Freitag, 14.April

Heute haben
Martin Kessel * 1901
Landolf Scherzer * 1941
Felix Kamphausen * 1944
Valerie Martin * 1948
Peter Esterházy * 1950
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Ist er‘s


Verhagelt hat‘s das blaue Band
Es liegt jetzt in der Pfütze
Durch die Lüfte
Flattert Jacke, Hemd, die Mütze
Faule, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll
Das Land
Veilchen haben sich besonnen
Wollen später kommen
Horch, von fern
Ein Donnerschlag
Ja, was hab‘ ich da vernommen?
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Im Rahmen der Leipziger Buchmesse stellt Annette Knoch
am Donnerstag, den 20. April ab 19 Uhr
ihren Droschl Verlag bei uns in der Buchhandlung vor.
Mit dabei Bodo Hell mit seinem Buch: „Begabte Bäume“ und Carolina Schutti mit ihrem Buch: „Meeresbrise“


Bodo Hell: „Begabte Bäume
Mit 23 Zeichnungen von Linda Wolfsgruber
Droschl Verlag € 25,00

Bodo Hell ist mit seinem umfangreichen Œuvre tief verwurzelt in der österreichischen Literaturlandschaft. Mit seinem unglaublichen enzyklopädischen Wissen schafft er stets einzigartige Bücher.
Sein nächster Streich, der sich in sein großes Werk einreiht, lautet Begabte Bäume und ist ein Vademecum der anderen Art. Der Faktizität verpflichtet sammelt Bodo Hell Vielfältiges, Kurioses und Wissenswertes rund um die Bäume wie Herbstlaub auf.


Vom Ahorn bis hin zur Zirbe gibt er breit gefächert Botanisches, Historisches, Kulturgeschichtliches, Trivia, Religiöses, Mystisches und Mythologisches, Volkstümliches, Erstaunliches, Listiges und Listen zum Besten und führt uns in den Itineraren durch Österreichs Vergangenheit und Gegenwart.

Presse

»Begabte Bäume von Bodo Hell ist ein hinreißendes Buch. Es erfrischt, als schritte man selbst an Hells Seite Natur- und Kulturlandschaften ab.« (Julia Kospach, Falter)

Bodo Hell setzt »der in Österreich so wirkungsmächtigen Tradition der Bergliteratur sein eigenes narratives Modell entgegen. Er verwendet die Natur nicht als Projektionsschirm für die seelischen Befindlichkeiten der in ihr lebenden Menschen, sondern beschreibt bis in jede Einzelheit ihre topografische Physiognomie und die Markierungspraktiken, mit denen wir uns darin zurecht finden.« (Martin Mittermayer, Die Furche)

»Bodo Hell ist ein Chronist, ein Sammler, ein Aufzeichner, ein Bewahrer von Belebtem und Unbelebtem, das ohne ihn vielleicht dem Vergessen anheimfallen würde. Bodos Texte sind ausnahmslos Liebeserklärungen, gelegentlich an Menschen, oft an Flora, Fauna, Dinge, Namen: Es gibt wohl nichts, das seiner literarischen Sammelleidenschaft entkommen kann.« (Wolfgang Kühn, Wiener Zeitung)

»Eine sprachpralle avantgardistische Promenade durchs linguistische Unterholz.« (Alexander Kluy, Der Standard)

»Nüchterner Handwerker oder Druide mit Zauberstab sein – bei Bodo Hell gibt es immer beides: Kantig, ineinander verkeilt, bewusst widersprüchlich wie die Gegenwart selbst.« (Nico Bleutge, Deutschlandfunk)

»Begabte Bäume heißt das jüngste Buch von Bodo Hell. Es gebärdet sich als ein friedvolles Nachschlagewerk mit natur- und volkskundlicher Anmutung, bis es einem beim Nachzählen von Blütenständen und Staubbeuteln (nicht Bosch oder Dyson) mit unerwarteten Qurerschlägen plötzlich den Atem raubt.« (Heidemarie Klarbacher, Drehpunkt Kultur)

»Begabte Bäume ist ein in vielerlei Hinsicht überaus lesenswertes Buch, das von WarnHinweisen für das richtige Verhalten bei Tornados bis zu einem Rezept für Zirbenzapfenlikör (fast) alles enthält, und vor allem auch immer wieder Unerwartetes – eine besondere Spezialität des Autors selbst, wie man im Buch liest. Begabte Bäume ist allen zu empfehlen, die neugierig auf Unerwartetes sind, gern in die Natur aufbrechen und Witz und Sprachvergnügen lieben.« (Astrid Nischkauer, Literaturhaus Wien)

»In Begabte Bäume ist auf einer Seite mehr zu erfahren als man sich vorstellen kann,. Wissen kompakt verfasst und literarisch in Form gebracht.« (Markus Köhle, DUM)

»Hells Sammelsurium, diese literarische Wunderkammer durchziehen verschiedene Zeitschichten. Es finden sich Passagen, die Erinnerungen an Kinderzeiten sein dürften, zum Beispiel „Blasrohr-Attacken“ mit ausgehöhlten Hollunderästen; zugleich ist es ein sehr gegenwärtiges Buch, das heutige Herausforderungen für Bäume – Trockenheit, Schädlinge, Stürme – nicht ausspart.« (Wolfgang Straub, Ö1 Ex Libris)

Mittwoch, 29.September

Rebecca Trescher und ihr New Shape Quartet im Stadthaus Ulm

Heute haben
Cervantes * 1547
M. de Unamuno * 1864
A.Buero Vallejo * 1916
Geburtstag
und es ist der Todestag von Carson McCullers + 1967
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Ringelnatz
Großer Vogel

Die Nachtigall ward eingefangen,
Sang nimmer zwischen Käfigstangen.
Man drohte, kitzelte und lockte.
Gall sang nicht. Bis man die Verstockte
In tiefsten Keller ohne Licht
Einsperrte. – Unbelauscht, allein
Dort, ohne Angst vor Widerhall,
Sang sie
Nicht – –,
Starb ganz klein
Als Nachtigall.
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Unser Bilderbuchtipp:


Linda Wolfsgruber: Das Bärenhäufchen
Buchgestaltung: Florian Albrecht
Kunstanstifter Verlag € 20,00

„Mitten im Wald lag ein kleiner Teich. Hierher kamen viele Tiere, weil es schön war, am Wasser zu sein. Eines Tages wurden rund um den Teich viele Häuser gebaut. Der Weg zum Wasser wurde immer beschwerlicher. Weit und breit keine Sträucher und Bäume mehr, unter denen man sich ausruhen konnte, und nirgends saftige Kräuter zur Stärkung.
›Wir müssen etwas unternehmen!‹, beschlossen die Tiere. Und so machten sie einen Plan.“

Mit diesen zarten Illustrationen gelingt es Linda Wolfsgruber ihrer einfachen Geschichte von ganz einen besonderen Reiz zu geben. Denn der Plan ist, dass die Tiere ihren Lebensraum zurückerobern und die Menschen Gefallen daran finden. Was gibt es Schöneres. Die Vögel werfen Kirschkerne über der Stadt ab, die Eichhörnchen verstecken mehr Nüsse in den Mauerritzen, als sie essen können und der Bär macht ein Häufchen. Aus all diesen Dingen zusammen entsteht im nächsten Frühjahr etwas Grünes, das wächst und gedeiht.
Vielleicht sollten wir den Tieren diese Chance geben.

Freitag

Heute haben
Calderón * 1600
Anne Bronte * 1820
Sabine Peters * 1961
Und es ist der Todestag von Wilhelm Waiblingen, dem ich hier auf dem Blog bei allen Gelegenheiten ein Plätzchen einrichte.
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Wilhelm Waiblinger
Unbändiges Sehnen

Befreie mich aus dieser Kerkerhaft
und schmettre meine Bande, Tod, entzwei,
dann jubl‘ ich in unbändig wilder Kraft
und schwelge durch die Himmel rasch und frei.

O Gott! er war so schön, der Jugend Traum,
so göttlich, was ich taumelnd mir erdacht,
mir ist, als ständ ich an des Weltalls Saum,
wo Stern an Stern und Welt an Welt zerkracht.

Erwürge, Tod! mich, doch in ihrem Arm
erstarre meines Blutes Wirbelfluß,
auf ihren Lippen brenne heiß und warm
zum letztenmale noch ein banger Kuß.
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Wolfsgruber

Linda Wolfsgruber: „Glück ist Gold
Bilderbuch ab 4
ars edition € 14,95
Hier reservieren

Ich stelle Ihnen hier noch so ein kleines, schmales Bilder-, Kinderbuch vor. Wenn Sie das in Händen halten, wollen Sie es nicht mehr weglegen. Nochmals von hinten nach vorne blättern und auf die Feinheiten achten. „Glück ist Gold“ lautet der Titel; Glück ist aber auch weit fliegen. Das sagt zumindest Roberta mit 6 Jahren und Linda Wolfsgruber hat eine Fee, eine Tänzerin, oder eine Mischung davon mit vier Beinen und einem riesigen blauen Kleid gemalt, die gerade wegschwebt. Glück ist auch ans Meer zu fahren. Dies meint Magdalena mit 11 Jahren und die Illustratorin zeichnet uns zwei feine Muscheln aufs Papier. Mein Hund macht mich glücklich, sagt Stefan mit 11 und natürlich finden wir jetzt einen netten, kleinen, schwarzen Waudel auf dem Bild.
Was ist das Glück? Linda Wolfsgruber ist in mehreren Workshops mit Kindern dieser Frage nachgegangen und hat darauf die unterschiedlichsten Antworten bekommen. Manchmal ist es ganz einfach, dann wieder kompliziert, manchmal weit weg vom Alltag, dann wieder ganz nah. Vielseitig, das ist es auf jeden Fall, und die Illustratorin hat all diese großen und kleinen Stücke vom Glück in zauberhaften Bildern eingefangen – auf jeder Seite neu.
Einfach mal Reinblättern. Leider finde ich keine weiteren Bilder, um sie hier zu zeiegen.
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Heute Abend. Nicht vergessen. Clemens Grote um 19 Uhr liest bei uns in der Buchhandlung: „Kühe in Albtrauer“ von Arno Schmidt. Was ich schon vergessen habe, ist die Dokumentation auf arte, die am Mittwoch ausgestrahlt worden ist. Ich hoffe, ich finde sie noch auf arte+7. Mist!
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