Freitag, 19.August

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Heute haben
Samuel Richardson * 1689
Frank McCourt * 1930
Geburtstag.
Es ist der Todestag von Federico Garcia Lorca, der 1936 von Faschisten ermordert worden ist.

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Federico García Lorca: „Liebesgedichte
Spanisch/Deutsch
Ausgewählt und übersetzt von Chrsitiane Busl, Christiane
Nachwort von Ralf Junkerjürgen

Alba

Mi corazón oprimido
Siente junto a la alborada
El dolor de sus amores
Y el sueño de las distancias.
La luz de la aurora lleva
Semilleros de nostalgias
Y la tristeza sin ojos
De la médula del alma.
La gran tumba de la noche
Su negro velo levanta
Para ocultar con el día
La inmensa cumbre estrellada.

¡Qué haré yo sobre estos campos
Cogiendo nidos y ramas
Rodeado de la aurora
Y llena de noche el alma!
¡Qué haré si tienes tus ojos
Muertos a las luces claras
Y no ha de sentir mi carne
El calor de tus miradas!
¿Por qué te perdí por siempre
En aquella tarde clara?
Hoy mi pecho está reseco
Como una estrella apagada

Bei Tagesanbruch

Mein Herz, von Kummer schwer,
spürt, wenn der Tag anbricht,
all seine Liebesschmerzen
und träumt von weiten Fernen.
Das Licht des frühen Morgens
lässt Sehnsuchtsgärten wachsen,
nährt die blicklose Trauer
des Marks von Herz und Seele.
Das große Grab der Nacht
zieht hoch den schwarzen Schleier,
dass unsichtbar bleibe am Tag
der hohe bestirnte Gipfel.

Was soll ich nun hier unten,
Nester sammelnd und Zweige,
um mich das Licht der Frühe
und nachterfüllt das Herz!
Was soll ich, wenn deine Augen
tot sind für helle Morgen,
mein Fleisch nicht mehr spüren darf
die Wärme deiner Blicke?
Warum gingst du fort für immer
an jenem klaren Abend?
Mein Herz, heut ist es verdorrt
wie ein verloschener Stern.

Madrigal

Mein Kuss war eine Granatfrucht
offen und tief;
dein Mund war eine Rose
aus Papier.

Im Hintergrund ein Schneefeld.

Meine Hände waren Eisen
fürs Schmieden am Amboss;
dein Körper war das Verhallen
eines Glockenschlags.

Im Hintergrund ein Schneefeld.

Im durchlöcherten blauen
Totenkopf
versteinerten meine »Ich lieb’ dich«
zu Stalaktiten.

Im Hintergrund ein Schneefeld.

Meine Kindheitsträume
setzten Grünspan an,
und mein salomonischer Schmerz
durchbohrte den Mond.

Im Hintergrund ein Schneefeld.

Jetzt dressiere ich ernsthaft
– nach den Regeln der Hohen Schule –
meine Liebe und meine Träume
(Pferdchen ohne Augen).

Und im Grunde ist alles dies nur ein Schneefeld.

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Nachtstück

Ich fürchte mich so
vor den dürren Blättern
und vor den Wiesen,
wenn Reif sie bedeckt.
Ich schlafe jetzt ein;
und weckst du mich nicht,
lass ich neben dir liegen mein kaltes Herz.

Was ist das, was klingt dort
so fern?
Die Liebe.
Der Wind an den Scheiben,
mein Herz!

Ich gab dir Geschmeide
mit Morgenrotgemmen.
Warum nur verlässt du
mich auf diesem Weg?
Gehst du weit von mir weg,
dann weint mein Vogel,
und der grüne Weinstock
wird Trauben nicht tragen.

Was ist das, was klingt dort
so fern?
Die Liebe.
Der Wind an den Scheiben
mein Herz!

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Samstag

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Heute haben
Alessandro Manzoni * 1786
Pau Ernst * 1866
Milo Dor * 1923
George Perec * 1936
Robert Harris * 1957
Breat Easton Ellis * 1964
Joanne Harris * 1964
Geburtstag
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9783956140273

Fritz Eckenga: „Mit mir im Reimen“
Alle Gedichte und neue
mit Illustrationen von Ernst Kahl
Kunstmann Verlag € 19,95
als eBook € 15,99
(immer diese Zahlendreher)

60 Jahre wird Fritz Eckenga und gefühlt genauso lange kennen wir ihn mit seinen „Rettungsreimen“ und Spontangedichten zu politschen und fussballtechnischen Ereignissen. Irgendwie ist er schon immer da und auf jeden Fall eine Insatz. Ein Bollwerk der nichtgefühlsduseligen Lyrik und somit auch viel besser bei Antje Kunstmann als bei Frau Berkewicz aufgehoben.Ein Ziegelstein der helfenden Lyrik, ein trainingshandbuch der Lachmuskeln und ein Nachschlagewerk für unsere Briefzusätze.
Nun bekommt er sein Klassikerformat, wie Goethe, Schiller, Rilke und F.W.Bernstein.
„Alle Gedichte“ steht im Untertitel und neue dazu. Was wollen wir mehr. Der Kauf des kleinen, gelben Buches lohnt sich mehrfach.

Passend zum März:

Frühlingsanfang 2001

Als der Lenz Zweitausendeins
kalt in meinen Garten zog,
als die Schneelast alle Blüte
runter in die Masche bog,
als der Stängel der Narzisse
still und leise einfach brach,
schiss ich die Natur zusammen
und schrie heiser:
MÄRZ LASS NACH!

Oder für die Romantiker unter uns:

STELLE
(Lezzione Scorpione)

Stelle heißen Sterne,
ich habe die Stelle gerne.
besonders mag ich die
am Ohr von der Sophie.

Weitere Gedichtbeispiele finden Sie hier in der Leseprobe.
Die Website des Autors.

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Die 10.Klasse des Kepler Gymnasium Ulms stellt unter dem Motto: „Geblüme und Geputze“ ihre Kunstwerke aus.

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