Donnerstag, 12.August

Heute haben
Miguel Torga * 1907
Karl Mickel * 1935
Geburtstag
___________________________________

Winfried Hermann Bauer
Was für ein Aufatmen

Was für ein Aufatmen
Wenn der Regen endlich nachlässt
Wenn Blitz und Donner nurmehr ein Echo sind
Und sich Äste und Blätter
Die der Sturm aus den Bäumen gerissen hat
Im Dampf der Straßen dem Unvermeidlichen
fügen

Was für ein Aufatmen
Wenn plötzlich ein Lichtstrahl
Scharf wie ein Schwert
Die drohenden Wolkenberge durchtrennt
Und dir die Sicht freigibt
Auf das makellose Blau
Dahinter

Wenn jetzt noch ein Regenbogen aufleuchtet
Der dir ein bisschen Glück verheißt
Oder einen neuen Anfang
Was für ein Aufatmen
Vielleicht glaubst du sogar
Einen Augenblick
Zu verstehen…
______________________________________________

Claudi Wiltschek empfiehlt:


Alex Capus: „Eine Frage der Zeit
dtv € 10,90


Dank der Südwestpresse vom 10.August kann ich hier eines meiner alten Lieblingsbücher besprechen. Den Dampfer aus Capus‘ Roman gibt es immer noch und letztens gab es ein großes Foto davon. Über 100 Jahre ist es her, als in Papenburg ein Schiff gebaut, wieder zerlegt und nach Afrika in hunderten von Kisten gebracht wurde. Am Tanganjikasee wird alles wieder zusammengesetzt und von den stolzen deutschen Kolonialherren damit herumgeschippert. Der 1.Weltkrieg bricht aus, nun wird es als Kriegsschiff umgebaut um gegen die feindlichen anderen Kolonialisten rund um den See zu kämpfen. Capus hat daraus einen genialen Roman gemacht, den ich immer noch sehr gerne empfehle. Vor Jahren las ich schon mal, dass es dieses Schiff immer noch im heutigen Tansania gibt, genutzt wurde es als Ausflugsdampfer. Jetzt scheint es doch nicht mehr zu gebrauchen zu werden und fristet im Hafen von Kigoma ein ungewisses Dasein.
Ein tolles Buch : spannend, geistreich, politisch und eine gute Portion Satire steckt auch noch drin.

________________________________________________________


1. Welches Buch lesen Sie gerade?
2. Welches Buch empfehlen Sie unbedingt?
3. Welches Buch wollen Sie schon immer mal (wieder) lesen?

Maria Leucht (Vetriebleiterin im Schöffling Verlag) empfiehlt:

1.“Der Untergang des Abendkleides“ von Ella Carina Werner im Satyr Verlag erschienen.
2.“Das Herz des Hais“ von Ulrich Becher.
Eigentlich alles von Ulrich Becher einschließlich „Das Liliputanercafé“.
3.Da fallen mir sehr viele Bücher ein. „Die Nacht von Lissabon“ von Erich Maria Remarque hat mich in jungen Jahren fasziniert. Die Erinnerungen an den Text sind aber noch zu gut, um es wieder zu lesen.

Vielen Dank !!!
_________________________________________

Am 24. August werden die Nominierten des Deutschen Buchpreises bekannt gegeben
und eine der Autor:innen kommt zu uns.
Wer es sein wird, wissen wir selbst noch nicht.
Auch wo es genau in Ulm stattfinden wird, auch noch nicht.

Aber das wissen wir: Donnerstag, 16.September um 19 Uhr
Eintritt € 7,00

Also springen Sie rein ins Unbekannte und reservieren Sie sich einen Platz für die Lesung.
Wir freuen uns, wenn wir uns mal wieder sehen können.
_______________________________________________

Jaaaa, es gibt sie wieder.
Die erste Seite“ kommt als Matinee am Sonntag um 11 Uhr in die vh Ulm (Club Orange).

Wir starten einen Versuch und haben drei Termine von der vh Ulm bekommen, an denen wir unsere Bücher vorstellen können.
Mit dabei (the one and only) Clemens Grote als Vorleser.

Die Termine sind
Sonntag, 12.09. um 11 Uhr
Sonntag, 10.10. um 11 Uhr
Sonntag, 14.11. um 11 Uhr

Dauer: Wie immer eine Stunde
Eintritt: Wie immer umsonst

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.
Infos auch unter https://jastramkultur.blog/veranstaltungen/

Dienstag, 16.März

Heute haben
César Vallejo * 1892
Sybille Bedford * 1911
Tiziano Scarpa * 1963
Zoe Jenny * 1974
Geburtstag
_________________________________________________

Julia Trompeter
DieS Geringelte

Kringelig geSchwungen,
dieS Geringelte.
Schlingelig umSchlungen,
umSchmiegt &
eingewiegt – ein Kringeln
hier & dort ein Sinken
der MuSen:
die KabbelSee & Bojen bunt
& Möwen weiß & dieS Geringelte.
Ja, nichtS GeringereS
alS dieS & daS;
gekringelte Lungen
Summen verSunken,
die singen davon,
waS gelungen iSt.

aus: „Jahrbuch der Lyrik 2021
Schöffling Verlag € 22,00
Dank an Maria Leucht
__________________________________________

Unser Tipp:


Julia Friedrichs: „Working Class
Warum wir Arbeit brauchen, von der wir leben können
Berlin Verlag € 22,00

„Ihr werdet es einmal schlechter haben!“
Das schreibt die Autorin und listet auf, warum die Generation der Babyboomer mehrheitlich nicht das wirtschaftliche Niveau ihrer Eltern erreichen werden. Die Verteilung von Vermögen ist auch in Deutschland in eine extreme Schieflage gerade. Zusätzlich werden diejenigen, die arbeiten mehr zur Kasse gebeten, als diejenigen, die Geld besitzen, oder vererbt bekommen haben.
Immer mehr Menschen driften in die Armut ab, da deren Arbeitenlöhne nicht dem Niveau der Lebenshaltungspreise angeglichen worden ist. Gleichzeitig gibt es immer mehr Superreiche.
Julia Friedrichs hat drei Personen über ein jahr lang begleitet, spricht mit Wissenschaftler:Innen, Expert:Innen und Politiker:Innen und unterfüttert die Berichte dieser Arbeitenden.
Ein hochaktuelles, gut zu lesendes Buch, das auf den Tisch legt, worüber schon lange Tacheles geredet werden sollte.

Leseprobe
Interview auf 3sat / Kulturzeit

Julia Friedrichs, 1979 im westlichen Münsterland geboren, studierte Journalistik in Dortmund und Brüssel. Seitdem arbeitet sie als Autorin von Reportagen und Dokumentationen für die ARD, das ZDF und die Zeit. Mit dem Redaktionsteam „docupy“ brachte sie den Film „Ungleichland“ heraus. Sie hat mehrere hochgelobte Bücher verfasst, darunter die Bestseller „Gestatten: Elite. Auf den Spuren der Mächtigen von morgen“ (2008), „Deutschland dritter Klasse. Leben in der Unterschicht“ (mit Eva Müller und Boris Baumholt, 2009), „Ideale. Auf der Suche nach dem, was zählt“ (2011) und zuletzt im Berlin Verlag „Wir Erben. Was Geld mit Menschen macht“ (2015).
Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Axel-Springer-Preis für junge Journalisten, den Nachwuchspreis des Deutsch-Französischen Journalistenpreises, den Dr. Georg Schreiber-Medienpreis sowie 2019 den Grimme-Preis. Julia Friedrichs lebt mit ihrer Familie in Berlin.