Mittwoch, 25.Oktober


Heute haben
Pablo Picasso * 1884
Peter Rühmkorf * 1929
Harold Brodkey * 1930
Anne Tyler * 1941
Leif Davidsen * 1950
Jakob Hein * 1971
Geburtstag
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„Die Krise der Lyrik hängt auch damit zusammen, dass man sie nicht verfilmen kann.“
Peter Rühmkorf
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Gestern haben wir den neuen Sachbuchroman von Florian Illies ausgepackt:


Florian Illies: „Zauber der Stille“
Caspar David Friedrichs Reise durch die Zeiten
S.Fischer Verlag € 25,00

2024 hat Caspar David Friedrich seinen 250.Geburtstag. Große und kleinere Ausstellungen u.a. in Hamburg und Berlin würdigen diesen einzigartigen Maler. 2025 wandern seine Bilder dann ins Metropolitan Museum in New York.
Florian Illies ist ein Fuchs. Sein Buch „1913“ hat er so terminiert, dass es 2013 auf allen Büchertischen lag. Es wurde zu einem enormen Erfolg. Sein Schreibstil war etwas neues und hat weitere AutorInnen darin bestärkt, in dieser Art Bücher zu schreiben. Nach seinem Buch „Liebe in Zeiten des Hasses“ jetzt also mit einer Punktlandung ein Buch über den wundersamen Maler Friedrich, der heute als der Maler der Romantik zählt. Das war jedoch nicht immer so.
Florian Illies versteht es wieder wunderbar zu unterhalten, uns sein Wissen und seine jahrelange Recherearbeit so locker und humorvoll zu präsentieren, dass wir gar nicht merken, wieviel Informationen wir über den Maler, seine Kollegen, seine Familie und hauptsächlich seine Zeit aufsaugen.
Goethe war der aufdringliche Friedrich zu viel, so dass er gerne eines seiner Wolkenbilder an der Tischkante zerschlagen wollte. Viele seiner Bilder sind verbrannt, sein Werk wurde oft verkannt, vergessen, von den Nazis wieder hochgelobt, von den 68ern vernichtend bewertet. Walt Disney war begeistert und ließ sein Bambi durch Friedrichsche Landschaften laufen. Die Frankfurter Unterwelt hat aus dem Museum zwei Turner mitgehen lassen und einen Friedrich, der halt daneben hing. Illies berichtet von einer wahren Räuberpistole, über welche Wege die Bilder wieder ins Museum gekommen sind.
Bei der Buchpräsentation saßen der Verlagsleiter Oliver Vogel und Florian Illies auf dem Podium und es war sicherlich ein Gespräch zwischen den beiden geplant. Florian Illies sprudelte jedoch los, dass es kein Halten gab und nach einer Stunde hatte zwar Oliver Vogel immer noch sein Mikro in der Hand, kam aber kaum zu Wort. So ähnlich wird es Ihnen auch beim Lesen gehen,dass Sie gar nicht merken, wieviel schon gelesen haben, weil sich eine an die andere herrliche Geschichte reiht.

Gute Unterhaltung.

Leseprobe
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Heute abend ist Judith Hermann in der Volkshochschule im Club Orange.
Morgen abend kommt die HfG zu uns in die Buchhandlung und Christiane Wachsmann und Martin Mäntele berichten über „Kunststoff – Zauberstoff“ und den „Ulmer Hocker.

Dienstag, 24.Oktober

Heute haben
Dorothea Schlegel * 1764
August von Platen * 1796
Wenedikt Jerofejw * 1938
Walter Kappacher * 1938
Zsuzsa Bánk * 1965
Geburtstag
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„Glücklich ist ein bisschen viel. Sagen wir lieber: nicht unglücklich. Kein bisschen unglücklich. Nicht ein winziges bisschen unglücklich.“
Zsuzsa Bánk aus: „Schlafen werden wir später“
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Toni Morrison: „Sehr blaue Augen
Aus dem Amerikanischen von Tanja Handels
Mit einem Vorwort der Autorin und einem Nachwort von Alice Hasters

„Ich wollte dieses Buch lesen, und niemand hatte es geschrieben, also dachte ich, dass ich es schreiben würde, um es zu lesen.“
Toni Morrison

Das Debüt der Nobelpreisträgerin Toni Morrison ist in diesem Herbst in einer Neuübersetzung erschienen. Mit Vor- und Nachwort und diversen Anmerkungen versehen, in denen u.a. auf rassistische Bemerkungen hingewiesen wird und wie die Übersetzerin damit umgegangen ist.
Allein das deutet darauf hin, wieviel Sprengstoff damals und auch heute in diesem Roman stecken.
Toni Morrison erzählt die Geschichte dreier Schwarzer Mädchen im Jahr 1941in der Kleinstadt Lorain, Ohio (der Geburtsstadt der Autorin).
Claudia, die jüngste der drei hasst ihre blonde (Barbie)Puppe, zerlegt sie und will wissen, wie dieses Hartplastikding innen aussieht. Ihre ältere Schwester Frieda (10 Jahre) ist ihr eine enge Vertraute, mit der sie sich beratschlagen kann. Sie kommen in Kontakt mit der 12jährigen Pecola, mit der das Schicksal übel mitspielt. Pecola möchte blaue Augen, sehr blaue Augen und träumt so zu sein wie Shirley Temple.
Toni Morrsion schreibt diesen Roman nicht linear, sondern in Schleifen, in denen sie auf die Lebensläufe einzelner Personen eingeht und in denen wir erfahren, warum sich diese dann in diesem Jahr 1941 so verhalten.
Als Überschriften benutzt sie Sätze aus einer US-Fibel und wiederholt sie in Endlosschleifen, um zu zeigen, wie banal sie sind und wie wenig sie mit der Welt der drei Mädchen zu tun haben.
Ich war komplett gefesselt von der Geschichte und wie Toni Morrison sie aufgebaut hat. Dieses Aufwachsen in einer Welt voller Rassismus, Ausgegrenztsein, Sexismus ist auch 80 Jahre später schwer auszuhalten und es hat sich vielleicht nicht so viel grundlegend geändert.
Schreibt Carson McCullers in „Frankie“ vom gleichnamigen Mädchen, das raus aus der Enge will, ist Claudia so verbunden mit ihrer Welt, dass es für sie wohl keinen Ausweg geben kann.
Fast möchte ich schreiben: Ein Muss. Die 180 Seiten sind ein großes Stück Weltliteratur.

„Toni Morrisons Bücher verändern das Leben. In ihnen bekommen die zu oft Übersehenen und Ausgegrenzten eine Bühne, beschrieben mit unglaublich schöner Sprache und Feingefühl, sodass sie selbst in brutalen Momenten nie die Würde und Menschlichkeit verlieren.“ 
Alice Hasters

Toni Morrison wurde 1931 in Lorain, Ohio, geboren. Sie studierte an der renommierten Cornell University Anglistik und hatte an der Princeton University eine Professur für afroamerikanische Literatur inne. Zu ihren bedeutendsten Werken zählen ‚Sehr blaue Augen‘, ‚Solomons Lied‘, ‚Menschenkind‘, ‚Jazz‘, ‚Paradies‘ und diverse Essaysammlungen. Sie war Mitglied des National Council on the Arts und der American Academy of Arts and Letters. Ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen, u. a. mit dem National Book Critics‘ Circle Award und dem American-Academy-and-Institute-of-Arts-and-Letters Award für Erzählliteratur. 1993 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur, und 2012 zeichnete Barack Obama sie mit der Presidential Medal of Freedom aus. Toni Morrison starb am 5. August 2019.
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Morgen abend, Mittwoch, 25.10., ist Judith Hermann mit ihrem neuen Buch in der vh Ulm.
Beginn: 19 Uhr
Der Club Orange ist ausverkauft. Vielleicht gibt es noch Plätze im Foyer.
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Am Donnerstagabend, 26.10. um 19 Uhr sind Christiane Wachsmann und Martin Mäntele bei uns im Buchladen und erzählen über zwei Neuerscheinungen und über die aktuelle Ausstellung in der HfG Ulm.
Eintritt frei.

Montag, 29.Mai

G.K.Chesterton * 1874
Hans Weigel * 1908
André Brink * 1935
Dagmar Chidolue * 1944
Kerstin Hensel * 1961
haben heute Geburtstag
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Joachim Ringelnatz
Pfingstbestellung

Ein Pfingstgedichtchen will heraus
Ins Freie, ins Kühne.
So treibt es mich aus meinem Haus
Ins Neue, ins Grüne.

Wenn sich der Himmel grau bezieht,
Mich stört’s nicht im geringsten.
Wer meine weiße Hose sieht,
Der merkt doch: Es ist Pfingsten.

Nun hab ich ein Gedicht gedrückt,
Wie Hühner Eier legen,
Und gehe festlich und geschmückt –
Pfingstochse meinetwegen –
Dem Honorar entgegen.

1932
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Endlich erschienen und so schön geworden:

Viktoria Lea Heinrich, Thomas Hensel, Martin Mäntele:
Der Ulmer Hocker“ – Idee-Ikone-Idol

av edition € 39,00

Was haben eine Wanknutsäge, Platons Höhlengleichnis, ein Besenstiel und Max Bill gemeinsam? Antwort: Sie haben alle einen bedeutenden Anteil an der Herausbildung eines der berühmtesten Designklassiker des 20. Jahrhunderts. Kaum ein Gegenstand ist unscheinbarer als dieser und doch hat keiner mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Rede ist vom sogenannten Ulmer Hocker.
Max Bill, Hans Gugelot und Paul Hildinger werden als Urheber des „Ulmer Hockers“ ebenso beleuchtet wie innovative Technologien, die bei der Fertigung des „Ulmer Hockers“ zum Einsatz kam, sowie die ökonomische und politische Situation der HfG Ulm.


Mit diesem umfangreichen Werk wird in Wort und Bild diese Ikone von den Anfängen, ihrer Anwendung und ihren vielen Varianten vorgestellt. Ob als Sitzgelegenheit, Transportmittel, Lesepult, oder einfach als Ablage für eine Grillparty. Der Hocker eignet sich für so vieles. In unserer Buchhandlung stehen diverse Varianten, von denen niemand mehr weiß, von wann, von wem sie sind. Aber: Sie werden genutzt.
Olaf Scholz saß mit vielen TeilnehmerInnen einer europaweiten Konferenz auf ihnen und ganz am Endes des Buches finden Sie eine Fotowand, auf der private NutzerInnen aufgefordert wurden, ihren Hocker abzulichten. Dass Caravaggio schon einen Vorläufer des Ulmer Hockers auf einem Bild seines Matthäus-Tryptichon gemalt hat, finden Sie auch noch.

Montag, 21.November


Heute haben
Voltaire * 1694
Wilhelm Friedrich Waiblinger * 1804
Olav Duun * 1876
Marilyn French * 1929
Margriet de Moor * 1942
Andrew Sean Greeer * 1970
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„Pedanterie ist ein Insektenauge, welches nur das Nächste und Kleinste unendlich vergrößert sieht und nie viel, geschweige denn ein Ganzes, übersehen kann.“
Wilhelm Friedrich Waiblinger
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Christel und Silke Müller haben Stern-Postkarten gestaltet.
Im Umschlag je € 6,00
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Freikarten gefällig?
Dann einfach am kommenden Dienstagabend zu uns in Buchhandlung kommen und dem Vortrag über
Otl Aicher lauschen.

Otl Aicher von


Dienstag, 22.November, 19 Uhr
Dr.Martin Mäntele stellt uns Otl Aicher vor.

100 Jahre Otl Aicher, 100 Plakate im HfG-Archiv
Eintritt frei

Achtung!!
Alle, die zum Vortrag kommen, erhalten eine Freikarte für die Otl Aicher-Ausstellung oben in der HfG
.

freitag, 18.November


Heute haben
Richard Dehmel * 1863
Klaus Mann * 1906
Vassilis Vassilikos * 1933
Margaret Atwood * 1939
Christoph Wilhelm Aigner * 1954
Geburtstag
und es ist der Todestag von Marcel Proust.
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Richard Dehmel
Die stille Stadt

Liegt eine Stadt im Tale,
ein blasser Tag vergeht;
es wird nicht lange dauern mehr,
bis weder Mond noch Sterne;
nur Nacht am Himmel steht.

Von allen Bergen drücken
Nebel auf die Stadt;
es dringt kein Dach, nicht Hof noch Haus,
kein Laut aus ihrem Rauch heraus, Kaum Türme noch und Brücken,

Doch als den Wandrer graute,
da ging ein Lichtlein auf im Grund;
und durch den Rauch und Nebel
begann ein leiser Lobgesang,
aus Kindermund.
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Jetzt wird es aber Zeit:


„Bredle & Plätzle“
Schwäbische Weihnachtsbäckerei mit Rezepten aus der Region
Südwest Presse Edition € 17,90

Mit knapp 50 Rezepten haben Sie in der zweiten Ausgabe von „Bredle & Plätzle“ die Qual der Wahl: Sie reicht von Klassikern wie Lebkuchen, Ausstecherle oder Florentinern über neue Kreationen mit Joghurt und Rosmarin bis hin zu Köstlichkeiten aus anderen Ländern, wie Baci di Dama aus Italien, französischen Macarons oder portugiesischen Mandelplätzchen.
Kernstück von „Bredle & Plätzle“ sind die Rezepte von Leser:innen der Südwest Presse Ulm, die von Bäckermeisterin Lisa Unseld und dem Team der Kornmühle verfeinert und nachgebacken wurden.

Da kann ja nichts schiefgehen.
Wir in der Buchhandlung testen gerne Ihr Weihnachtsgebäck.
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Freikarten gefällig?
Dann einfach am Dienstagabend zu uns in Buchhandlung kommen und dem Vortrag über
Otl Aicher lauschen.


Dienstag, 22.November, 19 Uhr
Dr.Martin Mäntele stellt uns Otl Aicher vor.

100 Jahre Otl Aicher, 100 Plakate im Hfg-Archiv
Eintritt frei

Achtung!!
Alle, die zum Vortrag kommen, erhalten eine Freikarte für die Otl Aicher-Ausstellung oben in der Hfg.