Dienstag, 8.September

Heute haben
Catharina Regina von Greiffenberg * 1633
Edith Sitwell * 1887
Geburtstag.
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Friedrich Freiherr von Logau

Der Frühling ist zwar schön;
doch wenn der Herbst nicht wär’,
wär’ zwar das Auge satt,
der Magen aber leer.
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Nominiert für den deutschen Buchpreis 2020

Christine Wunnicke: „Die Dame mit der bemalten Hand“
Berenberg Verlag  € 22,00

Auf Christine Wunnickes Romane freue ich mich jedes Mal. Ungefähr alle zwei Jahre taucht im kleinen Berenberg Verlag ein schmales Bändchen auf. Voll von wilden Geschichten, geschrieben in einer zarten Sprache mit einer ironischen Note. Immer wieder taucht sie in die Wissenschaftswelt ein, bringt Historisches zwischen die Buchdeckel und weiß großartig zu unterhalten.
Die Besprechungen sind immer sehr gut, aber mit dem Verkauf tut sie sich schwer. Es sind keine laute, aufgemotzte Romane, sondern entsprechen der Art der Autorin, die  sehr selten in der Öffentlichkeit auftritt.
„Die Dame mit der bemalten Hand“ steht auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Wie schön. Der Roman über zwei Forschungsreisende im 18. Jahrhundert ist eine Geschichte, die zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken anregt.
Auf einer abgelegenen Insel vor Indien trifft der persische Astrolabien-Baumeister Musa, dessen Schiff es wegen mangelnden Windes 1764 auf die Insel verschlägt, auf den deutschen Mathematiker Carsten Niebuhr. Nahe dem Dellirium peppelt ihn Meister Musa, mit Hilfe einer Inselfamilie, wieder auf. Es treffen zwei Kulturen aufeinander, zwei unterschiedliche Sichtweisen, Vorgehensweisen und auch zwei Charaktere. Der eine ernst und zögerlich, Meister Musa voller Witz und Lebenslust. Aktueller könnte es nicht sein, wenn ich das Aufeinanderprallen der verschiedenen Kulturen um 21.Jahrhundert betrachte. Unsere Herangehensweise auf gemeinsame Probleme, oder die Großmauligkeit verschiedener Staatsmänner.
Dieses Inselgleichnis macht Spaß, ist klug komponiert und recherchiert und sieht diese damalige wilde Zeit in einem ironischen Licht. Wie passend aktuell.

Leseprobe

© privat/

Christine Wunnicke geboren 1966, lebt in München. Sie schreibt Hörspiele, biografische Literatur und Romane. 2002 erhielt sie für ihre Biografie des Kas­tratensängers Filippo Balatri, »Die Nachtigall des Zaren«, den Bayerischen Staatsförderungspreis für Literatur. Für den Roman »Serenity« bekam sie 2008 den Tukan-Preis. Bei Berenberg erschienen u. a. ihre Romane »Der Fuchs und Dr. Shimamura« (2015) und »Katie« (2017), die beide für den Deutschen Buchpreis nominiert waren (Longlist), sowie, im Taschenbuch, die Novelle ­»Nagasaki, ca. 1642« (2020). Zuletzt wurde sie mit dem Münchner Literaturpreis für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet (2020). Ihr neuer Roman »Die Dame mit der bemalten Hand« (Herbst 2020) steht auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis.
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https://www.stadtradeln.de/ulm
Bald geht’s los!
Die Stadt Ulm nimmt vom 14. September bis 04. Oktober 2020 am STADTRADELN teil. Alle, die in der Stadt Ulm wohnen, arbeiten, einem Verein angehören oder eine (Hoch-)Schule besuchen, können beim STADTRADELN mitmachen.

Mehr Infos unter stadtradeln.de/app

Wir haben ein Team: Buchhandlung Jastram.
Schließt Euch an, meldet Euch an, registriert Euch, oder gebt uns Bescheid und wir tragen Eure Kilometer ein.
Wir freuen uns auf alle, die mitmachen und gemeinsam Kilometer sammeln.
Los geht’s.

Donnerstag, 13.August

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Heute haben
Nikolaus Lenau * 1802
Mikael Niemi * 1959
Amélie Nothomb * 1966
Geburtstag.
Aber auch
Karl Liebknecht * 1871
Alfred Hitchcock * 1899
und Fidel Castro * 1926
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Nikolaus Lenau

Töricht haschen wir auf Erden
nach des Glückes Irrlichtschein;
wer sich quält, beglückt zu werden,
hat die Zeit nicht, es zu sein.
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Alan Bennett: „Der souveräne Leser“
Aus dem Englischen von Ingo Herzke
Wagenbach Verlag / Salto € 18,00

Ganz schön frech, die Jungs und Mädels vom Wagenbach Verlag. Und das ist gut so. Genial. Super. Da landen sie mit dem Buch „Eine souveräne Leserin“ ein wirklichen Long-Bestseller und ziehen dann zehn Jahre später mit diesem Titel vom selben Autor nach. „Der souveräne Leser“ ist in England nie so erschienen, sondern über die Jahre verteilt und unter anderen Titeln.
Umso besser für uns, dass wir das alles am Stück bekommen.
Alan Bennett ist sehr belesen, ein großer Fan von Franz Kafka (passt zu Wagenbach) und lässt uns an seinen Eindrücken und Leseerfahrungen teilhaben. Seinen britischen Humor hat er über die Jahre beibehalten und wenn Sie Franz Kafka aus der Sicht des Autors kennenlernen wollen, dann schnappen Sie sich das Buch. Wenn Sie wissen wollen, welche Bücher Sie unbedingt noch lesen sollen, dann, ja Sie wissen schon.
Ein großes Vergnügen, ein Leseratgeber, der W. G. Sebald und Philip Roth empfiehlt und ein Buch über Bücher, die uns guttun. Das in dieser Zeit, in der es wenig Halt mehr gibt, ist Lesen (und zwar die richtigen Bücher) Gold wert. Besser als jede Therapiesitzung.
Viel Vergnügen.

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Nachverdichtung Flyer

Dienstag, 29.Januar

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Heute haben
Johann Gottfried Seume * 1763
Anton Tschechow * 1860
Romain Rolland * 1866
Gert Hofmann * 1931
Günter Ohnemus * 1946
Olga Tokarczuk * 1962
Philippe Besson * 1967
Mirjam Müntefering * 1969
Geburtstag
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Nikolaus Lenau
Winternacht

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur immer fortgeschritten!

Wie feierlich die Gegend schweigt!
Der Mond bescheint die alten Fichten,
Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
Den Zweig zurück zur Erde richten.

Frost! friere mir ins Herz hinein,
Tief in das heißbewegte, wilde!
Daß einmal Ruh mag drinnen seyn,
Wie hier im nächtlichen Gefilde!
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Vanessa Güntzel empfiehlt:

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Karen M. McManus: „One of us is lying“
Übersetzung: Anja Galić
Seiten: 448 € 18,00

Ein Buch, wie kein anderes. Eigentlich wollte ich es gar nicht ganz lesen.
Nur ein bisschen reinschmökern um ein Gefühl dafür zu bekommen.
Doch Karen M. McManus macht einem einen Strich durch die Rechnung.
Als ich um ca. neun Uhr abends angefangen habe noch ein bisschen zu lesen.
habe ich noch nicht vorgehabt, dass ich es um 3 Uhr morgens abgeschlossen
aus der Hand legte. Es gibt Bücher, die einen so fesseln, dass man am liebsten
die ganze Nacht lang durchlesen möchte. Dieses Buch hat mich definitiv davon überzeugt.

Die vier Protagonisten:
Brownyn – „Genie“, Nate – „Der vermutliche Dealer“
Addy – „Die Schönheitskönigin und Cooper „Supersportler“
Sind einem von Anfang an auf ihre eigene Art sympathisch und sehr charmant.
Doch das ist gerade das Problem, denn alle vier werden verdächtigt, den
„Gossip-Blogger“ Simon umgebracht zu haben. Doch niemanden würde man es jemals
zumuten…Oder etwa doch? Nach und nach werden kleine Geheimnisse gelüftet,
die einen als Leser, an der eigenen Menschenkenntnis aber auch an den Charakteren
zweifeln lassen.

Man weiß auf keiner Seite was einen erwartet. Und selbst der Schluss könnte
nicht überraschender sein. Nach diesem Buch bin ich definitiv ein Mystery-Fan.
Bitte liebe Karen M. McManus schreibe noch viele so tolle Bücher.

Eure Vanessa

Donnerstag, 11.Oktober

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Heute haben
Conrad Ferdinand Meyer * 1825
Gertrud von Le Fort * 1876
Francois Mauriac * 1885 (Nobelpreis 1952)
Boris Pilnjak * 1876
Anne Anright * 1962
Geburtstag.
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Heute auf dem Gedichte-Kalender.
Hier allerdings in der kompletten Fassung.

Nikolaus Lenau
Der Kranich

Stoppelfeld, die Wälder leer,
Und es irrt der Wind verlassen,
Weil kein Laub zu finden mehr,
Rauschend seinen Gruß zu fassen.

Kranich scheidet von der Flur,
Von der kühlen, lebensmüden,
Freudig ruft er’s, daß die Spur
Er gefunden nach dem Süden.

Mitten durch den Herbstesfrost
Schickt der Lenz aus fernen Landen
Dem Zugvogel seinen Trost,
Heimlich mit ihm einverstanden.

O wie mag dem Vogel seyn,
Wenn ihm durch das Nebeldüster
Zückt ins Herz der warme Schein,
Und das ferne Waldgeflüster!

Hoch im Fluge über’s Meer
Stärket ihn der Duft der Auen;
O wie süß empfindet er
Ahnung, Sehnsucht und Vertrauen!

Nebel auf die Stoppeln thaut:
Dürr der Wald; — ich duld‘ es gerne,
Seit gegeben seinen Laut
Kranich, wandernd in die Ferne.

Hab‘ ich gleich, als ich so sacht
Durch die Stoppeln hingeschritten,
Aller Sensen auch gedacht,
Die in’s Leben mir geschnitten‘.

Hab‘ ich gleich am dürren Strauch
Andres Welk bedauern müssen,
Als das Laub, vom Windeshauch
Aufgewirbelt mir zu Füßen:

Aber ohne Gram und Groll
Blick‘ ich nach den Freudengrüften,
Denn das Herz im Busen scholl,
Wie der Vogel in den Lüften:

Ja, das Herz in meiner Brust
Ist dem Kranich gleich geartet,
Und ihm ist das Land bewußt,
Wo mein Frühling mich erwartet.
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Das Känguru ist zurück.
Oder soll ich besser schreiben, es war eh nie weg.

1956  1492

Marc-Uwe Kling:Die Känguru-Apokryphen
Ullstein TB € 9,00
4 CDs bei HörbuchHamburg € 14,00

Das ist der Anfang der ersten Episode aus seinem neuen Buch. Natürlich geht der Wettbewerb noch in diverse Runden und Marc-Uwe steht mal wieder als totaler Loser da. Wie könnte es auch anders sein. Als Einführung erfahren wieder in einer Vorwort-Geschichte, wie es zu diesem Buch kommt und was es mit Apokryphen auf sich hat.

Und wer für lange Winterabende noch ein Gesellschaftsspiel braucht.
Hier kommt die Gebrauchsanweisung zu „Game of Quotes – Verrückte Zitate“.
Erschienen bei Franck Kosmos für € 14,99.

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Dienstag, 22.August

Heute haben
Dorothy Parker * 1893
Wolfdietrich Schnurre * 1920
Ray Bradbury * 1920
Irmtraud Morgner * 1933
Geburtstag
und es ist der Todestag von Nikolaus Lenau.
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Nikolaus Lenau
Heimatklang

Als sie vom Paradiese ward gezwungen,
Kam jeder Seele eine Melodie
Zum Lebewohl süß schmerzlich nachgeklungen,
Darauf umschloß die Erdenhülle sie.
Noch ist dies Lied nicht völlig uns verdrungen,
Doch tönt es leiser stets auf Erden hie.
Gib acht, o Herz, daß in den Schütterungen
Dir nicht des Liedes letzter Hauch entflieh!
Ein Nachhall dieses Liedes ist entsprungen
Des Morgenlandes süße Poesie,
Von Jugendträumen wirds manchmal gesungen,
Doch dunkel, unbewußt woher? und wie?
Wem aber einmal klar und voll geklungen
Die wunderbare Heimatmelodie,
Der wird von bangem Heimweh tief durchdrungen,
Und er genest von seiner Sehnsucht nie.
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Sarah Wiltschek empfiehlt:

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Theresia Enzensberger:Blaupause
Hanser Verlag € 22,00

20er Jahre in Berlin. Der Studienplatz am Bauhaus Weimar ist für Luise Schilling gleichzeitig die Flucht aus dem patriarchalischen Elternhaus. Doch wo sie in Berlin vor der Allmacht des Vaters flieht, trifft sie in Weimar, unter der Leitung von Walter Gropius, auf nicht minder restriktive Machtstrukturen.
Luise kämpft um ihren Traum, Architektur zu studieren, eckt an, ob bei den Meistern oder Mitstudenten, fühlt sich nie ganz zugehörig, weder bei den esoterisch agierenden Ittenjüngern, noch bei den politisch aktiven Kommunisten.
Die deutsche Kunst und Kultur befindet sich auf ihrem Höhepunkt, Berlin ist weltoffen und feierwütig. Doch es fängt an zu gären im Land. Die Freizügigkeit und Toleranz der Hauptstadt trifft auf prügelende Nazionalisten. Die liberale Koexistenz unterschiedlichster kultureller, religiöser und sexueller Orientierung wird, so weiß man im Nachhinein, sich bis heute nicht wieder auf diese Höhen geschwungen haben.
Doch Luise stößt auf taube Ohren, wenn ihr das Studium und der Fokus auf das rein Ästhetische zu unpolitisch ist. Am Ende muss sie gar um das Recht an ihren eigenen Ideen fürchten. Was bleibt, ist die endgültige Flucht vor Ohnmacht und Verrat.
Theresias Enzenbergers Debüt taucht ein in die Anfänge der Bauhausgeschichte, erzählt von den selbstgefälligen Lehrmeistern, von der elitären Gesinnung der Bauhäusler in einer politisch explosiven Vorkriegszeit. Ein Emanzipationsroman, in der die Protagonistin ihren Wunsch von einem selbstbestimmten Leben nicht aufgeben will, allen Widrigkeiten zum Trotz.

Leseprobe

Theresia Enzensberger wurde 1986 in München geboren und lebt in Berlin. Sie studierte Film und Filmwissenschaft am Bard College in New York und schreibt als freie Journalistin unter anderem für die FAZ, FAS, ZEIT Online, Krautreporter und Monopol. 2014 gründete sie das vielfach preisgekrönte BLOCK Magazin.

Freitag

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Heute haben
Bettina von Arnim * 1785
Comte de Lautrémont * 1846
Tristan Tzara * 1896
Marguerite Duras * 1914
Helme Heine * 1941
Michael Schneider * 1043
Geburtstag
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Unter dem Motto: Poetisiert euch! stellen wir Ihnen den aktuellen Monatsgedichtsband von Reclam vor.

April

April
Gedichte
Herausgegeben von Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Reclam Verlag € 5,00

Zartes Grün und erstes Zwitschern
Launischer April
Launische Menschen
Karwoche
Ostern
Jetzt wird’s warm

So heissen die einzelnen Kapitel und da heute über Ulm Wolken mit Saharasand fliegen und die Natur eh schon drei Wochen ihrer Zeit voraus ist, gehen wir doch gleich ins letzte Kapitel.

Nikolaus Lenau
Frühling

Die warme Luft, der Sonnenstrahl
erquickt mein Herz, erfüllt das Tal.
O Gott! wie Deine Schritte tönen!
in tiefer Lust die Wälder stöhnen,
die hochgeschwellten Bäche fallen
durch Blumen hin mit trunknem Lallen;
sein bräutlich Lied der Vogel singt,
die Knosp in Wonne still zerspringt,
und drüber goldner Wolken Flug:
Die Liebe ist in vollem Zug!
An jeder Stelle möcht ich liegen,
mit jedem Vogel möcht ich fliegen,
ich möchte fort und möchte bleiben,
es fesselt mich und will mich treiben.
Dem Herzen wird so wohl, so bang,
umglüht, umrauscht vom Frühlingsdrang,
es fühlt des Lenzes Widerspruch:
ersehnte Ruh und Friedensbruch,
so heimatlich und ruhebringend,
so fremd, in alle Ferne dringend.
Das Frühlingsleuchten, treu und klar,
erscheint dem Herzen wunderbar,
ein stehngebliebner Freudenblitz,
in Gottes Herz ein offner Riß;
und wieder im Vorübersprung
ein Himmel auf der Wanderung;
ein irrer Geist, der weilend flieht
und bang das Herz von hinnen zieht.
Ich wandle irr, dem Himmel nach,
der rauschend auf mich niederbrach!
O Frühling! trunken bin ich dein!
O Frühling! ewig bist du mein!

Johann Heinrich Voss
Frühlingsliebe

Die Lerche sang, die Sonne schien,
Es färbte sich die Wiese grün,
Und braungeschwollne Keime
Verschönten Büsch‘ und Bäume:
Da pflückt‘ ich am bedornten See
Zum Strauß ihr, unter spätem Schnee,
Blau, rot und weißen Güldenklee.
Das Mägdlein nahm des Busens Zier,
Und nickte freundlich Dank dafür.

Nur einzeln grünten noch im Hain
Die Buchen und die jungen Mai’n;
Und Kresse wankt‘ in hellen
Umblümten Wiesenquellen:
Auf kühlem Moose, weich und prall,
Am Buchbaum, horchten wir dem Schall
Des Quelles und der Nachtigall.
Sie pflückte Moos, wo wir geruht,
Und kränzte sich den Schäferhut.

Wir gingen atmend, Arm in Arm,
Am Frühlingsabend, still und warm,
Im Schatten grüner Schlehen
Uns Veilchen zu erspähen:
Rot schien der Himmel und das Meer;
Mit einmal strahlte, groß und hehr,
Der liebe volle Mond daher.
Das Mägdlein stand und ging und stand,
Und drückte sprachlos mir die Hand.

Rotwangicht, leichtgekleidet saß
Sie neben mir auf Klee und Gras,
Wo ringsum helle Blüten
Der Apfelbäume glühten:
Ich schwieg; das Zittern meiner Hand,
Und mein betränter Blick gestand
Dem Mägdlein, was mein Herz empfand.
Sie schwieg, und aller Wonn‘ Erguss
Durchströmt‘ uns beid‘ im ersten Kuss.

Aber vielleicht wollen Sie es noch wärmer, da draußen wirklich schon T-Shirt-Wetter ist, dann holen Sie sich den Mai-Band gleich auch noch mit. Beide bei uns an der Kasse.

Mai
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Ein Verlag stellt sich vor und wir haben ihm unser Schaufenster zur Verfügung gestellt, damit wir eine kleine Auswahl seiner Veröffentlichungen präsentieren können.

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Das Verlagshaus J. Frank | Berlin
Wir sind ein Berliner Independent-Verlag und haben uns der Gegenwartsliteratur und Illustration verschrieben: deutschsprachige Lyrik und Kurzprosa sind unsere Programmschwerpunkte.
Wir veröffentlichen ausnahmslos Texte, die eine eigene Relevanz und Dringlichkeit beanspruchen. Jenseits von Klischees wollen unsere Texte verändern. Und Bleibendes schaffen. Leser und Autoren werden zu Verbündeten.
In unseren Publikationen treten Typografie und Illustrationen als eigenständige Ausdrucksformen in einen Dialog mit dem Text. So entstehen einzigartige Gesamtkompositionen, Kostbarkeiten, die unsere Leidenschaft für Bücher widerspiegeln.
Seit 2005 wird der Indie-Verlag von Johannes CS Frank, Andrea Schmidt und Dominik Ziller geführt: Überzeugungstätern, Literatur- und Illustrationsverrückten.

100% Independent

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Aus der „Bilderbuch“-Reihe:

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Aus der Edition Belletristik:

Buch1

Buch4

Buch3

Buch5

Lust auf mehr? Wir holen Ihnen gerne alle vorrätigen Bücher aus dem Schaufenster. Hier nochmals der Link zum Verlag, der auf seiner website mit vielen Informationen aufwartet.
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Neue Musik im Ulmer Stadthaus.
Diese Woche unter dem Motto: Spaces

Heute abend, Freitag, 4. April18 Uhr
NIX BOX – KlangRaum IV
Antonis Anissegos: Unununium, für Elektronik LIVE19 Uhr
Konzert
Ali Askin String Street
für Viola Solo (2004)
Luigi Nono sofferte onde serene …
für Klavier und Zuspielung (1976)
Unsichtbare Wirklichkeit
Vortrag von Bernd Bess (Berlin / Kairo)
Michael Gordon Industry
für Cello und Elektronik (1992)

Mit Antonis Anissegos (Klavier), Miriam Götting (Viola), Mathis Mayr (Cello), Jürgen Grözinger (Klangregie)

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Donnerstag

Heute haben Dorothy Parker * 1893
Ray Bradbury * 1920
Wolfgang Schnurre * 1920
Irmtraud Morgner * 1933
Geburtstag
und es ist der Todestag von Nikolaus Lenau (* 1850)
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Passend zu diesem Jahrestag und auch für alle, die aus dem Urlaub zurückkehren gibt es heute das Gedicht „Heimatklang“.

Nikolaus Lenau
Heimatklang

Als sie vom Paradiese ward gezwungen,
Kam jeder Seele eine Melodie
Zum Lebewohl süß schmerzlich nachgeklungen,
Darauf umschloß die Erdenhülle sie.
Noch ist dies Lied nicht völlig uns verdrungen,
Doch tönt es leiser stets auf Erden hie.
Gib acht, o Herz, daß in den Schütterungen
Dir nicht des Liedes letzter Hauch entflieh!
Ein Nachhall dieses Liedes ist entsprungen
Des Morgenlandes süße Poesie,
Von Jugendträumen wirds manchmal gesungen,
Doch dunkel, unbewußt woher? und wie?
Wem aber einmal klar und voll geklungen
Die wunderbare Heimatmelodie,
Der wird von bangem Heimweh tief durchdrungen,
Und er genest von seiner Sehnsucht nie.
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Ich doch versprochen, über meine Bücher zu schreiben, die ich in meinen Urlaubstagen gelesen habe.

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The Love Affairs of Nathaniel P.“ von Adelle Waldman war eines davon. Auf dem Blog finden Sie eine Besprechung des Buches, das ich auf dem eReader gelesen habe. (Das Ding ist einfach unerotisch, aber halt sehr platz- und gewichtsparend).

Dazu gab es jeden Tag einen Gesang aus der „Göttlichen Komödie“ von Dante, bei der ich mittlerweile im Paradies angekommen bin. Seit Jahren mache ich an diesem Werk herum, habe eine italienische Ausgabe mit Kommentaren, die ich nicht verstehe, eine dt. Reclam-Ausgabe mit einer sehr genauen Übersetzung und ein Inseltaschenbuch, das sich an die Versform hält. Nun kam vor Kurzem eine Neuübersetzung mit deutschen Kommentaren bei Reclam heraus. Davon schnappte ich mir den dritte Band (Paradies) und genieße es außerordentlich. So habe ich den italienischen Originaltext, eine deutsche Übersetzung und sehr viele Kommentare verschiedenster Art. Es macht wieder richtig Spaß und lässt mich wirklich vergessen, dass diese Thematik nun wirklich nicht meines ist. Und trotzdem packt es mich jeden Tag.
Leseprobe.

Als Fahnen (Kopien auf Papier) hatte ich noch „Restaurant Dalmatia“ von Jagoda Marinic dabei. Darin erzählt die Autorin von einer jungen Frau namens Mia, die in Kanada endlich den Durchbruch als Fotografin geschafft hat, dann aber in ein großes Loch fällt. Ihr Freund rät ihr zu einer Reise zurück zu ihren Wurzeln, also nach Berlin, wo sie aufgewachsen ist. Im Restaurant Dalamtia ihrer Tante Zora im Berliner Wedding findet sie das, wonach sie solange gesucht hat. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, in der Kanada, Berlin und Kroatien sich zu einem großen Reigen vereinen. Mehr mag ich noch nicht schreiben. Das Buch erst am 20.9. im Verlag Hoffmann & Campe erscheint. Am 26.9. liest Jagoda Marinic bei uns in der Buchhandlung. Worauf wir uns sehr freuen.
Die website der Autorin.

Noch auf dem eReader hatte ich Imre Kertészs: „Letzte Einkehr„. Dieses Buch ist echt eine Wucht und rundet diesen Kanon sehr schön ab. Dante, Brooklyn, Berlin/Dalmatien und jetzt Berlin/Ungarn.
Im Gegensatz zu seinem berühmten „Galeerentagebuch“, das in Ungarn spielt, sind dies Tagebuchaufzeichnungen von 2009 bis 2011. Die Zeit, in der er dann doch noch den Nobelpreis erhält, nach Berlin umzieht, einen noch kritischeren Blick auf Ungarn entwickelt. Es ist die Zeit, in der der ganze Trubel über ihn hereinbricht, er jedoch auch endlich reisen kann, wohin er will. Er steigt in den besten Restaurants ab und übernachtet bei Einladungen in den feinsten Hotels. Es ist jedoch auch die Zeit von dramatischen Erkrankungen bei seiner Frau und ihm. Kretesz ist ein großer Kritiker, was die Politik Ungarns anbelangt. Der Umgang mit dem Judentum ist ein ständiges Thema in seinen Aufzeichnungen. Aber auch die Bewertung einzelner Schriftsteller. Ein geniales Buch, das mich nicht mehr losgelassen hat, obwohl ich erst sehr kritisch an die Texte rangegangen bin.
Das Buch erscheint am 20.9. im Rowohlt Verlag.
Leseprobe