Samstag, 7.Oktober

Heute haben
Wilhelm Müller * 1794
Heinrich Federer * 1866
Georg Hermann * 1871
Juan Benet * 1927
Thomas Keneally * 1935
Jesús Díaz * 1941
Geburtstag
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Wilhelm Müller

Dein Gesang, o Nachtigall,
ist ein Wunder dieser Welt,
weil ihn keiner kann verstehn,
und er jedem doch gefällt.
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Gestern ausgepackt und mich gleich in das Kapitel über Nina Simone festgelesen:


Peter Kemper: The Sound of Rebellion
Zur politischen Ästethik des Jazz
Reclam Verlag € 38,00

„Es ist ein Fehler zu glauben, dass nur Schwarze über Black Music schreiben können. Der Diskurs zu diesen Fragen sollte so vielfältig wie möglich sein.“
Archie Shepp

Rassismus und soziale Ausgrenzung sind schon immer mit dem Jazz verbunden, schreibt der Musikjournalist Peter Kemper. In diesem umfassenden Sachbuch zeigt er Schritt für Schritt die Geschichte des Jazz in Verbindung mit der Emanzipationsgeschichte der AfroamerikanerInnenn der letzten 100 Jahre auf. Das Leben und Werk wichtiger Jazzgrößen, wie z.B. Louis Armstrong, Charles Mingus, Miles Davis und auch die obengenannte Nina Simon, werden genauer ausgeleuchtet, genauso wie die verschiedensten Stilrichtungen des Jazz, bis hin zum Hip Hop und zu Black Music Matters.

Allein schon die Inhaltsangabe zeigt die ganze Bandbreite:

Einleitung: Soundtrack afroamerikanischer Emanzipation

I. ›Onkel Tom‹ zeigt Zähne: Wie Louis Armstrong die Welt überraschte

II. Stil und Eleganz: Duke Ellingtons emanzipatorische Maskerade

III. Billie Holiday: »Strange Fruit« als kulturelle Kriegserklärung

IV. Von Charlie Parker zu Art Blakey: Bebop und Hard Bob als Beispiele stilistischer Militanz

V. Abbey Lincoln und Max Roach: Wir feiern unsere Hautfarbe!
Exkurs: Randy Westons Uhuru Afrika
Exkurs: Das African Piano des Abdullah Ibrahim

VI. Charles Mingus oder: Die Kreativität des Zorns

VII. John Coltrane – »Alabama« oder: Ein Attentat schreibt Jazzgeschichte

VIII. Albert Ayler: Der stumme Schrei – Ansätze zu einer ›spirituellen Politik‹

IX. Idealismus vs. Egoismus: Aufstieg und Fall der Jazz Composers Guild

X. Saxophon als Megaphon oder: Zur Gebrauchslyrik von Archie Shepp

XI. Miles Davis – Das Herz eines Boxers
Exkurs: Zum ›Jazz-Krieg‹ mit Wynton Marsalis

XII. Weltraum-Phantasien – Der Afrofuturismus von Sun Ra und seinen Erben
Exkurs: The Comet Is Coming – Der Space-Jazz von Shabaka Hutchings

XIII. Great Black Music – Ancient to the Future!: Zur Symbolpolitik des Art Ensemble of Chicago

XIV. Demokratie der Klänge: Ornette Colemans Vision kollektiver Verständigung
Exkurs: Charlie Haden’s Liberation Music Orchestra

XV. Energie und Ekstase: Zur Sound-Strategie von Pharoah Sanders und Cecil Taylor

XVI. Black Music Matters – Kamasi Washington und seine Hip-Hop-Hood

XVII. The Future is Female – Zur Erinnerungspolitik von Matana Roberts, Moor Mother und Angel Bat Dawid
XVIII. Wie politisch kann die Sprache des Jazz sein? – Abschließende Überlegungen zur Semantik von Sounds

Wer spricht? – Ein Nachwort in eigener Sache

Leseprobe
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Wir freuen uns über die Nobelpreise für Jon Fosse und Narges Mohammadi.
Die Bücher der beiden sind natürlich im Moment nicht mehr lieferbar.
Aber in 10 Tagen werden wir sicherlich eine große Auswahl in der Buchhandlung vorrätig haben.



Dienstag, 14.Februar

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Heute haben
Alexander Kluge * 1932
und Josef Hader *1962
Geburtstag
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5

„Miles Ahead“
Regie: Don Cheadle
Darsteller: Ewan McGregor, Don Cheadle, Lakeith Stanfield, Emayatzy Corinealdi, Michael Stuhlbarg
USA, 2015
FSK ab 12 freigegeben
DVD € 9,99

Don Cheadle muß ein ganz großer Fanvon Miles Davis sein. Er hat das Drehbuch zum Film geschrieben, Regie geführt und spielt selbst die Hauptrolle. Und jetzt kommt’s: Er hat sich wohl das Trompetespielen so gut beigebracht, daß er die Solostücke im Film selbst spielt.
Den Film hat er 2015 herausgebracht und auch auf der Berlinale vorgestellt, der Film lief aber nie in deutschen Kinos.

New York, 1980. Seit fünf Jahren hat Miles Davis keine Platte mehr veröffentlicht. Der Jazzmusiker, der mit virtuosen Trompetenspiel die Herzen der Menschen eroberte, lebt zurückgezogen, trinkt und kokst und trauert seiner großen Liebe Frances Taylor nach.

Was nun aber Cheadle nicht wollte, war eine Biografie zu drehen, die sehr nahe am wirklichen Leben der Jazzlegende ist. Nein, ich denke, er wollte das Gefühl beschreiben, das im Kopf von Miles Davis herrschte. Diese Verzweiflung, diese Nähe von Genie und Wahnsinn. Daß Cheadle dazu noch Schießereien und Verfolgungsjagden eingebaut hat, ist dann auch schlüssig. Die Jagd beginnt nämlich damit, daß ein Gerücht herumschwirrt, Davis hätte neue Studioaufnahmen und diverse Plattenfirmen sind richtig wild auf dieses Material.

Damit gehen dann auch die Meinungen sehr auseinander.
Atemberaubende Bilder…Ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk. Es ist eine Schande, dass einer des besten Filme des Jahres 2016 nicht in die deutschen Kinos kommt.„, epd Film.
Und gleichzeitig lese ich Verrisse, daß so etwas ja gar nicht gehe, daß dies doch nichts mehr mit der Legende zu tun hätte. Diverses würde auch gar nicht stimmen. Musiker hätten, so wie im Film, nie zusammengespielt. Dann schreibt der Tagesspiegel:
Das Verdienst, dabei auch den Geist des Meisters getroffen zu haben, gehört vor allem dem Regisseur.“

So können wir den Film einfach genießen. Wir wissen, so war es nicht (ganz) und trotzdem bekommen wir eine Ahnung, was Davis umgetrieben, wie er gedacht und gefühlt hat und, und das ist natürlich das Schönste an Allem, wir bekommen jede Menge Musik zu hören. Während dieser zwei Tage wandern wir in den Zeiten, sehen den jungen Davis im Anzug in Bars spielen und den alten, der seine elektronisch veränderte Trompete spielt.
Was dazu führt, daß ich mir viele alte Stücke wieder angehört habe. U.a. auch Live-Konzerte, von denen ich eines unten verlinkt habe.

https://www.youtube.com/watch?v=9h6xZ8ho04U

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Veranstaltungen bei und mit uns:

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Mittwoch, 15.Februar um 19 Uhr
Marion Weidenfeld liest aus:
Elena Ferrantes Roman:
Meine geniale Freundin
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt € 5,00
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Samstag, 18.Februar um 20:30 Uhr
Franz Dobler: „Schlag ins Gesicht“
Hudson Bar
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Dienstag, 7.März um 19 Uhr
„Die erste Seite“
Wir stellen vier neue Bücher vor.
Es liest Clemens Grote
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
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Freitag, 31.März um 20 Uhr
„Pudel und Superheld“
Fee Kathrin Kanzler und Marco Kerler lesen in der
Galeria Tobias Schrade
Eintritt € 5,00