Dienstag, 5.Dezember


Heute haben
Hans Hellmut Kirst * 1914
John A.Williams * 1925
Joan Didion * 1934
Alois Brandstetter * 1938
Hanif Kureishi * 1954
Geburtstag
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„I write entirely to find out what I’m thinking, what I’m looking at, what I see and what it means.
What I want and what I fear.“
Joan Didion
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Statt eines 5. Türchens ziehen wir wieder ein Buch aus dem Regal:


Bernardine Evaristo: „Mädchen, Frau, etc.
btb € 13,00
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Die Geschichten hinter den besonderen Neu-Ulmer Orten.
Das Buch „Neu-Ulm – echt jetzt?“ zeigt ungewöhnliche Orte in der Stadt.

Die Geschichten hinter den besonderen Neu-Ulmer Orten.
Das Buch „Neu-Ulm – echt jetzt?“ zeigt ungewöhnliche Orte in der Stadt.
Bei uns in der Buchhandlung für € 17,00

Das Stadtarchiv Neu-Ulm hat sich gemeinsam mit der Grafikerin Lioba Geggerle und dem Autor Thomas Vogel auf die Suche nach außergewöhnlichen Orten in der Stadt gemacht – und diese auch gefunden. Literarisch zusammengefasst im neuesten Buch des Archivs: „Neu-Ulm – echt jetzt?“
Wo fühlen sich die Menschen in Neu-Ulm so richtig wohl? Welche Orte gibt es zu entdecken? Welche Geschichten verbergen sich hinter den Orten? Was haben die Menschen zu erzählen? Diesen Fragen und noch einigen mehr will das neue Buch des Stadtarchivs auf den Grund gehen. Auf knapp 120 Seiten möchte die Stadt Neu-Ulm die Neugier und den Stolz auf die eigene Stadt mitsamt ihrer Umgebung wecken und alle Bürgerinnen und Bürger sowie auch Gäste motivieren, die ein oder andere, vielleicht noch nicht selbst entdeckte Ecke zu besuchen. Im Buch finden sich mehrere Kategorien: Echt und Handgemacht, Reiner Genuss, Kultur und Gut sowie Im Grünen Bereich. Eine besondere Kategorie bilden die „Lost Places“. Hier werden reizvolle Motive dargestellt, auf die das Archiv bei seiner Recherche zum Buch gestoßen ist, und die nicht unerwähnt und unveröffentlicht bleiben sollen. Gestaltet wurde das Buch von Lioba Geggerle. Die Texte stammen von Thomas Vogel.
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Premiere „Frau Einsteins Nobelpreis“


Im Kunstverein Ulm (Schuhhaussaal) steht am Freitag, 8.12., 19 Uhr,
die Premiere einer Uraufführung von Wolfgang Schukrafts „Frau Einsteins Nobelpreis“
auf dem Spielplan.
Es ist wieder eine Produktion von „Schukrafts Wundertüte: Theater in Ulm“.
In der Regie des Autors spielen Celia Endlicher und Andreas Laufer, die Musik ist von Helmut Pusch.
Erst war sie für Einstein sein über alles geliebtes „Doggerl“, etwas später war sie für ihn eine „hinkende Hex“. Die Rede ist von Mileva Einstein, der ersten Ehefrau von Albert Einstein. Die epochalen Entdeckungen des großen Physikers entstanden während dieser Ehe, und es ist heute unbestritten, dass auch Mileva einen erheblichen Anteil an den wissenschaftlichen Erfolgen ihres Mannes hatte. „Frau Einsteins Nobelpreis“ ist ein Stück über die Geschichte und das Leben von Mileva. Auch geht das Stück der Frage nach, wie es Mileva gelang, trotz eines acht Jahre tobenden Rosenkrieges, sich das gesamte Geld von Albert Einsteins Nobelpreis „unter den Nagel zu reißen“.

Weitere Termine finden Sie hier.
Karten gibt es bei uns in der Buchhandlung und an der Abendkassse.

Mittwoch, 12.Mai

Zweimal zum Gedenken an den Schneider von Ulm

Heute haben
Werner Bräuning * 1934
und Eva Demski * 1944
Geburtstag
und Helene Weigel, Katherine Hepburn, Joseph Beuys
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Achim von Arnim
Der Kirschbaum

Der Kirschbaum blüht, ich sitze da im Stillen,
Die Blüte sinkt und mag die Lippen füllen,
Auch sinkt der Mond schon in der Erde Schoß
Und schien so munter, schien so rot und groß;
Die Sterne blinken zweifelhaft im Blauen
Und leiden’s nicht, sie weiter anzuschauen.
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Unser Tipp:

Martina Wildner: „Der Himmel über dem Platz
Beltz&Gelberg Verlag € 13,95
Jugendbuch ab 12 Jahren

„Der Weg ist der Weg“, so lautet das Motto, das der besondere Herr Kubitschek Jolanda, genannt Jo, mit auf den Weg, bzw. auf den Fußballplatz gibt. Dass er nebenher Piranhas züchtet, ist vielleicht nicht so wichtig, aber bemerkenswert,
Jo spielt für ihr Leben gerne Fußball. Dribbeln, passen, schießen. Ja, genau so.
Und: Sie ist gut. Aber um besser zu werden, muss sie in eine Jungsmannschaft wechseln. Ja, wirklich. Der DFB fordert genau dies.
Jo wechselt und bekommt sofort zu spüren, dass sie eine Aussenseiterin im Team ist. Hauptsächlich Niclas, der beste Spieler im Team, zeigt sich von seiner schlechtesten Seite. Motivierend ist dies für Jo nicht. Aber da kommt schon wieder Herr Kubitschek ins Spiel und meint, Jo solle sich ein Unterstützer-Team zulegen, damit sie etwas Rückenwind und wieder Selbstvertrauen bekommt. Und mit diesen skurilen, besonderen Menschen nimmt der Jugendroman nochmals Fahrt auf.
Die mehrfach ausgezeichnete Autorin Martina Wildner hat hier einen starken, aktuellen, postiven Roman geschrieben und stand wahrscheinlich stundenlang an diversen Fußballplätzen, um für „Der Himmel über dem Platz“ zu recherchieren.
Mein Tipp: Lieber das Buch lesen, als ein langweiliges Fußballspiel anschauen.

Dienstag, 4.Mai

Heute haben
Friedrich Arnold Brockhaus * 1772
Gerlind Rheinshagen * 1926
Amos Oz * 1939
Graham Swift * 1949
David Guterson * 1956
Florian Illies * 1971
Geburtstag.
Aber auch Audrey Hepburn und Keith Haring
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Winfried Hermann Bauer
Nordland

Allein
wandern über den Tag
der Wochen dauert
und ganz dem Wahn der Ewigkeit
verfallen

selbstvergessen
zwischen Birken und Kiefern und glitzernden Seen
dem Schrei eines Raben
lauschen
der von der Fülle im Kargen erzählt

und doch
ziehe ich mich in meinen Kragen zurück
wenn ein nachtschwarzer Schauer mahnt
und friere
Allein
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Wenn jetzt alles normal wäre und wir Veranstaltungen im Laden machen könnten, dann ware heute der Tag der „Ersten Seite“. Wir würden in munterer Runde um den alten Tisch sitzen und Clemens würde (hoffentlich) uns vorlesen.
Tja.
So stelle ich Ihnen hier vier Romane von Frauen vor, die in letzter Zeit erschienen sind, die mir ausgesprochen gut gefallen haben und von denen es eine Hörprobe gibt. Oder sogar den ganzen Text, wie bei Felicitas Hoppe.
Ich weiß, es ist keine Alternative, aber ich hoffe, Sie haben trotzdem Spaß damit.


Felicitas Hoppe: „Fieber 17“
Dörlemann Verlag € 15,00



Bernadine Evaristo: „Mädchen, Frau, etc“

Klett Cotta € 25,00
Audio Verlag € 25,00

Hörprobe


Gabriele von Arnim: „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“
Rowohlt Verlag € 25,00
Audio Verlag € 25,00

Hörprobe



Helga Schubert: „Vom Aufstehen“
dtv € 22,00
Argon Verlag € 19,95

Hörprobe
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Das Team Jastram (Jastram radelt) besteht im Moment aus 13 Teilnehmenden, die bisher 312 km geradelt und fast 50 kg CO2 vermieden haben.
Insgesamt wurde in Ulm (in der kurzen Zeit) 51.144 km geradelt (also locker einmal um die Erde).
Es nehmen 1.305 Menschen teil, die insgesamt acht Tonnen CO2 vermieden haben.

Donnerstag, 21.Januar

Morgen ist Freitag:

Morgen ist es soweit! Da gibt es FFF Ulm/Neu-Ulm seit zwei Jahren! 
Eigentlich ist das nicht wirklich ein Grund zum Feiern, denn wie kann es sein, dass nach zwei Jahren immer noch so wenig passiert ist?⁠

Deswegen geht es wieder auf die Straße um zu zeigen: wir müssen weitere Katastrophen verhindern!⁠
Es wird eine Menschenkette von Ulm bis Neu-Ulm geben, angefangen beim Marktplatz in Ulm. Beginn ist um 15 Uhr. 

Es gibt natürlich ein besonderes Sicherheitskonzept für die Menschenkette: es wird Kreidekreise auf dem Boden geben, mit 2 Meter Abstand dazwischen. Die Kreise sind jeweils die Punkte, in denen Menschen stehen.⁠

See you on the streets!

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Die Weihnachtsfrau/mann-Parade geht weiter:

Ein Schneehund von der dreizehnjährigen Antonia aus Murnau.
Die Schneefrau Helga steht in Laupheim in der Steinerstraße und freut sich des Lebens…
Der kleine Schneemann steht auf der kleinen Blauinsel in Ulm
und wurde schon angepinkelt. Der Arme.

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Heute haben
Ludwig Thoma * 1867
Egon Friedell * 1878
Antonio Gramsci * 1891
Geburtstag
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Friedrich Wilhelm Weber
Es wächst viel Brot in der Winternacht

Es wächst viel Brot in der Winternacht,
weil unter dem Schnee frisch grünet Saat,
erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
spürst du, was Gutes der Winter tat.

Und deucht die Welt dir öd‘ und leer,
und sind die Tage dir rauh und schwer:
Sei still und habe des Wandels acht:
Es wächst viel Brot in der Winternacht.
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Gestern ist das Buch Mädchen Frau etc.von Bernadine Evaristo erschienen.
Wir haben eines unserer Schaufenster damit ausgelegt und die ersten Vormerkungen reserviert. Wenn Sie Lust auf ein kleines Einleseheftchen (22 Seiten) haben, schicken wir Ihnen das gerne zu. Es passt locker in einen Briefumschlag.

Mittlerweile ist der Roman überall vorgestellt worden und die Besprechungen haben recht. Er ist ein Feuerwerk an Geschichten. Die Autorin wollte über 100 Frauen schreiben. Aber die 10, die übriggeblieben sind, reichen vollkommen für ein literarisches Lesevergnügen.
Schön ist, dass im letzten Kapitel viele Stränge zusammengefügt werden und dass die jüngste Generation die Fäden in der Hand haben. Sie sind es, die die Geschichten weiterführen, die die Kraft für eine bessere Zukunft in den Händen halten.

Berardine Evaristo: „Mädchen, Frau etc.“
Aus dem Englischen von Tanja Handels
Tropen / Klett-Cotta Verlag € 25,00

Samstag, 16.Januar

Heute haben
Aleksandar Tisma * 1924
Susan Sontag * 1933
Inger Christensen * 1935
Reinhard Jirgl * 1953
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
In Quarantäne

Keine Stube ist kälter
Als dieses keimtote Zimmer auf Zeit
Die eingesperrte Luft riecht nach Sagrotan
Ich kann die Heizung nicht hochdrehen
Keinen Scheit ins Feuer legen
Die Angst sucht sich vergeblich einen Herd
hinter den sie sich ducken kann

Mein bleiches Spiegelbild
Lugt nach dem Tulpenblut an der Wand
Aber das verführerische Leuchten hinter Glas
Tut nur so als ob
Anders als die Eisblumen am Fenster
Die ich aus Gründen des Infektionsschutzes
nicht begreifen darf

Dabei giere ich
Nach Berührung
Nach dem Salz auf deiner Haut
Nach dem Glanz deiner Lippen
Ich will spüren, riechen, schmecken
Keine Kopie auf kaltem Display
sondern selig-verschwitzt eintauchen in die Fülle des Seins

(eine aktualisierte Version des Gedichtes während seiner Zeit der Chemotherapie)
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Neue Taschenbücher von Suhrkamp und Insel gerade ausgepackt:


Selten habe ich so viele, große Besprechungen, Interviews für ein Buch wahrgenommen, das noch gar nicht auf deutsch erschienen ist. Gut so, dass für diesen Roman in dem Maß die Werbetrommel gerührt wird. Gestern zum Beispiel im Magazin der Süddeutschen Zeitung.


Bernardine Evaristo: „Mädchen, Frau etc.“
Klett Cotta / Tropen Verlag € 25,00

Das Buch soll am 23.Januar erscheinen. Wir haben einen kleinen Stapel bestellt und freuen uns jetzt schon, dieses Buch zu verkaufen.

Hier geht es zur Leseprobe.

Samstag, 9.Januar

Heute haben
Karel Capek * 1890
Kurt Tucholsky * 1890
Simone de Beauvoir * 1908
Heiner Müller * 1929
Klaus Schlesinger * 1937
Geburtstag
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Kurt Tucholsky
An Peter Panter


Peter Panter, Mitarbeiter!
Steig doch auf die hohe Leiter!
Singe doch von aktuellen
Zeitgenossenzwischenfällen!

Laß die Liebe, laß die Damen
mit dem freundlich blonden Namen;
laß die bunten Busentücher –
und vor allem: laß die Bücher!

Laß sie Bücher schreiben, drucken –
wozu da hinuntergucken!
Frisch! hinein ins volle Leben!
Aktuell mußt du dich geben!

Sieh mich an! Fast jede Woche
pfeif ich auf dem Flötenloche:
Reichstag, Wahlrecht, Osten, Westen,
Presse, Orden, Schweinemästen -!

Tanz die nationale Runde!
Kennst du das Gebot der Stunde?
Höcker macht das viel gewandter,
Peter Panter, Peter Panter!

Du mußt aktueller schwätzen,
und man wird dich höher schätzen!
Lerne du im Hurraschrein:
man darf nicht beschaulich sein.

Unter dem Pseudonym Theobald Tiger im Jahr 1918
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Am 25.Januar erscheint das Buch von
Bernardine Evaristo: „Mädchen, Frau etc.“
Aus dem Englischen von Tanja Handels
Klett-Cotta / Tropen Verlag € 25,00
Das engl. Taschenbuch ist schon für € 13,00 zu haben.

Am Samstag, den 23.Januar gibt es eine Liveveranstaltung des Literarischen Colloquiums in Zusammenarbeit mit dem Radiosender von rbb.
Dieser podcast ist dann nächträglich weiterhin hörbar.

Sie merken schon: Nicht nur ich bin begeistert von diesem Roman, der 2019 den Booker Preis bekommen hat.
Ein Zitat der Jury:
„Ein beeindruckender, leidenschaftlicher Roman über das Leben schwarzer britischer Familien, ihre Kämpfe, Schmerzen, ihr Lachen, ihre Sehnsüchte und Lieben.“
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Heute, am Samstag, den 9.1. machen wir Inventur im Laden und können somit nicht ans Telefon gehen. Bestellungen werden bearbeitet und kommen dann am darauffolgenden Dienstag in den Buchladen.

Ab Montag, den 11.1. ist es in Baden-Württemberg wieder erlaubt, dass wir Bücher aus dem Laden herausgeben dürfen. D.h. wir geben Ihre Bestellungen mit einer Rechnung an Sie raus. Eine Barzahlung, oder Bezahlung mit EC-Karte ist noch nicht geklärt.
Ab Montag gibt es dann auch wieder unsere Ausgabestation im Erdapfel Bio Bistro.
Die Öffnungszeiten dort sind von Montag bis Freitag bis 14.00 Uhr.
Das Team um Sandra freut sich darauf.
Der Ulmer City Kurier fährt weiterhin in den Innenstadtbereichen von Ulm und Neu-Ulm aus.

Ab Montag, den 11.1. beliefern unsere Buchgroßhändler uns nicht mehr am Montag.
Dafür aber von Dienstag bis Samstag. Das reicht ja auch dicke.

Ein Tipp für Geschenkgutscheine.
Wenn Sie einen Gutschein für jemanden bei uns ausstellen lassen, dann können wir ihn digital in unserem System hinterlegen. Somit kann die Beschenkte/der Beschenkte auch online von irgendwoher bestellen (auch eBooks) und unser Programm verrechnet den Gutschein.

Noch eine Bitte:
Im Moment kommen viele Bestellungen am Telefon oder per Mail an uns.
Bitte sagen uns, wie Sie zu Ihren Büchern kommen wollen:
Abholung im Laden
Abholung im Erdapfel Bio Bistro in Söflingen
Lieferung mit dem Ulmer City Kurier

Bitte geben Sie uns Bescheid, wenn sich bei Ihrer Adresse, bei Ihrem Namen etwas geändert hat, oder wenn es Besonderheiten gibt, den Briefkasten zu finden.
Die AusfahrerInnen des Ulmer City Kuriers tun sich dann viel leichter.

Herzliche Grüße,
Samy Wiltschek


Donnerstag, 22.November

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Heute haben
George Eliot * 1819
André Gide * 1869
William Kotzwinkle * 1943
Viktor Pelewin * 1962
Geburtstag.
Und auch noch Benjamin Britten und Charles de Gaulle.
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George Eliot
Roses

You love the roses – so do I. I wish
The sky would rain down roses, as they rain
From off the shaken bush. Why will it not?
Then all the valley would be pink and white
And soft to tread on. They would fall as light
As feathers, smelling sweet; and it would be
Like sleeping and like waking, all at once!
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Annie Ernaux:Erinnerung eines Mädchens
Aus dem Französischen von Sonja Finck
Suhrkamp Verlag € 20,00

Vor zwei Jahren kam des Buch „Die Jahre“ von Annie Ernaux heraus. Die Zeitungen waren aus dem Häuschen und der Suhrkamp Verlag war so pfiffig, das Buch im Look der Bibliothek Suhrkamp (= Klassiker) herauszubringen. Eine alte Dame erinnert sich. Ihr Topos ist sie selbst. Als „Ethonologin ihrer selbst“ bezeichnet sich die 1940 geborene Französin und schaut zurück auf ihr leben, ohne einmal das Wort „Ich“ zu verwenden.
Jetzt sind wir mit „Erinnerung eines Mädchens“ im Sommer 1958 angelangt. Das Mädchen steht kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Dieser Sommer wird ihr Leben verändern. Sie träumt von einem Liebesabenteuer und bekommt genau das Gegenteil. Diese Erfahrung prägt ihr weiteres Leben. Schicht um Schicht gräbt sie sich in ihrer eigenen Vergangenheit vor, liest Briefe an Freundinnen und Tagebuchaufzeichnungen. Kühl und nüchtern erkennt die fast 80jährige Autorin sich oft nicht wieder.

„Den Abgrund erkunden zwischen der ungeheuren Wirklichkeit eines Geschehens in dem Moment, in dem es geschieht, und der merkwürdigen Unwirklichkeit, die dieses Geschehen Jahre später annimmt.“

Leseprobe

https://www.suhrkamp.de/mediathek/annie_ernaux_ueber_ihr_schreiben_und_ihr_buch_der_platz_1516.html

Dienstag

Heute haben Geburtstag:
Rudolf Borchardt * 1877
Curzio Malaparte * 1898
Saul Bellow * 1915
Maurice Sendak * 1928
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Wo die wilden Kerle wohnen“ wird uns hier im Original vorgelesen.
http://www.youtube.com/watch?v=km4G0IPFB4E

Christoph Niemann illustriert ein Interview mit Maurice Sendek, das im Sommer 2011 im Radio übertragen wurde, als er im Auto saß.
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=TH2OaaktJrw]

Sendak starb am 8.Mai 2012.
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Die hochsommerlichen Pfingsttagehabe ich morgens mit Lesen, dann Sport, danach mit Lesen, Lesen, Lesen verbracht.
Wie Sie auf die Jastram Fotoseiten schauen, erkennen Sie auch, welche Bücher es waren.
jastram.tumblr.com
wiebuecherleben.tumblr.com
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Bevor ich zum heutigen Kulturtipp komme, möchte ich sie auf die Literaturwoche in Ulm aufmerksam machen, die u.a. von der Griesbad Galerie, dem Theater Neu-Ulm, uns und einigen anderen auf die Beine gestellt wird.

Hier das Infoblatt als pdf:
Faltblatt_LIWO_web

In Kurzform ein Grossteil der Veranstaltungen hier aufgelistet:

Literaturwoche Spezial
So., 22. Juni, Eröffnung, 19 Uhr,
Griesbadgalerie

Mo., 23. Juni, Bulgarische Literatur, 19 Uhr,
Griesbadgalerie

Di., 24. Juni, Literaturtheater – Die Tante im Keller, 19 Uhr,
Griesbadgalerie

Mi., 25. Juni, Verlag Antje Kunstmann, 19 Uhr,
Kulturbuchhandlung Jastram

Fr., 27. Juni, Buchvorstellung, Thomas Brandt –
Das Gedächtnis der Dinge, 19 Uhr,
Kulturbuchhandlung Jastram

Sa, 28. Juni, Eva Degle, Kinderbuchautorin, 15 Uhr,
Griesbadgalerie

Di., 1. Juli, Jastrams erste Seite Spezial, 19 Uhr,
Kulturbuchhandlung Jastram

Fr., 4. Juli, Ein Abend für den JaJa Verlag, 19 Uhr,
Kulturbuchhandlung Jastram

So., 6. Juli, Chaoslesen Spezial, 20 Uhr,
Theater Neu-Ulm

Mo., 7. Juli, Literaturtheater, Piefke-Poeten – Das Testfeld,
19 Uhr, Botanischer Garten der Uni Ulm
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Doch nun zum Tipp in die neue Woche:

Nun weiß ich nicht, wie lange die ARD ihre Filme in der Mediathek bereitstellt, aber ein paar Tage wird diese Dokumentation schon noch sehen sein. Die Originalausstrahlung war am vergangenen Donnerstag nach 22 Uhr.

„Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K.?“
Eine Dokumentation von Eric Fiedler.

Genau 37 Jahren vor der Ausstrahlung des Filmes in der ARD, am 5.Juni 1997, fand in Argentien das Freundschaftspiel Argentien gegen Deutschland statt, das Deutschland 3:1 gewann. Es war ein Prüfspiel für kommende Fußball-WM ein Jahr später in Argentien. Dieses Land, das damals von einer Militär Junta regiert und geknechtet wurde, hatte Jahre zuvor u.a. dafür gesorgt, dass die WM nach Deutschland kam. Und so sah sich der Deutsche Fußballbund verpflichtet, diese Mal Argentien seine Stimme zu geben. Gleichzeitig war die deutsche Waffenindustrie ein großer Zulieferer des Militärregimes und verdiente gut daran. Genau in diese Zeit geht Elisabth Käsemann aus Tübingen, als junge Frau, um sich Bild vor Ort zu machen, um den Menschen dort direkt zu helfen und nicht nur in Deutschland auf die Straße zu gehen. Sie organsiert u.a. falsche Pässe für untergetauchte Flüchtlinge. Im Zuge einer Razzia wird sie festgenommen, in einem Foltergefängnis untergebracht, missbraucht, vergewaltigt, gefoltert und ermordert. Der deutsche Botschafter vor Ort wusste Bescheid, kümmerte sich aber nicht um Elisabeth Käsemann und glaubte lieber dem Regime, das behauptete, dass Frau Käsemann mit Terroristen unter einer Decke stecke. Auch als andere Länder wie Großbritannien, Österreich und die Niederlande Angehörige aus Gefängnissen herausholten, freikauften und nach Hause brachten, war dies für die deutsche Regierung kein Grund auch in dieser Weise aktiv zu werden. „Ach, das Mädchen Käsemann.“, soll Genscher gesagt haben, der trotz einer Zusage bis zur Fertigstellung des Filmes keine Zeit für ein Interview fand. Genauso wie Helmut Schmidt, der sicherlich genau darüber informiert war. Zu Wort kommen der deutsche Botschafter Jörg Kastl, der alles abstreitet. Hildegard Hamm-Brücher und Klaus von Dohnanyi sehen wir im Film als alte Herrschaften, die sich das auch nicht so genau erklären können, im Abstand von über 30 Jahren jedoch klipp und klar sagen, dass dieserTod hätte verhindert werden können und müssen. Eric Fiedler ist in Argentinien, lässt ehemalige Mitgefangene erzählen, lässt eine Freundin von Elisabeth Käsemann zu Wort kommen und um so länger der Film geht, merken wir, wie die große Politik funktioniert. Ganz perfinde wird es dann noch, wenn der Film auf das Thema Deutscher Fußballbund und FIFA zu sprechen kommt. Hier sprechen Michael Rummenige und Paul Breitner klare Worte. Wenn wir jedoch erfahren, wie sich die damaligen Chefs verhalten haben und wenn wir von der Korruptionsaffäre um die WM in Katar und von den Millionen-Stadion-Gräber in Brasilien erfahren, merken wir, dass sich nichts geändert hat.
Dieses oben erwähnte Spiel am 5.Juni fand kurz nach der Ermordung von Elisabeth Käsemann statt. Die deutsche Regierung und der deutsche Fußballbund wussten Bescheid, blieben still, haben das Spiel stattfinden lassen und erst danach den Spielern und er Öffentlichkeit vom Tod von Frau Käsemann erzählt.
Eine Dokumentation, die genau zur rechten Zeit kommt. Kurz vor der WM.
Gerade habe ich gelesen, dass sich die ARD die Übertragungsrechte für Katar gesichert hat.
Versuchen Sie noch den Film im Internet anzuschauen, solange die ARD ihn noch bereitstellt. Wer weiss, wann er wieder zu sehen ist.

Ein Bericht in der FAZ

Hier der Link zur ARD Mediathek und dem Dokumentarfilm:
„Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K.?“