Mittwoch

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Heute haben
Oskar Panizza * 1853
Hans Werner Richter *1908
Roland Barthes * 1915
Charlotte Mac Leod * 1922
Michael Ende * 1929
John McGahern * 1934
Irene Rodrian * 1937
Geburtstag.
Aber noch dieser bunte Haufen:
Auguste Rodin, Vicco von Bülow (Loriot), Grace Kelly, Lucia Popp und Neil Young.
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Lauren Castillo: „Nana in the City“
Clarion Books  € 15,90

Endlich ist das neue Bilderbuch von Lauren auch hier bei uns gelandet.
Schlittenfahren, Fussballspielen waren schon Themen bei ihr. Jetzt ist es die Furcht vor der großen Stadt. Oder eher die Ehrfurcht vor New York City.
Ein kleiner Junge besucht seine Oma (Nana) in ihrem neuen Apartment in der Stadt. Der Papa liefert sie ab und ganz schnell verschwinden Oma und Enkel in der New Yorker Subway. Er liebt seine Oma, aber nicht die Stadt, sagt der Kleine und der Lärm unter und über der Erde gibt ihm recht. Die Stadt ist voller angsteinflößenden Dinge. Das ist doch kein Platz für meine Nana, denkt der Kleine. Auch in der Nacht gibt es hier keine Ruhe. Irgendwie scheint die Stadt nie zu schlafen. Mit einem Gutenachtkuss deckt Nana ihren Enkel zu und meint: „Morgen zeige ich dir, wie schön die Stadt ist“ und sie beginnt auch sogleich einen roten Umhang zu stricken. Einen Umhang wie Supermann ihn trägt und mit dem er alles Gefährliche besiegt. Es klappt. Der Kleine fühlt sich stark und tapfer und los geht’s. Alles ist immer noch laut und geschäftig und auch furchterregend, aber es ist der Central Park, es sind die Break Dancer und die Hunde an der Leine, die gestreichelt werden wollen. Nachts leuchtet die Stadt an manchen Ecken, dass es fast unglaublich ist.

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Zum Abschied bekommt Nana das rote Cape, denn in dieser Stadt gibt es für eine Nana viel zu tun. Es ist der perfekte Platz für sie und der perfekte Ort für den Kleinen für Besuche.

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Ein freundliches, farbiges Bilderbuch mit sehr wenig Text, das den Kleinen etwas die Angst im Alltag nehmen soll/wird und für uns alle ein einfacher Einstieg in die englische Sprache.
Weiter so Lauren.
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Zweite Postkarte
Abgestempelt am 23.Juni in Rom, Italien

Bleib bloß weg, Rom erstickt unter Touristen. Es ist furchtbar: Amerikaner sind laut. Asiaten nur in Schwärmen. Deutsche nur mit Sandalen und in knitterfreiem Beige. Deswegen sind die Römer wohl auch unhöflich und das Essen so teuer: Damit sie ihr schönes Rom ganz für sich alleine haben.

Mehr davon gibt es für günstige € 8,00 am Freitag ab 19 Uhr bei uns in der Buchhandlung.

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Dienstag

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Heute hat Karin Struck (* 1947) Geburtstag.

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Heute ist der Erstverkaufstag von Dan Browns neuem Roman. „Inferno“ heisst er und auf dem Umschlag ist Florenz abgebildet.
Ja, es geht tatsächlich um das Dantesche Inferno und mittemang ist wieder Robert Langdon. Diesmal hat er eine großgewachsene Blondine mit Pferdeschwanz bei sich.
Langdon wacht auf der Intensivstation eines florentinischen Krankenhauses auf. Er hat eine Schusswunde am Kopf, ist verkabelt und kann sich nicht mehr an die letzten Stunden und Tage erinneren. Sehr schnell fallen weitere Schüsse und in letzter Sekunde können sich die blonde Ärztin (Sienna) und er aus dem Zimmer retten, bevor es von einer Attentäterin durchlöchert wird. Somit befinden sich die beiden auf der Flucht durch Florenz. Langdon kommt seinem Geheimnis immer näher und wir erhalten von ihm über Dan Brown einen kunstgeschichtlichen Vortrag über Florenz. Er erklärt uns Bauten, Geheimgänge, Kunstwerke. Wir erfahren einiges über die Medici und NATÜRLICH viel über die Göttliche Komödie von Dante. Rasant und wieder sehr unglaublich hecheln die beiden durch die Nacht und den anbrechenden Tag und finden trotz allem Zeit für historische Abhandlungen. Ich bin auf Seite 237, es ist 8 Uhr morgens, die beiden konnten sich in ALLERLETZTER Sekunde retten; wieder kommt ihnen ein Engel, in Form einer italienischen Kunsthistorikerin, zu Hilfe und wir erfahren nebenbei noch eines der großen Geheimnisse der Kunstgeschichte. Vasaris geheimnisvoller Eintrag „cera trova“ auf einem riesigen Schlachtenbild wird so nebenbei gelöst.
Sie merken schon: Ein Schmachtfetzen. Jeder der Figuren ist geheimnisbehaftet. Außer natürlich unser guter Bob, der muss sich um seinen eigenen Gedächtnisverlust kümmern. Ansonsten mal wiedre große Weltverschwörung. Diesmal sogar mit Tabellen, damit auch der Letzte von kapiert, dass die Bevölkerung der Erde rasant zunimmt.
Ich denke mir, dass nach fast 700 Seite auch nur ein Tag beschrieben wird, wie schon bei dem Buch „Illuminati“ in Rom.
Warum ich das lese? Naja, ich versuche seit Jahren die richtige „Göttliche Komödie“ zu lesen und somit ist das ein großer Spaß, was Dan Brown daraus macht. „Illuminati“ hat mir sehr gut gefallen und auf meinen Rom-Reisen, konnte ich die eine oder andere Geschichte gut anbringen.
Mehr verrate ich nicht über die Schwarte. Ich bin nur gespannt, wie die Presse auf diesen Thriller reagiert.
Ein Roman, der so filmisch aufgebaut ist, dass ich jede Szene mit einem Bond-Darsteller vor meinen Augen sehe. Aber wer soll nur die Blondine spielen. Können Sie mir dabei helfen?

Brown

Dan Brown: „Inferno
Lübbe Verlag € 26,00

p.s. Ich habe gelesen, dass zumindest die Übersetzer ins Italienische tagsüber eingeschlossen worden sind und wie in Harry-Potter-Art komplett von der Außenwelt abgeschirmt worden sind. Was ne Welt!
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Zur Aufmunterung aber noch dieses:

9780374380007

Ann Cameron: „Spunky Tells All“
Mit Illustrationen von Lauren Castillo
Farrar Straus Giroux Publisher € 15,90
In englischer Sprache

Spunky ist ein Hund und erzählt uns hier seine Geschichte. Er lebt bei einer Familie, versteht die Menschen ganz gut, kann ihnen zuhören und auch antworten. Aber alles, was Menschen verstehen, ist sein Bellen. Ein bißchen wenig denkt er. Aber was soll’s. Spunky meint sogar, manchmal die Gedanken von Menschen lesen zu können. Spunky (spunky heisst übersetzt: couragiert, mutig) erzählt uns, wie alt er ist (35 Hundejahre) und wie sein Leben bei dieser Familie ist. Alles könnte ganz toll sein, bis sie ein weiteres Haustier aufnehmen, so wie es ihm auch vor zwei Jahren erging. Diesmal ist es jedoch eine Katze. Fiona heisst das balinenisches, versnobbte Tier. Das kann natürlich auf den ersten Blick nicht gutgehen.
Eine sehr anrührende, zu herzengehenden Hundegeschichte, aus der Sicht des Tieres erzählt.
Gekauft habe ich es übrigens, da ich die Illustratorin eines nachts mitten im Süden Manhattans auf der Straße getroffen habe. Beide suchten wir den nächsten U-Bahn-Eingang, da unserer versperrt war. Es stellte sich schnell heraus, dass sie auch schon in Ravensburg war und auf ihrem Blog konnte ich den Mehlsack von ihr gezeichnet sehen. Das eine oder andere Bilderbuch von Lauren Castillo habe ich auf diesem Blog schon vorgestellt.

Hier können Sie ins Buch schauen.

Montag

 

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Heute haben
Karoline von Günderode * 1780
Else Lasker-Schüler * 1869
Irène Némirovsky * 1903
Geburtstag.
Und jetzt haut es mich wirklich um.
Gestern habe ich den Roman „Die Glasglocke“ von Sylvia Plath vorgestellt und heute lese ich, dass sie sich am 11.2.1963 umgebracht hat.
Wieder einer dieser (literarischen Zufälle).
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Der Arche Kinderkalender bringt ein ein kurzes englisches Gedicht über eine musikalische Familie von John Mole mit einer Illustration von Polly Dunbar.

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Der Montagmorgen Textschnipsel von Eduardo Galeano:

September
16
Maskenball

Um zwei Uhr morgens am heutigen Tag im Jahre 1810 stieß Miguel Hidalgo den Schrei aus, welcher der Unabhängigkeit Mexikos den Weg bahnte.
Als der Schrei ein Jahrhundert zurück lag, im Jahre 1910, verlegte der Diktator Porfirio Díaz die Feiern einen Tag vor, damit sie auf seinen Geburtstag fielen, und die Hundertjahrfeier wurde zum rauschenden Fest.
Mexiko-Stadt empfing, gewienert und herausgeputzt, die illustren Gäste aus mehr als dreißig Ländern, Zylinderhüte, federgeschmückte Hüte, Fächer, Handschuhe, Gold, Seide, Reden … Das Festkomitee der Damen der feinen Gesellschaft versteckte die Bettler und zog den Straßenkindern Schuhe an die Füße. Die Indios wurden in Hosen gesteckt, die gratis verteilt wurden, während denjenigen der Zutritt verwehrt wurde, die die traditionellen Dreiviertelhosen aus roher Baumwolle trugen. Don Porfirio legte den Grundstein des Lecumberri-Gefängnisses und weihte feierlich das Städtische Irrenhaus ein, das tausend Verrückten Platz bot.
Ein eindrucksvoller Festzug stellte die Geschichte des Landes dar. Ein Schüler der Zahntechnikerschule schlüpfte in die Rolle von Hernán Cortés, des ersten Freiwilligen, der gekommen war, um die Rasse zu veredeln, und ein trauriger Indio marschierte als Aztekenkaiser Moctezuma verkleidet. Ein Umzugswagen mit einer Darstellung des Hofstaats von Ludwig XVI. bekam den meisten Beifall.
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Genau das passende Bilderbuch für diese Jahreszeit.

„The Reader“
von Amy Hest mit Illustrationen von Lauren Castillo.
In den USA $ 16,99
Bei uns ca. € 16,90

„A boy, a dog, and a snowy day …“

Die besten Freunde (der Junge und sein kleiner Hund) sind bereit für das große Abenteuer. Sie wollen bei diesem prächtigen Schnee und bei dem kalten Wetter auf den großen Berg und dann gemeinsam auf dem mitgenommenen Schlitten wieder hinuntersausen. Das ist gar nicht so einfach für den Jungen. Der Berg ist steil und der Schlitten wird immer schwerer. Und dann er noch einen braunen Koffer mitgenommen. Der Hund jedoch rennt hoch und runter, von links nach rechts und wartet bis der Junge hinterherkommt. Oben angekommen fühlen sie sich wie auf dem Gipfel der Welt.
Endlich können sie es sich auf dem Schlitten bequemmachen und wir erfahren, was der Junge in seinem Koffer hat: Ein Buch!
Denn, was gibt es Schöneres, als mit seinem besten Freund ein Buch zu lesen. Danach geht es aber wie der Blitz nach unten, durch die Welt und direkt nach Hause.
Lauren Castillo hat mit ihren holzschnittartigen Pastellbildern die Situation sehr gut eingefangen und verstärkt diese einfach Geschichte noch um ein Vielfaches.

Und so hat Lauren Castillo am 7.November das Gipfelbild aus dem Buch umgestaltet:

Obama

Hier können Sie über die amazon-Seite ins Bilderbuch schauen.
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Noch mehr Schnee- und Winterbilder gibt es auf unserem Fotoblog: jastram.tumblr.com.
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