutschland mit großem Echo gespielt wurden – erinnert sei an Peter
Zadeks legendäre Ulmer Inszenierung der „Geisel“, 1962 die »Aufführung des Jahres« (Theater
heute). Nach dem großen Wurf seines autobiographischen Romans „Borstal Boy“(1958, dt. „Borstal Boy“) vermochte Behan kein größeres Prosawerk mehr zu schreiben. Sowohl dessen Nachfolgeband „Confessions of an Irish Rebel“ (postum 1965, dt. „Bekenntnisse eines irischen Rebellen“) als auch „Brendan Behan’s Island“ (1962) und „Brendan Behan’s New York“ (postum 1964) wurden seiner Lektorin und »literarischen Hebamme« Rae Jeffs unter beträchtlichen Qualen auf Tonband diktiert. Ebenfalls postum erschien die Kriminalkömodie „The Scarperer“ (1964, dt. „Der Spanner“).
In allen seinen Werken verlieh Behan der Dubliner Arbeiterklasse, der er selbst entstammte
(wenn auch einem »gehobeneren«, politisch engagierten und literarisch nicht ungebildeten
Segment), mit Warmherzigkeit, Wortwitz, Galgenhumor und respektloser Weltsicht eine
literarische Stimme. Er nahm eine Perspektive »von unten« ein, setzte sich als Republikaner,
Sozialist und »Atheist bei Tage, Katholik bei Nacht« von einem übersteigerten irischen
Nationalismus ebenso ab wie vom Chauvinismus der Kolonialmacht Großbritannien und den
Allüren der Bessergestellten.
Ereilte ihn der Tod auch vor der Zeit, so rang er seinem kurzen Leben doch eine Vielzahl
unterschiedlichster Aktivitäten ab: Bereits im Alter von vier Jahren konnte der frühreife Knabe
lesen, mit acht Jahren wurde er Mitglied von Fianna Éireann, der Jugendorganisation der
IRA, mit zwölf schrieb er ein (später von Mikis Theodorakis vertontes) Gedicht auf den »laughing boy« Michael Collins, Anführer des irischen Unabhängigkeitskrieges 1919–1921, mit dreizehn veröffentlichte er seine erste Erzählung, mit fünfzehn trat er der IRA bei und wollte sich den
im Spanischen Bürgerkrieg kämpfenden Internationalen Brigaden anschließen, und in
Mountjoy Prison, Arbour Hill und The Curragh erlernte er die irische Sprache mit solcher
Perfektion, dass er seine Gedichte und die Vorstufen zu seinen Bühnenstücken auf Gälisch
verfasste.
In Behans Erzählungen voller Zeit- und Lokalkolorit ist der Tod omnipräsent: ob Mrs Murphy
»in berrauschtem Zustand« ins Sterbeasyl eingeliefert wird, ob es Miss McCann, die Näherin​
von Totenhemden, selbst bald hinwegrafft, ob zwei IRA-Kämpfer den Tod durch den Strang
erleiden, ob der »ausgelassenste kleine Ex-Füsilier in Dublins Straßen« im Sanatorium an
Tuberkulose stirbt, ob in einer weiteren Dreiecksgeschichte die Ehefrau des vom Erzähler
begehrten Mannes dem Krebs erliegt, stets bildet der Tod die Folie, vor der sich die Ereignisse
entfalten.
Aus dem gesteckten Rahmen fällt die drastischste Erzählung, »Die Hinrichtung«, nicht nur
deshalb heraus, weil Behan weder an einer Exekution beteiligt noch Zeuge einer solchen war,
sondern auch, weil der Erzählton ein anderer ist: äußerste Verknappung, Dialogarmut,
Absätze, die sich am Ende meist auf nur einen Satz beschränken. Man meint geradezu, einen
anderen Autor vor sich zu haben, der sich jede Bramarbasie, jede Selbst-inszenierung versagt,
sich vielmehr ganz auf den ungeheuerlichen Akt der Tötung eines Verräters durch seine
Kampfgenossen beschränkt – ein moralisches Dilemma zwischen militärischer Disziplin und
menschlichem Mitgefühl, das thematisch von ferne an Bertolt Brechts Lehrstück „Die
Maßnahme“, in seinem lakonischen Stil jedoch eher an Ernest Hemingway erinnert.
Vielleicht war das unablässige Reden und Singen, für das Behan bekannt und berühmt war,
immer auch ein Anreden und Ansingen gegen den Tod. Norman Mailer jedenfalls schrieb über
diesen Dubliner Rebellen und Rabauken in seinen letzten Lebensjahren: »Er war wie eine
Dampfmaschine: peng, peng, peng in dein Ohr. Nahe dem Ende hatte er das Bedürfnis, mit
jemandem zu reden. Er wollte dich erreichen, als wüsste er, dass er sterben werde. […] Ich
habe eine Theorie: Wenn ein Mensch im Sterben liegt und ein Gespräch mit dir führen kann,
wird er nicht sterben. Behan wusste, dass er den Tod in sich trug – er wusste, dass er krank
war.«
Hans-Christian Oeser

Brendan Behan: a mural of the writer in Summerhill in Dublin captures just one of the incarnations of the great Irish writer.
Photograph: Nick Bradshaw

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Nächsten Dienstag, 14.Februar, 19 Uhr
ist Jana Bürgers bei uns zu Gast in der Buchhandlung und berichtet über ihre Zeit in der Ukraine.

Kvartyrka oder Fortotschka heißen im Osten Europas die kleinen Lüftungsfensterchen, die wärmesparendes Lüften ermöglichen sollen. Fenster sind auch immer Verbindungen, durch sie kann man raus- und reinschauen, sie sorgen für Luftaustausch, aber auch für Informationsaustausch. Eine solche ukrainische kvartyrka wollen wir öffnen, Einblicke geben in geschichtliche Epochen und Ereignisse, die bis heute wichtig sind für die nationale Identität der Ukraine – gerade auch in Abgrenzung zum Russischen Reich.
Garniert mit Lyrik und kleinen Häppchen Prosa auf ukrainisch und deutsch, was in einer Küche eben so gereicht wird: privat, politisch, literarisch.
Jana Bürgers

Der Eintritt ist frei.
Wir stellen eine Spendenkasse auf und wollen, im Rahmen der Aktion: „Winterhilfe für die Ukraine“ des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sammeln.

Donnerstag, 30.September

Heute haben
Ferdinand von Saar * 1833
Truman Capote * 1924
Élie Wiesel 1928
Dorothee Sölle *1929
Jurek Becker * 1937
Werner Schmidli * 1939
Cecilia Ahern * 1981
Geburtstag
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Ferdinand von Saar
An den Mond

Längst, du freundliches Nachtgestirn,
Ist dein Geheimnis verweht.
Erkenntnisstolz blickt der Knabe schon
Zu dir empor,
Denn verfallen bist du, wie alles jetzt,
Der Wissenschaft,
Die deine Höhen und Tiefen mißt –
Und wer weiß, ob du nicht endlich doch noch
Erstiegen wirst auf der Münchhausenleiter
Der Hypothesen.

Dennoch, du alter, treuer Begleiter der Erde,
Webt und wirkt dein alter Zauber fort,
Wenn du, Aug‘ und Herz erfreuend, emportauchst
Mit dem sanftschimmernden Menschenantlitz
Und seligen Frieden gießest
Über tagmüde Gefilde.
Noch immer, wachgeküßt von deinem Strahl,
Seufzt Liebe zu dir hinan –
Und immer noch, ach! besingen dich Dichter.
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„Herausragend“
The New York Times Book Review

„Stimmt“
Samy Wiltschek


María José Ferrada:Kramp
Aus dem Spanischen von Peter Kultzen
Berenberg Verlag € 22,00

Eine einzige Schraube, die nicht ordentlich festsitzt, kann das Ende der Welt herbeiführen.“

Sie kennen sicherlich noch den Film „Paper Moon“, in dem Vater und Tochter Bibeln an Haustüren verkaufen. Dieses schmale, kleine Bändchen erinnert natürlich daran, aber ist doch ganz anders.
Wir sind in den 80er Jahren in Chile. Eine politisch schlimme Zeit, in der ein Vertreter für Eisenwaren von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt, von Hotel zu Hotel tingelt. Die Marke „Kramp“ ist führend und somit hat der Vater zuerst keine Schwierigkeiten, seine Schrauben, Zangen und Sägen loszuwerden. Doch die Zeiten ändern sich und mit dem Trick, seine kleine Tochter an der Schule krankzumelden und mit auf Tour zunehmen, kann er seine Umsätze wieder steigern. So erfährt die Tochter eine zweite Erziehung, neben der in der Schule.
Sehr humorvoll und schräg präsentiert sich der Roman, mit seiner kindlichen Sicht auf den ruppigen Alltag eines Vertreters. Doch auch dieses Leben auf der Straße findet ein jähes Ende und bildet auch einen Schnitt in der Kindheit des Mädchens.

Hier geht es zur Leseprobe.
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„Ich bin Traute Mainzer“ von Wolfgang Schukraft
nach einer Anregung von Dr. Klaus Grosspeter

Uraufführung eines dokumentarischen Spiels.
Premiere ist am Freitag, 1.10., um 19 Uhr,
im Kunstverein Ulm
.
Ein Beitrag zum Jubiläumsjahr
„1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

Es spielt Celia Endlicher
Inszenierung: Wolfgang Schukraft
Bühne: Jörg Stroh-Schnell

​Nichts ist spannender als erlebte Geschichte. Die Auf-führung „Ich bin Traute Mainzer“ ist nicht nur politisch und historisch, sondern auch menschlich bewegend. Im Zentrum steht das außergewöhnliche Leben von Gertrud (Traute) Mainzer, einer in Frankfurt geborenen und auf-gewachsenen Jüdin, die in Amerika Rechtsgeschichte geschrieben hat.

Im Rückblick auf ihr Leben geht es Gertrud Mainzer weniger um die Schrecken der Verfolgung und Lager in Westerbork und Bergen-Belsen, als um die Erkenntnisse daraus, die sie in New York zu einer beachteten und richtungweisenden Familienrichterin werden ließen.

Mittwoch, 11.März

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Heute haben
Karl Krolow * 1915
Janosch * 1931
Douglas Adams * 1952
Marion Brasch * 1961
Leena Lehtolainen * 1964
Geburtstag
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Christian Morgenstern
Der Mond

Als Gott den lieben Mond erschuf,
gab er ihm folgenden Beruf:
Beim Zu- sowohl wie beim Abnehmen
sich deutschen Lesern zu bequemen,
ein a formierend und ein z –
daß keiner groß zu denken hätt‘.
Befolgend dies ward der Trabant
ein völlig deutscher Gegenstand.
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„Marimekko“
50 Postkarten, 50 Motive in einer Box mit Klappdeckel
DuMont Verlag € 16,00

Diese kleine Box mit den bunten Karten fällt sofort ins Auge. Der schwarze Bändel, mit dem man den Kartenblock herausnehmen kann, die verschiedensten Designs sind verlockend. Marimekko ist eine finnische Firma, die aussergewöhnliche Farben und Formen zusammensetzen und auf Kleidung, Wäsche und viele andere Dinge überträgt.
Gerade habe ich gesehen, dass die Box in China hergestellt worden ist. So etwas geht gar nicht. Daran habe ich beim Einkauf nicht gedacht. Jetzt sind sie jedoch da und die Karten können uns den Alltag am Schreibtisch verschönern und als Postkarte aus dem Briefkasten gefischt, machen sie weltweit Freude.

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Unsere Veranstaltungen mit
Pryia Basil im Museum für Brot und Kunst,
Gerárd Scappini und Verena Güntner bei uns im Buchladen
wurden abgesagt und/oder verschoben.

Donnerstag, 26.September

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Heute haben
Truman Capote * 1924
Élie Wiesel * 1928
Dorothee Sölle * 1929
Jurek Becker * 1937
und Cecelia Ahern * 1981
Geburtstag
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„Venice is like eating an entire box of chocolate liqueurs at one go.“

Truman Capote (1924-1984)
Observer (London, 26.11.1961)
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

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John Hare: „Ausflug zum Mond“
Moritz Verlag € 14,00
Ein Bilderbuch für Klein und Groß

Schulausflug zum Mond : Ein omnibusartiges Gefährt bring eine kleine Gruppe Kinder zur Exkursion auf den Mond. Ein kleines Mädchen mit Malblock und Stiften bleibt immer etwas abseits, während die anderen Krater erklimmen, Schluchten überspringen und Berge bestaunen. Sie sitzt und malt die Erde von oben. Müde geworden schläft sie ein und oh Schreck, alle sind weg und das Raumschiff auch.

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Traurig beginnt sie wieder zu malen und nun tauchen hinter ihr ganz neugierige Wesen aus dem Sand auf und schauen ihr über die Schulter, fasziniert von ihrem Tun. Nach anfänglichem Fremdeln werden Farben verteilt und mit Begeisterung wird der Mond bunter, denn gemalt wurde hier ja noch nie….

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Das Raumschiff kehrt zurück, alle sind glücklich, besonders die Wesen vom Mond: Das Mädchen hat ihnen die Farben dagelassen. Also , wenn der Mond mal ganz anders aussieht, wissen wir warum !
Ein Bilderbuch ganz ohne Worte voller Spaß und Freude.

Freitag, 5.Oktober

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Heute haben
Denis Diderot * 1713
Kasimir Edschmid * 1890
Oswald Wiener * 1935
Václav Havel * 1936
Ulrich Ritzel * 1940
Peter Ackroyd * 1949
Charlotte Link * 1963
Geburtstag.
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Christian Morgenstern
Der Mond

Als Gott den lieben Mond erschuf,
gab er ihm folgenden Beruf:

Beim Zu- sowohl wie beim Abnehmen
sich deutschen Lesern zu bequemen,

ein a formierend und ein z –
dass keiner groß zu denken hätt‘.

Befolgend dies ward der Trabant
ein völlig deutscher Gegenstand.
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Buchtipp des Tages:

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Néhémy Pierre-Dahomey:Die Zurückgekehrten
Aus dem Französischen von Lena Müller
Edition Nautilus
160 Seiten, € 19,90

Ich habe den Roman auf dem E-Reader gelesen und war sehr erstaunt, als ich im Nachhinein erfahren habe, dass Néhémy Pierre-Dahomey ein Autor und keine Autorin ist. So einfühlsam werden hier Frauenschicksale beschrieben. Im Mittelpunkt Belliqueuse Louissaint, Belli genannt, die zu Beginn auf einem Seelenverkäufer die Flucht von Haiti in die USA versucht. Das Schiff gerät in einen gewaltigen Sturm, sie verliert ihren Sohn ans Meer und sie kommt gestrandet zurück. Belli baut sich eine neue Existenz in einer Siedlung für Menschen, die nichts haben, auf. Ihr Ehemann taugt nicht zum Vater, verbringt, viel Zeit mit anderen Frauen und Alkohol. Unter ihrem Dach wachsen ihre eigenen und Kinder von anderen Müttern auf.
Die meisten Versuche, ein besseres Leben zu erringen sind zum Scheitern verurteilt, so dass Belli sich zur Adoption ihrer beiden Töchter Belial und Luciole entscheidet. Ihr Sohn hat einen Weg aus der Siedling gefunden. Landet jedoch in der Kriminalität.
Luciole verschwindet in den USA und Belial lebt in Frankreich.
Die Bindung zwischen Mutter und ihrer Tochter Belial ist so stark, dass sie versuchen, sich wiederzufinden.
Néhémy Pierre-Dahomey hat eine eigene Sprache für diese Schicksale gefunden. Wir lachen beim Lesen, sind erstaunt über seine Wortfindungen und Satzkonstruktionen. Seine sprachlichliche Leichtigkeit trifft auf den brutalen Alltag auf Haiti. Skurrile Szenen und einfühlsame Beschreibungen wechseln sich ab und lassen uns das Buch in einem Rutsch verschlingen.

Für mich war diese eine Entdeckung und ein Lesegenuss der Sonderklasse, nach dem ich zuvor einige Bücher enttäuscht zur Seite gelegt habe.

Néhémy Pierre-Dahomey wurde 1986 als Kind eines Pastors in Port-au-Prince, Haiti, geboren und lebt seit 2013 in Paris. Er hat Philosophie in Port-au-Prince und Paris studiert und über Henri Bergson gearbeitet. „Die Zurückgekehrten“ ist sein Debütroman, er wurde mit dem Prix Révélation 2017 der Société des Gens de Lettres, mit dem Prix de soutien Cino Del Luca auf Vorschlag der Académie Française sowie mit dem Prix Carbet des Lycéens de la Caraïbe 2018 ausgezeichnet.

Lena Müller, geboren 1982, studierte Literarisches Schreiben, Kulturjournalismus und Erwachsenenbildung. Sie arbeitet als freie Übersetzerin und Autorin und wurde bereits zweimal mit dem Internationalen Literaturpreis für ihre Übersetzungen ausgezeichnet, u. a. 2016 gemeinsam mit Shumona Sinha für „Erschlagt die Armen!“.

Donnerstag, 5.Oktober

Heute haben
Denis Diderot * 1713
Kasimir Edschmid * 1890
Oswald Wiener * 1935
Václav Havel * 1936
Ulrich Ritzel * 1940
Peter Ackroyd * 1949
Charlotte Link * 1963
Geburtstag.
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Christian Morgenstern
Der Mond

Als Gott den lieben Mond erschuf,
gab er ihm folgenden Beruf:

Beim Zu- sowohl wie beim Abnehmen
sich deutschen Lesern zu bequemen,

ein a formierend und ein z –
dass keiner groß zu denken hätt‘.

Befolgend dies ward der Trabant
ein völlig deutscher Gegenstand.
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Christina Pluhar: „Händel Goes Wild“
Mitwirkende u.a.:ä L’Arpeggiata, Nuria Rial, Valer Sabadus, Gianluigi Trovesi
Erato CD € 19,99

Purcell, Monteverdi waren schon Thema bei Pluhar. Eigentlich war es schon längst an der Zeit, dass sie sich Händel vornimmt. Jetzt endlich legt sie eine Scheibe voller wilder Improvisatuionen vor. Gleichzeitig, vermischt und nebeneinander natürlich auch Originialstücke, Zitate und ein Vivaldi-Konzert, das Händel damals inspiriert hat. Pluhar gelingt mit ihren Musikern ein mitreißender Dialog über die Jahrhunderte hinweg und stellt nicht nur eine Neueinspielung von Händelstücken auf alten barocken Instrumenten dar. Allein schon der erste Ton der Klarinette ließ mich aufhorchen. Das ist doch, … ja er ist es: Gianluigi Trovesi. Dazu Klavier und Schlagzeug neben historischen Violinen, Lauten, Cembalo sowie den Star-Gesangssolisten Núria Rial und Valer Sabadus.
Händel war wohl selbst ein großer Improvisator hinter seinem Cembalo und fand seine Ideen im Zusammenspiel mit seinen Musikern. Und so etwas ähnliches können wir auch hier bei dieser Aufnahme hören, wenn wir von uns von den Barockinstrumenten plötzlich wegbewegen zu einer kleinen Jazzeinlage und wieder zurück zum Countertenor und den alten Instrumenten.
In der Erstausgabe der CD befindet sich noch ein ausführliches Booklet.

Mittwoch, 26.Juli

Heute haben
George Bernard Shaw * 1856
André Murois * 1885
Aldous Huxley * 1894
und halt auch Mick Jagger * 1943
Geburtstag
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Heute auf dem Duden Gedichte Kalender:

Rudolf G.Binding
Mond und Trinker

Schlaf ein, o Mond,
schlaf ein auf meinem Becher.
Ich seh dir zu.
Ich seh dir zu, o Mond, – ein Zecher
so still wie du.

So still wie du,
mit dir und fast gestorben
durchwandle ich ein nächtliches Bereich.
Wir sehn uns zu.
Du trinkst aus meinem Becher:
und wir sind gleich.

Claudia Wiltschek empfiehlt:

Rosa Luxemburg: „Herbarium
Herausgegeben von Evelin Wittich.
Mit einer Einleitung und einer Auswahl an Briefen von Holger Politt.
Dietz Verlag € 39.90

Rosa Luxemburg und Pflanzen? Das war ganz neu für mich, dachte ich doch erst, das müsse wohl eine Andere sein. Um so überraschter war ich, als ich dieses schöne, wertvolle Buch zum ersten Mal in den Händen hielt. Rosa Luxemburg wollte eigentlich Botanikerin werden, durfte aber zu diesen Zeiten nicht studieren, hat jahrelang Pflanzen gesammelt und liebevoll in 18 schmale, blaugraue Schreibhefte geklebt und beschriftet. Dieses Herbarium war Teil ihres Nachlasses, der von Mathilde Jacob und Paul Levi verwaltet wurde und im Gepäck von Verwandten in die USA kam. Heute wird es im staatlichen Archiv in Warschau aufbewahrt, wie es dahin gelangte, ist nicht geklärt. Erst 2009 wurde es „wieder entdeckt“. Es lag jahrzehntelang unbemerkt in Kisten verpackt.
Auch noch im Gefängnis klebte und sammelte sie weiter, Freunde besorgten ihr immer wieder Planzen,
Blätter und Blumen und so konnte ihr grosser Schatz weiter wachsen.
Am 18. September 1915 schrieb sie an Luise Kautsky :
„Vor zwei Jahren – das weißt Du gar nicht – hatte ich einen anderen Rappel: In Südende packte mich die Leidenschaft für Pflanzen: ich fing an zu sammeln, zu pressen und zu botanisieren. Vier Monate machte ich buchstäblich nichts anderes, als im Feld zu schlendern oder zu Hause zu ordnen und zu bestimmen, was ich von den Streifzügen mitbrachte. Jetzt besitze ich zwölf vollbepackte Pflanzenhefte und orientiere mich sehr gut in der „heimischen Flora“, z.B. Im hiesigen Lazaretthof, wo ein paar Sträucher und üppiges Unkraut zur Freude der Hühner und zu meiner gedeihen. So muß ich immer etwas haben was, mich mit Haut und Haar verschlingt, sowenig sich das für eine ernste Person ziemt, von der man – zu ihrem Pech – immer etwas Gescheites erwartet.“
Nach 100 Jahren dürfen wir nun diese wunderbare Sammlung bestaunen und fragen uns, was wohl noch so alles in den verschiedenen Archiven schlummert.
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Ferien mit Buch
Heute traf das bei uns ein:

Dienstag, 27.Dezember

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Heute haben
Carl Zuckmayer * 1896
Sebastian Haffner * 1907
Markus Werner * 1944
Geburtstag.
Und auch Michel Piccoli, Marlene Dietrich und Johannes Kepler.
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Noch bis Ende November gibt es in der Villa Rot (bei Laupheim) eine wunderbare Ausstellung zum Thema: „Der Mond in der Kunst“.

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„Nun scheint in vollem Glanze“ heisst sie und beherbergt wieder jede Menge kleine und große Schätze.
Gleich zu Beginn eine Mondkugel mit einem Durchmesser von 3,5 Meter in einem dunklen Raum. Dazu noch leuchtende Phantasieraumschiffe, die blinken und z.B. aus einem Toaster bestehen und bunte Brote auswerfen könnten. Der Mond auf großen und kleinen Ölgemälden und viele Videoinstallationen runden die Ausstellung ab. Ausgehend von einem Roman aus dem 17.Jahrhundert, in dem sich ein Mann von Gänsen zum Mond ziehen lässt, unternimmt eine Künstlerin in einem Langzeitprojekt den Versuch, ihre Gänse zu Astronauten zu erziehen.

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Wir sehen einen nachcollorierten Film aus dem Jahre 1902, in dem eine Rakete zum Mond fliegt. Direkt in sein Auge. Seine Forscher sind erstaunt über die Oberfläche, klettern in die Tiefe und können sich gerade noch rechtzeitig vor den grünen Männchen retten. Wieder auf der Erde bekommen sie die höchsten Orden und werden schwer bejubelt. Wir bestaunen Geheimdokumente des CIAs, fliegen über einen winterlichen Autoparkplatz, in dem wir uns auf Kissen auf den Boden legen und bekommen nicht genug von der jungen Frau, die als Lichtprojektion in ihrem Bett sitzt und den Mond anschaut.

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Der Besuch hat sich mal wieder gelohnt. Leider hatte das Café noch geschlossen und wir konnten die prima selbstgemachten Kuchen nicht genießen.

Hier geht es zur Seite der Ausstellung mit noch viel Informationen.

Mittwoch, 20.Juli

Heute haben
Francesco Petrarca * 1304
Cormac McCarthy * 1933
Uwe Johnson * 1934
Geburtstag

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Johann Gottfried Herder
Der Mond

Und grämt dich, Edler, noch ein Wort
Der kleinen Neidgesellen?
Der hohe Mond, er leuchtet dort,
Und lässt die Hunde bellen
Und schweigt und wandelt ruhig fort,
Was Nacht ist, aufzuhellen.

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August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Der Mond

Der Mond zieht durch die Wolken,
Er kommt so hell heran.
Ihr Kinder, eilt ins Freie!
0 seht den Mond euch an!

Da streckt das kleinste Knäbchen
Die Arm’ hinaus gar weit,
Den Mond, den Mond will’s haben,
Nach ihm es weint und schreit.

Ich kann ihn dir nicht geben,
Auch wenn du größer bist,
Kann ich kein Glück dir geben,
Das nicht auf Erden ist. –

Denk’ bei dem goldnen Monde,
Der hoch am Himmel schwebt,
Dass niemand hier auf Erden
Unmögliches erstrebt.
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Unser heutiger Buchtipp:

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Will Gmehling & Wiebke Oeser (Illustrationen):
Gott, der Hund und ich
Hammer Verlag  € 14,90
Bilderbuch ab 5 Jahren

Das mit Gott ist so eine Sache. Gibt es ihn, ist er einfach nur da, sitzt er auf seiner Wolke? Warum schreitet er nicht ein, bei all dem Durcheinander auf der Erde? Gibt es nur ihn, oder mehrere? Sind die verschiedenen Religionsoberhaupter die gleichen?
In diesem Bilderbuch von Will Gmehling und Wiebke Oeser ist er ein Typ unter vielen. Einer, dem man auf der Straße begegnet und nicht beachtet. Einer, der an einem vorbeiläuft und in der Menge verschwindet.
Der Junge erkennt ihn jedoch sofort und fasst augenblicklich uneingeschränktes (Gott)vertrauen in ihn. Aus diesem stinknormalen Tag in einer stinknormalen Stadt auf einem stinknormalen Spielplatz wird plötzlich etwas Besonderes. Der Junge geht mit dem Fremden in der alten Jacke spazieren, weg von seiner Schaukel, auf der er alleine gesessen ist. Seine Ängste verfliegen auf der Stelle. Sie fahren ohne Fahrkarte in den Supermarkt, holen sich Eis ohne zu bezahlen und reden mit der Mutter des Jungen, die dort an der Kasse sitzt und Geld für die Familie verdient. Sie sieht ganz anders aus, als zuhause und versucht konzentriert alles richtig zu machen. Auch als es Ärger mit einer Kundin gibt, hat sie alles unter Kontrolle, so meint es der Junge. Am Ende legt ihr Gott die Hände auf den Kopf  „Und ich schwöre, für einen Moment fing Mama an zu leuchten, in tausend Farben„.
Sie besuchen den Papa des Jungen, der mit zwei anderen Arbeitslosen dem Training der örtlichen Fußballmannschft zuschaut. Auch mit ihnen kommt Gott ins Gespräch, verteilt Zigarren und hört zu. Ja, er hört nur zu und lässt sie von ihren Sorgen reden. „Gott sah sie an, nur sie. Nichts anderes zählte in diesem Moment. Er war nur für sie da. Ich werde es nie vergessen, wie er sie ansah. Und wie gut es ihnen danach ging. Sogar auf dem Platz konnten die das spüren.Danach sagt Papa, dass er jetzt aber schnell heim müsse, um seinem Sohn Mittagessen zu kochen, mit einem tollen Nachtisch.
Der Junge und Gott gehen weiter, befreien einen angeleinten Hund und Gott zieht weiter.
„Dann gingen sie los,Gott und der Hund. Sie verschwanden hinter den Büschen und sahen aus wie alle, die immer unterwegs sind.“
Eine Geschichte, die mich bei jedem Durchblättern sehr bewegt hat und nicht mehr loslässt. Ein Bilderbuch, dem hoffentlich viele Preise zufliegen. Es sei ihm und seinen Machern zu wünschen. Aber vielleicht genügt es ihnen auch, wenn möglichst viele diese Buch erwerben. Und jetzt sind sie an der Reihe.
P.s. Am Ende gibt es eine kurze Widmung: „Für Neil Young“.

Leseprobe

https://www.youtube.com/watch?v=zBFGkUmVkAs

Mittwoch

Heute haben
Ferdinand von Saar * 1833
Eileen Chang * 1920
Truman Capote * 1924
Élie Wiesel * 1928 (Friedensnobelpreis 1986)
Jurek Becker * 1937
Cecelia Ahern * 1981

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Ferdinand von Saar
An den Mond

Längst, du freundliches Nachtgestirn,
Ist dein Geheimnis verweht.
Erkenntnisstolz blickt der Knabe schon
Zu dir empor,
Denn verfallen bist du, wie alles jetzt,
Der Wissenschaft,
Die deine Höhen und Tiefen mißt –
Und wer weiß, ob du nicht endlich doch noch
Erstiegen wirst auf der Münchhausenleiter
Der Hypothesen.

Dennoch, du alter, treuer Begleiter der Erde,
Webt und wirkt dein alter Zauber fort,
Wenn du, Aug‘ und Herz erfreuend, emportauchst
Mit dem sanftschimmernden Menschenantlitz
Und seligen Frieden gießest
Über tagmüde Gefilde.
Noch immer, wachgeküßt von deinem Strahl,
Seufzt Liebe zu dir hinan –
Und immer noch, ach! besingen dich Dichter.
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Anne Möller:Zehn Blätter fliegen davon
Atlantis Verlag € 14,95
Bilderbuch ab 5 Jahren

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Anne Möllers Bilderbuch hat schon einige Jahre auf dem Buckel, aber es passt halt im Moment so gut. Der Herbst hat angefangen, morgen beginnt der Oktober und die Blätter fliegen durch den Wind von den Bäumen. Die Trockenheit hier auf der Alb beschleunigt den Vorgang noch mehr. Auf den Radwegen liegen viele bunte Blätter und kleine Äste, die Bäume werden wieder lichter und die Wälder am Horizont verlieren so langsam ihre verschiedenen Grüntöne. Anne Möller, die schon Bilderbücher über den Mauersegler, das Rotschwänzchen, die Familie Steinkauz und über Katzen und Nester geschrieben und gemalt hat, ist mit „Zehn Blätter fliegen davon“ ein liebenswertes, besonderes und didaktisch kluges Buch gelungen. Mit ihrer Collagetechnik nimmt sie genau das auf, was in Kindergärten, in Schulen und daheim sowieso schon gemacht wird. Sie verfeinert das noch und fügt zu ihren 10 Blättern, die von einem Ast geschüttelt worden sind, noch mehr Gegenstände und Tiere dazu. Ein kurzer Text verdeutlicht den Kleinen, was mit dem jeweiligen Blatt passiert. Wir sehen, dass Tiere, die Blätter für ihren Nestbau verwenden, dass sie sie als Nahrung brauchen, dass wir Menschen mit ihnen Segel für Nussschiffchen basteln können. Oder jetzt in der dunklen Zeit, können wir sie auf Laternen kleben. Diese zehn kleinen, bunten Weidenblätter veranschaulichen den Jahreslauf. Sie fallen im Herbst vom Ast, dienen als Dünger und daraus bezieht die Weide ihre Kraft, damit im nächsten Frühjahr wieder Blätter am Strauch hängen. Auf den hellen, klar strukurierten Abbildungen tauchen wir in die Natur ein, sehen den Eisvogel, Fische und Vögel am Himmel. Wir entdecken, wie der Regenwurm lebt und wie knallorange ein Lagerfeuer brennt, über dem ein Grillwurst brutzelt und eines der Blätter darin verbrennt. Ein Blatt dient sogar als Notizzettel für eine Telefonnummer. Gleichzeitig bekommen wir durch die Hintertüre mit, was wir mit verschiedenen Blättern alles machen, basteln, kleben und collagieren können.
Wir waren am Sonntag im Buchheim Museum am Starnberger See und haben uns Postkarten von „Dittis Blätterbilder“ gekauft. Passt hervorragend.

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Heute abend ist es soweit.
Ab 19 Uhr findet unser traditionelles Shortlistlesen statt.