Freitag, 1.September


Heute haben
Blaise Cendras * 1887
Friedrich Jünger * 1898
Andrei Platonow * 1899
Willem Frederik Hermans * 1921
Martin Stade * 1931
Annie Ernaux * 1940
António Lobo Antunes * 1942
Andreas Maier * 1967
Geburtstag
____________________________

Eduard Mörike
Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
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Dienstag, 5.September, 19 Uhr
„Die erste Seite“
Wir stellen wieder vier neue Romane vor.
Clemens Grote liest aus
Richard Ford: Valentinstag
Ia Genberg: Details
Julie Otsuka: Solange wir schwimmen
Jarka Kubsova: Marschlande

Wir beginnen pünktlich, der Eintritt ist kostenlos.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

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Longlist für den Deutschen Buchpreis 2023

Der Deutsche Buchpreis hat die 20 Titel umfassende Longlist für die Auszeichnung veröffentlicht. Seit Ausschreibungsbeginn wurden dafür 196 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2022 und dem 19. September 2023 (Bekanntgabe der Shortlist) erschienen sind oder noch erscheinen.

Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Tomer Dotan-Dreyfus: Birobidschan (Verlag Voland & Quist, Februar 2023)
  • Raphaela Edelbauer: Die Inkommensurablen (Klett-Cotta, Januar 2023)
  • Sherko Fatah: Der große Wunsch (Luchterhand Literaturverlag, August 2023)
  • Elena Fischer: Paradise Garden (Diogenes Verlag, August 2023)
  • Charlotte Gneuß: Gittersee (S. Fischer Verlag, August 2023)
  • Luca Kieser: Weil da war etwas im Wasser (Picus Verlag, August 2023)
  • Angelika Klüssendorf: Risse (Piper Verlag, August 2023)
  • Sepp Mall: Ein Hund kam in die Küche (Leykam Verlag, August 2023)
  • Terézia Mora: Muna oder Die Hälfte des Lebens (Luchterhand Literaturverlag, August 2023)
  • Thomas Oláh: Doppler (Müry Salzmann Verlag, Februar 2023)
  • Angelika Overath: Unschärfen der Liebe (Luchterhand Literaturverlag, April 2023)
  • Necati Öziri: Vatermal (claassen, Juli 2023)
  • Teresa Präauer: Kochen im falschen Jahrhundert (Wallstein Verlag, Februar 2023)
  • Anne Rabe: Die Möglichkeit von Glück (Klett-Cotta, März 2023)
  • Kathrin Röggla: Laufendes Verfahren (S. Fischer Verlag, Juli 2023)
  • Tonio Schachinger: Echtzeitalter (Rowohlt Verlag, März 2023)
  • Sylvie Schenk: Maman (Carl Hanser Verlag, Februar 2023)
  • Clemens J. Setz: Monde vor der Landung (Suhrkamp Verlag, Februar 2023)
  • Tim Staffel: Südstern (Kanon Verlag Berlin, September 2023)
  • Ulrike Sterblich: Drifter (Rowohlt Verlag Hundert Augen, Juli 2023)

Wir haben drei junge AutorInnen mit ihren Erstlingswerken zu uns in die Buchhandlung eingeladen. Jetzt stellt sich heraus, dass alle drei Romane auf der Longlist zu finden sind.
Wir freuen uns.
Am Donnerstag, 21. September kommt Luca Kieser mit „Weil da war etwas im Wasser„,
am Dienstag, 26. September kommt Charlotte Gneuß mit „Gittersee“ und
am Donnerstag, 22. Februar 2024 kommt Elena Fischer mit „Paradise Garden“ zu uns.

In die vh Ulm, in den Club Orange haben wir Judith Hermann mit ihrem neuen Buch „Wir hätten uns alles gesagt“ eingeladen und
am Freitag, den 3.November liest Germana Fabiano aus ihrem Buch „Mattanza“, dem ersten Roman der Autorin, der vom Italienischen ins Deutsche übertragen worden ist.

Auf https://jastram-buecher.de/veranstaltungen und https://jastramkultur.blog/veranstaltungen/ finden Sie noch mehr Veranstaltungen in unserer Buchhandlung. So z.B. die Leuchtobjekte von Ebo Leichtle während der Kulturnacht, unseren Bücherabend, in Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte und vieles mehr.

Mittwoch, 23.August


Heute haben
Alfred Lichtenstein * 1889
Georges Perros * 1923
Ephraim Kishon * 1924
Nelson DeMille * 1943
Ilija Trojanow * 1965
Geburtstag
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Alfred Lichtenstein
Sommerabend

Faltenlos sind alle Dinge,
Wie vergessen, leicht und matt.
Heilighoch spült grüner Himmel
Stille Wasser an die Stadt.

Fensterschuster leuchten gläsern.
Bäckerläden warten leer.
Straßenmenschen schreiten staunend
Hinter einem Wunder her.

… Rennt ein kupferroter Kobold
Dächerwärts hinauf, hinab.
Kleine Mädchen fallen schluchzend
Von Laternenstöcken ab.
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Die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2023 ist veröffentlicht worden.

Die drei Debütant*Innen, die wir zu Veranstaltungen eingeladen haben sind mit auf der Liste.
Wie toll ist das denn.


Donnerstag, 22.Februar 2024, 19 Uhr,
Elena Fischer: „Paradise Garden“

Lesung bei uns in der Buchhandlung

Longlist für den Deutschen Buchpreis 2023

Der Deutsche Buchpreis hat die 20 Titel umfassende Longlist für die Auszeichnung veröffentlicht. Seit Ausschreibungsbeginn wurden dafür 196 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2022 und dem 19. September 2023 (Bekanntgabe der Shortlist) erschienen sind oder noch erscheinen.

Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Tomer Dotan-Dreyfus: Birobidschan (Verlag Voland & Quist, Februar 2023)
  • Raphaela Edelbauer: Die Inkommensurablen (Klett-Cotta, Januar 2023)
  • Sherko Fatah: Der große Wunsch (Luchterhand Literaturverlag, August 2023)
  • Elena Fischer: Paradise Garden (Diogenes Verlag, August 2023)
  • Charlotte Gneuß: Gittersee (S. Fischer Verlag, August 2023)
  • Luca Kieser: Weil da war etwas im Wasser (Picus Verlag, August 2023)
  • Angelika Klüssendorf: Risse (Piper Verlag, August 2023)
  • Sepp Mall: Ein Hund kam in die Küche (Leykam Verlag, August 2023)
  • Terézia Mora: Muna oder Die Hälfte des Lebens (Luchterhand Literaturverlag, August 2023)
  • Thomas Oláh: Doppler (Müry Salzmann Verlag, Februar 2023)
  • Angelika Overath: Unschärfen der Liebe (Luchterhand Literaturverlag, April 2023)
  • Necati Öziri: Vatermal (claassen, Juli 2023)
  • Teresa Präauer: Kochen im falschen Jahrhundert (Wallstein Verlag, Februar 2023)
  • Anne Rabe: Die Möglichkeit von Glück (Klett-Cotta, März 2023)
  • Kathrin Röggla: Laufendes Verfahren (S. Fischer Verlag, Juli 2023)
  • Tonio Schachinger: Echtzeitalter (Rowohlt Verlag, März 2023)
  • Sylvie Schenk: Maman (Carl Hanser Verlag, Februar 2023)
  • Clemens J. Setz: Monde vor der Landung (Suhrkamp Verlag, Februar 2023)
  • Tim Staffel: Südstern (Kanon Verlag Berlin, September 2023)
  • Ulrike Sterblich: Drifter (Rowohlt Verlag Hundert Augen, Juli 2023)

Jurysprecherin Katharina Teutsch kommentiert die Auswahl: „Eine Longlist ist nicht einfach nur eine Liste mit Titeln, die eine Jury preiswürdig findet. Sie bildet einen kollektiven Leseprozess ab. Was treibt uns an? Was finden wir wichtig? Welche literarischen Entdeckungen haben wir gemacht? Unsere Auswahl ist auch in diesem Jahr wieder der Beweis dafür, dass die deutschsprachige Gegenwartsliteratur voller Überraschungen ist. Newcomer*innen stehen selbstbewusst neben etablierten Autor*innen; kleine Verlage wechseln sich mit großen Verlagen ab; Geschichten von tragischem Ernst stehen neben Kapriolen der Fantasie. Wichtig war der diesjährigen Jury, auch den literarischen Humor zu würdigen. Er ist in vielen der ausgewählten Titel nicht nur Treibstoff des Erzählens, sondern auch Ausdruck eines sympathisch undogmatischen Weltverhältnisses, das uns besonders in dieser Zeit beeindruckt hat.“

Diese Jury traf die Auswahl:

  • Shila Behjat (Journalistin und Publizistin)
  • Heinz Drügh (Goethe-Universität Frankfurt am Main)
  • Melanie Mühl (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
  • Lisa Schumacher (Steinmetz’sche Buchhandlung, Offenbach)
  • Katharina Teutsch (freie Kritikerin)
  • Florian Valerius (Gegenlicht Buchhandlung, Trier)
  • Matthias Weichelt (Zeitschrift Sinn und Form)

Um eine „größtmögliche Unabhängigkeit der Auszeichnung“ zu gewährleisten, wählt die Akademie Deutscher Buchpreis die Jury in jedem Jahr neu. Eine mehrmalige Jurymitgliedschaft ist möglich.

Shortlist am 19. September

Im nächsten Schritt wählen die Jurymitglieder aus den Titeln der Longlist sechs Romane für die Shortlist aus, die am 19. September 2023 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die sechs Autorinnen und Autoren, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht. Für den Sieg gibt es ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2500 Euro. Die Preisverleihung findet am 16. Oktober 2023 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt und wird live übertragen.

Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den deutschsprachigen „Roman des Jahres“ aus. Ziel des Preises ist es, über Ländergrenzen hinaus Aufmerksamkeit zu schaffen für deutschsprachige Autorinnen und Autoren, das Lesen und das Leitmedium Buch. 

Mittwoch, 24.August

Heute haben
Jean Rhys * 1890
Jorge Luis Borges * 1899
AS Byatt * 1936
Joshua Sobel * 1939
Paulo Coelho * 1947
Stephen Fry * 1957
Michael Kleeberg * 1959
Geburtstag
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Joseph von Eichendorff
Treue

Wenn schon alle Vögel schweigen
In des Sommers schwülem Drang,
Sieht man, Lerche, dich noch steigen
Himmelwärts mit frischem Klang.

Wenn die Bäume all verzagen
Und die Farben rings verblühn,
Tannbaum, deine Kronen ragen
Aus der Öde ewiggrün.

Darum halt nur fest die Treue,
Wird die Welt auch alt und bang,
Brich den Frühling an aufs neue,
Wunder tut ein rechter Klang!
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Esther Hagenmaiers wunderschöner Katalog


Esther Hagenmaier
BILDFALLEN

Hardcover, Fadenheftung
26 x 21 cm, 116 Seiten, 91 Abbildungen
Texte von Gerhard Glüher und Helga Sandl
Deutsch / Englisch
Gestaltung: lahaye tiedemann gestalten
ISBN 978-3-00-071316-3
30,00 Euro
inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Esther Hagenmaier erschafft mit ihrer Kunst neue Bildräume
und hinterfragt dabei auf ebenso subtile wie ästhetische
Weise unsere Wahrnehmung. Die Publikation „Bildfallen“
präsentiert einen Überblick über Hagenmaiers Arbeiten der
letzten 10 Jahre und umfasst die Werkgruppen der shaped
photographies, der kameralos in der Dunkelkammer erzeugten
Fotogramme und ihre ortsspezifischen Raumzeichnungen.

Die mehrfach ausgezeichnete Künstlerin entwickelt die
Ideen der konkreten Kunst weiter zu einer eigenständigen
fotografischen Position. Mit welcher unglaublichen Präzision
sie dabei vorgeht, zeigen ihre shaped photographies. Für diese
unterzieht Esther Hagenmaier fotografierte Architekturausschnitte
einem konzentrierten Prozess des Wegnehmens und der Reduktion.
Indem sie ihre Fotografien radikal beschneidet, generiert sie eine
neue Bildordnung und erhebt den Umriss zum Gestaltungselement.
Es entstehen frei geformte, objekthafte Fotografien, die die Frage
nach unserer Idee von Raum aufwerfen.

Das hochwertige Katalogbuch wurde von lahaye tiedemann gestalten
in Zusammenarbeit mit der Künstlerin aufwändig und anspruchsvoll
gestaltet und produziert.

Mit einem Essay von Gerhard Glüher, Professor für Philosophie
an der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität
Bozen und einem Beitrag der Kunsthistorikerin und Kuratorin
Helga Sandl.

………………………………………………….

evtl. interessante Fakten:
Papier : 160 g/m. Enviro Clever U, matt ungestrichen, aus 100 % Altpapier, mit bis zu 1,25-fachem Volumen, alterungsbeständig, Ausgezeichnet mit: FSC® Recycled, EU Ecolabel, Blauer Engel

Beteiligte
Gestaltung / Design: lahaye tiedemann gestalten
Fotografien / Photography: Esther Hagenmaier
Bildbearbeitung / Picture Editing: Hans Wolfgang Leeb
Texte / Texts: Gerhard Glüher, Helga Sandl
Übersetzungen / Translations: Kunstbüro 22
Lektorat / Text Editor: Simone Kimmel

Förderungen

Das Projekt wurde gefördert durch ein Projektstipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, die Arno Buchegger Stiftung und die LBBW Stiftung.
Mit freundlicher Unterstützung von Kunstverein Schwäbisch Hall e.V., SMUDAJESCHECK München,
BEGE Galerien Ulm, Kunstverein Wolfenbüttel e.V..
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Die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2022 ist veröffentlicht.
Deutscher-Buchpreis.de
Buchliste

Mittwoch, 15.September


Heute haben
La Rochefoucauld * 1613
Karl Philipp Moritz * 1756
James F.Cooper * 1789
Ina Seidel * 1885
Agatha Christie * 1890
Liselotte Welskopf-Henrich * 1901
Gerd Gaiser * 1908
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Freude preßt Wehmut aus über die Kürze des Lebens. Traurigkeit macht, dass seine Länge uns überdrüssig wird. Mühe und Arbeit allein machen uns das Leben erträglich.
Karl Philipp Moritz
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Bilder des Monats von Albert Cüppers

„Landschaftsarchipel“
„Blauweg“


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Morgen, Donnerstag, 16.September um 19:30 in der Stadtbibliothek:
„Blind Date Lesung“

Zwanzig Nominierte stehen auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis.
Eine/r davon kommt nach Ulm in die Stadtbibliothek zur Lesung!

Freuen Sie sich auf ein Blind Date mit einer/m dieser hochkarätigen Autor(inn)en. Wer kommt, sehen Sie erst vor Ort. Lassen Sie sich also überraschen. Nur so viel sei verraten: Überraschendes geschieht in dem Roman.

Ob der Roman es auf die Shortlist schafft, erfahren wir ein paar Tage später, am Di., 21. September.

Eintritt: € 5,00
Karten an der Abendkasse


Mittwoch, 25.August


Heute haben
Johann Gottfried Herder * 1744
Bret Harte * 1836
Geburtstag
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Hätte die Katze Flügel – kein Sperling wäre in der Luft mehr.
Hätte, was jeder wünsch, jeder – wer hätte noch was?

Johann Gottfried Herder
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Gestern wurde die Longlist zum Deutschen Buchpreis bekanntgegeben.
Wir sind gespannt, welcher Titel es auf die Shortlist schafft.

Donnerstag, 16.September, 19.30 Uhr
Stadtbibliothek Ulm
„Blinddatelesung“
Ein/e Autor:in aus der Longlist zum Deutschen Buchpreis kommt zu uns.
Wir wissen selbst nicht wer.

Merken Sie sich den Abend vor.
Reservieren Sie sich einen Platz und erleben Sie einen besonderen Abend.
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1. Welches Buch lesen Sie gerade?
2. Welches Buch empfehlen Sie unbedingt?
3. Welches Buch wollen Sie schon immer mal (wieder) lesen

Katrin Bürger (Berlin) empfiehlt:

1.Jenny Offill: „Wetter„, Piper Verlag
2.Adelheid Duvanel: „Fern von hier„, Limmat Verlag
(Endlich die sämtlichen Erzählungen der Autorin mit einem tollen Nachwortvon Elsbeth Dangel-Pelloquin)
3.Joyce Carol Oates: „Blond„, Ecco Verlag

Danke!!!
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Studie zu Extremwetter
Klimawandel mitverantwortlich für Juli-Flut

tagesschau.de vom 24.08.2021

Die Hochwasserkatastrophe an Ahr und Erft war nicht nur von den Regenmengen her außergewöhnlich – sie ist auch ein Ergebnis des Klimawandels. Das zeigt eine internationale Studie.
Von Marcus Pfeiffer, HR

Hier geht es zum Artikel

Mittwoch

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Heute haben
Herwarth Walden * 1878
Hans Arp * 1887
Frans Eemil Sillanpää * 1888 (Nobelpreis 1939)
Werner Bergengruen * 1892
Friedrich Torberg * 1908
Breyten Breytenbach * 1939

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Herwarth Walden
Deine Lippen sind zwei Schwingen

Deine Lippen sind zwei Schwingen
Flattern auf und suchen
Suchen
Meine Lippen schwingen Dir entgegen
Flattern auf und suchen
Suchen
Hart stößt der Wind
Zwei Vögel fallen

Singt ein Vogel

Singt ein Vogel
Ton klingt auf
Ton der Töne in den Himmel
Wolken atmen auf zur Erde
Bergen tief sich mitten Berge
Oeffnen tief sich bis zur Mitte
Erde atmet
Winde schluchzen
Schluchzen tief den Ton der Töne
Ein Vogel singt
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Vorschlag_Böv_11

In unserer losen Folge mit Büchern, die auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis stehen, stellen wir Ihnen heute diesen vor:

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Heinz Helle:Eigentlich müssten wir tanzen
Suhrkamp Verlag € 19,95
als E-Book € 16,99

„Wenn nach uns jemand die Welt wieder aufbaut, wird es eine schweigsame Welt sein.“

Heinz Helle nimmt uns mit auf eine eiskalte Reise durch eine apokalyptische Landschaft. Eine Welt ohne Leben, bedeckt mit Schnee und Eis. Voller Kälte und ohne Leben. Etwas ist passiert, während die fünf Männer ein Wochenende auf einer Berghütte verbracht haben. Brände, Explosionen muss es gegeben haben. Davon zeugen die Toten und die zerstörten Autos und Gebäude. Diese Kälte steckt den Männern tief in den Knochen und sie rücken immer näher aneinander, um nicht zu erfrieren. Sie marschieren, gehen, humpeln, quälen sich Richtung Norden, in der Hoffnung, dass es dort leichter sein wird, aus dieser Gegend zu verschwinden.

„Die Tannen hinter der Leitplanke stehen merkwürdig weit auseinander. Normalerweise ist das eine grüne, verschwommene Wand. Wir gehen weiter. Wie weit der Asphalt zwischen den Spurstreifen ist. Wie rau der Asphalt.“

Finden sie zu Beginn immer wieder noch Nahrung in einem Bergrestaurant, in einem Supermarkt, so versiegen diese Quellen schnell und es bleibt nicht mehr viel zum Überleben. Sie schleppen einen Rotkreuzkasten und Werkzeuge mit, die sie gefunden haben, in der Hoffnung, dass sie dies benötigen können. Aber lange können sie die Dinge nicht transportieren und so lassen sie wieder fallen und gehen weiter.

„(…) in unseren Fäusten die Waffen, Werkzeuge, mit denen man Häuser bauen könnte, Stühle und Tische, an denen man Mahlzeiten einnehmen könnte oder universelle Werte errichten, und die Fäuste mit den Werkzeugen fallen mitten in sein Gesicht, auf die weißen Wangen, die Stirn, in die plötzlich aufklaffenden Löcher, die sich erst mit den weit geöffneten Augen verbinden und dann miteinander zu einem einzigen dunklen Abgrund, an dessen Ende das eine, endgültige Grau wartet, das uns alle verbindet, bis auch das zerteilt ist und fortgetragen, von Fliegen und Ameisen, verfüttert an Larven, verdaut und wieder ausgeschieden, so also sieht ein Gehirn aus.“

Heinz Helle erzählt in kurzen Kapiteln in einer einfachen Sprache über eine Extremsituation, über eine Angstvision, die wir nicht erleben wollen. Cormac McCarthy benutze in seinem Roman „Die Straße“ eine ähnliche Situation und es war kaum auszuhalten. Helle braucht keinen Horror, der von marodierenden Banden ausgeht. Ihm reicht die Landschaft, das Eis, die Einsamkeit, die Stille und seine fünf Männer, die immer weniger werden. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. So heisst es. So sagt man. Und dann gehen die Filme und Romane doch nocht gut aus. Heinz Helle ist konsequent und erzählt bis zum bitteren Ende. Die Gedanken der Männer reduzieren sich auf ein Minimum, ihr Blick richtet sich nicht mehr in eine ferne Zukunft, sondern nur noch auf den Meter vor ihnen.

„Wir lassen die Arme hängen und horchen auf die Schritte des Vordermanns. Sie klingen sanft, vorsichtig, ungenau, sie haben kein Ende und keinen Anfang. Unsere Füße streifen über den weichen Waldboden. Wir heben sie nicht mal mehr richtig hoch. Wir streicheln die Oberfläche des Planeten, als wollten wir uns mit ihm versöhnen.“

Leseprobe

Ich bin gespannt, ob wir das Buch auf der Shortlist wiederfinden.
Unser Shortlistlesen in der Buchhandlung ist am
Mittwoch, 30.September um 19 Uhr.
Sie hören zu und stimmen ab.
Herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Samstag

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Heute haben
Han Suyin * 1917
Stanislaw Lem * 1921
Michael Ondaatje * 1943
Geburtstag und
auch Mark Rothko 1903
Dmitri Schostakowitsch * 1906
Barry White * 1944.
Es ist der Todestag von David Foster Wallace.

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In dieser Woche haben wir Bücher zum Thema: „Flüchtlinge“ vorgestellt. In dieser kleinen, persönlichen Auswahl darf der neue Roman von Jenny Erpenbeck nicht fehlen.

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Jenny Erpenbeck: „Gehen, ging, gegangen“
Knaus Verlag € 19,99
als E-Book € 15,99

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Aktueller kann ein Roman kaum sein. Jenny Erpenbeck schreibt zwar über die Tage und Wochen, als auf dem Berliner Oranienplatz Flüchtlinge im Freien übernachteten und mit Schilder, auf denen “ We become visible“ stand, auf sich aufmerksam machten. Doch die vielen Menschen, die nach Europa, nach Deutschland strömen, sind im Moment das Thema Nummer eins in allen Medien und in vielen Gesprächen. Es gibt eine große Anzahl von Menschen, die helfen und unterstützen und trotzdem bleibt eine Unsicherheit, wie wir mit dieser neuen Situation umgehen werden. Solidarität mit diesen Menschen prägt auch das neue, siebte Buch, von Jenny Erpenbeck. Schon in den Büchern zuvor ging sie engagiert zu Werke, beleuchtete deutsche Geschichte an Hand eines Hauses, oder ging sehr unorthodox an die Biografie einer Frau heran. Das Thema dieses Buch muss sie stark geprägt haben, was man daran erkennen kann, wie sie öffentlich für die Rechte von Flüchtlingen eintritt und vehement eine Änderung der Ausländergesetze fordert. Es ist ihr ein großes persönliches Anliegen, das sie in einen Roman verpackt hat. Und damit haben wir vielleicht schon das Problem. Das Buch steht auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Zurecht, wie ich finde. Aber vielleicht nicht aus stilistischen, rhetorischen Gründen, sondern wie Aktuelles, Brennendes in Worte gefasst worden ist.
IMG_5965Hauptperson ist Richard, ein emeritierter Professor, der als Witwer seinen Alltag organisiert. Er kommt aus dem Osten der Stadt und lebt dort immer noch als Witwer in einer ruhigen Wohngegend. Er hat ein wohlsituiertes Leben geführt, ein Leben im Elfenbeinturm der Hochschule und Forschung. So registriert er die Flüchtlingszeltstadt gar nicht, als er über Oranienplatz geht. Erst durch Meldungen in den Medien wird er auf diese Menschen aufmerksam, macht sich Gedanken und versucht mit Block und Stift Interviews mit ihnen zu machen. Dadurch will er ihnen näher kommen und verstehen, was sie zur Flucht bewegt hat. Er ist bewandert in der Literatur, Philosophie, Sprache und  Religion, einen direkten Kontakt mit Flüchtlingen hatte er jedoch noch nie. Wenn Jenny Erpenbeck diese Mittellosen zu Wort kommen lässt, bekommen die Sätze Farbe und Leben. Wir erfahren, wie sie behandelt, wie sie vom eigenen Militär für Propagandazwecke missbraucht worden sind. Man nahm ihnen alles, sogar die Sim-Karte ihrer Handys wurde zerbrochen. Und dieses „They broke our memories“ ist ein entscheidenter Satz und prägt sich wie ein glühendheisser Stempel ein. In diesen Momenten sind wir ganz nah bei diesen zuerst Unbekannten, die nach und nach Namen bekommen. Davon hätte ich gerne mehr gehabt. Richards Leben und Tun ist zu glatt, zu belanglos, zu gewollt konstruiert. Und dennoch super formuliert und geschrieben. Richard hilft, organisiert Sprachkurse (Gehen, ging, gegangen), versucht das Leben seiner neuen Freunde angenehmer zu gestalten. Er geht auf Ämter, liest sich in die Gesetze ein, berät und wird eine Art Vater für einen jungen Mann.
Jenny Erpenbeck hat das gewagt, wovor viele ihrer Kollegen zurückscheuen. Nicht eine eigene Nabelschau steht hier im Mittelpunkt, keine Kopfgeburten und Familiengeschichten über drei Generationen, sondern ein sehr aktuelles Kapitel deutscher, europäischer Geschichte. Sie hat gewagt, ob sie auch gewinnt, wird sich zeigen, wie sie im Rennen um den Deutschen Buchpreis abschneidet.

Leseprobe

Interview auf Deutschlandfunk mit Jenny Erpenbeck in Schrift und Ton.

Auf der Website des Randomhouse Verlages stehen diese drei Fragen an Jenny Erpenbeck:

Sie haben sich in einem offenen Brief für die Flüchtlinge vom Berliner Oranienplatz engagiert. Was hat das mit Ihrem neuen Roman zu tun?

Auch in meinen bisherigen Büchern habe ich viel über die Frage der Herkunft und über die Brüche in Biografien nachgedacht. Also über das, was Entwurzelung und Flucht nicht nur für ein Menschenleben, sondern auch in Hinsicht auf nachfolgende Generationen bedeuten. Flüchtlinge wie die vom Oranienplatz sind mitten in unseren Städten, über sie wird verhandelt, sie geben gutes Rohmaterial ab für Politik – und auch für Rassismus. Aber wer sind diese Menschen überhaupt? Wie vergeht ihre Lebenszeit? Warum können sie nicht dort sein, wo sie eigentlich sein wollen – in ihrer Heimat? Und wer sind wir, dass wir sagen dürften, es sind zu viele? Das interessiert mich.

Was kann Literatur zu diesem gesellschaftlich so bedeutenden Thema beitragen?

In der wirklichen Welt gibt es im Moment sehr viele Fronten. An einem Buch ist das Schöne: Es ist eine Welt für sich. Literatur ist ja nicht nur Erzählen, sondern setzt Zuhören voraus, und Zuhören bedeutet, dass man sich mit Respekt begegnet. Wahrnehmung ist kein Luxus, sondern essentiell notwendig, so wie Essen und Trinken. Wo Gesetze die Wahrnehmung verhindern, kann der Literatur, so hoffe ich, diese Annäherung dennoch gelingen.

Welche war für Sie die wichtigste Erkenntnis in der Auseinandersetzung mit den Themen „Flucht“ und „Asyl“?

Ein Mensch, der in Italien oder Griechenland als Flüchtling anerkannt ist, darf nicht wie ein Verbrecher behandelt werden, nur weil er auf der Suche nach Arbeit in ein anderes europäisches Land kommt. Freizügigkeit innerhalb Europas zu verweigern, ist nicht nur unmenschlich, sondern auch kurzsichtig.
Es treibt junge und hochmotivierte Menschen, die hier ihren Platz finden könnten, in Verzweiflung, Prostitution und Kriminalität. Armut und Kriege in den Herkunftsländern der Flüchtlinge haben wiederum oft ganz direkt mit unserem Wohlstand zu tun. Es gibt nun einmal nicht drei oder vier Welten, es gibt nur eine. Dass ein Gefälle nach Ausgleich strebt, ist ein Naturgesetz.
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Morgen ist es soweit.
Der Jastramblog bekommt eine Sonntagsausgabe, eine Beilage, ein Magazin.

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Jeden Sonntag dürfen wir auf dem Jastramblog einen Blick in den Skizzenblock von Detlef Surrey werfen. Detelf Surrey zeichnet mit Stiften auf Papier, in kleine Bücher und Blöcken. Er skizziert Alltagszenen, nimmt sich Zeit für besondere Ecken, die ein normaler Tourist mal so kurz mit dem Smartphone wegklicken würde. Die Skizzen gibt es nur in seinen Blöcken, nicht in gedruckter Form und sind auch nicht verkäuflich.
So haben wir hier die Chance den Weg vom Block zum Blog miterleben zu dürfen.

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Detlef Surrey ist Illustrator und Comiczeichner in Berlin.
Er arbeitet für Agenturen und Verlage. Für den Deutschen Bundestag zeichnet er die Sympathiefigur “Karlchen Adler” für Kinder.
Vor einigen Jahren entdeckte er seine Freude am freien Skizzieren wieder und trägt seitdem immer ein Skizzenbuch in der Tasche, um das festzuhalten was ihn im Alltag oder auf Reisen umgibt.

Skizzenblog: http://skizzenblog.surrey.de
Web: http://surrey.de

Er ist Mitglied der “Urban Sketchers Berlin”.

Freitag

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Heute haben
Francois Chateaubriand * 1768
Leonard Frank * 1882
Antonin Artaud * 1896
Richard Wright * 1908
Per Olof Sundman * 1922
Joan Aiken * 1924
Thorsten Becker * 1958
Geburtstag
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Rasmus Schöll empfiehlt:

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Ulrich Peltzer: „Das bessere Leben“
S.Fischer Verlag € 22,99
als eBook € 19,99

Ulrich Peltzer Roman „Das bessere Leben“ hat es auf die Longlist des deutschen Buchpreis geschafft und steht auf Platz 1 der SWR-Bestenliste im September 2015.. Vorweg, das Buch ist definitiv eine Herausforderung für den Leser.
Eine Unmenge an Personen treten auf, doch die Handlung verschlingt sich in der Hauptsache um zwei Personen, zwei Männer, Managertypen um die fünfzig, wie sie dutzendfach durch diese Welt jetten. Das Leben läuft als Dauerschleife zwischen dem Check-In und dem nächsten großen Deal ab. Globalisiert, desillusioniert, lernen wir Menschen kennen, die alle ihre Ideale, in einer radikal kapitalistischen Welt, verloren haben. Aus den Che Guevaras von gestern sind die Ackermanns von heute geworden. Jochen Brockmann ist Sales Manager eines bankrotten italienischen Konzerns, der Beschichtungen von Trägermaterialen herstellt. Für Brockmann ist dies alles austauschbar, es geht nicht darum, was produziert, was verkauft oder überhaupt gemacht wird. Es heißt es nicht mehr „ l’art pour l’art“ sondern „l’argent pour l’argent“. Es ist vollkommen egal. Irgendwie ist alles vollkommen egal und auf paradoxer, grotesker Weise kann das egal nicht egal sein. Die zweite Hauptfigur heißt Sylvester Fleming. Er ist in der Welt zu Hause und eine Art Advocatus Diaboli oder Mephisto-gestalt. So klar ist das nicht. Er tritt dunkel aus einer Halbwelt. Dass Fleming für eine Versicherung arbeitet ist nur zu erahnen. Sein Job besteht darin, Geld zu beschaffen, wo es gebraucht wird. Jedoch verursacht er das Bedürfnis nach diesem Geld selbst. Er ist der Koch, der das Essen versalzt und an dem Wasser verdient. Doch auch Brockmann und Fleming waren einst Idealisten, Träumer und Klassenkämpfer.
Peltzer reißt hier etliche linke Theorien und Ideologien an, eine wahre Zeitreise in die Denkweise der 60er, 70er und 80er Jahre und doch sind auch diese nur noch tote Idole, in Peltzers Welt. Was für einen Wert hat dieses Leben? Was ist das richtige, gute Leben, wenn alles, woran man glaubte nur noch leere Götzen sind und auch der
letzte Sinn in Staub zerfällt? Was ist „das bessere Leben“, im falschen?
Wie liest sich nun dieses Buch, in dem sich keine klare Handlung entwickelt und alles wie Splitter Seite für Seite ein Bild erraten lässt? Ganz klar, dieser Roman ist eine Zumutung! Ich müsste jetzt mein Literaturlexikon aus dem Regal bemühen und stundenlang nachschlagen, um all die Begriffe wie tote Fliegen an der Fliegenfalle in diesen Text zu kleben. Es schwirrt und sirrt von Vor-und Rückblenden, erlebter Rede bis zur Perfektion getrieben, es hüpft, poltert und kantet von Wort zu Wort, nichts ist zufällig, nichts fließt. Stellenweise war ich so genervt, dass ich das Buch in der Ecke zertrümmern wollte und doch bin ich froh, dass ich es nicht getan habe. Dieser Roman ist ein Abdruck unserer Zeit und eine wichtige Reflexion derselben.
Eine klare Leseempfehlung für literarisch Ambitionierte.

Leseprobe
Ulrich Peltzer kommt am Mittwoch, den 4.11. um 20 Uhr ins Literaturhaus Stuttgart.
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Die SWR-Bestenliste September 2015 ist veröffentlicht und wir haben wieder die allermeisten Bücher auf unserem Büchertisch liegen.
Schauen Sie vorbei.
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Der Jastramblog bekommt eine Beilage. Sonntags werden bei uns ab dem 13.September Stadtskizzen von Detlef Surrey erscheinen.
Der Skizzenblog von Detlef Surrey zeigt Szenen aus dem Alltag, aus Berlin, von Reisen, von zufällig vorbeikommenden Menschen oder Besuchern im Café…
Lassen Sie sich überraschen.
Und das Tolle daran: Die Bilder, die Skizzen gibt es nicht zu erwerben. Es gibt sie nicht in gedruckter Form in einem Buch, sondern nur auf Detlef Surreys (skizzenblog.surrey.de) und unserem Blog.

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Hinweisen möchte ich noch auf unsere nächsten Veranstaltungen im Buchladen:

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Mittwoch, 23.September um 19 Uhr
Wilhelm von Sternburg: „Joseph Roth“
Eine Biographie
Eintritt € 10,00

Jospeh Roth wurde am 2.September 1894 in Ostgalizien geboren und hatte diese Woche Geburtstag. Seine Romane gehören zum Kanon der deutschen Literatur, auch wenn sie immer wieder aus den Buchregalen verschwunden sind. Volker Weidermann hat ihm in seinem Roman „Ostende“ ein Denkmal gesetzt und wir bekommen nun die fundierte Biografie von Wilhelm von Sternburg präsentiert.

Und  unser, schon tarditionelles, „Shortlistlesen“ am Mittwoch, 30.9. um 19 Uhr.
Wir stellen die verbliebenen sechs Titel für den Deutschen Buchpreis vor und
Sie küren das Siegerbuch.

Es liest Clemens Grote
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei

Das Einleseheft mit allen Bücher auf der Longlist bekommen Sie kostenlos bei uns.

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Heute haben
Guillaume Apollinaire * 1880
Jules Romains * 1885
Christopher Isherwood * 1904
Julio Cortázar * 1914
Walter Helmut Fritz * 1929
Steinunn Sigurdardóttir * 1950
Geburtstag
und es ist der Todestag von Wolfgang Herrndorf

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„Glaubt mir“, sagte er, „ihr schließt ein Mal die Augen und öffnet sie wieder, und welk hängt das Fleisch in Fetzen. Die Liebe, die Liebe! Carpe diem.“
Wolfgang Herrndorf: „Tschick“
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Auf der Longlist und bei uns im Laden:

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Gertraud Klemm: „Aberland“
Droschl Verlag € 19,00

Der österreichische Droschl Verlag hat gleich zwei Titel auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Da wurden sicherlich ein paar gute Flaschen Weisswein geöffnet.
So hoffe ich.
„Aberland“ ist schon im Frühjahr erschienen und tauchte zu diesem Zeitpunkt auf unserem Blog auf. Ich habe ihn damals gelesen und es war ein Lesegenuss zwischen Schmunzeln und Lachen, das mir im Halse stecken blieb. Gleichzeitig ist dieses bitterböse Porträt zweier Frauengenerationen mit so einer gekonnten Sprachwucht geschrieben, dass die Vergleiche mit Streeruwitz und Bernhard nicht weit hergeholt sind.
Es gibt zum einen Elisabeth, 58 Jahre alt, deren Mann kurz vor der Pensionierung steht. Sie versucht mit allen Mittel, in Würde zu altern. Das heisst: Morgens raus zum Walken, dann etwas Sonnenbaden, damit die alte Haut nicht gar so weiss aussieht. Die Gespräche auf der Liegewiese, die sie wahrscheinlich mit geschlossenen Augen mitbekommt, sind ein Spiegel unserer Gesellschaft. Gertraud Klemm hat genau hingehört, wenn sie unterwegs ist, wenn sie auf Partys steht, wenn Menschen zusammenstehen. Elisabeth hat keinen Beruf erlernt, hat den Haushalt geführt, die Kinder großgezogen, meist die Augen vor den Liebschaften des Ehemanns verschlossen und will auch nicht ins Erbbuch der Schwiegermutter eingetragen werden, mit der sie ein Leben lang nicht klar gekommen ist. Gertraud Klemm beschreibt dies mit einem gekonnt eingesetzten Zynismus, der messerscharf eingesetzt ist. Elisabeth beobachtet auch ihre Kinder; hauptsächlich Franziska, die andere Protagonistin, 35 Jahre, die mit ihrem kleinen Sohn heillos überfordert ist. Sie hat studiert, eine Doktorarbeit dem Kinderwunsch hintenangestellt und da ihr Mann gut verdient, diesen Luxus auch genossen. Somit gehen ihre Anschuldigungen auch immer auf sie selbst zurück.Und das weiss sie auch. Das Leben des Kleinen bestimmt ihren Alltag. Kindergeburtstage, Muttertagsbrunch und Weihnachtsfeiern durchbrechen den Trott, was an ihrer Situatuion als Mutter nichts ändert. Sie nimmt sich zumindest die Freiheit heraus, mit Männern ins Bett zugehen. Ein klein wenig Ausbruch aus dem Alltag und der Familienplanung. Auch hier schaute Gertraud Klemm genau hin. Wenn der kleine Sohn zur Mama sagt, dass es doch so sei, dass nur Frauen die Spülmaschine einräumen, dann entspricht dies wohl der Wirklichkeit in vielen Haushalten. Diese Mutter-Kind-Situationen könnte man wirklich verfilmen. Dieser Sprachwitz, die ungewollte Komik, die Wutausbrüche der Mutter – das einfach großartig geschrieben.
Ein großes, unterhaltsames, gnadenlos, bissig, komisches Lesevergnügen, das manchmal richtig wehtut, wenn wir uns selbst in Sätzen und Passagen wiederekennen und gleichzeitig eine böse Abbrechnung mit dem Thema Emanzipation und was Frauen aus zwei Generationen daraus gemacht haben.

Hier können Sie Gertraud Klemms Lesung beim Bachmann Wettbewerb und die Diskussion zu ihrem Text anschauen. Dort hat der Text den Publikumspreis erhalten.
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Impressionen aus unserem Buchladen

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Dienstag

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Heute haben
Johann Gottfried Herder * 1744
Alberto Saviano * 1891
Brian Moore * 1921
Frederick Forsyth * 1938
Howard Jacobson * 1942
Martin Amis * 1949
Maxim Biller * 1960
Taslima Nasrin * 1962

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Auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2015 und bei uns auf dem Tisch

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Monique Schwitter:“Eins im Andern“
Droschl Verlag € 19,00

Ganz schön frech, was uns Monique Schwitter hier anbietet. Auf dem Umschlag eine Madonna mit durchbohrtem Herzen. Auffälliger geht es nicht und im Text gibt es zwölf verflossene Liebhaber, ähnlich den zwölf Aposteln. Dass sie Petrus, Paulus, … heissen, ist dann schon fast zwingend. Wenn Sie jetzt denken, oh was für ein verkopftes Buch, was für eine theoretische Vorlage: Weit gefehlt. Der neue Roman von Monique Schwitter ist beste Unterhaltung, literarisch gekonnt gemacht, hat es auf die Longlist zum Deutschen Buchpreis  geschafft und erhält in der Presse höchstes Lob. In Klagenfurt las die Autorin aus dem Buch vor, wurde von alle Juroren hervorgehoben, für jeden Preis nominiert und nahm dann am Ende rein gar nichts mit nach Hause. Wahrscheinlich fünf mal zweiter Platz.
Eine Frau sitzt abends vor ihrem PC und möchte an ihrem Roman weiterschreiben. die Kinder sind im Bett, der Hund schläft und der Mann hängt wahrscheinlich vor dem Fernseher rum. Es fällt ihr jedoch nichts ein, was sie tippen könnte und so kommt sie auf die Idee den Namen eines alten verflossenen Freundes, Liebhabers, zu googeln. Erstaunt stellt sie fest, dass dieser seit ein paar Jahren tot ist. Er hat sich von einem Hochhaus gestürzt. Durch dieses plötzliche Wissen schockiert und verwundert, versucht sie sich an ihre anderen Männern zu erinnern, die in ihrem Leben aufgetaucht und wieder verschwunden sind. Es sind kurze Liebesepisoden, längere Beziehungen, ein verliebter Schüler und ein alter Professor. Monique Schwitter und ihre Autorin im Buch schreiben ein Buch im Buch über das Innenleben einer Frau um vierzig. „Einer im Andern“ liest sich vielleicht auch wie ein Matrjoschka-Puppe, bei der wir Figuren in den Figuren finden. Wir dringen ins Innerste der Autorin (im Buch) vor, während dessen ihre jetzige Langzeitbeziehung ganz harmlos nebenan sitzt und ihr gemeinsamen Geld verprasst. Aber das kommt erst später.
Mit großem Witz, Tempo, Überblendungen und Hinundherspringen in den Zeiten, spritzigen Dialogen, wie aus dem Leben gegriffen, erzählt uns Monique Schwitter einen erstaunlich gegenwärtigen Roman. Vielleicht merkt man der Autorin ihre Arbeit als Schauspielerin an. Ihr jahrelanges Arbeiten mit vorgegeben Texten und das Hineinschlüpfen in fremde Rollen. Ihre Grossmutter hatte den altbackenen Spruch auf den Lippen. „Die Liebe sucht man sich nicht aus, mein Herz“. Das klingt nun mal richtig seicht und kitschig und wird immer wieder im Roman zitiert, aber von Kitsch ist im Buch überhaupt nichts zu finden. Genau das Gegenteil davon..
Das Buch hat das Zeug für die Shortlist. Warten wir es ab. Aber bei dem „Glück“, das die Autorin in Klagenfurt hatte, ….

Ich verließ Petrus ein Jahr nach jenem Jahr, das in Lenzerheide begann, im Herbst, nachdem mir meine Freundin Katrin an einem kühlen Tag im Juli erzählt hatte, dass er mich mit ihr, über ein Jahr zuvor, betrogen hatte. Dabei hatte ich ihn auch betrogen. Aber die Sache mit Katrin war Verrat, entschied ich. Danach hörten wir noch voneinander, aber immer seltener. Er brauche Abstand, sagte er, und das kam mir gelegen.
Eines der Kinder weint. Mal sehen, ob ich es aushalte, nicht hinzugehen, bis mein Mann aus seinem Zimmer kommt, die Taschenlampe anknipst und nachschauen geht. Der Hund kommt unter dem Tisch hervor und sieht mich vorwurfsvoll an. Ich bin ja nicht taub, sage ich. Ich versuche beides zu ignorieren, den Hund und das Weinen. Im Flur stoße ich mit meinem Mann zusammen. Ich mach schon, sagt er. Gut, sage ich. Er geht links ins Kinderzimmer, ich rechts in mein Arbeitszimmer zurück. Ich lese, was ich geschrieben habe. Ich schaue hinaus. Es schneit. Ich stelle mir Petrus vor, im offenen Fenster im achten Stock.
In der ersten Nacht, am Küchentisch der gemeinsamen Freundin, die uns miteinander bekannt machte, mit Hintergedanken, wie sie später sagte, hatte er es bereits angekündigt: Sobald ich kann, gehe ich.
Wohin?
Weg.
Wohin?
Und da hatte er die Arme ausgebreitet und gelächelt.

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Hier kommen nochmals alle Titel der Longlist fürden deutschen Buchpreis:

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